DAS WIEN GARTENTIPP 29 mit Laub oder Reisig schützen. Geschnitten wird nur sparsam im Frühjahr; ältere Triebe können gelegentlich ausgelichtet werden. Gartengeschichte Herbst ist der Frühling des Winters Ziemlich frisch ist es geworden – fünf Grad am Morgen. Die Heizung im Glashaus meldet sich zum ersten Mal zurück. Nebelbänke ziehen über den Gartenteich, alles glänzt vor Tau, und die Vögel haben ihren Chor auf Winterbetrieb umgestellt. Zeit für Trübsinn? Keinesfalls. Wenn schon – angeblich – der französische Maler Henri de Toulouse-Lautrec den Herbst als „Frühling des Winters“ bezeichnet haben soll, dann ist das für alle, die Garten und Natur lieben, fast ein Auftrag: nicht jammern, sondern genauer hinschauen. Gerade in Zeiten, in denen eine negative Schlagzeile die nächste jagt gibt uns die kleine grüne Oase Hoffnung. Ob Balkon, Terrasse oder Garten: Überall gibt es kleine Gegenbeweise zur allgemeinen Schwere. Ein letzter Blütenduft, ein glänzendes Blatt, ein Apfel im Geäst. Sogar der Komposthaufen hat etwas Tröstliches: Was heute nach Aufräumen aussieht, wird morgen Humus – die wohl bodenständigste Form von Zukunftsfreude. Und dann gibt es noch dieses unübersehbare Zeichen eines gesunden Optimismus: Blumenzwiebeln pflanzen. Wer jetzt Tulpen, Narzissen oder Krokusse in die Erde steckt, arbeitet nicht für den Augenblick, sondern für ein Versprechen. Jede Zwiebel ist ein kleiner Vertrag mit der Zukunft. Der Herbst erinnert daran, dass Rückzug nicht Ende bedeutet. Manchmal ist er nur die leise Vorbereitung auf das, was wiederkommen wird. Gartenkalender Ernten-schützen-pflanzen Ende September heißt es: ernten, schützen, pflanzen – und nicht zu gründlich aufräumen. Das ist jetzt zu tun: im Gemüsegarten Tomaten, Paprika, Bohnen und Zucchini vor kalten Nächten abernten. Grüne Tomaten mit Apfel im Haus nachreifen lassen. Freie Beete mit flotter Gründüngung Gelbsenf oder auch Kresse), Laub oder Kompost bedecken. im Ziergarten Stauden stehen lassen: Samenstände helfen Vögeln und Insekten. Blumenzwiebeln jetzt in lockere Erde setzen. Neupflanzungen gut einschlämmen, damit sie einwurzeln. am Balkon Sommerblumen ausputzen – oft blühen sie noch weiter. Kästen mit Eriken, Gräsern oder Hornveilchen auffrischen. Weniger gießen, denn Staunässe wird rasch zum Problem. im Zimmer Zimmerpflanzen näher ans Fenster rücken. Sparsamer gießen und kaum noch düngen. Sommerfrischler vor dem Einräumen auf Schädlinge prüfen. Gartenfragen Kann ich Rosen, die ich im Sommer im Topf gekauft habe, jetzt setzen? Ja, jetzt ist sogar eine sehr gute Zeit. Der Boden ist noch warm, die Rose kann vor dem Winter einwurzeln. Ballen gut wässern, Pflanzloch großzügig ausheben, Kompost dazu – und die Veredelungsstelle etwa fünf Zentimeter unter die Erde setzen. Ein bisschen Anhäufeln schützt zusätzlich vor Frost. *** In meinem Glashaus sind an Tomaten und Gurken hunderttausende kleine weiße Fliegen – was ist das und was tun? Das sind Weiße Fliegen – sehr lästig: Glashaus nun räumen und reinigen. Erde kann bleiben, aber Unkraut entfernen. Im kommenden Jahr Nützlinge, wie Schlupfwespen, ausbringen und das alle 14 Tage wiederholen. Garantiert weg. *** Kann man den Rasen eigentlich jetzt auch mit einem „Nicht-HerbstDünger“ düngen? Ja, das geht – es ist kein Drama. Entscheidend ist der Stickstoff. Wichtig ist kräftiges Gießen nach dem Düngen, damit der in den Boden kommen. Besser wäre freilich ein kaliumbetonter Herbstrasendünger – der macht die Halme winterfester. Abelia Helios ein Platz für Insekten Herbstschmuck: Liebesperlenstrauch „Sieben-Sö hne-des-Himmels“-Strauch Zierapfel Rudolph bringt im Spätherbst einen tollen Farbkontrast ... sein Pendant Golden Hornet nicht minder
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