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DAS WIEN AKTUELL 12 Die Biennale di Venezia ist eine der ältesten und wichtigsten Kunstausstellungen der Welt. Sie findet alle zwei Jahre („biennal“) in Venedig statt und gilt als eine Art Weltbühne für zeitgenössische Kunst. Gegründet wurde sie bereits 1895. Heute umfasst sie mehrere Bereiche, vor allem die Kunstbiennale, aber auch Ableger für Architektur, Film, Tanz, Musik und Theater. Besonders bekannt ist die Kunstbiennale, bei der Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ihre Arbeiten präsentieren. Ein zentrales Merkmal ist das sogenannte Ländersystem: Viele Staaten haben eigene Pavillons, in denen sie ausgewählte Künstler zeigen. Österreich etwa betreibt einen eigenen Pavillon, in dem jeweils ein Beitrag präsentiert wird – aktuell jener von Florentina Holzinger. Und die agiert mit nackter Haut gegen leere Kassen. Während Österreichs Budget unter Druck steht, Sozialausgaben diskutiert und Sparpakete geschnürt werden, sorgt ausgerechnet die staatliche Förderung in Höhe von 600.000 Euro für hitzige Debatten. Im Zentrum: eine „Künstlerin“, die sich gerne auszieht und bei ihren Performances jede Menge nackte Frauen auftreten lässt. Florentina Holzinger provoziert bewusst, überschreitet Grenzen und arbeitet mit radikaler Körperlichkeit, verrät eine kurze Recherche im Internet. Und genau in diesem Internet reißt ein nackter Frauenkörper in Zeiten von Youporn, X-Hamster oder sonstigen gratis Pornoseiten heutzutage jedoch niemanden mehr vom Hocker. Da muss man schon noch was drauflegen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Und das macht Florentina Holzinger. Ihr „Kunstprojekt“ im Namen Österreichs umfasst eine sogenannte „Installation“, die mit Abwasser bzw. Urin arbeitet. So wird etwa das Lulu der Zuseher über mobile Toiletten gesammelt und in große Tanks im Pavillon geleitet. In diesen sollen die nackten Performerinnen dann baden. Laut der „Künstlerin“ ist das nicht als bloßer Schockeffekt gedacht, sondern knüpft thematisch an Holzingers Interesse an Kreisläufen, Körperflüssigkeiten und Umweltverschmutzung an – also daran, wie Menschen buchstäblich in ihren eigenen Abfallströmen leben. Es mag ja sein, dass sich die Frau Holzinger für Körperflüssigkeiten interessiert, aber was hat das mit Kunst zu tun? Und warum müssen die armen Biennale-Besucher, die sich einen Kunstgenuss der Kulturnation Österreich erwarten dabei zusehen, wie eine den Meisten wohl unbekannte Frau Holzinger samt ihren Kolleginnen in Lulu schwimmen? Sexuelle Vorlieben sind ja breit gestreut. Jeder hat da seine eigenen Vorlieben. Wenn die Frau Holzinger gerne in Urin badet, dann soll sie das machen. 1000 Rosen. Aber warum fördert der Staat Österreich – in diesem Fall das Ministerium unseres Vizekanzlers und Kunstministers Andreas Babler (SPÖ) – das mit sage und schreibe 600.000 Euro? Nicht die Performance selbst, sondern die staatliche Subvention ist der Skandal. Provokation gehört seit jeher zum Wesen der Avantgarde. Was jedoch zunehmend auf Unverständnis stößt, ist die Tatsache, dass genau solche Arbeiten mit erheblichen Summen aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. In Zeiten, in denen Bürger mit steigenden Preisen kämpfen und der Staat zum Sparen mahnt, wirkt eine sechsstellige Förderung für derart polarisierende Projekte wie ein Schlag ins Gesicht vieler Steuerzahler. Denn tatsächlich steht hier eine grundsätzliche Frage im Raum: Welche Art von Kunst soll der Staat fördern – und in welchem Ausmaß? Holzingers Arbeiten sind zweifellos radikal und kompromisslos. Sie fordern heraus, überschreiten Grenzen und entziehen sich bewusst jeder breiten Anschlussfähigkeit. Genau darin liegt ihr künstlerischer Anspruch. Doch wenn solche Projekte mit hohen Summen subventioniert werden, während gleichzeitig in anderen Bereichen gekürzt wird, gerät die Balance ins Wanken. Die Debatte um diese 600.000 Euro ist deshalb mehr als nur ein Streit über Geschmack. Sie offenbart ein Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Verantwortung. Dass eine Künstlerin provoziert, mag Teil ihres Konzepts sein. Dass der Staat diese Provokation großzügig finanziert, ist hingegen eine Entscheidung, die sich der öffentlichen Diskussion stellen muss. Provokation ja, Geldverschwendung nein Criticus KLASSIK im DOM Mozart, Dvořák, Mendelssohn ... Palo Alto Chamber Orchestra „PACO“ Scott Krijnen, Leitung im Stephansdom, Di., 30. Juni 2026, 20:30 Uhr Karten zu: EUR 20,-- / 10,-- Im Wiener Stephansdom findet ein Konzerterlebnis statt, das musikalische Vielfalt und jugendliche Exzellenz auf besondere Weise vereint. Vom feinsinnigen, eleganten Klang von Mozarts Divertimento in D-Dur über die warmen, lyrischen Streicherfarben in Dvořáks Serenade für Streicher bis hin zu Bartóks rhythmisch lebendigem Divertimento und Mendelssohns kraftvollem Streichoktett entfaltet sich ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl nachdenkliche Ruhe als auch sprühende Lebendigkeit vermittelt. Das Palo Alto Chamber Orchestra „PACO“ zählt zu den herausragenden Jugendorchestern für Streicher in den USA und vereint talentierte Musikerinnen und Musiker im Schulalter in mehreren spezialisierten Ensembles. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die intensive Auseinandersetzung mit Kammermusik, die nicht nur musikalische Exzellenz fördert, sondern auch Teamgeist, Kreativität und gemeinschaftliches Musizieren in den Vordergrund stellt. Unter der Leitung von Scott Krijnen, seit der Saison 2023/24 Musikdirektor des Orchesters, knüpft PACO an seine langjährige Tradition höchster künstlerischer Qualität an und begeistert mit einem lebendigen, differenzierten Klangbild. Sein künstlerisches Credo – musikalische Exzellenz im Einklang mit Empathie und Zusammenarbeit – prägt die Arbeit des Ensembles nachhaltig. Erleben Sie einen inspirierenden Konzertabend im einzigartigen Ambiente des Stephansdoms – ein musikalisches Ereignis, das junge Talente und große Werke eindrucksvoll vereint. Kartenbuchungen: Online: www.kunstkultur.com E-Mail: tickets@kunstkultur.com Telefonisch: +43 (0)1 581 86 40 Foto beigestellt

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