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DAS 6 WIEN AKTUELL Jetzt soll also auch das Kracherl zur neuen Einnahmequelle des Staates werden. Zuckersteuer, Gesundheitsabgabe oder „Kracherlsteuer“ – wie immer man das neue Modell nennt, am Ende dürfte die Rechnung wieder dort landen, wo sie bei neuen Steuern und Abgaben besonders zuverlässig landet, nämlich beim Konsumenten. Eine aktuelle Marketagent-Umfrage zeigt zwar, dass 63 Prozent der Befragten eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke grundsätzlich befürworten. Doch bei genauerem Hinsehen wird die Begeisterung schnell kleiner. Denn fast die Hälfte der Befragten rechnet damit, dass die Unternehmen die Mehrkosten einfach weitergeben. Und damit wäre die vermeintliche Gesundheitsmaßnahme vor allem ein weiterer Aufschlag beim täglichen Einkauf. Lenkungseffekt umstritten Das ist kein unwichtiges Detail. Lebensmittel sind ohnehin längst zum Luxusgut geworden. Wer heute mit einem durchschnittlichen Einkaufswagen durch den Supermarkt geht, braucht keinen zusätzlichen Steuerbescheid, um zu merken, dass vieles teurer geworden ist. Jetzt soll offenbar auch noch das Getränkeregal zum nächsten staatlichen Einnahmenreservoir werden. Besonders pikant ist dabei, dass selbst die Befürworter der Zuckersteuer offenbar nicht davon überzeugt sind, dass sie tatsächlich das gewünschte Ergebnis bringt. Nur etwas mehr als ein Drittel glaubt, dass Hersteller dadurch den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzieren. Gerade einmal gut ein Viertel erwartet, dass Übergewicht und ernährungsbedingte Krankheiten zurückgehen. Und nur 19 Prozent glauben, dass sich die Bevölkerung dadurch insgesamt gesünder ernähren wird. Zu viele Fragezeichen Natürlich kann man über gesunde Ernährung diskutieren. Natürlich ist es sinnvoll, den Zuckerkonsum zu reduzieren. Aber seit wann wird ein Problem automatisch kleiner, nur weil der Staat ein Preisschild mit einem zusätzlichen Steueraufschlag versieht? Wer sich heute eine Limonade kauft, wird durch ein paar Cent mehr auf der Rechnung nicht plötzlich zum Gesundheitsapostel. Interessant ist auch, was die Menschen tatsächlich wollen. 39 Prozent würden lieber gesunde Lebensmittel steuerlich entlasten. Nur elf Prozent setzen ausschließlich auf eine Zuckersteuer. Das ist eine ziemlich klare Botschaft. Wenn der Staat schon eingreift, dann sollte er nicht das Ungesunde einfach teurer machen, sondern das Gesunde tatsächlich leistbarer machen. Quo vadis, neue Steuer? Denn genau dort liegt der Unterschied zwischen Entlastung und Abkassieren. Eine Familie, die beim Einkauf auf den Preis schauen muss, braucht keine neue Moralsteuer. Sie braucht Lebensmittel, die sie sich leisten kann. Und natürlich stellt sich die nächste Frage: Was passiert mit den zusätzlichen Einnahmen? 45 Prozent erwarten, dass der Staat dadurch mehr Geld einnimmt. 42 Prozent wünschen sich, dass diese Einnahmen wieder zur steuerlichen Entlastung der Bevölkerung verwendet werden. Das wäre zumindest konsequent. Nur wäre dann die Frage erlaubt, warum man den Menschen zuerst Geld aus der Tasche zieht, um ihnen einen Teil davon anschließend als Entlastung wieder zurückzugeben. Gesunde Lebensmittel billiger! Die Zuckersteuer klingt damit verdächtig nach dem nächsten staatlichen Rundum-sorglos-Modell. Der Staat weiß, was wir essen und trinken sollen, bestimmt den Preis und kassiert gleichzeitig mit. Und wenn die Preise danach weiter steigen, kann man immer noch darauf verweisen, dass alles nur gut gemeint war. Gesundheitspolitik darf aber nicht zur Ausrede für immer neue Steuern werden. Wer wirklich will, dass sich Menschen gesünder ernähren, sollte gesunde Lebensmittel günstiger machen, Aufklärung verbessern und Eigenverantwortung stärken. Denn eines ist klar: Das teurere Kracherl wird Österreich nicht gesünder machen. Es wird höchstens den Einkauf teurer machen. H. K. Braucht die Republik Zuckersteuer? Hauptsache, der Konsument zahlt Der Staat will, dass sich Bürger gesünder ernähren. Entlarvend aber die Gesundheitspolitik als Ausrede zu nehmen, um neue Steuer einzuführen. KI generiertes Photo

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