WIEN DAS Österreichische Post AG - RM GZ 17A0411152K - unabhängig Ausgabe 23 September 2026 23 Bezirke Täglich landen bei uns über 140 LKW-Ladungen Essen im Müll S. 11 Tiergarten Schönbrunn erneut für hohe Tierwohlstandards ausgezeichnet S. 23 SOHO IN OTTAKRING zeigt Jahresausstellung „Fragile Systeme“ als Beziehungsstart S. 17 Für 30 Prozent weniger Wohnkosten – wo Kompromisse möglich sind S. 20 © Daniel Zupanc © V Gankovska Gewinnen Sie 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 1.000 Euro von Wie heißt eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Welt? a) Malediven b) Maledoofen Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an marketing@das-wien.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 16. Oktober 2026. Betreff: Reisen AUSGABE 3/2026 Wirtschaftsführer für die stadt Wien Trotz Hitze und Trockenheit Weinernte 2026 verspricht Spitzenqualität Wiener Weinprinzessin Anna Langes und Bürgermeister Michael Ludwig © Stadt Wien / Christian Jobst JETZT NEU! KI generiertes Photo
DAS 2 WIEN AKTUELL Österreich und seine Politik! Manchmal hat man den Eindruck, das Land sei eine große Baustelle, auf der jeder gerade an einer anderen Ecke werkt. Während die Regierung über Spritpreise, Sozialhilfe, Migration und Sicherheit verhandelt, beschäftigt sich die SPÖ vor allem mit der Frage, wer künftig überhaupt das rote Steuer übernehmen soll. Gerhard Zeiler hat den Hut in den Ring geworfen und damit eine neue Runde im roten Machtkampf eröffnet. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim geht öffentlich auf Distanz, aus der SPÖ kommen warnende Stimmen, und Zeiler selbst versucht, seinen Vorstoß als notwendige Debatte über die Zukunft der Partei zu verkaufen. Ob daraus eine echte Kampagne oder nur ein politischer Versuchsballon wird, ist derzeit offen. Fest steht nur, dass die SPÖ plötzlich eine Personaldebatte hat, die sie eigentlich nicht brauchen kann. Denn die Probleme liegen längst woanders. Die Regierung versucht, mit einer neuen Spritpreisbremse die Belastung für Autofahrer zu begrenzen. Dafür werden sogar außerplanmäßige Sitzungen des Nationalrats und des Bundesrats angesetzt. Das klingt nach Krisenmodus auf österreichische Art. Erst wird lange diskutiert, dann muss es plötzlich ganz schnell gehen. Für die Autofahrer ist das wenig tröstlich. Sie interessieren sich weniger dafür, welche Partei welchen politischen Pflock einschlägt, als dafür, was am Ende tatsächlich auf der Zapfsäule steht. Und genau dort entscheidet sich, ob politische Maßnahmen im Alltag ankommen oder nur auf Pressekonferenzen gut aussehen. Auch bei der Migration verändert sich das Bild. Weil die Asylzahlen gesunken sind, werden weitere Bundesquartiere geschlossen. Innenminister Gerhard Karner kündigte weitere Schließungen an, künftig sollen nur noch wenige Einrichtungen des Bundes übrig bleiben. Das ist zunächst einmal eine Entwicklung, die zeigt, dass politische Maßnahmen und veränderte Zahlen durchaus Folgen haben können. Gleichzeitig bleiben Abschiebungen, Rückführungen und die Frage nach einem möglichen Abschiebezentrum außerhalb Europas auf der politischen Tagesordnung. Die Debatte wird damit nicht verschwinden. Sie wird nur umso heftiger geführt werden, je stärker sich die Frage stellt, wie Österreich Zuwanderung steuern und Integration organisieren will. Und dann ist da noch die Sicherheit. Drohnenabwehr, Cybersicherheit, Strafvollzug und der Umgang mit ausländischen Straftätern sind längst keine Randthemen mehr. Der Staat muss sich auf eine Sicherheitslage einstellen, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat. Gleichzeitig wird über ein mögliches Verbot von Organisationen diskutiert, die dem sogenannten politischen Islam zugerechnet werden. Auch hier prallen Sicherheitsinteressen, Rechtsstaatlichkeit und politische Grundsatzfragen aufeinander. Die entscheidende Frage lautet nicht, wer bei der nächsten Pressekonferenz die schärfste Formulierung findet. Entscheidend ist, ob der Staat seine Gesetze tatsächlich durchsetzen kann. Und zwar unabhängig davon, ob der Betroffene politisch gerade ins eigene Weltbild passt. Währenddessen läuft in Wien die politische Maschine ohnehin auf Hochtouren. Schulden, Einsparungen, Förderungen, Verkehr, Wohnen und die Zukunft des Gemeindebaus sorgen regelmäßig für neue Schlagzeilen. Die Stadtregierung versucht, an vielen Stellen gegenzusteuern, doch immer wieder entsteht der Eindruck, dass Probleme erst dann mit voller Wucht bearbeitet werden, wenn sie bereits unübersehbar geworden sind. Wien ist eine Stadt mit enormen Möglichkeiten, aber eben auch mit enormen finanziellen und sozialen Herausforderungen. Wer ständig neue Leistungen verspricht, muss irgendwann erklären, wer sie bezahlen soll. Und wer sparen muss, muss erklären, wo genau der Rotstift angesetzt wird. Vielleicht wäre genau das die wichtigste politische Botschaft dieser Woche: Die Menschen brauchen keine tägliche politische Selbstbeschäftigung, sondern nachvollziehbare Antworten. Auf der Tankstelle. Beim Konto. In der Schule. Bei der Sicherheit. Beim Thema Migration. Und bei der Frage, wie dieses Land in einigen Jahren aussehen soll. Österreich wartet nicht auf den nächsten Parteitag und auch nicht auf die nächste politische Personaldebatte. Österreich wartet darauf, dass Politik funktioniert. Denn am Ende zählt nicht, wer die lauteste Pressekonferenz veranstaltet, wer den nächsten Machtkampf beginnt oder wer die schönste politische Überschrift produziert. Es zählt, ob sich das Leben der Menschen verbessert, ob der Staat seine Aufgaben erfüllt und ob am Ende des Monats noch etwas vom Einkommen übrig bleibt. Genau daran sollte sich Politik messen lassen und nicht daran, wie viele Schlagzeilen sie produziert. