Das Wien - E-Book

WIEN DAS Österreichische Post AG - RM GZ 17A0411152K - unabhängig Ausgabe 22 September 2026 23 Bezirke Van der Bellen wirft Israel Kriegsverbrechen vor! Konkrete Belege für diese schwerwiegenden Vorwürfe blieb der Bundespräsident dabei aber schuldig. S. 25 Foto DAS WIEN Katzian hält auch weiterhin zu Babler S. 8 Wien steckt in der Krise: Stadtpolitik muss liefern S. 14 Karl Ploberger: Herbstastern: Neuer Name, alte Schönheit S. 28 Hilfeleistung des Staates bei Diesel & Benzin sehr dürftig. S. 7 AUSGABE 3/2026 Wirtschaftsführer für die stadt Wien Trotz Hitze und Trockenheit Weinernte 2026 verspricht Spitzenqualität Wiener Weinprinzessin Anna Langes und Bürgermeister Michael Ludwig © Stadt Wien / Christian Jobst JETZT NEU! Gewinnen Sie 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 1.000 Euro von Wie heißt eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Welt? a) Malediven b) Maledoofen Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an marketing@das-wien.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 09. Oktober 2026. Betreff: Reisen www.der-wirtschaftsfuehrer.at © Markus Zahradnik Foto beigstellt, Ploberger

DAS 2 WIEN AKTUELL Der Herbst der großen Versprechen Es sollte der „Herbst der Ergebnisse“ werden. So hat es die Bundesregierung nach der Sommerpause angekündigt. Wehrdienstreform, Sozialhilfe, Bundesstaatsanwaltschaft, Klimagesetz, Deregulierung. Die Liste der Vorhaben ist lang. Nur eines fehlt bislang auffallend oft. Das Ergebnis selbst. Die Regierung aus ÖVP, SPÖ und Neos steht damit vor einem politischen Herbst, in dem sich zeigen muss, ob aus Kompromissen tatsächlich Entscheidungen werden. Seit Monaten wird verhandelt, nachgebessert und angekündigt. Beim Gesetz zur Bundesstaatsanwaltschaft etwa wurde nach Kritik bereits eine grundlegende Überarbeitung in Aussicht gestellt. Das ist demokratische Politik. Aber irgendwann muss auch entschieden werden. Und während sich der Bund noch sortiert, liefert Wien sein eigenes Lehrstück. Dort geht es nicht nur um Kultur, sondern vor allem um die Frage, wie eine Stadt mit ihren finanziellen Problemen umgeht. Der geplante „Kultureuro“ sorgte für heftigen Widerstand und wurde von Bürgermeister Michael Ludwig schließlich wieder abgesagt. Was bleibt, ist die durchaus unangenehme Frage, warum eine neue Abgabe überhaupt erst auf den Tisch gelegt werden musste, wenn sie wenige Tage später wieder verschwindet. Noch größer ist das Wiener Budgetproblem. Die aktuellen Haushaltsdaten haben eine heftige politische Debatte ausgelöst. Die Wiener ÖVP verweist auf den hohen Anteil Wiens am Minus der Länder, während die SPÖ diese Darstellung zurückweist. Gleichzeitig stehen mögliche Einsparungen im Sozialbereich im Raum, die von Sozialorganisationen als drastisch bezeichnet werden. Eine Bestätigung oder ein Dementi der Stadtregierung dazu lag zuletzt nicht vor. Das ist der Kern des Problems. Wenn das Geld knapp wird, muss Politik erklären, wo gespart wird, warum dort gespart wird und welche Leistungen trotzdem gesichert bleiben. Ankündigungen ersetzen diese Debatte nicht. Auch im Rathaus selbst dreht sich inzwischen vieles um Kontrolle und Transparenz. Im Wiener Gemeinderat wurde zuletzt über Vorwürfe rund um Verwaltung, Marktamt, Volkshochschulen und weitere Causen debattiert. Die politische Opposition hat einen Misstrauensantrag gegen den Bürgermeister eingebracht. Ob einzelne Vorwürfe berechtigt sind, müssen die zuständigen Stellen klären. Politisch bleibt aber die Frage, wie transparent eine Stadtverwaltung sein muss, damit das Vertrauen ihrer Bürger nicht Schaden nimmt. Und damit sind wir wieder beim Bund. Auch dort geht es längst nicht mehr nur um einzelne Gesetze. Es geht um die Glaubwürdigkeit einer Regierung, die sich selbst einen „Herbst der Ergebnisse“ verordnet hat. Die Bürger dürfen erwarten, dass aus politischen Überschriften konkrete Maßnahmen werden und dass diese Maßnahmen nachvollziehbar finanziert sind. Österreich braucht keine endlose Serie von Gipfeln, Klausuren und Pressekonferenzen. Es braucht Entscheidungen, klare Zuständigkeiten und eine ehrliche Antwort auf eine einfache Frage: Was kostet das alles und wer bezahlt es? Der politische Herbst hat gerade erst begonnen. Jetzt ist die Zeit der Ausreden jedenfalls vorbei. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Herausgeber Heinz Knapp IMPRESSUM: Herausgeber/Chefredaktion/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Kolumnisten: Toni Polster, Mag. Peter Weitzel Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 25.09.2026, 10:00 Uhr www.der-wirtschaftsfuehrer.at Brüssel will jetzt zwei BILLIONEN Euro! Für den EU-Finanzrahmen 2028 bis 2034 stehen nahezu zwei Billionen Euro im Raum. Während Österreich seinen Haushalt sanieren und den Bürgern ein Sparpaket aufs Auge drückt, wird in Brüssel über eine immer größere Kassa verhandelt. Die ÖVP versucht nun, sich als Teil eines europäischen Sparlagers zu präsentieren. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob die ÖVP aus zwei Billionen vielleicht 1,9 Billionen macht. Die entscheidende Frage lautet: Darf das EUBudget überhaupt steigen? Und was ist daran eigentlich Sparen? Denn wenn aus einem ohnehin gigantischen Budgetvorschlag lediglich eine etwas kleinere Summe wird, ist die Rechnung für den Steuerzahler noch lange nicht kleiner. Ein paar Milliarden weniger als ursprünglich gefordert sind noch kein Sparkurs. Es geht um die grundsätzliche Frage, ob der EU-Haushalt überhaupt weiter wachsen muss. Kritik gibt es vor allem an den Ausgaben. Bevor Brüssel nach neuen Milliarden ruft, müsste bei der eigenen Verwaltung angesetzt werden. Doppelgleisigkeiten, Förderprogramme und immer neue Zuständigkeiten kosten Geld. Die EU kann nicht ständig neue Aufgaben übernehmen und anschließend die Mitgliedstaaten zur Kasse bitten. Auch beim Bürokratieabbau droht aus Sicht der Kritiker ein Etikettenschwindel. Denn ein überbordender Behördenapparat wird nicht automatisch schlanker, nur weil Formulare digital ausgefüllt werden. Ein digitaler Wasserkopf bleibt ein Wasserkopf. Bürger und Unternehmen brauchen weniger Vorschriften, weniger Berichtspflichten und weniger Behördenwege und nicht bloß schnellere Computer für noch mehr Bürokratie. Besonders pikant ist der Gegensatz zur nationalen Sparpolitik. In Österreich werden Einsparungen eingefordert, Projekte gestrichen und Budgets gekürzt. Gleichzeitig wächst auf europäischer Ebene der finanzielle Appetit. Für den heimischen Steuerzahler ist deshalb nicht entscheidend, wie geschickt die Politik das Feilschen um Milliarden verkauft. Entscheidend ist, wie viel am Ende tatsächlich aus Österreich nach Brüssel fließt. Die Verhandlungen über das EUBudget haben gerade erst begonnen. Noch wird um Summen und Verteilung gerungen. Doch eines sollte dabei nicht untergehen. Eine kleinere Budgeterhöhung ist keine Einsparung. Und ein schöner Etikettenschwindel macht aus einer größeren Rechnung noch lange keine kleinere.

