Das Wien - E-Book

DAS 18 WIEN AKTUELL Vor wenigen Jahren, in der sogenannten Pandemie galt die kleine Ketchup-Portion als Symbol verantwortungsvoller Hygiene. In Restaurants, Hotels und Kantinen verschwanden Salz- und Pfefferstreuer von den Tischen, gemeinsam genutzte Saucenflaschen wurden eingesammelt und durch einzeln verpackte Portionen ersetzt. Die Botschaft war eindeutig. Jeder Kontakt weniger schützt die Gesundheit. Wer damals auf Einwegverpackungen setzte, handelte im Sinne der öffentlichen Sicherheit. Heute scheint diese Zeit in Brüssel bereits vergessen zu sein. Die Europäische Union plant die Einwegportionen für Ketchup, Senf, Mayonnaise sowie andere Würzsaucen ab dem Jahr 2030 weitgehend zu verbieten. Was gestern noch als hygienische Pflicht galt, wird nun zum ökologischen Problem erklärt. Wieder einmal erleben Bürger und Unternehmen, wie rasch politische Prioritäten wechseln und mit ihnen die absurden Vorschriften. Das Ziel Verpackungsmüll zu reduzieren ist grundsätzlich nachvollziehbar. Niemand wird bestreiten, dass unnötiger Abfall vermieden werden sollte. Doch die Frage lautet längst nicht mehr, ob Umweltschutz wichtig ist, sondern ob die EU mittlerweile jede Alltagsentscheidung regulieren muss. Immer häufiger entsteht der Eindruck, dass Brüssel weniger auf Innovation und Eigenverantwortung setzt als auf Verbote, Gebote und detaillierte Vorgaben bis hinein in die kleinsten Bereiche des täglichen Lebens. Besonders bemerkenswert ist dabei die Widersprüchlichkeit vieler Maßnahmen. Während man den Bürgern erklärt, bestimmte Verpackungen müssten aus Umweltgründen verschwinden, zeigen andere Beispiele, wie schnell vermeintliche Lösungen neue Probleme hervorbringen können. Ein prominentes Beispiel sind die Papierstrohhalme, die vielerorts die früheren Plastikhalme ersetzt haben. Sie wurden als umweltfreundliche Alternative präsentiert und gelten bis heute als Symbol europäischer Nachhaltigkeitspolitik. Doch mittlerweile zeigen Studien und wissenschaftliche Untersuchungen, dass in manchen dieser Papierstrohhalme sogenannte PFAS nachgewiesen wurden. Dabei handelt es sich um langlebige Chemikalien, die wegen ihrer Beständigkeit in der Umwelt auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden. Ausgerechnet Produkte, die als Beitrag zur Rettung der Umwelt vermarktet wurden, stehen damit selbst unter Verdacht, neue Umweltprobleme zu verursachen. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund. Das eigentliche Problem liegt jedoch tiefer. Die europäische Politik vermittelt zunehmend den Eindruck, jede Herausforderung könne durch eine weitere Verordnung gelöst werden. Mal werden Einwegprodukte gefördert, dann verboten. Mal gilt ein Material als Zukunftstechnologie, wenige Jahre später wird über dessen Risiken diskutiert. Unternehmen investieren Milliarden in die Umsetzung neuer Vorgaben, nur um wenige Jahre später erneut umrüsten zu müssen. Viele Bürger stellen sich zu Recht die Frage, ob in Brüssel nur ahnungslose, ideologieverblendete Dilettanten sitzen? Für Gastronomen und Hoteliers bedeutet die neue Regelung jedenfalls zusätzliche Kosten und organisatorischen Aufwand. Für Verbraucher bedeutet es Einschränkungen und eine stetig wachsende Zahl an Vorschriften. Und für die Glaubwürdigkeit der Politik bedeutet es, dass immer mehr Menschen den Eindruck gewinnen, Versuchskaninchen wechselnder politischer Spinnereien zu sein. Umweltschutz braucht Akzeptanz. Diese entsteht jedoch nicht durch einen immer längeren Katalog an Verboten, sondern durch praktikable Lösungen, technologische Innovationen und nachvollziehbare Entscheidungen. Wenn dieselbe Politik, die gestern Einwegportionen aus Hygienegründen begrüßt, diese morgen aus Umweltgründen verbietet, dann darf sie sich nicht wundern, wenn sie von den Bürgern zunehmend nicht mehr ernst genommen wird. Die Diskussion um Ketchup-Verpackungen mag auf den ersten Blick lächerlich erscheinen. Tatsächlich steht sie jedoch für die Regulierungswut der EU, die völlig an den Bedürfnissen der Menschen vorbei geht und zudem, völlig ohne Not, die Wirtschaft belastet. Bürger als VersuchsKaninchen Criticus Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an marketing@das-wien.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 26. Juni 2026. Gewinnen Sie 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 100 Euro von Wo befindet sich das neue Lokal von Plachutta? a) Neuer Markt b) Kärntner Straße Betreff: Plachutta Gewinnen Sie 5 x 1 Gutschein im Wert von 100 Euro von Wo befindet sich Julius Meinl in Wien? a) 1090 b) 1010 Betreff „Meinl“ Gewinnen mit “ Das Wien” Gewinnen Sie 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 100 Euro von Wo befindet sich das Schwarze Kameel? a) Bognergasse 5 b) im Prater

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