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Herausgeber Heinz Knapp IMPRESSUM: Herausgeber/Chefredaktion/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Kolumnisten: Toni Polster, Mag. Peter Weitzel Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 02.10.2026, 10:00 Uhr Am MedUni Campus AKH wurden gestern das Center for Translational Medicine und das Eric Kandel Institute – Center for Precision Medicine eröffnet. Die beiden Zentren verbinden Grundlagenforschung, klinische Studien und Patientenversorgung und sollen Erkenntnisse schneller in die medizinische Praxis übertragen. Bürgermeister Michael Ludwig betonte bei der gemeinsamen Eröffnung mit Ministerin Eva-Maria Holzleitner und MedUni-Rektor Markus Müller (re.) die Bedeutung des Standorts Wien als internationale Gesundheits- und Forschungsmetropole und hob hervor, dass Spitzenmedizin allen Menschen zugänglich sein müsse. © Stadt Wien/Christian Jobst
DAS WIEN AKTUELL 3 Wien fehlen Tausende Wohnungen und es gibt kaum Beispiele für praxistaugliche Lösung Wien steuert auf ein weiteres Jahr mit zu wenigen neuen Wohnungen zu. Für 2026 waren ursprünglich rund 12.600 Wohneinheiten geplant. Nach einer aktuellen Prognose dürften davon allerdings nur etwa 9.600 tatsächlich fertiggestellt werden. Michael Pisecky, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien, rechnet sogar mit höchstens 8.000 Fertigstellungen. Damit könnte mindestens jede vierte geplante Wohnung auf dem ohnehin angespannten Wiener Wohnungsmarkt fehlen. Die Gründe für die schwache Bautätigkeit sind vielfältig. Hohe Finanzierungskosten, gestiegene Baupreise, regulatorische Vorgaben und fehlende Planungssicherheit setzen der Branche zu. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum hoch. Das Problem betrifft damit nicht nur die Bauwirtschaft, sondern auch Wohnungssuchende, die auf ein ausreichendes Angebot angewiesen sind. Pisecky fordert vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehörten aus seiner Sicht klare Regelungen im Mietrecht, ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten zu erfüllbaren Konditionen und mehr Planungssicherheit für Investoren und Bauträger. Nur so könne das bestehende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage langfristig verringert werden. Die Probleme reichen allerdings über Wien hinaus. Österreichs Bauwirtschaft befindet sich seit Jahren unter Druck. Von 2022 bis 2025 schrumpfte die Branche vier Jahre in Folge. Besonders deutlich war der Rückgang 2024 mit einem Minus von 5,9 Prozent. Auch für heuer wird keine rasche Erholung erwartet. Das Wifo revidierte seine Prognose für die Bauinvestitionen im Juni von einem leichten Plus auf ein Minus von 0,2 Prozent. Erst 2027 wird wieder ein Wachstum von rund einem Prozent erwartet. Ein zusätzlicher Bremsfaktor ist die Zurückhaltung der öffentlichen Hand. Im Zuge der Budgetsanierung wurden Projekte gestoppt oder verschoben. Gleichzeitig hoffen Vertreter der Bau- und Immobilienwirtschaft auf neue Impulse durch den Gesetzgeber. Neben zusätzlichem Neubau könne vor allem die Nachverdichtung bestehender Siedlungsgebiete mehr Wohnraum schaffen. Auch bei der Sanierung von Altbauten sehen Branchenvertreter großes Potenzial. Laut Angaben der Initiative Pro Bauen & Sanieren erzeugt die Gebäudesanierung in Österreich jährlich eine Bruttowertschöpfung von rund 5,5 Milliarden Euro. Der Sanierungsbedarf sei weiterhin groß, Investitionen würden jedoch durch bürokratische Hürden und mangelnde Planbarkeit erschwert. Gefordert wird daher ein Förder- und Regelsystem, das langfristig kalkulierbar und finanzierbar ist. Gleichzeitig soll es sozial umsetzbar und rechtlich praktikabel sein. Besonders wichtig ist das für die zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen der Bauwirtschaft, die stark von der aktuellen Flaute betroffen sind. Wie groß der finanzielle Aufwand für eine Rückkehr zu früheren Fertigstellungszahlen wäre, zeigt eine Studie des Instituts für Österreichs Wirtschaft. Um wieder das Niveau der Jahre 2021 und 2022 zu erreichen, wären demnach zusätzliche Investitionen von rund 7,8 Milliarden Euro pro Jahr notwendig. Daraus könnte laut Studie eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von 4,6 Milliarden Euro entstehen. Für Wien bleibt damit die zentrale Frage offen, wie schnell sich wieder ausreichend neuer Wohnraum schaffen lässt. Denn wenn von ursprünglich geplanten Wohnungen jedes Jahr Tausende nicht fertig werden, verschärft sich der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter. H. K. Wien ist Gurkenhauptstadt und Paradeiserkaiser, hat 9.500 Ziesel sowie 1.800 Trinkbrunnen und ist gleichzeitig die fünftgrößte Stadt der EU. Solche Zahlen und viele weitere Fakten über die Stadt finden sich in „Wien in Zahlen 2026“. Die Landesstatistik Wien hat diese wieder in einer Broschüre zu spannenden Statistiken und aufschlussreichen Infografiken anschaulich gemacht. Auf 24 Seiten und in zehn Kapiteln gibt die Broschüre einen kompakten Überblick über Wien. Zu lesen ist etwa, dass neben fast 60.000 Hunden auch 292 Schafe, 180 Ziegen und 123 Schweine in der Stadt leben. 201.384 Studierende waren 2024 an Wiener Hochschulen inskribiert. Beim Gemüseanbau gibt es ebenfalls Überraschendes: 57 Prozent der österreichischen Gurken und 58 Prozent der Melanzani werden in Wien geerntet. Daneben gibt es Zahlen und Fakten zu Bevölkerung, Stadtgebiet und Klima, Bildung, Verkehr, Wirtschaft und Arbeit, Tourismus, Politik und Verwaltung sowie Kultur und Freizeit. Eine Zeitleiste verschafft außerdem einen Überblick über die Geschichte Wiens – von Vindobona über die Entwicklung zur Großstadt bis zur Zwei-Millionen-Metropole. „Wien in Zahlen“ erscheint in deutscher und englischer Sprache und ist kostenlos als Download verfügbar. Statistik Wien in Zahlen 2026 Wien, einmal nachgezählt: Von Zieseln und Gurken bis zu Trinkbrunnen, zudem Schafe, Schweine, Ziegen & Co. Foto Privat