DAS WIEN AKTUELL 3 Es beginnt selten mit einem großen Knall. Veränderungen kommen meist in kleinen Schritten, die einzeln harmlos wirken. Genau deshalb lohnt sich beim Bargeld ein genauer Blick. Denn während überall von Digitalisierung, Komfort und modernen Zahlungsmethoden gesprochen wird, gerät eine einfache Frage zunehmend aus dem Blickfeld. Was passiert, wenn Bargeld irgendwann nicht mehr selbstverständlich ist? Noch ist es nicht so weit. Die Europäische Zentralbank betont ausdrücklich, dass der geplante digitale Euro das Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll. Auch künftig sollen Münzen und Scheine gesetzliches Zahlungsmittel bleiben. Gleichzeitig verändert sich die Welt des Bezahlens gewaltig. Bankfilialen verschwinden, Bankomaten werden weniger und immer mehr Geschäfte setzen auf Karte oder Handy. Dazu kommen neue europäische Regeln gegen Geldwäsche. Künftig gilt EU-weit eine Obergrenze von 10.000 Euro für große Barzahlungen. Bei Bartransaktionen über 3.000 Euro müssen Verpflichtete zudem die Identität ihrer Kunden überprüfen. Die neuen Regeln sollen ab 2027 greifen. Natürlich hat der Kampf gegen Geldwäsche seine Berechtigung. Niemand will, dass Kriminelle mit Koffern voller Bargeld Wohnungen kaufen oder illegale Geschäfte abwickeln. Aber zwischen der Bekämpfung von Kriminalität und einer Gesellschaft, in der jeder finanzielle Vorgang digital nachvollziehbar wird, liegt ein entscheidender Unterschied. Bargeld hat eine Eigenschaft, die keine Karte und kein Onlinekonto vollständig ersetzen kann. Wer mit einem Geldschein bezahlt, hinterlässt nicht automatisch eine digitale Spur. Das ist keine Einladung zur Kriminalität, sondern ein Stück finanzieller Privatsphäre. Und es ist zugleich ein Notfallsystem. Wenn Strom ausfällt, Netzwerke zusammenbrechen oder digitale Bezahlsysteme von einer technischen Panne oder einem Cyberangriff betroffen sind, kann Bargeld plötzlich wieder sehr wertvoll werden. Auch die schwedische Regierung hat genau dieses Thema erkannt. Schweden will die Stellung des Bargelds stärken und begründet dies unter anderem mit der Widerstandsfähigkeit des Zahlungssystems gegenüber Cyberangriffen und anderen Störungen. Neue Regeln zur Sicherung der Bargeldversorgung traten dort am 1. Juli 2026 in Kraft. Und genau hier liegt der Kern der Debatte. Es geht nicht darum, die Kreditkarte abzuschaffen, das Handy aus der Hand zu legen oder die Digitalisierung zurückzudrehen. Wer digital zahlen will, soll digital zahlen. Wer bar zahlen will, muss aber auch morgen noch bar zahlen können. Der digitale Euro kann Vorteile haben. Die EZB verspricht hohe Datenschutzstandards und eine Offline-Funktion, bei der persönliche Transaktionsdaten nur Zahler und Empfänger bekannt sein sollen. Doch technische Zusicherungen allein reichen nicht. Entscheidend ist, dass Bargeld nicht bloß formal gesetzliches Zahlungsmittel bleibt, während seine praktische Nutzung immer schwieriger wird. Denn was nützt das Recht auf Bargeld, wenn es im Ort keinen Bankomaten mehr gibt, die nächste Bankfiliale 20 Kilometer entfernt ist und immer mehr Geschäfte nur noch elektronische Zahlungen akzeptieren? Bargeld ist deshalb keine nostalgische Liebhaberei. Es ist eine zusätzliche Wahlmöglichkeit, schützt ein Stück Privatsphäre und kann im Krisenfall ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur sein. Eine moderne Gesellschaft sollte nicht nur schneller und digitaler werden. Sie muss auch widerstandsfähig bleiben. Solange beide Möglichkeiten bestehen, kann jeder selbst entscheiden, wie er bezahlen möchte. Genau diese Wahlmöglichkeit sollte erhalten bleiben. Denn wer das Bargeld erst dann vermisst, wenn es verschwunden ist, kommt zu spät. H. K. Wenn das Bargeld verschwindet, geht Selbstbestimmung ein Stück weit flöten www.das-wien.at KI generiertes Photo

DAS 4 WIEN AKTUELL 33%auf viele Möbel VOM HERSTELLERLISTENPREIS. FÜR BESTEHENDE UND NEUE PREISEPASSINHABER. und Leuchten1) 4) Gü ltig vom Katalogpreis. 4+5) Gü ltig bis 06.10.2026. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Alle Preise sind Abholpreise. Nicht gü ltig auf bereits getätigte Aufträge, Abverkaufsprodukte und Österreichs bester Preis Produkte. 5) Gegenüber den Einzelpreisen lt. DAN Preisliste. Aktion gü ltig beim Kauf einer kompletten DAN-Kü che. -55% auf viele Einbauküchen der Marken Dieter Knoll4), Novel4), Celina4), Venda4) und Dan5) bis Ausgenommen alle Werbe-, Aktions- und XXXLutz Tippartikel aus den aktuellen und in den letzten 30 Tagen gültigen Prospekten auf xxxlutz.at/prospekte und Online Only Produkte 6) Zusätzlich -10% on Top auf laufende Prozentaktionen Kauf von Küchen. In Form von Gutscheinen für Ihren nommen sind nur bereits getätigte Einkäufe, Gutschei fe, Österreichs bester Preis Produkte, Abverkaufsprod und Marktplatz Produkte im Online Shop und bereits re in unseren Prospekten. Bitte Gutschein vor jedem Ein 06.10.2026 bei jedem XXXLutz in Österreich. XXXL Küchenaktionen Impressum: Herausgeber u. Verleger: XXXLutz KG, Römerstraße 39, 4600 Wels. AUF VIELE KÜCH In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Für bestehende und neue Preisepassinhabe 10% Alle angefü hrten Produkte sind real, sämtliche Bilder dazu sind AI generated. 1) Gü ltig vom Herstellerlistenpreis bis 06.10.2026. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gu scheinen und Rabattaktionen) kumulierbar. Nicht einzulösen auf Online Only, Preishit und Marktplatz Produkte. Alle Preise sind Abholpreise. Nicht gü ltig auf bereits get tigte Aufträge, Abverkaufsprodukte, Österreichs bester Preis Produkte, sowie beim Kauf von Gutscheinen, Serviceleistungen und Produkte der Marken Erpo, Brü hl, Bre Team 7, Stokke, Doona, FlyBaby, ABC Design, Anrei, Biohort, Stern, Sudbrock, System Unit, Sedda, Aeris, Schösswender Katalogbestellungen, Schöner Wohnen, Tier Outdoor, Sunelements, Austroflex, Stressless, Glatz, Carryhome, Hom‘in und Neuhaus PURE. 2) Sie erhalten bis 06.10.2026 minus 10% on Top auf Ihren Möbel- und Leuc teneinkauf. In Form von Gutscheinen fü r Ihren nächsten Einkauf. Auch zusätzlich auf alle Prozentaktionen und Markenrabatte, ausgenommen sind nur bereits getätig Einkäufe, Gutscheinaktionen, Gutscheinkäufe, Serviceleistungen, Online Only Produkte, Abverkaufsprodukte, Österreichs bester Preis Produkte und bereits reduzier Produktangebote in unseren Prospekten auf xxxlutz.at/prospekte. Bitte Gutschein vor jedem Einkauf vorweisen. ANZEIGE

