DAS WIEN AKTUELL 11 Täglich landen 140 LKW-Ladungen Essen im Müll! Pro Kopf werden jährlich 69 Kilo entsorgt Die Österreicher schmeißen jeden Tag eine gewaltige Menge an Lebensmitteln weg. Mehr als 3.000 Tonnen sollen es sein. Das entspricht rund 140 Lkw-Ladungen voller Essen, die täglich im Müll verschwinden. Jährlich summiert sich das laut Zahlen von Umweltbundesamt und BOKU auf mehr als 1,2 Millionen Tonnen. Eine Verschwendung, die nicht nur Lebensmittel betrifft, sondern auch Wasser, Energie, Boden und die Arbeit, die dahintersteckt. Besonders bitter ist der Blick in die privaten Haushalte. Mehr als die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel fällt dort an. Pro Person landen dem Handelsverband zufolge rund 69 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr im Abfall. Rund 37 Kilogramm davon wären vermeidbar. Der Wert der weggeworfenen Waren liegt bei etwa 400 Euro pro Kopf und Jahr. Die Haushalte werfen also regelmäßig bares Geld in die Mülltonne. Besonders häufig trifft es ausgerechnet Lebensmittel, die eigentlich zum täglichen Leben gehören. Brot, Süß- und Backwaren sowie Obst und Gemüse finden sich laut Restmüllanalysen besonders oft im Mistkübel. Da wird das Brot hart, der Salat welk und die Erdbeeren schimmeln und schon landet alles im Abfall. Häufig geht dem Ganzen schlicht ein Einkauf voraus, der größer war als der tatsächliche Bedarf. Natürlich kann man auch die Politik in die Pflicht nehmen. Der WWF fordert verbindliche Reduktionsziele entlang der gesamten Versorgungskette und bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden. Das ist nachvollziehbar. Aber politische Vorgaben allein werden nicht verhindern, dass der volle Kühlschrank zum Friedhof für Lebensmittel wird. Auch der Handel ist nicht völlig außen vor, kann aber auf Fortschritte verweisen. Sein Anteil an der Verschwendung ist laut Handelsverband seit 2020 von rund sieben auf sechs Prozent gesunken. Rund 22.000 Tonnen Lebensmittel spendet die Branche jährlich, daraus entstehen mehr als 44 Millionen Mahlzeiten. Gleichzeitig zeigt der wachsende Bedarf der Sozialmärkte die andere Seite des Problems. In Wiens fünf Sozialmärkten wurden 2025 rund 1.300 Tonnen gerettete Lebensmittel angeboten, die Zahl der registrierten Kunden stieg auf mehr als 26.000. Wer Lebensmittel wegwirft, wirft auch Geld weg. Natürlich braucht es bessere Spendenmöglichkeiten und vernünftige Rahmenbedingungen. Doch genauso braucht es mehr Hausverstand beim Einkauf, bei der Lagerung und beim Umgang mit Resten. „Mach‘s wie Oma“ lautet eine aktuelle Kampagne und vielleicht steckt darin tatsächlich mehr Vernunft als in manchem politischen Aktionsplan. Denn bevor Österreich über neue Vorschriften diskutiert, könnte man beim eigenen Kühlschrank anfangen. H. K. Wiener Schulen reduzieren Abfälle um 20 Prozent In den Wiener Schulen werden weniger Lebensmittel weggeworfen. Innerhalb eines Schuljahres wurden die Abfälle um mehr als 20 Prozent reduziert. Diese erfreuliche Bilanz zieht die Stadt Wien anlässlich des Internationalen Tags gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September. Möglich wurde das durch eine Schwerpunktaktion mit der Initiative United Against Waste (UAW) – mit praxisnaher Unterstützung durch Informationsveranstaltungen und Leitfäden. 30 Schulstandorte haben 2025 mit einem regelmäßigen Monitoring gestartet. „Wir haben es geschafft, in den teilnehmenden Schulen übers Jahr mehr als 25 Tonnen CO2 einzusparen. Es freut mich, dass diese Initiative auf 50 Standorte ausgeweitet wird“, erläutert Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling. Die Auswertung zeigt: Einige Schulen entsorgten nur zehn Prozent der Lebensmittel, andere hingegen rund 40 Prozent. Spannend: Suppen und Salate wurden häufiger weggeworfen als Hauptspeisen. Standorte, die ein sehr ähnliches Verhältnis zwischen den Hauptspeisen und anderen Gängen beließen, schnitten schlechter ab, besser hingegen jene, die beim Essen auf variantenreichere Gänge setzten. In den 30 teilnehmenden Schulen konnten pro Semester 6.500 Kilogramm Lebensmittelabfall vermieden werden. KI generiertes Foto
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