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DAS 6 WIEN AKTUELL „DAS WIEN“ verlost den gemalten Stephansdom Machen Sie mit und gewinnen ein Werk des „FarbenKomponisten“ Gerhard Plaschke alias „Aristo“. Der renommierte Künstler lebt und malt auf Kreta und in Kärnten. „Die Suche nach dem perfekten Bild ist unendlich, aber sie bestimmt mein Leben“, erklärt der bekannte Kärntner Künstler und „Farben-Komponist“ Mag. Dr. Gerhard Plaschke seine bunte Lebensphilosophie. Plaschke, der mehrere Monate im Jahr in seiner zweiten Heimat Kreta zu finden ist, signiert seine Aquarelle mit dem klingenden Künstlernamen „Aristos“. Die „lebendigen“ Motive verzaubern die Betrachter, das Hauptaugenmerk des ehemaligen AMS-Managers liegt in einer subtilen farbintensiven Aquarelltechnik mit Kohle, Bleistift, Tusche und Kreide. „Aristos“ kann auf eine Reihe nationaler und internationaler Ausstellungen verweisen, u. a. in Slowenien, Deutschland, Luxemburg, Ägypten, Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und in den USA, etwa bei der Art Expo in New York oder im Carrousel du Louvre in Paris. In der französischen Metropole erhielt der engagierte Kärntner 2022 die Vermeil Medaille der Kommission der Akademischen Kunstwissenschaften und die besondere Auszeichnung „International Water Colour Master“. Zuletzt stellte der engagierte Künstler in Laibach, St. Andrä und Klagenfurt aus. Dabei wählte er, passend zu seinen Werken, einen Pablo-Picasso-Spruch: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“. Kürzlich entstand ein besonderes Motiv in „Aristos“ Reifnitzer Atelier – der Stephansdom im Herzen der Bundeshauptstadt. Dieses gelungene Werk mit dem Wiener Wahrzeichen spendete der Kärntner „Farben-Komponist“, der auch an der Sommerakademie der Künstlerstadt Gmünd unterrichtet, dem „DAS-WIEN“-Herausgeber Heinz Knapp. „DAS WIEN“ verlost jetzt dieses wunderbare Original-Bild samt Rahmen unter seinen zahlreichen Leserinnen und Lesern. Wiener Linien machen Ticketkauf per App und Service noch einfacher Smartphone und Öffis, das passt zusammen. Im zweiten Quartal des Jahres nutzten rund 1,7 Millionen Menschen die WienMobil App. Damit lassen sich Tickets kaufen, Verbindungen planen, Störungen abrufen und persönliche Daten verwalten. Mehr als 2 Millionen Ticketbestellungen wurden im genannten Zeitraum über den digitalen Ticketshop abgewickelt. Das bedeutet einen Anstieg um rund 36 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2025. Die Wiener Linien bauen deshalb ihre digitalen Services weiter aus. Ab 1. November sind die mehr als 80 wechselnden Vorteile für Jahreskarten-Kunden zentral in der WienMobil Vorteilswelt verfügbar, das gedruckte Scheckheft entfällt. Mit Tap+Ride können Tickets zudem direkt mit Bankomat- oder Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch gekauft werden. Gleichzeitig wird die App laufend um praktische Funktionen ergänzt, etwa die Kennzeichnung klimatisierter Fahrzeuge. Gleichzeitig bleibt die persönliche Unterstützung vor Ort wichtig: Moderne Ticketautomaten werden laufend aktualisiert und sollen die Bedienung etwa für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung erleichtern. Fünf zentrale Info- und Ticketstellen gibt es weiterhin: am Hauptbahnhof, am Westbahnhof, in Landstraße, am Praterstern und in Floridsdorf. „Digitale Weiterentwicklung und leicht erreichbare persönliche Angebote gehen in Wien Hand in Hand“, betont Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Wiener City bekommt neuen Strategieplan für Innere Stadt Rund 16.000 Menschen wohnen aktuell in der Inneren Stadt – dem ältesten Stadtteil Wiens. Zusätzlich kommen in der Weihnachtszeit knapp 80.000 Besucherinnen und Besucher pro Tag in die City. Kein anderer Bezirk muss auf so engem Raum so viele Touristen fassen. Mit 125.000 Beschäftigen hat er darüber hinaus die meisten Arbeitsplätze im Bezirksvergleich. All das stellt eine Herausforderung für die klimafitte Gestaltung des 287 Hektar großen Bezirks dar. Stadt und Bezirk arbeiten seit Jahren intensiv zusammen. Nun wurde der neue „Strategieplan für den öffentlichen Raum Innere Stadt“ erarbeitet. Ziel ist die klimafitte Weiterentwicklung des Bezirks und der Schutz des Weltkulturerbes. „Wir haben nun ein Baukastensystem, das auf die besonderen Gegebenheiten Rücksicht nimmt, sehr behutsam auf die verschiedenen Interessen und Ansprüche eingeht“, erläutert Planungsstadträtin Ulli Sima. Mehr als 1.000 Bewohner der Inneren Stadt wurden online befragt und brachten ihre Wünsche ein – von der Attraktivierung des öffentlichen Raums bis zum Erlebbarmachen der besonderen Historie und der Lenkung der Touristenströme. Bezirksvorsteher Markus Figl ergänzt: „Als Bezirksvorsteher der Inneren Stadt war mir wichtig, dass auch die Stimmen derer, die tagtäglich hier leben, in den Prozess eingeflossen sind.“ Im Mittelpunkt des Konzepts stehen drei Schritte: Verstehen, Begründen und Handeln. So sollen die Eigenschaften eines Ortes sichtbar gemacht werden, Epochen-Bausteine sollen die Geschichte des Bezirks sichtbar machen und Gestaltungsmatrizen sollen die konkrete Planung unterstützen. Das Strategiepapier steht am 13. Oktober auf der Tagesordnung der Stadtentwicklungskommission. Gewinnen Sie ein Original-Stephansdom-Bild samt Rahmen Wie nennen die Wiener den Südturm dieses architektonischen Meisterwerkes bzw. ihres mächtigen Wahrzeichens? Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an marketing@das-wien.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 16. Oktober 2026. © DAS WIEN © wiener linien/johannes zinner