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DAS 6 WIEN AKTUELL Jetzt soll also auch das Kracherl zur neuen Einnahmequelle des Staates werden. Zuckersteuer, Gesundheitsabgabe oder „Kracherlsteuer“ – wie immer man das neue Modell nennt, am Ende dürfte die Rechnung wieder dort landen, wo sie bei neuen Steuern und Abgaben besonders zuverlässig landet, nämlich beim Konsumenten. Eine aktuelle Marketagent-Umfrage zeigt zwar, dass 63 Prozent der Befragten eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke grundsätzlich befürworten. Doch bei genauerem Hinsehen wird die Begeisterung schnell kleiner. Denn fast die Hälfte der Befragten rechnet damit, dass die Unternehmen die Mehrkosten einfach weitergeben. Und damit wäre die vermeintliche Gesundheitsmaßnahme vor allem ein weiterer Aufschlag beim täglichen Einkauf. Lenkungseffekt umstritten Das ist kein unwichtiges Detail. Lebensmittel sind ohnehin längst zum Luxusgut geworden. Wer heute mit einem durchschnittlichen Einkaufswagen durch den Supermarkt geht, braucht keinen zusätzlichen Steuerbescheid, um zu merken, dass vieles teurer geworden ist. Jetzt soll offenbar auch noch das Getränkeregal zum nächsten staatlichen Einnahmenreservoir werden. Besonders pikant ist dabei, dass selbst die Befürworter der Zuckersteuer offenbar nicht davon überzeugt sind, dass sie tatsächlich das gewünschte Ergebnis bringt. Nur etwas mehr als ein Drittel glaubt, dass Hersteller dadurch den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzieren. Gerade einmal gut ein Viertel erwartet, dass Übergewicht und ernährungsbedingte Krankheiten zurückgehen. Und nur 19 Prozent glauben, dass sich die Bevölkerung dadurch insgesamt gesünder ernähren wird. Zu viele Fragezeichen Natürlich kann man über gesunde Ernährung diskutieren. Natürlich ist es sinnvoll, den Zuckerkonsum zu reduzieren. Aber seit wann wird ein Problem automatisch kleiner, nur weil der Staat ein Preisschild mit einem zusätzlichen Steueraufschlag versieht? Wer sich heute eine Limonade kauft, wird durch ein paar Cent mehr auf der Rechnung nicht plötzlich zum Gesundheitsapostel. Interessant ist auch, was die Menschen tatsächlich wollen. 39 Prozent würden lieber gesunde Lebensmittel steuerlich entlasten. Nur elf Prozent setzen ausschließlich auf eine Zuckersteuer. Das ist eine ziemlich klare Botschaft. Wenn der Staat schon eingreift, dann sollte er nicht das Ungesunde einfach teurer machen, sondern das Gesunde tatsächlich leistbarer machen. Quo vadis, neue Steuer? Denn genau dort liegt der Unterschied zwischen Entlastung und Abkassieren. Eine Familie, die beim Einkauf auf den Preis schauen muss, braucht keine neue Moralsteuer. Sie braucht Lebensmittel, die sie sich leisten kann. Und natürlich stellt sich die nächste Frage: Was passiert mit den zusätzlichen Einnahmen? 45 Prozent erwarten, dass der Staat dadurch mehr Geld einnimmt. 42 Prozent wünschen sich, dass diese Einnahmen wieder zur steuerlichen Entlastung der Bevölkerung verwendet werden. Das wäre zumindest konsequent. Nur wäre dann die Frage erlaubt, warum man den Menschen zuerst Geld aus der Tasche zieht, um ihnen einen Teil davon anschließend als Entlastung wieder zurückzugeben. Gesunde Lebensmittel billiger! Die Zuckersteuer klingt damit verdächtig nach dem nächsten staatlichen Rundum-sorglos-Modell. Der Staat weiß, was wir essen und trinken sollen, bestimmt den Preis und kassiert gleichzeitig mit. Und wenn die Preise danach weiter steigen, kann man immer noch darauf verweisen, dass alles nur gut gemeint war. Gesundheitspolitik darf aber nicht zur Ausrede für immer neue Steuern werden. Wer wirklich will, dass sich Menschen gesünder ernähren, sollte gesunde Lebensmittel günstiger machen, Aufklärung verbessern und Eigenverantwortung stärken. Denn eines ist klar: Das teurere Kracherl wird Österreich nicht gesünder machen. Es wird höchstens den Einkauf teurer machen. H. K. Braucht die Republik Zuckersteuer? Hauptsache, der Konsument zahlt Der Staat will, dass sich Bürger gesünder ernähren. Entlarvend aber die Gesundheitspolitik als Ausrede zu nehmen, um neue Steuer einzuführen. KI generiertes Photo

DAS WIEN AKTUELL 7 Eiskalt hat die Regierung weggeschaut, wie die Diesel- und Benzinpreise durch die Decke gegangen sind und jetzt feiert sie sich für ihre Ankündigung einer Zwölf-Cent-Mini-Preisbremse ab. Das ist bei den aktuellen Treibstoffpreisen nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, das ist die nächste unterlassene Hilfeleistung gegenüber den Pendlern, Unternehmern und allen Autofahrern! Dazu kommt noch, dass Stocker, Babler, Meinl-Reisinger und Co. den Menschen mit ihrer ideologisch verblendeten Klimapolitik vielfach diese paar Cent, die sie ihnen wieder gönnerhaft zurückgeben, gleich wieder wegnehmen! Die Bevölkerung braucht keine vermeintlichen Entlastungsversprechen, sondern dauerhaft leistbare Spritpreise. So rechnet man beim österreichischen „Klimaziel 2040“, dass durch die zusätzlichen nationalen Vorgaben Treibstoff bis 2030 um 60 Cent und bis 2035 um rund einen Euro pro Liter teurer werden. Für viele Menschen ist das Auto kein Luxus, sondern Teil des täglichen Lebens. Wer zur Arbeit pendelt, Kinder in die Schule bringt, Angehörige versorgt oder in einer Region ohne brauchbare öffentliche Verkehrsverbindungen lebt, kann nicht einfach sagen, dass er dann eben nicht fährt. Und auch Unternehmen können ihre Lieferwagen und Lkw nicht mit guten Vorsätzen antreiben. Japan friert Benzinpreise ein Warum ist der Sprit bei uns so teuer? Denn es geht auch anders. Dabei lohnt sich ein Blick nach Japan. Ausgerechnet jenes Land, das besonders stark von den Ölströmen durch die Straße von Hormus abhängig ist, zeigt, dass eine Regierung nicht