DAS 16 WIEN AKTUELL Jetzt wird es absurd! Brüssel will Rauchern offenbar den Weg weg von der Zigarette verbauen. Acht EU-Staaten fordern einen regelrechten Marktstopp für neue Nikotinprodukte. Was noch gar nicht auf dem Markt ist, soll gar nicht erst zugelassen werden. Dazu kommen Aromenverbote, Obergrenzen beim Nikotin, Einheitsverpackungen und die Möglichkeit, Nikotinbeutel komplett zu verbieten. Der Vorstoß kommt aus den Niederlanden. Gesundheitsministerin Sophie Hermans hat die Initiative gestartet. Belgien, Finnland, Frankreich, Lettland, Slowenien, Spanien und Ungarn machen mit. Begründung: Jugendschutz und das Ziel einer rauchfreien Generation bis 2040. Doch Kritiker schlagen Alarm. Denn was Jugendliche vom Nikotin fernhalten soll, könnte erwachsene Raucher direkt zurück zur Zigarette treiben. E-Zigaretten und Nikotinbeutel sind schließlich keine Tabakzigaretten. Sie funktionieren anders und werden von vielen Rauchern als Alternative zum klassischen Glimmstängel verwendet. Michael Landl von der World Vapers’ Alliance warnt deshalb vor einem fatalen Eigentor. Werden Alternativen verboten oder unattraktiv gemacht, könnten Raucher wieder zur Zigarette greifen. Oder auf illegale Produkte ausweichen. Ausgerechnet der Kampf gegen das Rauchen könnte damit die Zigarette wieder stärken. Besonders peinlich für die Verbotsfraktion ist der Blick nach Schweden. Dort liegt die Raucherquote seit Jahren deutlich unter dem EU-Schnitt. Nach Angaben der schwedischen Gesundheitsbehörde rauchten 2024 nur rund 5,4 Prozent täglich. Eurostat kam 2023 auf lediglich acht Prozent Raucher ab 15 Jahren. EU-weit waren es rund 24 Prozent. Schweden hat dabei nicht nur auf Verbote gesetzt. Dort spielen rauchfreie Nikotinprodukte wie Snus und Nikotinbeutel traditionell eine wichtige Rolle. Genau jene Produkte, die Brüssel jetzt stärker regulieren oder verbieten lassen will. Das ist die groteske Pointe: Dort, wo besonders wenige Menschen rauchen, werden Alternativen genutzt. Dort, wo die EU noch immer mit Millionen Rauchern kämpft, soll ausgerechnet der Zugang zu solchen Alternativen erschwert werden. Und was passiert mit dem Raucher, der endlich von der Zigarette weg will? Erst einmal wird ihm erklärt, welche Produkte er nicht mehr verwenden darf. Dann werden Aromen verboten. Nikotin wird gedeckelt. Neue Produkte werden verhindert. Und am Ende bleibt die gute alte Zigarette im Regal. Brüssel will eine rauchfreie Generation. Mit immer neuen Verboten könnte daraus allerdings eine Generation werden, die wieder zum alten Glimmstängel greift. Viel Rauch um nichts. Vor zwei Jahren hat Wien begonnen, gezielt Forschung zu ME/CFS zu fördern. Heute zeigt sich, was daraus geworden ist: Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) vergibt gemeinsam mit der WE&ME Stiftung zwei Consolidation Grants mit jeweils rund einer Million Euro, die bisher größten Einzelförderungen für ME/CFS-Forschung in Österreich. Bürgermeister Michael Ludwig präsentierte die Projekte gemeinsam mit WWTF-Präsident Michael Häupl und Gerhard Ströck, Vorstand der WE&ME Stiftung, im Festsaal des Wiener Rathauses. Seit 2024 haben der WWTF und die WE&ME Stiftung gemeinsam rund 3,1 Millionen Euro für die ME/ CFS-Forschung in Wien bereitgestellt. „ME/CFS ist keine seltene Erkrankung“, betonte Ludwig. In Österreich sind schätzungsweise 70.000 bis 80.000 Menschen betroffen, mehr als an Multipler Sklerose. Rund 60 Prozent der Betroffenen sind teilweise arbeitsunfähig, etwa ein Viertel ist ans Haus oder ans Bett gebunden. Dennoch gebe es bisher wenig Forschung dazu. „Genau hier greift die Stadt ein. Wo Wissen fehlt, muss Forschung ansetzen. Gesundheit heißt für uns beides: exzellente Forschung und eine Versorgung, die bei den Menschen ankommt“, sagte der Bürgermeister. Ein Ziel sei von Anfang an gewesen, dass ME/CFS für Forscherinnen und Forscher keine wissenschaftliche Sackgasse ist. „Wir wollten neue Leute in dieses Feld holen. Das ist gelungen: Beide Projektleiter, die gefördert werden, hatten vor unserer ersten Förderrunde keinen Bezug zu ME/ CFS. Heute gehören sie und ihre Teams zu sehr aktiven Gruppen in Österreich“, so Häupl. Die Projekte wurden von einer internationalen Expertenjury ausgewählt. Ein besonderes Novum des Vergabeverfahrens: Erkrankte Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus dem internationalen Science4ME Forum waren als Patienten-Expertinnen und -Experten Teil der Begutachtung. EU will Zigaretten bekämpfen, verbietet aber gleichzeitig durchaus präventive Alternativen Wien baut seine Vorreiterrolle bei ME/CFSForschung und -Versorgung weiter aus WWTF Präsident Michael Häupl, Bürgermeister Michael Ludwig und Vorstand WE&ME Stiftung Gerhard Ströck © SStadt Wien/Christian Jobst
RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=