DAS WIEN AKTUELL 7 Neue Wege für nachhaltig straffe Haut Nach dem Sommer wünschen sich viele Menschen eine frischere, straffere Haut. Intensive Sonneneinstrahlung, Stress, Schlafmangel, Rauchen oder ein rascher Gewichtsverlust können die Haut belasten und eine frühzeitige Erschlaffung begünstigen. Mit einer Ultraschalltherapie steht eine innovative, nichtinvasive Methode zur Verfügung, die nicht nur kurzfristig für ein strafferes Hautbild sorgen soll, sondern die Hautqualität nachhaltig unterstützt. „Diese Methode arbeitet mit fokussiertem Ultraschall. Während der Behandlung wird die Gewebestruktur mit dem Ultraschallgerät präzise dargestellt. Dadurch kann die Energie gezielt in die gewünschte Gewebeschicht abgegeben werden. Die gesetzten Impulse regen die körpereigene Kollagen- und Elastinproduktion an. Diese natürlichen Strukturproteine sind wesentlich für Festigkeit und Elastizität der Haut.“ Für wen eignet sich die Behandlung? Eine Ultraschalltherapie kann sowohl bei ersten sichtbaren Zeichen der Hautalterung als auch präventiv eingesetzt werden. Bereits ab dem 30. Lebensjahr nimmt die natürliche Kollagenproduktion langsam ab und die Hautstruktur wird dünner. Eine frühzeitige Behandlung kann dabei unterstützen, die Hautqualität und Spannkraft möglichst lange zu erhalten. Besonders geeignet ist diese Behandlung für die Kinnlinie, den Hals-Wangen-Bereich und die Augenpartie. Auch beginnende hängende Wangen können so gezielt behandelt und die Gesichtskonturen wieder definierter wirken. Vor der Behandlung wird das Gewebe analysiert und die Anwendung individuell geplant. Die Ultraschallenergie wird gezielt in definierte Gewebeschichten eingebracht, ohne die Hautoberfläche zu verletzen. Während der Anwendung können je nach persönlicher Empfindlichkeit Wärme oder kurze Impulse wahrgenommen werden. Da es sich um eine nicht-invasive Methode handelt, ist in der Regel keine längere Ausfallzeit einzuplanen. Das Ergebnis entsteht schrittweise und wirkt dadurch besonders natürlich. Anders als bei einer sofortigen chirurgischen Straffung ist der Effekt nicht unmittelbar sichtbar. Der Körper benötigt Zeit, um die angeregten natürlichen Regenerationsprozesse umzusetzen. Erste Veränderungen der Hautqualität können nach etwa zwei bis sechs Monaten wahrgenommen werden. Im Unterschied zu einem Facelift, bei dem überschüssige Haut chirurgisch gestrafft werden kann, steht bei einer Ultraschallbehandlung die Anregung der körpereigenen Regeneration im Mittelpunkt. Ziel ist eine langfristige Verbesserung von Hautstruktur, Elastizität und Spannkraft – ohne operativen Eingriff. Univ. Doz. Dr. Barbara Zink ist Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Klagenfurt Auf den ersten Blick Von Dr. Barbara Zink © Patrick Connor Klopf Der Genussmarkt auf Probe Die neue LiDo-Radkarte Neues für den Nußdorfer Markt in Döbling: Bis Ende Oktober laden jeden Donnerstag von 9 bis 18 Uhr 11 Standler zum „Markt auf Probe“ in die Sickenberggasse ein. Das Sortiment reicht von Brot und Backwaren bis hin zu Fleisch, Gemüse und Fisch. „Ein Markt lebt von seinen Standlern, von guten Produkten und vor allem von den Menschen, die dort zusammenkommen. In den kommenden Wochen entscheiden nun die Besucherinnen und Besucher, ob hier ein fixer Wochenmarkt entsteht. Vier Wochenmärkte haben diesen Weg bereits geschafft und ihr Grätzl durch das neue Angebot belebt. Kommen Sie vorbei, entdecken Sie das neue Angebot und nutzen Sie den Markt für einen gemütlichen Plausch!“ Bis Ende Oktober lädt der „Markt auf Probe“ jeden Donnerstag zum Vorbeikommen ein! Die Stadt Wien investiert massiv in den Ausbau der Radinfrastruktur. Seit Beginn der großen Radwegoffensive 2021 wurden über 100 Kilometer neue Radwege allein im Hauptradwegenetz realisiert, dazu kamen 50 Kilometer im Bezirksnetz, heuer kommen nochmals 12,5 Kilometer dazu. Für die Wienerinnen und Wiener bedeutet das: moderne, breite und lückenlose Verbindungen, die mehr Sicherheit und Komfort im Stadtverkehr bieten und den Umstieg aufs Rad erleichtern. Um den Wienern die Orientierung im wachsenden Radnetz links der Donau – LiDo – zu erleichtern, hat die Mobilitätsagentur Wien gemeinsam mit den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt eine neue Radkarte erstellt, die alle neuen und bestehenden Verbindungen abbildet und damit den Auf- und Umstieg auf das Fahrrad so einfach wie nie zuvor macht. Die frisch aufgelegte LiDoRadkarte dient als praktischer Kompass im Alltag. Sie bildet das gesamte Haupt- und Bezirksradwegenetz auf aktuellem Stand ab und hebt die neu geschaffenen, baulich getrennten Routen übersichtlich hervor. Neben den reinen Fahrstrecken enthält die Karte wertvolle Zusatzinformationen wie die Standorte von Trinkbrunnen, Radservicestationen, Fahrradgeschäften sowie die Stationen des WienMobil Rads. Die Karte ist ab sofort kostenlos als gedruckte Version erhältlich sowie digital als PDF abrufbar. Martin Blum, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Wien: „Die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt stehen aktuell im Fokus des Radwegeausbaus der Stadt Wien. In beiden Bezirken wurden zahlreiche wichtige Radverbindungen geschaffen, im 22. Bezirk etwa die neuen Radwege auf der Wagramer Straße, auf der Erzherzog-Karl-Straße und auf der Donaustadtstraße. Im 21. Bezirk errichtete die Stadt unter anderem Radwege auf der Floridsdorfer Hauptstraße, der Leopoldauer Straße und der Prager Straße. Der wichtige Radweg auf der Brünner Straße ist gerade in Bau. Auch in den kommenden Jahren werden weitere Projekte umgesetzt, die das Radfahren links der Donau noch komfortabler und sicherer machen. Die LiDo-Radkarte bietet dabei Orientierung im über 500 Kilometer langen Radwegenetz der beiden Bezirke.“ © Stadt Wien/Christian Fürthner © SPÖ/Christian Fürthner