einfach tatenlos zusehen muss. Nach Angaben der Bank of Japan liefen zuletzt etwas mehr als 70 Prozent der japanischen Rohölimporte durch Hormus. Die Internationale Energieagentur berichtet gleichzeitig, dass Japan mit einem staatlichen Unterstützungsprogramm von 800 Milliarden Yen den Benzinpreis bei rund 169,5 Yen je Liter stabilisiert hat. Das entspricht ungefähr einem Euro. Nicht Zwei Euro Dreißig, wie bei uns! Regierung lässt Bürger im Stich Das muss man sich Österreich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Japan sitzt am anderen Ende der Welt, ist massiv von importiertem Öl abhängig und bekommt einen gewaltigen Teil davon durch eine der wichtigsten und derzeit problematischsten Öltransitrouten der Welt. Österreich sitzt mitten in Europa und trotzdem wird hier die Zapfsäule immer mehr zur Strafbank für Autofahrer. Natürlich ist die japanische Lösung nicht gratis. Der Staat nimmt dafür viel Geld in die Hand. Aber genau darum geht es. Japan entscheidet sich dafür, seine Bürger in einer außergewöhnlichen Energiekrise zu entlasten. Österreich entscheidet sich offenbar dafür, ihnen die Rechnung zu schicken. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine politische Entscheidung. Verweigert Regierung Notbremse? Denn auch bei uns bleiben die hohen Treibstoffpreise längst nicht an der Tankstelle. Die heimische Busbranche berichtet von Treibstoffkosten, die seit Jahresbeginn um 48 Prozent gestiegen sind. Solche Mehrkosten verschwinden nicht. Sie landen irgendwann bei Fahrkarten, Dienstleistungen, Waren und damit wieder bei den Haushalten. Die Bundesregierung kann sich deshalb nicht bequem darauf zurückziehen, dass Ölpreise international bestimmt werden. Natürlich spielen Krieg, Marktpreise und die angespannte Lage im Nahen Osten eine Rolle. Aber über die eigenen Steuern und Abgaben entscheidet Österreich selbst. Wenn Japan trotz seiner extremen Abhängigkeit von Hormus seine Autofahrer schützt, warum soll ausgerechnet Österreich seine Bürger an der Zapfsäule im Regen stehen lassen? Diese Frage muss die Bundesregierung beantworten. Tank als Stimmungsbarometer Was nützt das schönste Entlastungsversprechen, wenn der Autofahrer beim Tanken weiterhin tief in die Tasche greifen muss? Wer wirklich helfen will, muss dort ansetzen, wo die Belastung unmittelbar spürbar ist. Bei Steuern und Abgaben auf Treibstoff und Auto. Der Tank ist längst zum Stimmungsbarometer der Republik geworden. Wenn der Liter teurer wird, spürt es jeder. Beim Weg zur Arbeit. Beim Wochenendeinkauf. Beim Handwerker. Beim Bus. Und am Ende bei fast jedem Produkt, das transportiert werden muss. Japan zeigt, dass auch in einer internationalen Energiekrise eine Regierung handeln kann. Österreich zeigt dagegen, dass man auch tatenlos zuschauen kann, wenn die Bürger die hohen Rechnungen bezahlen. H. K. Regierung feiert sich für eine 12-Cent-Mini-Spritpreisentlastung Treibstoffverteuerung setzt Bürgern zu – Regierung gibt Almosen. Anders in Japan, das ein massives Unterstützungsprogramm fährt. FOTO DAS WIEN

DAS 8 WIEN AKTUELL In der SPÖ rumort es, doch ÖGB-Chef Wolfgang Katzian will davon nichts wissen. In der ORF-„Pressestunde“ stellte er sich demonstrativ hinter Parteichef Andreas Babler und erteilte einer neuerlichen Personaldebatte eine klare Absage. Ein Austausch an der Parteispitze werde keinen einzigen Umfragewert verbessern, so Katzian. Babler sei erst vor sechs Monaten wiedergewählt worden. Die Personalfrage komme, wenn überhaupt, erst am Ende einer Diskussion über die politische Zukunft der SPÖ. Damit versucht Katzian, die aufkeimende Debatte abzuwürgen. Auch ein internes Papier von FSGChef Josef Muchitsch, in dem eine personelle Neuausrichtung ins Spiel gebracht worden war, wollte er nicht als unmittelbare Kampfansage an Babler verstanden wissen. Zuerst müsse die Partei einen Plan und eine Vision für Österreich entwickeln, danach könne man über Personen reden. Inhaltlich bleibt die SPÖ allerdings auf ihrem bisherigen Kurs. Eine Annäherung an die FPÖ lehnt Katzian kategorisch ab. Auch den Vorwurf, die Sozialdemokratie sei in manchen Bereichen zu weit nach links gerückt, wies er zurück. Gerade bei Migration sieht er keinen Grund für eine Kurskorrektur. Entscheidend sei vielmehr, dass die Menschen unter den hohen Lebenshaltungskosten leiden. Die SPÖ müsse zeigen, dass sie deren konkrete Probleme löst. Bei den Pensionen bleibt Katzian ebenfalls hart. Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters lehnt der Gewerkschaftschef weiterhin ab. Die demografische Entwicklung sei kein ausreichendes Argument, um an den bestehenden Regeln zu rütteln. Wenn sich Österreich die Pensionen nicht leisten könne, habe das Land ohnehin ganz andere Probleme, erklärte er sinngemäß. Dafür fordert Katzian mehr Geld für den Insolvenzentgeltfonds. Dieser sei unterfinanziert und müsse auf Kosten der Arbeitgeber höher dotiert werden. Arbeitnehmer sollen schließlich auch dann zu ihrem ausstehenden Lohn kommen, wenn ihr Arbeitgeber pleitegeht. Die Industriellenvereinigung hält dagegen: Höhere Beiträge würden die Lohnnebenkosten weiter nach oben treiben und damit geplante Entlastungen zunichtemachen. Auch bei den Energiepreisen will Katzian wieder stärker eingreifen. Angesichts der steigenden Spritpreise spricht er sich für eine neuerliche Begrenzung der Margen von Energiekonzernen aus. Warnungen vor möglichen Folgen für die Versorgungssicherheit wischt er beiseite. Beim Klimaschutz schwebt ihm zudem ein „kleines, feines Konjunkturpaket“ für Gebäudesanierungen und andere Klimamaßnahmen vor. Kritik kommt unterdessen von der FPÖ. Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch wirft Katzian vor, sich im Fernsehen als Oppositioneller zu präsentieren, obwohl der ÖGB eng mit der SPÖ verbunden ist. Besonders seine Forderungen nach höheren Beiträgen für den Insolvenzentgeltfonds stoßen auf Widerspruch. Auch seine Haltung zu Pensionen und staatlichen Eingriffen in Preise wird von den Freiheitlichen scharf kritisiert. Katzian selbst denkt offenbar noch nicht an einen Abschied. Ob er nach dem Ende seiner Amtsperiode 2028 neuerlich als ÖGB-Präsident antreten will, ließ er offen. Dafür sei noch Zeit. Bis dahin dürfte allerdings auch die Personaldebatte in der SPÖ kaum endgültig verschwunden sein. Denn eines zeigt der Auftritt deutlich: Katzian will sie derzeit beenden – ob damit aber auch die Unruhe in der Partei endet, steht auf einem anderen Blatt. H. K. Wolfgang Katzian, Präsident des ÖGB © Markus Zahradnik Pragmatischer Katzian hält zu Babler – und wischt Personaldebatte vom Tisch AUSGABE 3/2026 Wirtschaftsführer für die stadt Wien Trotz Hitze und Trockenheit Weinernte 2026 verspricht Spitzenqualität Wiener Weinprinzessin Anna Langes und Bürgermeister Michael Ludwig © Stadt Wien / Christian Jobst JETZT NEU! www.der-wirtschaftsfuehrer.at

