DAS WIEN GARTENTIPP 29 bremsen, staunen, anläuten. Bei uns hieße es vermutlich: „Heute leider nicht.“ In England heißt es: „Come in!“ Ein Ehepaar stand sogar schon mit gepackten Koffern da, weil es nach Dänemark flog – und ließ uns trotzdem noch durch den Garten. Beim Plaudern stellte sich heraus, dass ich einst schon ihre Mutter besucht hatte: Rosemary Verey, die berühmte Gartengestalterin. Nächstes Jahr kommen wir zur Tochter. So öffnet sich im Garten manches Gartentürl – und der Marathon hat sich wieder gelohnt. Gartenkalender Diesmal kam der Herbst beinahe über Nacht und mit einem Mal sind Garten und Balkon in der Jahreszeit angelangt, wo es heißt Abschied nehmen. Aber noch stehen die goldenen Tage bevor und das zeigt sich durch die Trockenheit im Sommer schon deutlich früher. Viele Gehölze haben schon mit der Herbstfärbung begonnen. Dennoch gilt: nichts übereilen und den Pflanzen die Zeit zum „reifen“ der Triebe geben. Gerade bei den Kübelpflanzen beginnt nun eine wichtige Phase: sie dürfen nun keinesfalls mehr gedüngt werden und sollten auch deutlich weniger gegossen werden. Aber: nicht vertrocknen lassen. Die Nächte werden nun teilweise schon sehr frisch, wärmeliebende Citrus, wie Buddhas Hand oder Calamondinen besser schon an ganz geschützte Stellen bringen oder ins Haus stellen. Sie leiden bei Temperaturen unter fünf Grad. Bei den Blumenkisterln oder Ampeln kann man aber noch einmal mit Nährstoffen das neuerliche Wachstum unterstützen. Dann gibt es Blüten bis zum ersten richtigen Frost. Apropos Minusgrad: Nicht vergessen Vlies zu besorgen, denn viele der besonders schön blühenden Herbstpflanzen, wie die Dahlien, vertragen keine Temperatur unter null Grad. Mit dem dünnen Vlies kann man sie aber noch über ein paar Tage retten. Gartenfragen In meinem Rasen ist fast nur noch Klee, warum und was kann ich tun? Es ist eine Auswirkung der Hitze, denn die Graspflänzchen sind bei weitem nicht so hitzefest, wie der Klee, der sich dann trotz Trockenheit ausbreitet. Vorerst die Rasenfläche einmal wachsen lassen, beobachten, ob das Gras sich erholt und mit einer Düngung unterstützen. In ein, zwei Wochen eventuell vertikutieren und mit Kompost und frischem Saatgut den Rasen auffrischen. *** Unser (geliebter) Nussbaum – etwa 20 Jahre alt – hat am Stamm von unten bis zu den ersten Ästen einen Sprung in der Rinde bekommen. Was tun? Dieser Rindenschaden wird ebenfalls durch die enorme Hitze verursacht, die auf der dunklen Rinde noch höher ist als die Lufttemperatur. Schmale Spalten einstreichen. Sonst nur die lockeren Ränder mit einem scharfen Messer entfernen. Große Flächen ohne Rinde nicht mit Wundverschluss behandeln, immer nur die Ränder, sonst kann es darunter Fäulnis geben. *** Unser Immergrün wird von irgendeinem Tier geliebt. Teileweise sind nur die Ränder abgefressen, teilweise das halbe Blatt. Wer ist das? Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Dickmaulrüssler, den man gerade jetzt mit sogenannten Nematoden bekämpft. Das Pulver in Wasser auflösen, gießen und danach sollte es ein paar Tage regnen, oder man gießt. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer „schwimmen“ in die Erde und befallen die Larven des Dickmaulrüsslers. Die Behandlung immer zwei Mal jährlich wiederholen. Dann stellt sich ein Erfolg ein. Töpfe nicht vergessen. Hohe Astern kombiniert mit Grä sern – eine herbstliche Pracht ... Bienen und andere Insekten lieben die Blü ten ...
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