DAS 8 WIEN AKTUELL Vergewaltigungen: Mehr als jeder zweite Verurteilte kein Österreicher – nun Debatte Neue Zahlen sorgen für Aufsehen. 2025 wurden in Österreich 147 Menschen wegen Vergewaltigung verurteilt. 78 davon hatten keine österreichische Staatsbürgerschaft. Das entspricht 53 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Antwort einer parlamentarischen Anfrage an Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) hervor. Auch die Entwicklung bei den Anzeigen ist auffällig. Laut Kriminalstatistik wurden 2025 insgesamt 1.275 Vergewaltigungen angezeigt. Zum Vergleich: 2015 waren es 826 Fälle. Das entspricht einem Anstieg von rund 54 Prozent. Die Statistik zeigt zugleich, dass bei Weitem nicht jeder Tatverdächtige automatisch ein Verurteilter ist. 2025 wurden insgesamt 345.095 Tatverdächtige ausgeforscht, davon 164.573 ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Besonders brisant ist der Blick auf die Staatsbürgerschaften der wegen Vergewaltigung Verurteilten. Nach den veröffentlichten Zahlen entfielen knapp 23 Prozent der 2025 Verurteilten auf syrische, afghanische und irakische Staatsangehörige. Die FPÖ sieht darin einen Zusammenhang mit der Entwicklung der Migration und fordert einen härteren Kurs bei Abschiebungen ausländischer Straftäter. Doch die Zahlen verlangen auch einen nüchternen Blick: Die Staatsangehörigkeit eines Verurteilten sagt nichts über die Motive einer einzelnen Tat aus und erlaubt keine Aussage über Menschen einer gesamten Herkunftsgruppe. Genau deshalb ist zwischen statistischer Auffälligkeit und pauschaler Schuldzuweisung zu unterscheiden. Für zusätzlichen politischen Zündstoff sorgt die Frage nach den Strafen. Von den 147 im Jahr 2025 wegen Vergewaltigung Verurteilten kamen laut Anfragebeantwortung 128 tatsächlich ins Gefängnis. Bei den übrigen Fällen wurden unter anderem Geldstrafen, bedingte Freiheitsstrafen, Einweisungen oder Schuldsprüche unter Vorbehalt einer Strafe verhängt. Für Opfer und deren Angehörige ist das Strafmaß naturgemäß eine besonders sensible Frage. Die Justiz verweist gleichzeitig darauf, dass Österreich bei Gewaltschutzmaßnahmen über ein breites Instrumentarium verfügt. Justizministerin Sporrer betonte etwa die Bedeutung von Gewaltschutzambulanzen für die Sicherung von Beweisen nach Sexualstraftaten. Die politische Debatte ist damit vorprogrammiert. Die FPÖ fordert volle Härte bei schweren Sexual- und Gewaltdelikten, konsequente Abschiebungen rechtskräftig verurteilter ausländischer Straftäter und einen stärkeren Opferschutz. Auch beim Asylkurs legt die Partei nach und kritisiert die von Innenminister Gerhard Karner präsentierten rückläufigen Asylantragszahlen. Mehr als 6.500 Erstanträge im laufenden Jahr seien kein Grund, von einem echten Asylstopp zu sprechen. Fest steht: Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen liegt deutlich über dem Niveau von vor zehn Jahren. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Anfragebeantwortung, dass 2025 mehr als die Hälfte der wegen Vergewaltigung Verurteilten keine österreichische Staatsbürgerschaft besaß. Was daraus politisch folgt, ist nun Gegenstand einer heftigen Debatte. Für die Opfer bleibt allerdings eine Forderung unabhängig von Herkunft und Staatsbürgerschaft entscheidend: konsequenter Schutz und eine konsequente Strafverfolgung. Neue Banknoten in ca. 5 Jahren Die Gestaltung neuer EuroBanknoten kommt voran. „Die neuen Banknoten sollen ab Anfang der 2030er Jahre schrittweise in Umlauf gebracht werden“, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mit. Voraussichtlich Ende des Jahres will der EZB-Rat abschließend über die Gestaltung der Scheine entscheiden. Einfließen soll dabei auch das Votum von fast 10 Millionen Europäerinnen und Europäern, die sich an Online-Umfragen zum Design der künftigen Euro-Banknoten beteiligt haben. Die neuen EuroScheine sollen zudem zusätzliche Sicherheitsmerkmale enthalten. Zahl der Katholiken gesunken Die Zahl der Mitglieder der katholischen Kirche in Österreich sinkt weiterhin, wenn auch langsamer als zuvor. Das geht aus der nun veröffentlichten Kirchenstatistik für das Jahr 2025 hervor. So gab es Ende 2025 genau 4.488.101 Katholikinnen und Katholiken in Österreich, 2024 waren es noch 4.557.471. Der Rückgang lag demnach nicht nur an den Kirchenaustritten, sondern auch daran, dass mehr Katholiken starben als getauft wurden. Die Zahl der Kirchenaustritte ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen und wird mit 66.930 beziffert. Foto Privat © European Central Bank 2026 KI generiertes Foto
DAS WIEN AKTUELL 9 Preisel&Bier Sujet_PreiselBier_A4_Wiener.pdf 2 24.07.2026 09:38:22 ANZEIGE