DAS WIEN AKTUELL 9 Zitro&Bier ANZEIGE

DAS 10 WIEN AKTUELL Klimaziel 2040: Große Ansage, offene Rechnung, kaum Details zu Klimafahrplan Österreich will schneller klimaneutral werden als die Europäische Union. Während auf EU-Ebene Klimaneutralität bis 2050 angepeilt wird, soll Österreich dieses Ziel bereits 2040 erreichen. Das klingt ambitioniert, doch was kostet dieser nationale Klimasprint eigentlich? Genau hier beginnt das Problem. Das geplante Klimagesetz setzt ein äußerst ehrgeiziges Ziel, lässt aber zentrale Details zunächst offen. Welche Maßnahmen in den einzelnen Bereichen notwendig sein werden, wie die Kosten verteilt werden und welche Korrekturen möglich sind, soll erst in einem späteren Klimafahrplan konkretisiert werden. Dieser soll frühestens Ende 2027 vorliegen. Damit steht die große politische Ansage vor dem konkreten Plan. Erst wird das Ziel festgelegt, dann soll irgendwann geklärt werden, wie es überhaupt erreichbar ist. Für Unternehmen, Arbeitnehmer und private Haushalte ist das keine Kleinigkeit. Denn Klimapolitik bedeutet nicht nur neue Gesetze und schöne Zielzahlen, sondern kann ganz konkret Investitionen, Energiepreise, Baukosten und Produktionskosten beeinflussen. Österreich verursacht nur einen kleinen Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen. Der österreichische Anteil liegt bei rund 0,17 Prozent. Das bedeutet nicht, dass nationale Klimaschutzmaßnahmen wirkungslos oder überflüssig sind. Es bedeutet aber, dass Aufwand und tatsächlicher Effekt sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen. Denn eines lässt sich nicht wegdiskutieren. Selbst wenn Österreich seine Emissionen vollständig beseitigt, bleibt der überwiegende Teil der weltweiten Emissionen bestehen. Klimapolitik muss deshalb nicht nur ehrgeizig, sondern auch wirksam sein. Statt ausschließlich auf möglichst schnelle Reduktionen im eigenen Land zu setzen, gewinnt daher die Anpassung an bereits spürbare Klimaveränderungen an Bedeutung. Hochwasserschutz, Schutz vor Dürre, hitzeresistente Infrastruktur und angepasster Städtebau sind Maßnahmen, deren Nutzen unmittelbar in Österreich ankommt. Wenn Extremwetter zunimmt, hilft ein besserer Schutz vor den Folgen den Menschen vor Ort, unabhängig davon, wie sich die globale Emissionskurve entwickelt. Das bedeutet keinen Freibrief für Untätigkeit beim Klimaschutz. Es bedeutet vielmehr, Klimapolitik aus der Perspektive von Kosten und Wirkung zu betrachten. Jede Maßnahme sollte die Frage beantworten können, welchen konkreten Nutzen sie bringt und wer dafür bezahlt. Gerade für Unternehmen ist Planungssicherheit entscheidend. Wer Milliarden investieren soll, muss wissen, welche Regeln in fünf, zehn oder zwanzig Jahren gelten. Auch Wohnungseigentümer und private Haushalte brauchen Klarheit darüber, welche Sanierungen, Heizsysteme oder Investitionen künftig vorgeschrieben oder wirtschaftlich notwendig werden. Ein Klimaziel auf dem Papier ist schnell beschlossen. Die Rechnung kommt später. Und genau deshalb sollte vor weitreichenden Maßnahmen klar sein, was sie kosten, welche Auswirkungen sie auf die Wirtschaft haben und welchen Beitrag sie tatsächlich zum globalen Klimaschutz leisten. Denn beim Klima gilt wie bei jeder großen politischen Wette: Je höher der Einsatz, desto genauer sollte man wissen, was man dafür bekommt. KLIMAZIELE 2040 Kredite: Strengere Regeln Ab 20. November gelten in Österreich strengere Regeln für Verbraucherkredite. Banken und Händler müssen die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden genauer prüfen – auch bei Kleinstkrediten unter 200 Euro und „Buy Now, Pay Later“-Modellen. Bei negativer Kreditwürdigkeitsprüfung darf künftig kein Kredit vergeben werden. Auch die Informationspflichten werden ausgeweitet, Werbung für Kredite muss stärker auf Risiken hinweisen. Bei Zahlungsrückständen müssen Kreditgeber Unterstützung anbieten, etwa eine Umschuldung. Für Händler bedeutet die neue Regelung zusätzlichen Aufwand. „Griaß di“, immer noch verbreitet Im ländlichen Österreich wird häufiger mit einem „Hallo“ gegrüßt, ein traditionelles „Grüß Gott“ oder ein vertrautes „Griaß di“ bleiben aber weit verbreitet. Grußformeln im ursprünglichen Dialekt verschwinden nicht, zeigt eine aktuelle Studie der Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das „Hallo“ sei mittlerweile die mit Abstand häufigste Grußformel und werde stärker als neutral und nicht mehr so informell wahrgenommen, erklärt Studienautorin Korecky-Kröll. AK warnt vor Betrug bei Buchungen Derzeit häuft sich eine Betrugsmasche mit der Buchungsplattform booking.com. Die Arbeiterkammer warnt vor gefälschten E-Mails vermeintlicher Unterkünfte, die man über die Plattform gebucht hat, berichtet Ö3. In der Nachricht wird man aufgefordert, über einen Link Buchungs- oder Kreditkartendaten zu bestätigen bzw. eine Vorauszahlung zu leisten, andernfalls werde die Reservierung storniert. Die Arbeiterkammer warnt, niemals auf Links in E-Mails zu klicken. Im Zweifelsfall solle man direkt beim Hotel selbst oder bei booking.com anrufen, empfiehlt die Arbeiterkammer. Senioren als „Couch-Potatoes“ Österreichs Senioren sind offenbar klassische „CouchPotatoes“. Nur rund 30 Prozent sind ausreichend körperlich aktiv, um fit zu bleiben und Krankheiten zu verhüten. Das hat eine neue Studie der MedUni ergeben. Dabei wären allein schon mehr als 40 Prozent der Herzinfarkte durch ausreichend viel Bewegung zu verhindern, stellten die Wissenschaftler fest: „Körperliche Aktivität spielt eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Gesundheit und die Prävention chronischer Erkrankungen“, heißt es. KI generiertes Photo

