DAS WIEN AKTUELL 9 Manfred Mertel in die Bürgermeisterwahl. Ein Schritt, der auch für Diskussionen sorgt. War das eine gute Wahl? Fellner: Manfred Waschi Mertel hat einen großen Vorteil – er führt die unterschiedlichsten Strömungen zusammen. Mit ihm können alle Lager gut leben. Es gab ja ein eindeutiges Votum für Mertel. Er wird die Klagenfurter SP auf Linie bringen. Schließlich braucht sie einen guten Teamchef. Der Waschi hat die Fähigkeit die älteren Menschen und die Jugend anzusprechen, nicht zuletzt durch seine Erfahrungen als Sportler. Anders ausgedrückt: Der Waschi Mertel ist ein Original. Und Klagenfurt verdient ein Original. Das Wien: Geht der Wähler-Trend zur FPÖ weiter, wäre nach der nächsten Landtagswahl ein „blauer“ Landeshauptmann möglich? Fellner: Ich halte das für ausgeschlossen. Ich denke, dass die Kärntnerinnen und Kärntner eher jemanden wählen, der den Mut hat, auch unbequeme Dinge auszusprechen und der rund um die Uhr mit ganzem Herzen für dieses Land kämpft. Dann werden die Wähler wahrscheinlich mich unterstützen und nicht einen freiheitlichen Kandidaten. Die SPÖ wird bei der Landtagswahl wieder Erster werden. Damit stellt sich diese Frage nicht mehr. Das Wien: Schließen Sie eine Koalition mit der FP aus? Fellner: Es ist keine Koalitionsvariante auszuschließen. Ich verstehe Politik so, dass man mit allen Mitbewerbern Gespräche suchen und bei Verhandlungen den größtmöglichen gemeinsamen Nenner finden muss. Das Wien: Die FPÖ hat Ihnen zuletzt wieder Postenschacher vorgeworfen … Fellner: Wenn man etwa die Bestellung des letzten Top-Jobs hernimmt, muss man den Hintergrund kennen. Es geht um die Leitung der Bildungsdirektion. Das war ein Verfahren, das ich in keinster Weise beeinflusst habe oder beeinflussen hätte können. Mir wurden vom Ministerium fünf Kandidatinnen bzw. Kandidaten als „geeignet“ gemeldet. Da habe ich jene drei Bewerber herausgesucht, die laut Gutachten die besten Bewertungen aufweisen konnten. Die Entscheidung wurde letztlich in Wien getroffen. Es scheint klar zu sein, welche Personen topqualifiziert sind. Das Wien: Werden Sie Ihr Regierungsteam vor den Landtagswahlen erneuern? Fellner: Nein. Das Wien: Dürfen Heimbetreiber mittlerweile auch einen Gewinn erzielen? Fellner: Die machen natürlich Gewinne. Es gibt allerdings Lebensbereiche, wo man zusätzliches Geld entsprechend einsetzen könnte. Es wird manchmal so dargestellt, als müssten die Heimbetreiber alle Häuser gleich zusperren. Das ist doch nicht der Fall. Sie würden sich sogar die Kommunalsteuer sparen, wenn sie gemeinnützig wären. Kommen also bestimmte Gewinne einzelnen Personen zugute oder fließen sie teilweise in Qualitätsverbesserungen wie Klimaanlagen im Sommer oder in zusätzliches Pflegepersonal? Da bleibt meine Haltung eindeutig. Das Wien: Soll das Mitspracherecht der Bundesländer beim Bund gestärkt werden? Fellner: In einen Reformprozess muss man mit einer gewissen Offenheit gehen. Man darf von vornherein nicht jede Veränderung ausschließen. Eine föderale Struktur lebt von einem intensiven Austausch miteinander. Das soll so bleiben. Das Wien: Werden Sie sich den neuen Bruno-Kreisky-Film ansehen? Fellner: Ich habe es mir vorgenommen. ANZEIGE
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