DAS 10 WIEN AKTUELL Sehr brav,„Nicht Genügend“, weitermachen! Beim Bildungsminister sprudeln die Ideen, aber Umsetzung mangelhaft. Österreichs Schulen stecken tief in der Krise und Bildungsminister Christoph Wiederkehr vermittelt zunehmend den Eindruck, als würde er diese Krise vor allem moderieren, statt sie zu lösen. Sein Auftritt in der ORF-Pressestunde war geprägt von großen Ankündigungen, Relativierungen und offenen Fragen. Selbst die Grünen kritisierten, Wiederkehr habe zwar viele Ideen, aber keinen überzeugenden Plan für deren Umsetzung. Für einen Bildungsminister ist das ein vernichtender Befund. Besonders peinlich wirkt das beim eigenen Prestigeprojekt, der sechsjährigen Volksschule. Im „Plan Z“ groß angekündigt, erklärte Wiederkehr nun, deren tatsächliche Umsetzung sei gar nicht das Ziel. Aber was soll eine Reform wert sein, die man öffentlich als Zukunftsprojekt verkauft, deren Realisierung man aber gleichzeitig offen lässt? Das wirkt nicht wie mutige Bildungspolitik, sondern wie politisches Marketing. Dabei brennt es längst an allen Ecken und Enden. Mehr als jeder vierte 15-Jährige erreicht laut den jüngsten PISA-Ergebnissen in Lesen und Mathematik nicht einmal das grundlegende Kompetenzniveau. Fast jedes dritte vier- und fünfjährige Kind benötigt Unterstützung beim Deutschlernen. Die Industriellenvereinigung fordert deshalb eine verbindliche Bildungspflicht, klare Kompetenzziele und eine frühe, konsequente Deutschförderung. Wiederkehr setzt dagegen auf Einzelmaßnahmen und Schulversuche, während die großen Baustellen ungelöst bleiben. In manchen Wiener Bezirken sprechen große Teile der Schüler zu Hause nicht Deutsch. Wer das lediglich als „gesellschaftliche Realität“ beschreibt, hat zwar eine Schlagzeile produziert, aber noch keine Lösung. Integration beginnt nicht mit Ausreden, sondern mit klaren Anforderungen und funktionierender Sprachförderung. Auch beim politischen Islam bleibt Wiederkehr Antworten schuldig. Wenn bei der Frage nach einer stärkeren staatlichen Kontrolle des Islamunterrichts auf rechtliche Hürden verwiesen und auf Vorschläge der ÖVP gewartet wird, stellt sich die Frage, wer in diesem Ressort eigentlich den Takt vorgibt. Ein Bildungsminister sollte nicht den Eindruck erwecken, bei zentralen Problemen auf den nächsten Koalitionspartner zu warten. Und während über neue Modelle diskutiert wird, geraten bewährte Bildungsinhalte und die Grundkompetenzen aus dem Blickfeld. Schulen brauchen keine ständig wechselnden politischen Versuchsanordnungen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, gute Lehrer, klare Leistungsziele und funktionierende Förderung. ÖVP, SPÖ und Neos tragen gemeinsam die Verantwortung für die Bildungspolitik dieser Bundesregierung. Wiederkehr trägt dabei als Bildungsminister eine besondere Verantwortung. Ankündigungen, Schulversuche und Pressekonferenzen ersetzen keinen Reformplan. Wenn der Minister nicht bald zeigt, welche seiner Ideen tatsächlich umgesetzt werden, droht aus dem versprochenen Neustart eine weitere sinnlose Posse österreichischer Bildungspolitik zu werden. Da fällt einem gleich die Komödie von William Shakespeare ein: „Viel Lärm um nichts“. H. K. Werden wir frieren? EU ruft schon zum Energiesparen auf www.das-wien.at In Brüssel gehen offenbar die Alarmglocken früher an als in Wien. Während Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer seit Wochen betont, Österreich sei für den kommenden Winter gut gerüstet, fordert die EU-Kommission die Mitgliedstaaten bereits auf, zusätzliche Maßnahmen zum Sparen von Gas und Strom zu prüfen. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen hat die Energieminister angesichts des knappen weltweiten Gasangebots, hoher Preise und deutlich niedrigerer europäischer Speicherstände zu weiteren Einsparungen aufgerufen. Der Blick auf die Speicherstände macht die Sache nicht gerade gemütlicher. Europa startet mit rund 70 Prozent Füllstand in die Heizperiode, Österreich liegt bei etwa 68 Prozent. Viel Luft nach oben bleibt damit nicht. Im Gegenteil: Mit Beginn der Heizsaison wird wieder mehr Gas aus den Speichern entnommen werden. Die Füllstände sinken also zwangsläufig. Der österreichische Speicherstand ist damit keineswegs eine Garantie für einen sorgenfreien Winter. Denn 68 Prozent im Speicher bedeuten auch nicht automatisch 68 Prozent österreichisches Gas. Ein erheblicher Teil der eingelagerten Mengen gehört internationalen Händlern und kann innerhalb Europas gehandelt und verwendet werden. Die Zahl am Speicherdisplay erzählt deshalb längst nicht die ganze Geschichte über die tatsächliche Versorgungssicherheit Österreichs. Die politische Botschaft aus Brüssel ist jedenfalls bemerkenswert. Während die Bundesregierung beruhigt auf die Speicherstände verweist, bereitet sich die EU bereits auf einen möglicherweise schwierigen Winter vor. Energiesparen ist plötzlich wieder angesagt. Nach Jahren der großen Versprechen über Versorgungssicherheit kommt damit eine unangenehme Frage zurück. Was passiert, wenn der Winter tatsächlich lang, kalt und teuer wird? Dann hilft es wenig, auf eine Prozentzahl im Speicher zu zeigen. Gas muss nicht nur irgendwo liegen es muss auch verfügbar, bezahlbar und im entscheidenden Moment tatsächlich für Österreich nutzbar sein. © BKA/Andy Wenzel
DAS WIEN AKTUELL 11 Täglich landen 140 LKW-Ladungen Essen im Müll! Pro Kopf werden jährlich 69 Kilo entsorgt Die Österreicher schmeißen jeden Tag eine gewaltige Menge an Lebensmitteln weg. Mehr als 3.000 Tonnen sollen es sein. Das entspricht rund 140 Lkw-Ladungen voller Essen, die täglich im Müll verschwinden. Jährlich summiert sich das laut Zahlen von Umweltbundesamt und BOKU auf mehr als 1,2 Millionen Tonnen. Eine Verschwendung, die nicht nur Lebensmittel betrifft, sondern auch Wasser, Energie, Boden und die Arbeit, die dahintersteckt. Besonders bitter ist der Blick in die privaten Haushalte. Mehr als die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel fällt dort an. Pro Person landen dem Handelsverband zufolge rund 69 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr im Abfall. Rund 37 Kilogramm davon wären vermeidbar. Der Wert der weggeworfenen Waren liegt bei etwa 400 Euro pro Kopf und Jahr. Die Haushalte werfen also regelmäßig bares Geld in die Mülltonne. Besonders häufig