DAS WIEN AKTUELL 23 Tiergarten Schönbrunn zum 2-ten Mal in Serie für hohe Tierwohlstandards ausgezeichnet Pünktlich zum Welttierschutztag am 4. Oktober gab es im Tiergarten Schönbrunn Grund zur Freude: Die internationale GlobalHumane-Zertifizierung für hohe Standards im Tierwohl wurde erneut bestätigt. Bereits im Vorjahr war Schönbrunn als erster Zoo Österreichs mit diesem Gütesiegel ausgezeichnet worden. Bei der neuerlichen Überprüfung wurden auch die neuen Anlagen, der aktuelle Tierbestand und umgesetzte Verbesserungsmaßnahmen berücksichtigt. Die Global Humane Society, der internationale Teil der American Humane Society, überprüft das Wohlergehen von Tieren in Zoos, Aquarien und Naturschutzzentren weltweit. Seit der ersten Zertifizierung hat sich im Tiergarten viel getan: Die neue Anlage für asiatische Gebirgstiere bietet Himalaya-Tahren und erstmals auch den gefährdeten Goldtakinen ein Zuhause. Für die von der Ausrottung bedrohten Onager, eine Wildeselart aus dem heutigen Iran, wurde eine Steppenlandschaft geschaffen. Auch die Umgestaltung des historischen Bärenkäfigs in eine moderne Anlage für zwei stark bedrohte heimische Arten, Feldhamster und Blauracken, floss in die neuerliche Bewertung ein. „Wir freuen uns besonders, dass auch unsere neuen Anlagen und der weiterentwickelte Tierbestand erfolgreich in die erneute Zertifizierung aufgenommen wurden. Für uns ist es eine wichtige Bestätigung, dass wir bei der Weiterentwicklung des Tiergartens das Tierwohl konsequent mitdenken“, sagt Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Die neuerliche Zertifizierung bestätigt nicht nur die bestehenden Standards, sondern würdigt auch konkrete Verbesserungen, die seit der ersten Überprüfung umgesetzt wurden. Dabei geht es nicht nur um bauliche Maßnahmen, wie der neu gestalteten Präriehund-Anlage. Auch kleinere Anregungen aus dem ersten Zertifizierungsprozess wurden aufgegriffen und in den Arbeitsalltag integriert. So wurden beispielsweise zwei Auftau-Kühlschränke für die Fischversorgung der Mähnenrobben und Pinguine angeschafft. Auch bei der Beschäftigung und geistigen Anregung der Tiere, dem sogenannten Enrichment, wird ein neues System getestet. Ein Enrichment-Plan soll den Tierpflegerinnen und Tierpflegern einen besseren Überblick darüber geben, welche Beschäftigungsangebote in den vergangenen Tagen bereits zum Einsatz gekommen sind und welche sich besonders bewährt haben. So sollen die Tiere regelmäßig abwechslungsreiche und zugleich sinnvolle Anregungen erhalten. „Das Wohl unserer Tiere erfordert stetige Aufmerksamkeit und Weiterentwicklung. Wir überprüfen unsere Abläufe laufend und setzen Verbesserungen gemeinsam dort um, wo sie das Wohlbefinden unserer Tiere weiter fördern“, betont Hering-Hagenbeck. Zum Welttierschutztag unterstreicht der Tiergarten Schönbrunn damit seinen Anspruch, die Bedürfnisse der Tiere bestmöglich zu berücksichtigen und die Standards in der Tierhaltung kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nach Rax-Waldbrand: 100-Jähriges-Warten bis sich der Quellschutzwald regeneriert Vor fünf Jahren brannten am Mittagstein bei Hirschwang an der Rax in Niederösterreich 115 Hektar steiles Gelände – mitten im Quellschutzgebiet für das Wiener Wasser. 13 Tage standen 8.600 Feuerwehrleute im Großeinsatz. Unterstützt wurden sie von 33 Katastrophenhilfsdienst-Zügen und 16 Fluggeräten aus dem In- und Ausland. Extremes Gelände und starker Wind machten die Löscharbeiten zur Herausforderung. Jetzt blickte Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky gemeinsam mit Vertretern des Landes Niederösterreich und der niederösterreichischen Feuerwehr auf die Ereignisse zurück – und erklärte, welche Lehren daraus gezogen wurden: „Die Folgen des Brandes werden uns noch lange beschäftigen – es kann rund 100 Jahre dauern, bis sich der Wald vollständig regeneriert hat. Seit 2022 wurden rund 500 Kilogramm Saatgut ausgebracht und rund 10.000 Pflanzen gesetzt. Dabei setzen wir bewusst auf einen vielfältigen Mischwald, der widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels ist.“ Vor allem aber brauche es klare Regeln und das Bewusstsein: „Im Wald darf kein Feuer gemacht werden.“ Um den erosionsgefährdeten Boden zu retten, wurden abgestorbene Stämme quer zum Hang fixiert. Bis im Wald allerdings wieder meterhohe Bäume stehen, werden zwei bis drei Jahrzehnte vergehen. Auch für die Feuerwehr in Niederösterreich war der Waldbrand ein Weckruf, sie hat massiv aufgerüstet: Der Sonderdienst Waldbrand wurde auf 600 Spezialkräfte aufgestockt und mit 30 Spezialfahrzeugen sowie Wärmebild-Drohnen ausgestattet. © Daniel Zupanc © Stadt Wien / Christian Jobst
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