DAS WIEN AKTUELL 27 Sportlerwahl: Auszeichnungen für Flock, Gall, LASK und die Aigners Janine Flock und Felix Gall sind Österreichs Sportlerin und Sportler des Jahres. Der LASK wurde als Team des Jahres gekürt, dessen Coach Didi Kühbauer als Trainer des Jahres und Torjäger Saša Kalajdžić für den „Emotionalen Sportmoment des Jahres“. Veronika und Johannes Aigner triumphierten im Behindertensport, Stephan Embacher gewann das „Aufsteiger des Jahres“-Voting. Bianca Maier und Silvio Gorsche sind Special Olympics-Sportlerin und -Sportler. Der Special Award geht an Fußball-Legende Herbert Prohaska. Die Auszeichnung für „Sportler:in mit Herz“ ging an den Wings for Life Run. Die NIKIs wurden im feierlichen Rahmen der 30. LOTTERIEN Sporthilfe-Gala in der Wiener Stadthalle überreicht. Diese Charity-Veranstaltung gilt als bedeutendstes Fundraising-Event des heimischen Sports. Der Erlös kommt über die Österreichische Sporthilfe direkt heimischen Athletinnen und Athleten zugute. Sporthilfe-Präsidentin Susanne Riess-Hahn und Geschäftsführer Gernot Uhlir begrüßten rund 1.500 Gäste aus Sport, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und unterstrichen die Bedeutung der LOTTERIEN Sporthilfe-Gala als wichtigstes Fundraising-Event der Österreichischen Sporthilfe und größtes Charity-Dinner des Landes, deren Erlöse unmittelbar in die Unterstützung heimischer Athletinnen und Athleten fließen. Janine Flock schreibt österreichische Sportgeschichte: Als erste Skeleton-Athletin überhaupt wurde die Tirolerin Österreichs Sportlerin des Jahres © GEPA pictures/ Walter Luger Felix Gall setzte sich nach 2023 zum zweiten Mal bei der Wahl zum Sportler des Jahres durch. Der Zweite des Giro d’Italia und Dritte der Vuelta entschied die Wahl deutlich für sich © GEPA pictures/ Walter Luger Kühbauer ist Trainer des Jahres Vom Tabellenkeller zum historischen Double: Didi Kühbauer wurde bei der LOTTERIEN Sporthilfe-Gala als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet. Der Burgenländer übernahm den LASK im Oktober 2025 auf dem vorletzten Tabellenplatz und führte die Linzer zu einer beeindruckenden Aufholjagd. Erstmals wurde der LASK mit dem NIKI als „Team des Jahres“ ausgezeichnet. © GEPA pictures/ Harald Steiner Wenn man über den Wiener Fußball spricht, kommt man an der Geschichte natürlich nicht vorbei. Rapid, Austria, Vienna, SportClub – da könnten wir wahrscheinlich tagelang Geschichten erzählen. Und ich wäre vermutlich einer der Letzten, denen dabei der Gesprächsstoff ausgeht. Aber von der Vergangenheit allein kann man sich im Fußball nichts kaufen. Entscheidend ist, was heute auf dem Platz passiert. Und da muss man sagen: Rapid macht derzeit vieles richtig. Sieben Siege aus acht Spielen, Tabellenführer und zuletzt auch beim LASK gewonnen. Das kann sich sehen lassen. In Hütteldorf wird ja bekanntlich schnell einmal von der Meisterschaft gesprochen, manchmal schon nach zwei gewonnenen Vorbereitungsspielen. Diesmal gibt es aber tatsächlich gute Gründe für Optimismus. Die Mannschaft wirkt gefestigt, spielt mutig und schießt Tore. Trotzdem würde ich den Meisterteller noch nicht bestellen. Eine Saison ist lang, und gerade Rapid hat uns oft genug gezeigt, wie schnell sich die Stimmung drehen kann. Bei meiner Austria schaut die Sache leider ganz anders aus. Sieben Punkte nach acht Runden und nur sieben erzielte Tore sind für einen Verein mit diesem Anspruch einfach zu wenig. Da brauchen wir auch nicht lange herumreden. Natürlich ist die finanzielle Situation schwierig, aber irgendwann muss man auch sportlich Antworten liefern. Die Austria gehört nicht ins untere Tabellendrittel. Und als ehemaliger Stürmer tut es mir besonders weh, wenn vorne so wenig passiert. Mit schönen Kombinationen allein gewinnt man keine Spiele. Irgendwann muss das Runde auch ins Eckige. Was mich aber freut, ist die Entwicklung bei der Vienna. Der älteste Fußballverein Österreichs mischt in der zweiten Liga ganz vorne mit. Die Hohe Warte hat ihren ganz eigenen Charme, und es wäre schön, wenn dieser Traditionsverein langfristig wieder eine größere Rolle im österreichischen Fußball spielen könnte. Auch der FAC zeigt, dass in Wien ordentlich gearbeitet wird. Da muss nicht immer alles mit großem Tamtam passieren. Und dann gibt es noch den SportClub und die vielen anderen Wiener Vereine, die Woche für Woche mit viel Herzblut arbeiten. Dort stehen Menschen am Platz, die das nicht wegen großer Verträge machen, sondern weil sie den Fußball lieben. Das sollte man bei aller Diskussion über Millionenbudgets und internationale Transfers nicht vergessen. Was mir insgesamt fehlt, ist ein gemeinsamer Anspruch an den Wiener Fußball. Wir reden von einer Stadt mit fast zwei Millionen Einwohnern, einer unglaublichen Fußballtradition und einem riesigen Potenzial an jungen Spielern. Da müsste eigentlich noch viel mehr möglich sein. Nicht jeder talentierte Bub muss gleich mit 17 ins Ausland wechseln. Vielleicht sollten wir uns wieder mehr darauf konzentrieren, Spieler auszubilden, ihnen eine echte Chance zu geben und sie auch einmal länger bei unseren Vereinen zu halten. Wien hat die Stadien, die Fans, die Geschichte und vor allem die Leidenschaft. Was wir brauchen, sind Vereine, die daraus nachhaltig etwas machen. Rapid zeigt gerade, wie schnell Begeisterung entstehen kann, wenn die Ergebnisse stimmen. Die Austria muss wieder dorthin kommen, wo sie hingehört, und die kleineren Traditionsvereine verdienen ebenfalls ihre Bühne. Denn eines ist für mich klar: Wien war immer eine Fußballstadt. Jetzt müssen wir nur schauen, dass wir nicht irgendwann mehr über die Vergangenheit als über die Gegenwart reden. Klartext von Toni Polster Wien ist eine Fußballstadt. Aber wo bleibt der Fußball? © Ulrik Hölzel - photography & design
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