DAS WIEN GARTENTIPP 29 Gartengeschichte Garteln ohne Garten! Garteln ohne Garten, geht das? – Eine in diesen Tagen oft gestellte Frage, die aber ganz leicht zu beantworten ist: Kein Problem. Egal wo ich gegärtnert habe. Überall war es möglich und vor allem auch lohnenswert. Nicht nur der Ernte wegen, sondern auch wegen der Freude am Wachsen und Gedeihen. Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel. Der spannendste meiner Gärten lag vor vielen Jahren im 4. Stock einer Mietwohnung mitten in der Großstadt. Ohne Lift! Auf einem Balkon mit nur 1,5 Quadratmetern! Ein grüner Dschungel, der meine grüne Oase war. Garteln ohne Garten war angesagt: mit Tomate und Zucchini. Stangenbohnen als Spalier zum Nachbarn, Kräuterkisterl und sogar einem Orangenbaum. Dieser Garten in luftiger Höhe ist für mich immer das Argument, wenn Besucher nun in meinen 2.500 Quadratmeter großen Garten kommen und meinen „hier sei ja alles möglich“. Stimmt –, aber auf kleiner Fläche genauso. Man braucht nur ein wenig Geduld und Gelassenheit, ein paar Gefäße, Erde und Saatgut. Mein absoluter Favorit ist übrigens die Kapuzinerkresse, die ich in vielen verschiedenen Sorten noch heute aussäe und die Blüten und Blätter im Salat verwenden. So ergänzen sich Nutzen und Zierde zu einem bunten Ganzen. Den Garten Eden gibt es – auch ganz ohne Garten! Gartenkalender Der Mai ist gekommen und nun sollte es nicht mehr lange dauern, bis es endlich so warm ist, dass Paradeiser, Kürbisse und Zucchini ins Freie gepflanzt werden können. Was ist also alles jetzt zu tun? Im Gemüse und Ziergarten: Gesät werden nun auch Bohnen und Erbsen. Am besten eine Stunde vorquellen lassen. Nach wie vor können Karotten, Petersilie, Pastinaken gesät werden. Bei den Radieschen nun allmählich die Sommersorten wählen, die wachsen nicht aus. Ausgepflanzt werden nun Zucchini, Kürbisse, Gurken und natürlich die Tomaten. Immer noch Vlies bereithalten, die Nächte sind oft noch sehr kalt und verursachen einen wochenlangen Wachstumsstopp. Kartoffeln können nach wie vor gepflanzt werden. Kommen die ersten Triebe aus der Erde vorbeugend mit Chabasit sprühen, wenn alljährlich die Kraut- und Braunfäule auftaucht. Im Ziergarten werden die Dahlien gesetzt, ev. zuerst in Töpfen, dann lassen sich ev. Schnecken besser abhalten. Generell jetzt auf Schädlinge achten: Blattläuse, Weiße Fliegen (im Gewächshaus) mit dem neuen Orangenöl bekämpfen, das auch gegen Pilzkrankheiten hilft. Biologisches Schneckenkorn streuen – nach einem ersten Regen werden sie wohl in Massen auftauchen. Am Balkon und der Terrasse: Balkonblumen lassen sich nun praktisch alle pflanzen. Auch die Kübelpflanzen können nun generell ausgeräumt werden. Zum Start allen Pflanzen die oberste Erdschicht in den Töpfen durch Komposterde gemischt mit Sand (Bims) und viel organischem Dünger ersetzen. Im Zimmer: Wöchentlich düngen, jetzt beginnt auch bei den Zimmerpflanzen Hauptwachstumszeit. Am Südfenster stehen nun nur noch Sukkulente Pflanzen, alle anderen würden Verbrennungen erlitten. Gartenfragen Soll man beim Hibiskus die Samenstände entfernen und überhaupt, wann treibt der aus? Samenstände kann man natürlich entfernen und keine Eile – Hibiskus oder auch der Seidenbaum treiben sehr spät aus. *** Kann ich Schafmist als Dünger im Garten verwenden? Generell gilt im biologischen Gartenbau: alle organischen Stoffe zuerst auf den Kompost und dann aufs Beet. Verhindert auch beim Schaf- oder Pferdemist, dass unverdaute Samen (bei den Pferden der Hafer) in den Beeten zu wachsen beginnt. *** Ab wann kann man den Rasen nachsäen – ist noch zu kalt? Nein, dafür ist es nicht zu kalt. Mai und September sind die besten Monate, weil der Boden nicht so stark austrocknet. Immer gut feucht halten (2 x pro Woche durchdringend wässern) und ca. 14 Tage nach dem Keimen organisch düngen.
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