trifft es ausgerechnet Lebensmittel, die eigentlich zum täglichen Leben gehören. Brot, Süß- und Backwaren sowie Obst und Gemüse finden sich laut Restmüllanalysen besonders oft im Mistkübel. Da wird das Brot hart, der Salat welk und die Erdbeeren schimmeln und schon landet alles im Abfall. Häufig geht dem Ganzen schlicht ein Einkauf voraus, der größer war als der tatsächliche Bedarf. Natürlich kann man auch die Politik in die Pflicht nehmen. Der WWF fordert verbindliche Reduktionsziele entlang der gesamten Versorgungskette und bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden. Das ist nachvollziehbar. Aber politische Vorgaben allein werden nicht verhindern, dass der volle Kühlschrank zum Friedhof für Lebensmittel wird. Auch der Handel ist nicht völlig außen vor, kann aber auf Fortschritte verweisen. Sein Anteil an der Verschwendung ist laut Handelsverband seit 2020 von rund sieben auf sechs Prozent gesunken. Rund 22.000 Tonnen Lebensmittel spendet die Branche jährlich, daraus entstehen mehr als 44 Millionen Mahlzeiten. Gleichzeitig zeigt der wachsende Bedarf der Sozialmärkte die andere Seite des Problems. In Wiens fünf Sozialmärkten wurden 2025 rund 1.300 Tonnen gerettete Lebensmittel angeboten, die Zahl der registrierten Kunden stieg auf mehr als 26.000. Wer Lebensmittel wegwirft, wirft auch Geld weg. Natürlich braucht es bessere Spendenmöglichkeiten und vernünftige Rahmenbedingungen. Doch genauso braucht es mehr Hausverstand beim Einkauf, bei der Lagerung und beim Umgang mit Resten. „Mach‘s wie Oma“ lautet eine aktuelle Kampagne und vielleicht steckt darin tatsächlich mehr Vernunft als in manchem politischen Aktionsplan. Denn bevor Österreich über neue Vorschriften diskutiert, könnte man beim eigenen Kühlschrank anfangen. H. K. Wiener Schulen reduzieren Abfälle um 20 Prozent In den Wiener Schulen werden weniger Lebensmittel weggeworfen. Innerhalb eines Schuljahres wurden die Abfälle um mehr als 20 Prozent reduziert. Diese erfreuliche Bilanz zieht die Stadt Wien anlässlich des Internationalen Tags gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September. Möglich wurde das durch eine Schwerpunktaktion mit der Initiative United Against Waste (UAW) – mit praxisnaher Unterstützung durch Informationsveranstaltungen und Leitfäden. 30 Schulstandorte haben 2025 mit einem regelmäßigen Monitoring gestartet. „Wir haben es geschafft, in den teilnehmenden Schulen übers Jahr mehr als 25 Tonnen CO2 einzusparen. Es freut mich, dass diese Initiative auf 50 Standorte ausgeweitet wird“, erläutert Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling. Die Auswertung zeigt: Einige Schulen entsorgten nur zehn Prozent der Lebensmittel, andere hingegen rund 40 Prozent. Spannend: Suppen und Salate wurden häufiger weggeworfen als Hauptspeisen. Standorte, die ein sehr ähnliches Verhältnis zwischen den Hauptspeisen und anderen Gängen beließen, schnitten schlechter ab, besser hingegen jene, die beim Essen auf variantenreichere Gänge setzten. In den 30 teilnehmenden Schulen konnten pro Semester 6.500 Kilogramm Lebensmittelabfall vermieden werden. KI generiertes Foto
DAS 12 WIEN AKTUELL Politischer Streit in Meidling – Linke Parteien untergraben Strafen zum Kopftuchverbot Warum erleichtert Österreichs Energiepolitik Firmen Produktionsverlagerung ins Ausland? In Meidling sorgt ein gescheiterter Antrag zum Kopftuchverbot für politischen Wirbel. SPÖ, Grüne, Neos und KPÖ stimmten in der Bezirksvertretung gegen eine Resolution, mit der die konsequente Durchsetzung des bestehenden Verbots an allen Meidlinger Schulen gefordert wurde. Die FPÖ spricht von einem „fatale[n] Signal“ und wirft der linken Mehrheit vor, bei Problemen an den Schulen wegzusehen. Hinter dem Antrag stehen laut Freiheitlichen Berichte über Verstöße gegen das Kopftuchverbot sowie über Druck und Einschüchterungen unter Jugendlichen. Besonders umstritten sind Vorwürfe über selbsternannte „Sittenwächter“, die Schülerinnen unter Druck setzen sollen. Die FPÖ fordert deshalb ein klares Vorgehen der Bildungsbehörden und Rückendeckung für Lehrer und Direktoren. FPÖ-Klubobmann Walter Asperl kritisiert vor allem die Meidlinger SPÖ. Sie habe auf Bundesebene für das Kopftuchverbot gestimmt, in der Bezirksvertretung nun aber gemeinsam mit Grünen, Neos und KPÖ gegen die Resolution votiert. Bezirksparteiobfrau Petra Steger spricht deshalb von einem Widerspruch innerhalb der Sozialdemokratie. Die Auseinandersetzung geht damit weit über einen einzelnen Bezirksantrag hinaus. Es geht um die Frage, wie konsequent ein geltendes Gesetz an Schulen umgesetzt wird und wie mit religiösem Druck auf Schülerinnen umgegangen wird. Für die Freiheitlichen steht fest, dass Mädchen in der Schule weder eingeschüchtert – noch zu bestimmten religiösen Symbolen – gedrängt werden dürfen. Bezirksrat Roman Schagala, der den Antrag eingebracht hatte, verlangt von der Bildungsdirektion ein konsequentes Einschreiten. Die Regeln müssten an allen Schulstandorten gleichermaßen gelten. Der Streit dürfte damit noch nicht erledigt sein. Denn die Frage bleibt auf dem Tisch, wie Wien mit religiösem Druck an Schulen umgeht und ob politische Mehrheiten bereit sind, bestehende Regeln auch tatsächlich durchzusetzen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer spricht von leistbarer Energie und einem starken Wirtschaftsstandort, gleichzeitig steigen Kosten und Unsicherheit für Unternehmen und Haushalte. Doch zahlreiche Experten sehen einen Widerspruch zwischen Regierungsrhetorik und tatsächlicher Politik. Seit 2023 hat Österreich mehr als 37.000 Industriearbeitsplätze verloren. Laut Wirtschaftskammer überlegt jeder vierte Industriebetrieb, Teile seiner Produktion ins Ausland zu verlagern. Das trifft nicht nur die Industrie selbst, sondern auch Zulieferer, Transportwirtschaft und Dienstleister. Hattmannsdorfer spricht von rund 600.000 Arbeitsplätzen, die an der energieintensiven Industrie hängen. In einer parlamentarischen Anfrage wurden dem Wirtschaftsminister deshalb 103 Fragen zu den Folgen der Energie- und Klimapolitik gestellt. Die Antwort umfasst 31 Seiten. 