Das Wien - E-Book

DAS WIEN AKTUELL 2 In der Stunde der Niederlage hat Viktor Orbán Größe gezeigt und sich als vorbildlicher Demokrat erwiesen. Noch vor Auszählung aller Stimmen hat der ungarische Langzeit-Premier seinem Herausforderer, Péter Magyar, zum Wahlsieg gratuliert, obwohl zahlreiche Medienkommentatoren davon ausgegangen sind, dass sich Orbán an die Macht klammern werde und sich nicht problemlos zurückzieht. Nach 16 Jahren endet damit die Ära von Viktor Orbán. Das ungarische Volk schickte ihm an den Wahlurnen trotz seiner vergangenen Erfolge die Rechnung für das zunehmend bleierne System der Misswirtschaft und Korruption. Es will einen Neuanfang. Seit Jahren stagniert die ungarische Wirtschaft bei hoher Inflation. Orbán hat nicht mehr geliefert. Jetzt muss sein Nachfolger Péter Magyar liefern – und das wird nicht leicht für diesen. Hat doch keiner der neuen Abgeordneten politische Erfahrung und sitzt das erste Mal in einem Parlament. Ebenso schwierig wird wohl die Besetzung der Ministerposten, denn auch diese Magyar-Leute haben keinerlei Regierungserfahrung. Und da haben wir noch gar nicht über die hunderten Mitarbeiter gesprochen, die dieser neu aufzustellende Apparat benötigt, um reibungslos zu funktionieren. Und das muss er. Haben die Ungarn doch deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie Veränderungen wollen. Und das rasch. Dieses Kunststück muss Magyar zustande bringen. Wenn nicht, wird er genauso schnell wieder weg sein, wie er da war. Einen ganz anderen Machtübergang haben einige in der SPÖ Niederösterreich geplant gehabt. Dort hat die nach Wien in die Bundesregierung weggelobte SPÖ-Staatssekretärin Königsberger-Ludwig völlig überraschend bekannt gegeben, dass sie beim bevorstehenden Parteitag Ende Mai gegen den amtierenden SPÖ-Landeschef Sven Hergovich antreten will. Die Situation in der Landespartei sei zurzeit „sehr schwierig“, man nehme die SPÖNÖ nicht als „konstruktive Kraft“ wahr, begründete KönigsbergerLudwig ihre Kandidatur. Ihr Ziel sei es, ein starkes Personalpaket für die Zukunft zu schnüren und ein verlässliches, konsensfähiges Angebot für die Landtagswahl 2028 zu machen. Der Masterplan dahinter dürfte wohl auf die vergangenen Koalitionsverhandlungen mit Landeshauptfrau Mikl-Leitner zurückzuführen sein. Hat der damals neu installierte SP-NÖChef Sven Hergovich diese doch ordentlich versemmelt und ist auf dem Abstellgleis gelandet. Das ist an seiner mangelnden Kompromissfähigkeit gelegen. So wollte er sich lieber die Hand abhacken als den Koalitionspakt mit der ÖVP zu unterschreiben. Das hat Mikl-Leitner nicht vergessen. Schließlich wurde sie durch diese unprofessionelle Aktion Hergovichs in eine Koalition mit der von ihr ungeliebten FPÖ gezwungen. Da wäre eine streichelweiche Königsberger-Ludwig, die schon einmal mit der ÖVP mitregieren durfte und von dieser über den grünen Klee gelobt wurde, weitaus angenehmer. Es ist wohl sehr wahrscheinlich, dass im Büro MiklLeitners die Sektkorken geknallt haben, als sie vom Antritt Königsberger-Ludwigs erfahren hat. Man hat hier ein Fenster gesehen, um die lästigen Freiheitlichen los zu werden. Doch dieses Fenster hat sich rasch wieder geschlossen. Wenige Tage nachdem der Wille KönigsbergerLudwigs zu einer Kampfabstimmung an die Medien verraten worden ist, hat sie nach einer Sitzung der SPÖ-Gremien ihre Kandidatur wieder zurückgezogen. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp IMPRESSUM: Herausgeber/Chefredaktion/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 16.04.2026, 10:00 Uhr Tag des Zu-Fuß-Gehens: Buntes Programm am Schottentor Am 27. April laden wir zum Tag des Zu-Fuß-Gehens auf die Wiener Ringstraße ein. Zwischen 15.00 und 18.00 Uhr gibt es am Schottentor ein buntes Programm, das unsere Füße als smartes Verkehrsmittel feiert. Mit SalsaStreet-Workshop und Coffe to go für den notwendigen Schwung, dem beliebten Silly-Walk-Contest für den Schmäh und einem Glücksrad mit den begehrten Goodies von Wien zu Fuß“, erklärt Fußgängerbeauftragte Petra Jens von der Mobilitätsagentur Wien. „Mitmachen kann man auch mit den eigenen Füßen: Gemeinsam wollen wir 100 Millionen Schritte sammeln, oder 25-mal Österreich umrunden. Wer mit der „Wienzu-Fuß“ App zwischen 27. April und 27. Mai 2026 seine Schritte zählt, ist mit dabei und kann mit etwas Glück großartige Preise gewinnen. Die Schritte Challenge #gehmit2026 ist eine Kooperation mit der österreichweiten App „Walk15””, ergänzt Petra Jens. Zudem werde über die geplante Neugestaltung der Geh- und Radwege auf der Ringstraße informiert. Die schattige Allee, auf der sich jetzt noch Fußgängerinnen und Fußgänger mit Radlerinnen und Radlern den engen Platz teilen müssen, wird künftig zu einer Allee zum Zu-Fuß-Gehen. Die Gehsteige entlang der Gebäude werden schön gepflastert und begrünt, die Nebenfahrbahn wird zum Radweg. Am Schottenring entsteht so Platz für zusätzliche 900 Quadratmeter Grünfläche mit Sitzbänken im Schatten. “Das Zu-Fuß-Gehen am Ring wird in Zukunft viel angenehmer und einladender. Das ist ein guter Grund, den Tag des Zu-Fuß-Gehens genau dort zu begehen“, so Jens abschließend. © Sebastian Philipp

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