DAS WIEN AKTUELL 11 Extrakosten für Online-Shop-Paket Für Millionen Pakete mit billiger Online-Ware wird ab November eine neue Bearbeitungsgebühr fällig – dafür hat das EU-Parlament endgültig grünes Licht gegeben. Wie teuer es wird, ist noch offen: Die EU-Kommission muss noch die Höhe der Gebühr festlegen. Für die Zahlung sind nach Angaben der EU-Staaten die Online-Handelsplattformen zuständig, also nicht die Endverbraucher in Europa. Ab 1. November soll die neue Abgabe für im Internet bestellte und in die EU eingeführte Produkte gelten und von den nationalen Behörden erhoben werden. Aktien-Depots immer beliebter Immer mehr Menschen in Österreich legen ihr Geld in Aktien an. Die Zahl der Wertpapier-Depots ist im Vorjahr um 14 Prozent gestiegen, wie Daten der Finanzmarktaufsicht (FMA) zeigen. Ein Grund dafür sind laut FMA digitale Plattformen, die den Handel mit Aktien etwa über Handy-Apps anbieten. Hinter den Plattformen stehen oft Start-ups, die Gebühren sind meist niedriger als bei klassischen Banken. Genaue Recherche sei notwendig, um nicht auf unseriöse Anbieter reinzufallen, so FMA-Expertin Springer. Zu wenige Mehrweg-Getränke In Österreich werden nach wie vor zu wenige Getränke in Mehrwegflaschen verkauft. Das zeigt ein neuer Bericht des Klima- und Umweltministeriums. Rund 22 Prozent der im Handel verkauften Getränke sind im vergangenen Jahr in Mehrwegverpackungen verkauft worden. Somit gibt es eine leichte Steigerung. Das festgelegte Ziel im Abfallwirtschaftsgesetz waren aber 25 Prozent. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil an Mehrwegflaschen sogar auf 30 Prozent steigen. Verstärkung für Wiener Polizei Seit Jahren werden mehr Polizistinnen und Polizisten für Wien gefordert. Mittlerweile erfüllen viele Kandidaten aber nicht mehr die Aufnahmekriterien. Deshalb setzte das Innenministerium die nächste Maßnahme. Mit dem Programm „Wien auf Zeit“ sollen Polizeischüler für zumindest fünf Jahre nach Wien geholt werden. Bewerber aus allen Bundesländern können inklusive Ausbildung fünf Jahre in Wien bleiben und danach hier bleiben oder garantiert wieder in die Bundesländer zurückkehren. Die ersten Aufnahmen finden im Dezember 2026 statt. Skifahren wird wieder teurer Eine Reihe von Vorarlberger Seilbahnunternehmen hat bereits ihre Preise für die kommende Wintersaison veröffentlicht. Demnach kostet eine fixe Tageskarte in der Hauptsaison ungefähr 3 bis 6 Prozent mehr als in der vergangenen Saison. Am teuersten bleibt der Arlberg: Die Ski-Arlberg-Tageskarte kostete in der Hauptsaison 85 Euro. In der vergangenen Saison waren es 81,50 Euro. Auch die Saisonkarten werden teurer: Der 3-Täler-Pass etwa kostet im Vorverkauf 682 Euro (Vorjahr: 660 Euro). Sitzenbleiben nimmt weiter zu In Österreich müssen immer mehr Jugendliche eine Klasse wiederholen. Laut der jüngsten PISA-Studie sind 18 Prozent der 15-Jährigen schon mindestens einmal sitzengeblieben, 2012 waren es rund zwölf Prozent. Im OECD-Durchschnitt liegt der Anteil bei knapp elf Prozent, in den PISA-Siegerländern Estland und Irland unter fünf Prozent. Besonders häufig betroffen sind Jugendliche aus einkommensschwachen Familien oder mit Migrationshintergrund. Laut OECD beeinflusst die soziale Herkunft die Wahrscheinlichkeit, eine Klasse wiederholen zu müssen, deutlich. Nachwuchsrekord bei Weißstörchen Mit 147 Jungvögeln ist heuer ein neuer Rekord bei den Marchfelder Weißstörchen im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich erreicht worden. Damit wurde der bisherige Höchststand von 1996 um neun Tiere übertroffen, teilte der WWF mit. Mit 46 Brutpaaren wurde der Rekord von 1994 eingestellt, während bei den Jungvögeln pro Paar mit durchschnittlich rund drei Küken ein Allzeit-Hoch erzielt wurde. Der WWF sieht die Zahlen als großen Erfolg für den Artenschutz. Sie würden die Bedeutung des WWF-Auenreservates für die Biodiversität verdeutlichen. Heuer mehr FSME-Erkrankungen In Österreich sind heuer bereits 155 FSME-Erkrankungen registriert worden – im gesamten Vorjahr waren es 132. Das zeigen Daten des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien. Oberösterreich verzeichnet mit 65 Fällen den höchsten Wert bundesweit. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen und kann schwere neurologische Erkrankungen auslösen. Zecken sind längst kein reines Sommerphänomen mehr, sie sind bereits ab 5 bis 8 Grad aktiv. Milde Herbst- und Wintertage verlängerten daher die Zeit mit möglichem Infektionsrisiko. Venedig will Tagesgebühr erhöhen Venedig prüft eine deutliche Anhebung der Zugangsgebühr für Tagestouristen. Derzeit beträgt der Zugangspreis je nach Tag fünf bis zehn Euro. Das könne sich mittlerweile jeder leisten, so der zuständige Stadtrat Michele Zuin. Sinn der Gebühr sei aber, die Besucherströme besser zu lenken, damit weniger Menschen in die Lagunenstadt kommen. Als mögliche neue Höhe nannte Zuin rund 30 Euro. Ein höherer Preis könnte Menschen davon abhalten, an besonders beliebten Tagen wie dem 1. Mai für einen Tagesausflug nach Venedig zu kommen. Auch die Zahl der Tage, an denen die Gebühr fällig wird, könnte steigen. Haushalts-Energie erneut teurer Die Preise für Haushalts-Energie sind im August erneut gestiegen. Im Vergleich zum Juli verteuerten sie sich um 3,6 Prozent, im Jahresvergleich um 9,9 Prozent, wie die Energieagentur mitteilte. Preistreiber waren vor allem Treibstoffe und Heizöl. Diesel verteuerte sich gegenüber Juli um 9,6 Prozent, im Jahresvergleich war Diesel sogar um ein Drittel teurer, Superbenzin kostete um 18,2 Prozent mehr. Bei Heizöl lagen die Preise 12,3 Prozent über dem Vormonat und fast um die Hälfte höher als im August 2025. Gas verteuerte sich leicht, Strom wurde im Jahresvergleich rund 11 Prozent billiger.