18 Fragen wurden an andere Ministerien weitergereicht, elfmal heißt es, die Information liege nicht vor. Ausgerechnet bei den Folgen für Arbeitsplätze, Investitionen und Wertschöpfung fehlt damit offenbar eine Gesamtrechnung. Gleichzeitig warnt die Regierung vor einer Abwanderung der Industrie, erklärt auf parlamentarische Anfrage aber, dafür gebe es keine gesicherte Evidenz. Ein Widerspruch, den der Minister erklären muss. Teuer könnte auch der österreichische Sonderweg zur Klimaneutralität 2040 werden. Eine Studie von Arbeiter- und Wirtschaftskammer beziffert die möglichen zusätzlichen Investitionen bis 2040 mit bis zu 178,7 Milliarden Euro. Die Frage lautet daher: Was kostet dieser Weg Wirtschaft und Haushalte und welchen konkreten Beitrag leistet Österreich damit für das Weltklima? Und warum glaubt man, die Welt alleine retten zu müssen? Auch bei Gas und Wasserkraft klaffen Anspruch und Realität auseinander. Die Wasserkraft gilt als Rückgrat der Stromversorgung, doch Genehmigungsverfahren bremsen Projekte. Gleichzeitig fordert die Regierung mehr heimisches Gas, schafft mit langfristigen Klimavorgaben aber Unsicherheit für Investitionen in die Förderung. Mehr heimische Energie zu verlangen und gleichzeitig ihre Produktion zu erschweren, passt schwer zusammen. Bei den Strompreisen bleiben ebenfalls viele Versprechen offen. Seit Monaten ist von Entlastungen und Billigstrom die Rede, dauerhaft niedrige Preise sind aber nicht in Sicht. Beim Verbund-Tarif für Neukunden steigt der Preis ab dem zweiten Jahr. Gleichzeitig werden Milliarden in den Ausbau der Stromnetze investiert. Die Kosten dafür verschwinden nicht, sondern landen letztlich bei Konsumenten und Unternehmen. Österreich braucht eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit zusammenbringt. Klimaziele allein produzieren keinen Strom und sichern keine Arbeitsplätze. Wenn die Regierung ihre energiepolitischen Entscheidungen nicht einmal in Bezug auf Kosten, Investitionen und Beschäftigung beziffern kann, wird aus dem großen Klimaplan schnell eine teure Rechnung für den Wirtschaftsstandort. KI generiertes Foto
DAS WIEN AKTUELL 13 NEOS-Vizebürgermeisterin stolpert von einem Skandal zum nächsten In Wien wird offenbar schon nicht mehr regiert, sondern nur noch reagiert. Kaum ist die nächste Baustelle im Ressort von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) öffentlich, wird eine Prüfung angekündigt, eine Arbeitsgruppe eingesetzt oder Aufklärung versprochen. Dann geht es weiter zur nächsten Panne. MA 35, Marktamt, Kindergartenförderungen, Auszeit-WG und dazu jede Menge offene Fragen im Bildungsbereich. Die Liste der Verfehlungen wird länger, aber die politischen Konsequenzen bleiben aus. Besonders heftig ist die jüngste Causa rund um die MA 35. In der Einwanderungsbehörde wurde das Büro einer Mitarbeiterin durchsucht. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Vorteilsannahme, Dienstgeräte und Gegenstände wurden sichergestellt. Für die Betroffene gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Politisch aber stellt sich die Frage, wie lange Bürgermeister Michael Ludwig noch so tun kann, als seien die Probleme in seinem Rathaus lediglich bedauerliche Einzelfälle. Auch beim Marktamt wächst der Erklärungsbedarf. Emmerling räumte im Gemeinderat ein, bereits Anfang Juni von Vorwürfen gegen die Leitung der MA 59 erfahren zu haben. Die Grünen verweisen darauf, dass konkrete Schutzmaßnahmen erst deutlich später gesetzt worden seien. Warum verging so viel Zeit? Warum musste offenbar erst öffentlicher Druck entstehen? Und wer trägt dafür die politische Verantwortung? Dazu kommen die umstrittenen Auszeit-WGs, bei denen Kosten und rechtliche Fragen für Diskussionen sorgen, sowie der Streit um Kindergartenförderungen. Ein Ressort, das eigentlich für Bildung, Jugend und Integration stehen sollte, wirkt damit zunehmend wie eine politische Dauerbaustelle. Natürlich muss nicht jeder Vorwurf automatisch ein persönliches Versagen der zuständigen Stadträtin bedeuten. Ermittlungen sind keine Schuldsprüche, Prüfungen sind notwendig und Verwaltungsvorgänge können kompliziert sein. Aber irgendwann reicht es nicht mehr, den nächsten Untersuchungsschritt anzukündigen. Politik bedeutet auch, Verantwortung für den Zustand eines Ressorts zu übernehmen. Und genau hier wird es für Ludwig unangenehm. Denn Emmerling ist nicht irgendeine Beamtin irgendwo im Magistrat, sondern seine Vizebürgermeisterin. Wenn sich die Krisen in ihrem Zuständigkeitsbereich derart häufen, kann sich der Bürgermeister nicht einfach danebenstellen und auf die nächste Untersuchung warten. Wien braucht keine Regierung, die Probleme verwaltet, bis sie aus den Schlagzeilen verschwinden. Wien braucht Antworten. Wer wusste wann was? Warum wurde wann gehandelt? Wo haben die Kontrollen versagt? Und vor allem, welche Konsequenzen folgen daraus? Die Opposition stellt deshalb inzwischen eine simple Frage an den Stadtchef: Wie viele Baustellen braucht es noch, bis Ludwig selbst die Reißleine zieht? Denn irgendwann ist eine Krise nicht mehr nur eine Krise. Irgendwann wird die fehlende Konsequenz selbst zum politischen Problem. ANZEIGE © Stadt Wien/ David Bohmann
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