DAS WIEN AKTUELL 20 Die Bühne des Wolfgang Rosam „Berater Wolfgang Rosam nutzte die Bühne beim Talk im Hanger bei Servus TV (am 11.12.25), um eine Fundamentalkritik an der Europäischen Union zu üben, und zeichnete ein Bild des politischen Versagens dieses Bürokratiemolochs auf ganzer Linie“, wird im Express erläutert. „Die EU wirke gelähmt und sei offensichtlich nicht in der Lage, angemessen auf die großen Krisen der Zeit zu reagieren. Dieses Brüssel kannst du am besten zusperren, das geht niemandem ab“, meinte er. Klingt ja wie in harmonischem Gleichklang mit dem bösen Trump. Als seinerzeitiger Lobbyist für die Gründung der EU und zur Euro-Einführung klang seine Einschätzung dieser beiden Konstrukte noch ganz anders. Hatte er damals, weil von der ÖVP bezahlt, nicht analysiert, oder etwa gar nicht verstanden, was da gesamtwirtschaftlich geplant war? Ob er sich beim Wein besser auskennt? Das Internet vergisst nicht: Rosam leitete mit seiner PR-Agentur Publico eine durch die Bundesregierung beauftragte PR-Kampagne zur österreichischen Volksabstimmung über den EU-Beitritt, wofür Rosam der Europäische PR-Preis verliehen wurde. Außerdem führte die Firma eine weitere Kampagne für die Bundesregierung, zur Einführung des Euro, durch. Zudem bot Publico als erste Agentur in Österreich den Geschäftszweig Lobbying an. „Sechs Bundeskanzler habe er bisher mit Rat und Tat zur Seite gestanden, von Franz Vranitzky aufwärts, dann eben Karl Nehammer. „Es geht um mein Land, unser Land“, sagte Rosam bei einem Pressegespräch im Café Landtmann. Karl Nehammer saß neben ihm. „Dieser sei für ihn das Angebot der Mitte für die Mitte“. Quelle: Die Presse vom 13.6.2024. Auch heute noch soll er als DuzFreund der beiden Fellners im oe24 tv mit angeblich nicht abreißenden Interviews als ÖVP-Sympathisant und -Verteidiger auftreten. Ein „böser“ Leserbriefschreiber im Express meint zu Rosam und dessen aktueller EU-Kritik kristallklar formuliert: „Rosam ist ein ÖVP PR Berater. Vielleicht kann er das seiner Partei klar machen, falls die das kapiert“. Eine Partei, die mit der von der Leyen innigst verbunden ist, soll das kapieren? Darf/muss man so ein PR-Verhalten als ganz besonders situationselastisch belehrend bezeichnen? Dr. Erwin Tripes Kopftuchverbot Ich habe mir die Debatte zum Kopftuchverbot im Fernsehen angesehen. Die Redebeiträge strotzen vor Selbstgefälligkeiten, Stehsätzen und Fantastereien. Im Großen und Ganzen ist es eine Selbstlüge, der die Abgeordneten der Regierung aufsitzen. Hört man denen zu, müsste man glauben, sie hätten 120 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung. In Wahrheit liegen sie nicht einmal bei 50 Prozent und das ist gut so. Besonders irritierend war, dass ausgerechnet mehrere Wiener Regierungsmitglieder und Abgeordnete zum Nationalrat die Lösung für die Bildungsprobleme präsentieren wollen. Wenn ich mir anhören muss, wie ausgerechnet vier Wiener Politiker erklären, wie man die Misere in den Schulen retten will, während gerade in Wien die größten Probleme herrschen, dann passt das hinten und vorne nicht zusammen. Das Kopftuchverbot ist schon 2019 gescheitert und es wird auch diesmal wieder daran scheitern, dass wir kein Verfassungsgesetz zustande bringen, weil die SPÖ das nicht will. Die SPÖ will ihren muslimischen Wählern in Wien das nicht zumuten. Das ist die Wahrheit. Wir benennen ein Problem, anstatt die Ursachen zu bekämpfen. Silvia H., (36), Lehrerin Kammeroper Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass die Stadt Wien den Spielbetrieb bei der Wiener Kammeroper zumindest in der kommenden Spielsaison einstellen will. Die Kammeroper ist seit Jahrzehnten ein wesentlicher Bestandteil des klassischen Musiklebens in Wien. Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten müsste eine Kulturstadträtin transparent erklären, wo gespart wird und vor allem, warum. Stattdessen wird ein traditionsreiches Haus einfach aus dem Spielplan gestrichen. Ich befürchte ernsthaft, dass die Kammeroper nicht nur pausiert, sondern dauerhaft nicht mehr bespielt wird. Das wäre ein massiver kulturpolitischer Kahlschlag und ein weiterer Verlust für die Wiener Kulturlandschaft. Besonders unverständlich ist für mich die Prioritätensetzung der SPÖ. Während bei den heftig umstrittenen Festwochen offenbar weiterhin großzügig Mittel fließen, wird hier bei einer etablierten Institution der Rotstift angesetzt. Das zeigt deutlich, dass Frau KaupHasler ideologisch motivierte Prestigeprojekte höher bewertet als gewachsene kulturelle Strukturen. Josef Fronek, (81) Pensionist Radweg Nach monatelangem Umbau wurde die neue Fahrradstraße in der Auhofstraße zwischen Dommayergasse und Feldmühlgasse eröffnet, obwohl schon bisher Fahrradfahren in dieser Einbahn in beide Richtungen möglich war. Wie sinnlos diese neue Fahrradstraße ist, zeigt auch der nur einen Steinwurf entfernte Wientalradweg auf. Mit der Drehung der Einbahn zwischen Steckhovengasse und Fleschgasse können nun auch keine KFZ mehr in der Auhofstraße durchfahren, was einem weiteren Anschlag auf den motorisierenden Individualverkehr gleichkommt. In der Praxis bedeutet das, dass nun alle KFZ über die Hietzinger Hauptstraße nach Westen ausweichen müssen, wo die Straßenbahnlinie 10 verkehrt und sich einige Schulen befinden. Dieser bevorstehende Stau zu den verkehrsintensiven Zeiten wird nicht nur bis zur Kennedybrücke zurückreichen, sondern mit der Großbaustelle Maxingstraße 2026 und den damit einhergehenden Umleitungen zu einem Verkehrschaos in ganz Althietzing auswachsen. Eine reine Schnapsidee! Kurt M., (32) Anrainer Drag-Nikolaus Nicht genug, dass Dragqueens in unseren Schulen und Kindergärten Lesungen abgehalten haben, jetzt müssen Sie auch noch unser schönes, altes Brauchtum mit einem queeren Punschstand in aller Öffentlichkeit ins Lächerliche ziehen. Es passt einfach nicht in unser traditionelles Rollenbild mit Vater, Mutter, Kind. Zu Hause können alle machen was sie wollen, aber bitte nicht in der Wr. Neustädter Innenstadt, wo in der Adventzeit zahlreiche Familien mit kleinen Kindern bummeln. Solch schräge Figuren können vor allem kleine Kinder verstören – wie soll sich so ein kleiner Mensch in so einer verrückten und entwurzelten Welt noch auskennen? Phillip G., (42) Familienvater Senden Sie uns Ihren Leserbrief an: redaktion@das-wien.at
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