DAS WIEN AKTUELL 27 Die ersten Wochen der Bundesliga haben gezeigt, dass uns eine richtig interessante Saison bevorstehen könnte. Noch ist natürlich viel zu früh, um irgendjemanden zum Meister zu erklären. Das gilt auch für Rapid. Der Start ist stark und in Hütteldorf darf man sich darüber freuen, aber nach sieben Runden wird noch kein Meisterteller vergeben. Entscheidend wird sein, ob Rapid diese Konstanz auch dann halten kann, wenn einmal zwei oder drei Spiele nicht nach Wunsch laufen. Salzburg gehört für mich ohnehin immer zu den Favoriten. Dort sind die Ansprüche so hoch, dass eigentlich nur der Meistertitel zählt. Der LASK hat als amtierender Meister ebenfalls gezeigt, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Interessant wird für die Linzer vor allem, wie sie mit der Doppelbelastung umgehen. International zu spielen ist schön und wichtig, kostet aber Kraft – und genau diese Körner können einem dann am Wochenende in der Bundesliga fehlen. Sturm Graz darf jedenfalls nicht den Anschluss verlieren. Elf Punkte nach sieben Runden sind noch keine Katastrophe, aber wenn die Mannschaften vorne weiter regelmäßig gewinnen, wird aus fünf oder sechs Punkten Rückstand sehr schnell eine richtige Lücke. Nach den vergangenen erfolgreichen Jahren muss der Anspruch in Graz sein, bis zum Schluss ganz vorne dabei zu sein. Enttäuscht bin ich bisher vor allem von der Austria. Sieben Punkte aus sieben Spielen sind für diesen Verein schlicht zu wenig. Natürlich kann man sagen, dass die Saison noch jung ist. Aber irgendwann muss man aufhören, von Entwicklung zu sprechen, und anfangen, Spiele zu gewinnen. Die Austria gehört für mich vom Anspruch, vom Umfeld und von ihrer Geschichte her ins obere Drittel der Tabelle. Fast genauso gerne schaue ich momentan aber in die 2. Liga. Dort tauchen plötzlich wieder Namen auf, mit denen viele von uns große Fußballgeschichten verbinden. BlauWeiß Linz, Vienna, Wacker Innsbruck oder Austria Salzburg – das sind Vereine mit Tradition, Fans und Emotionen. Wenn solche Mannschaften gegeneinander spielen, steckt einfach etwas dahinter. Und genau das braucht die 2. Liga. Mir sind Traditionsvereine mit einem echten Publikum und spannenden Duellen wesentlich lieber als eine Liga, die irgendwann hauptsächlich aus zweiten Mannschaften besteht. Nachwuchsarbeit ist wichtig, keine Frage. Aber Fußball lebt eben auch von Rivalitäten, vollen Tribünen und Spielen, auf die man sich schon Tage vorher freut. Wenn diese Vereine wieder nach oben drängen, kann das dem gesamten österreichischen Fußball nur guttun. Eine ganz andere Geschichte ist David Alaba. Dass einer der erfolgreichsten österreichischen Fußballer aller Zeiten nach Bayern und Real Madrid jetzt bei Udinese spielt, hätte vor einigen Jahren wohl niemand erwartet. Aber nach seiner langen Verletzungsgeschichte zählt für ihn vor allem eines: spielen, spielen, spielen. Namen auf dem Trikot und frühere Erfolge helfen einem auf dem Platz nicht weiter. Wenn David regelmäßig zum Einsatz kommt und wieder Vertrauen in seinen Körper bekommt, kann dieser Schritt genau der richtige sein. Für das Nationalteam wäre ein fitter Alaba jedenfalls enorm wichtig. Und vielleicht ist Udine gerade deshalb besser als irgendein großer Name, bei dem er wieder hauptsächlich auf der Bank sitzt. Die Saison ist noch jung – aber eines kann man schon sagen: Langweilig wird uns heuer sicher nicht. Klartext von Toni Polster FIFA wirft UEFA „DesinformationsKampagne“ und Beeinflussung vor Der Konflikt zwischen der FIFA und der UEFA geht in die nächste Runde. Die Verantwortlichen des Fußball-Weltverbandes werfen den Zuständigen von Europas Kontinentalverband eine „Desinformationskampagne“ vor. Die „Kampagne“ dreht sich um den von der UEFA bei einem USGericht beantragten Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit Gianni Infantinos letztlich gescheitertem Ansinnen, Anteile von Weltmeisterschaften an Investoren zu veräußern. Dies geht aus einem veröffentlichten Schreiben der FIFA an ein Gericht in Florida hervor. Die FIFA fordert das Gericht auf, den Antrag der UEFA zurückzuweisen, da sie der Ansicht ist, dass die UEFA versucht, das Ergebnis der FIFA-Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr zu beeinflussen. Wie die FIFA schrieb, unterstelle die UEFA damit „ohne jegliche Grundlage“, dass Infantino persönlich von dem Deal profitiert hätte. „Die Behauptungen der UEFA, dass Herr Infantino gegen Gesetze oder ethische Grundsätze verstoßen habe, sind kategorisch unbegründet“, hieß es. Finanzverstöße: ManCity schuldig Manchester City wurde von der Premier League in 114 von 115 Vorwürfen wegen Finanzvergehen schuldig gesprochen. Damit bestätigte die Liga die zuletzt bekanntgewordenen Medienberichte. ManCity drohen nun massive Strafen, die bis zum Ausschluss aus der Premier League führen könnten, auch ein Zwangsabstieg steht im Raum. Wann das Strafmaß verkündet wird, ist offen. Der Spitzenclub soll zwischen 2009 und 2018 gegen zahlreiche Finanzregeln der Liga verstoßen haben. ManCity bestreitet alle Anschuldigungen, behauptet der Bericht der Kommission sei fehlerhaft und „will alle Rechtsmöglichkeiten ausschöpfen“. 2009 hatte Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan aus der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi die „Citizens“ übernommen. Unter anderem soll der zehnfache englische Meister Sponsoringeinnahmen von staatlichen Unternehmen aus Abu Dhabi erhalten und höher angesetzt haben, als sie auf dem Markt üblich sind – eine verdeckte Finanzspritze der Besitzer. Dazu soll der Club Zahlungen an Trainer und Spieler getätigt haben, die nicht in der eigenen Bilanz auftauchten. 2014 war ManCity von der UEFA bereits wegen Verstößen gegen das „Financial Fairplay“ angeklagt worden und hatte eine Strafe von 10 Mio. Euro erhalten. Alonso verlängert bei Aston Martin Rekordmann Fernando Alonso setzt seine Formel-1-Karriere fort und fährt auch in der kommenden Saison an der Seite von Lance Stroll. Das gab das englische Team bekannt. Alonso wird seine 24. Saison in der Formel 1 bestreiten. Mit 440 Grand Prix hat der 45-jährige Spanier mit Abstand die meisten Rennen absolviert. „Ich habe mir viel Zeit genommen, um diese Entscheidung zu treffen. Aber der Rennsport ist mein Leben und meine Leidenschaft. Ich weiß, dass ich immer noch die Geschwindigkeit und den Ehrgeiz habe, um auf höchstem Niveau konkurrenzfähig zu sein“, so Alonso. Oben eng, unten Tradition – so macht Fußball Spaß © Ulrik Hölzel - photography & design © Roro00713
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