DAS 12 WIEN AKTUELL Geplante Aktivpension sorgt weiter für Streit www.das-wien.at Herbstaktion bei „Wien Ticket“ bis zu 20 % sparen Während die SPÖ von mehr Chancen und einer Entlastung für ältere Beschäftigte spricht, kommt von der Opposition scharfe Kritik. Im Zentrum stehen die geplanten Steueranreize für Pensionisten, die freiwillig weiterarbeiten wollen, sowie die Ausgestaltung der zweiten Pensionssäule. Die Aktivpension soll das Weiterarbeiten über das gesetzliche Regelpensionsalter hinaus attraktiver machen. Wer nach der Pension weiterarbeitet, soll künftig von einem Steuerfreibetrag von bis zu 1.250 Euro monatlich profitieren. Nach Angaben der SPÖ sollen davon mehr als 100.000 Menschen profitieren. Auch rund 60.000 Pensionisten, die derzeit geringfügig dazuverdienen, sollen entlastet werden. Für ältere Beschäftigte sind ab 2027 außerdem jährlich zusätzlich 100 Millionen Euro für Beschäftigungsförderung vorgesehen. Für den ArbeitsmarktTransformationsfonds sind 2028 und 2029 insgesamt 82 Millionen Euro eingeplant. Die SPÖ verweist zugleich auf die schwierige Situation älterer Arbeitnehmer. Die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen liegt derzeit bei rund 40 Prozent. Gleichzeitig beschäftigen laut den von der Partei genannten Zahlen drei Viertel der Unternehmen keinen einzigen Mitarbeiter über 60. Längeres Arbeiten könne daher nicht einfach verlangt werden, sondern müsse auch am Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Kritik kommt dagegen an der praktischen Ausgestaltung. Besonders problematisch sei die Situation für Menschen, die nach 45 Versicherungsjahren in Pension gehen und anschließend freiwillig weiterarbeiten wollen. Kritisiert wird, dass ein nahtloser Wiedereinstieg in bestimmten Fällen nicht möglich sein soll. Gerade angesichts des Fachkräftemangels sei es fraglich, ob Beschäftigte nach mehreren Jahrzehnten Berufstätigkeit zunächst aus dem Arbeitsleben ausscheiden und Jahre später wieder zurückkehren. Als Beispiel werden erfahrene Fachkräfte im Gesundheitsbereich genannt. Eine Krankenschwester, die nach 45 Arbeitsjahren mit 62 Jahren in Pension geht, werde kaum bereit sein, mehrere Jahre aus dem Beruf auszusteigen, nur um danach wieder zurückzukehren. Damit könnte gerade jene Erfahrung verloren gehen, die angesichts des Personalmangels dringend benötigt wird. Auch die geplante zweite Pensionssäule steht in der Kritik. Vorgesehen sind unterschiedliche Veranlagungsvarianten, darunter eine offensivere Form, bei der stärker in internationale Aktienmärkte investiert wird. Höhere Ertragschancen stehen dabei auch höheren Risiken gegenüber. Kritiker fordern deshalb eine besonders klare Information über mögliche Verluste. Zudem wird hinterfragt, warum nicht stärker in europäische Unternehmen und Börsen investiert werden soll. Die Befürworter halten dagegen, dass die Aktivpension freiwilliges längeres Arbeiten attraktiver mache und gleichzeitig ältere Menschen am Arbeitsmarkt stärker unterstützt werden müssten. In der Debatte bleibt damit vor allem eine Frage offen: Schafft die neue Regelung tatsächlich Anreize, damit erfahrene Arbeitnehmer länger im Berufsleben bleiben, oder entstehen neue Hürden, die dem Ziel angesichts des Fachkräftemangels sogar entgegenstehen? Egal, wie du den Herbst am liebsten verbringst – ob laut mitsingend, herzlich lachend, gespannt mitfiebernd oder staunend vor der Bühne: Mit der Herbstaktion von Wien Ticket, einem Unternehmen der Wien Holding, ist für unvergessliche Live-Momente in den kommenden Monaten gesorgt. Entdecke von 23. September bis 4. Oktober 2026 ausgewählte Highlights und spare 20 Prozent und mehr auf deine Tickets! DIE HIGHLIGHTS DER HERBSTAKTION 2026 · Red Bull Bassline in der Wiener Stadthalle -20 % · Irish Celtic in der Wiener Stadthalle -20 % · West Side Story -20 % auf ausgewählte Termine in der Volksoper · Jawara -30 % auf alle Termine in der Eden Bar · Swing Gala im Wiener Konzerthaus -20 % · Die große Filmmusikgala der Musicalstars in der Wiener Stadthalle -20 % · The Christmas Gospel -20 % auf alle Termine · Aretha Franklin Show in der Wiener Stadthalle -30 % · Science Busters im Veranstaltungszentrum Z-2000, Stockerau -20 % · Director‘s Cut von Stefan Haider im CasaNova Vienna -20 % · The Michael Jackson Experience mit Sergio Cortés in der Wiener Stadthalle -20 % · Kosmos & Orchester in der Wiener Stadthalle -20 % · Magic Dinner Show -25 % auf alle Termine im Mirage Wien · Andreas Ferner -20 % auf ausgewählte Termine von „Bro-Fessor, checkst du!?“ · Kabarettgipfel in der Wiener Stadthalle -20 % · Die Schöne und das Biest -20 % auf einen ausgewählten Termin in der Wiener Stadthalle · Ein ganz besonderer Tag in diversen Spielstätten -20 % · Lumpazivagabundus -20 % auf alle Termine im Wiener Metropol · „DRACULA“ von Stefan Jürgens im Vindobona -20 % · Moments feat. Massoud Shaari in der Sargfabrik -20 % © Wien Ticket

DAS WIEN AKTUELL 13 „Airbnb“ als Sündenbock: Jetzt wird das Rathaus plötzlich fleißig, aber negiert Gründe Plötzlich geht es ganz schnell. Nachdem der Wiener Wohnungsmarkt seit Jahren für steigende Preise, Wohnungsknappheit und lange Wartelisten sorgt, entdeckt die Stadtregierung die touristische Kurzzeitvermietung als großen Problemfall. Airbnb soll stärker kontrolliert, illegale Vermietung bekämpft und der Wohnraum besser geschützt werden. Klingt gut, doch warum eigentlich erst jetzt? Denn dass Wohnungen über Plattformen wie Airbnb dem klassischen Wohnungsmarkt entzogen werden können, ist keineswegs eine neue Erkenntnis. Seit Jahren wird über die Graubereiche der Kurzzeitvermietung diskutiert. Ebenso lange gibt es Beschwerden über fehlende Kontrollen. Jetzt soll mit Registrierungspflichten, strengeren Regeln und höheren Strafen durchgegriffen werden. Die Stadt präsentiert sich plötzlich als energischer Wohnraumschützer. Nur hat der Wohnungsmarkt weit größere Baustellen Wer den Eindruck erweckt, Airbnb sei für die Wiener Wohnungsprobleme verantwortlich, macht es sich allzu bequem. Der Bedarf an leistbaren Wohnungen steigt, während der Neubau schwächelt und die Kosten für Wohnen für viele Haushalte zur Belastung werden. Gleichzeitig verfügt Wien mit Wiener Wohnen über einen gewaltigen kommunalen Wohnungsbestand. Gerade dort müsste die Stadt zeigen, dass sie ihre Hausaufgaben erledigt. Stattdessen wird gern mit dem Finger auf andere gezeigt. Mal sind es private Vermieter, mal Spekulanten, mal die Kurzzeitvermietung. Das lässt sich politisch hervorragend verkaufen. Man hat einen Schuldigen gefunden und kann gleichzeitig so tun, als hätte man das große Wohnungsproblem im Griff. Dabei wäre eine ehrliche Debatte dringend notwendig. Wie viele Wohnungen fehlen tatsächlich? Warum wird nicht schneller und günstiger gebaut? Warum entstehen nicht ausreichend neue geförderte Wohnungen? Und wie kann bestehender Wohnraum so genutzt werden, dass er tatsächlich jenen zur Verfügung steht, die dauerhaft in Wien leben und arbeiten? Auch die gewerbliche Wohnungswirtschaft darf nicht pauschal zum Prügelknaben gemacht werden. Private und gewerbliche Investoren stellen einen erheblichen Teil des Wohnungsangebots bereit. Wer jeden Vermieter automatisch als Teil des Problems darstellt, riskiert am Ende genau das Gegenteil dessen, was eigentlich erreicht werden soll. Weniger Angebot und damit noch mehr Druck auf die Preise. Natürlich muss illegale Kurzzeitvermietung kontrolliert werden. Wenn Wohnungen dauerhaft dem normalen Mietmarkt entzogen und stattdessen tageweise an Touristen vergeben werden, darf die Stadt nicht wegschauen. Regeln müssen kontrolliert und Verstöße geahndet werden. