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DAS WIEN AKTUELL 30 Der Kleine mitten unter den Großen: Elefantenkalb erobert Herde und Herzen Schönbrunner Wasserbüffel als Landschaftsgärtnerinnen im Einsatz Das zweieinhalb Monate alte Elefantenkalb im Tiergarten Schönbrunn verzaubert die Besucherinnen und Besucher – und auch seine Herde. „Mittlerweile ist der Elefanten-Nachwuchs mit der gesamten Herde zusammen. Das Jungtier bringt für alle Abwechslung und es schweißt die Tiere noch enger zusammen“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Besonders eine 2003 im Tiergarten geborene Elefantenkuh hat sich zu einer geduldigen „Tante“ entwickelt, die viel mit dem Jungtier spielt. Meist hält sich das Kalb unter ihrem Bauch auf und läuft mit ihr mit, während das Muttertier eine Auszeit genießen kann. Das Herdenleben ist für den kleinen Elefanten sehr aufregend. Er ist stets mittendrin und schläft tagsüber kaum noch. Egal, ob Steine oder Sandhügel – auch die gesamte Anlage wird neugierig erkundet. Bei der Geburt wurde das Gewicht des Kalbes auf knapp über 100 Kilogramm geschätzt. Mittlerweile stapft der Kleine regelmäßig auf die Waage. Vor zwei Wochen hatte er bereits 195 Kilogramm. Rund ein Kilogramm nimmt er täglich zu. Bis zum Gewicht seines Vaters – stolze 4,6 Tonnen – ist es jedoch noch ein weiter Weg. Neugierig übt er auch den Gebrauch seines Rüssels, indem er seine Umgebung und andere Herdenmitglieder berührt. „Der kleine Elefant wird nach wie vor gesäugt, er trägt aber bereits kleinere Äste durch die Anlage. Er schafft es auch schon, mit dem Rüssel Wasser aufzunehmen und sich in den Mund zu spritzen“, so Tierpflegerin Hannah Bartunek. Zum Tierpfleger-Team hat er bereits Vertrauen aufgebaut: Er streckt die Ohren entgegen und lässt sich auch berühren – eine wichtige Vorarbeit für das spätere medizinische Training. Zwei Hauswasserbüffel-Weibchen aus dem Tiergarten Schönbrunn grasen nun im Naturpark Leiser Berge. Auf einer vier Hektar großen Fläche mit Schilf, Gräsern und Bäumen erwartet sie jede Menge Arbeit. Die beiden einjährigen Tiere sind als Landschaftsgärtnerinnen im Einsatz. Mit jedem Schritt, mit jedem Bissen gestalten sie die Vegetation. „Die Tiere sorgen für eine naturnahe Beweidung – ganz ohne intensive menschliche Eingriffe. Diese Form der Landschaftspflege knüpft an die historische Rolle großer Pflanzenfresser an, die über Jahrtausende hinweg natürliche Lebensräume gestaltet haben. Sie verhindern die Verbuschung, schaffen kleinräumige Strukturen und fördern so die Entwicklung vielfältiger Lebensräume. Davon profitieren zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten“, erklärt Alexander Ernst, Geschäftsführer des Naturpark Leiser Berge. Die beiden Schönbrunner Wasserbüffel bilden den Grundstein einer neuen Weinviertler Wasserbüffel-Population. „Die Wasserbüffel sind ein wesentlicher Baustein, um dem Weinviertel sein wildes Herz zurückzugeben. Wir sind dem Tiergarten überaus dankbar, dass er uns zwei seiner Tiere anvertraut hat“, sagt Jennifer Kraus, Geschäftsführerin des Start-ups „Meine Blumenwiese“ und inhaltliche sowie finanzielle Partnerin des Projekts. Bereits Ende September sind die Büffel übersiedelt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit auf einem eigenen Weideabschnitt haben sie sich im Naturpark gut eingelebt. Künftig kommen die Tiere in den Wild Solutions Park im Naturpark Leiser Berge. „Es ist schön, dass wir durch die erfolgreiche Haltung und Zucht von Hauswasserbüffeln im Tiergarten große Pflanzenfresser ins Weinviertel zurückbringen können. Wir sind sehr stolz auf unsere kontinuierliche und gut funktionierende Nachzucht. Derzeit freuen wir uns gleich über zwei Jungtiere. Die kleinen Büffel sind die Geschwister jener Tiere, die in den Naturpark Leiser Berge übersiedelt sind und verstärken jetzt wieder unsere Herde“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. © (2) Daniel Zupanc © Daniel Zupanc

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