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Aber Kontrolle ersetzt keinen Wohnungsbau. Und genau hier wird es unangenehm für das Rathaus. Neue Verbote und zusätzliche Bürokratie lassen sich schnell ankündigen. Ein neues Wohnhaus zu planen, zu genehmigen und tatsächlich fertigzustellen, dauert wesentlich länger. Noch schwieriger wird es, wenn die Stadt gleichzeitig mit hohen Baukosten, komplizierten Vorschriften und einer schwächelnden Bauwirtschaft zu kämpfen hat. Airbnb ist deshalb bestenfalls ein Teil des Problems, aber sicher nicht die Wundererklärung für die Wiener Wohnungsnot. Wer wirklich für leistbares Wohnen sorgen will, muss mehr Wohnungen schaffen, bestehende Wohnungen sinnvoll nutzen und die Kosten im Blick behalten. Sonst bleiben vom großen Wohnungsprogramm am Ende vor allem viel politische Betriebsamkeit und wenig zusätzliche Quadratmeter über. H. K. AUSGABE 3/2026 Wirtschaftsführer für die stadt Wien Trotz Hitze und Trockenheit Weinernte 2026 verspricht Spitzenqualität Wiener Weinprinzessin Anna Langes und Bürgermeister Michael Ludwig © Stadt Wien / Christian Jobst JETZT NEU! www.der-wirtschaftsfuehrer.at screenshot airbnb

DAS 14 WIEN AKTUELL Wien steckt in der Krise – die Wiener Stadtpolitik muss Fakten liefern Was tun mit dieser Bilanz, Herr Bürgermeister Ludwig? Rekordschulden, Kalamitäten rund um bereits geplante bzw. zu planende Projekte u. s. w. Wien hat viele Baustellen. Manche sieht man sofort, andere liegen tiefer. Doch inzwischen drängt sich der Eindruck auf, dass im Rathaus beides zusammenkommt. Eine Stadt mit immer größeren finanziellen Problemen und eine Stadtregierung, die auf unangenehme Fragen lieber mit Beschwichtigungen als mit Antworten reagiert. Die Bilanz, die derzeit auf dem Tisch liegt, ist jedenfalls alles andere als beruhigend. Rekordschulden, steigende Kosten bei Großprojekten und eine ganze Reihe von Affären und offenen Fragen rund um Postenbesetzungen, politische Netzwerke und die Kontrolle städtischer Bereiche. Dazu kommen Projekte, bei denen die ursprünglichen Versprechen und die tatsächliche Entwicklung immer schwerer zusammenpassen. Finanzielle Situation Besonders heikel ist die finanzielle Lage. Während die Wienerinnen und Wiener im Alltag mit steigenden Preisen und höheren Belastungen kämpfen, muss sich die Stadt mit einem immer enger werdenden finanziellen Spielraum auseinandersetzen. Gleichzeitig werden Großprojekte geplant, verschoben, verteuert oder stehen plötzlich unter Erklärungsdruck. Das ist keine Kleinigkeit. Es geht um das Geld der Wiener. Und genau deshalb reicht es nicht, bei jeder Eröffnung freundlich in die Kameras zu lächeln. Politische Verantwortung zeigt sich nicht beim Durchschneiden von Bändern, sondern dann, wenn etwas schiefläuft. Ein Bürgermeister kann sich die schönen Seiten seiner Amtszeit nicht allein zuschreiben und die unangenehmen Seiten an irgendwelche zuständigen Stellen weiterreichen. Das gilt auch für die Wien-HoldingArena. Ein Projekt dieser Größenordnung ist politisch nicht irgendein Nebenschauplatz. Wenn nach Jahren der Planung und bereits angefallenen Kosten zentrale Fragen offen sind, muss an der Spitze der Stadt erklärt werden, was schiefgelaufen ist, wer Entscheidungen getroffen hat und welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Sinnhaftigkeit von Projekten Doch die Arena ist nur ein Teil des Problems. Auch rund um das Marktamt, die Volkshochschulen, die sogenannten Ruck-Files, das AUVA-Projekt und Aussagen aus der Wiener Politik sind Fragen offen. Dazu kommen Diskussionen über den Wiener Gemeindebau, nachdem der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy öffentlich von einem möglichen „Verklopfen“ gesprochen hatte. Solche Aussagen kann ein Rathaus nicht einfach aussitzen. Denn irgendwann geht es nicht mehr um einen einzelnen Skandal oder eine einzelne Fehlentscheidung. Es geht um die Frage, wie diese Stadt geführt wird. Wenn in unterschiedlichen Bereichen immer wieder Fragen nach Kontrolle, Einflussnahme, Posten und politischen Netzwerken auftauchen, wächst der Erklärungsbedarf automatisch. Transparenz sicherstellten Auch die einst versprochene Transparenz muss sich an der Realität messen lassen. Wer mehr Offenheit verspricht, darf nicht erst dann gesprächig werden, wenn der öffentliche Druck zu groß geworden ist. Die Wiener haben ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihrem Geld passiert und wie Entscheidungen zustande kommen. Bürgermeister Michael Ludwig steht dabei nicht für jeden einzelnen Vorgang persönlich verantwortlich. Aber er steht an der Spitze dieser Stadt. Seit 2018 trägt er die politische Gesamtverantwortung. Und diese Verantwortung besteht eben nicht nur darin, bei Schönwetterterminen präsent zu sein. Wien braucht deshalb keine weitere Hochglanzpolitik. Wien braucht Antworten. Was kosten die Großprojekte tatsächlich? Warum laufen manche Vorhaben aus dem Ruder? Wie funktionieren Kontrolle und Postenbesetzungen? Wer trägt Verantwortung, wenn Millionen falsch eingesetzt oder Projekte schlecht vorbereitet werden? Die Geduld der Wiener ist keine unerschöpfliche Ressource. Wer immer wieder von Transparenz, Kontrolle und verantwortungsvoller Politik spricht, muss diese Prinzipien auch dann leben, wenn es unangenehm wird. Know-how von Ludwig gefragt Der Bürgermeister hat die Chance, aus der Defensive zu kommen. Fakten auf den Tisch, offene Fragen beantworten, Verantwortung übernehmen und endlich klar sagen, wohin die Reise für Wien finanziell und politisch gehen soll. Denn eine Stadtregierung wird nicht daran gemessen, wie gut sie ihre Erfolge verkauft. Sondern daran, wie ehrlich sie mit ihren Problemen umgeht. H. K. Planung und Kosten für die „Wien Holding Arena“ stehen zur Debatte © Wien Holding

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