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Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen!

Vorgeschmack auf die Wien-Wahl

Geschätzte Leserin, verehrter Leser – Sie halten heute die neueste Ausgabe von „Das Wien“ in den Händen! Und ich garantiere Ihnen, dass wir auch heuer mit unseren Geschichten aus der Bundeshauptstadt für spannenden Lesestoff, Unterhaltung, Exklusiv-Meldungen und Hintergrund-Informationen sorgen werden! Schließlich handelt es sich bei unserer auflagenstarken Gratis-Monatszeitung für Wienerinnen und Wiener um ein wirklich unabhängiges Medienprodukt, das auch ohne großzügige Presse- oder Druckförderung auskommen muss. Wir lassen Volksvertreter aller Parteien in umfangreichen Interviews zu Wort kommen, veröffentlichen Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten (von Künstlern bis zu Diplomaten) und betrachten kritisch und objektiv das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Geschehen in unserer Donaumetropole. Dazu kommen bekannte „Gesichter“ in verschiedenen Kommentaren zu Wort.

Einen ersten Vorgeschmack auf die Wiener Gemeinderats- und Landtagswahl im Herbst 2020 zeigt das Kräftemessen zwischen der türkis/blauen Bundes- und der rot/grünen Wiener Stadtregierung um die „Mindestsicherung“. Bei diesem Dauerthema scheint Kanzler Kurz sogar seinen Koalitionspartner FP rechts überholen zu wollen. Der verbale Kampf zwischen Caritas und „Blauen“ über eine angebliche „Asylindustrie“ garantierte hingegen beiden Seiten eine besondere mediale Aufmerksamkeit. Eine vorverlegte Wiener Wahl scheint mittlerweile kein „echtes“ Thema mehr zu sein. So untermauerte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig gegenüber unserem Blatt, dass der Wählerauftrag bis Ende der Legislaturperiode gelte und er keinen Grund für einen vorgezogenen Urnengang sehen würde. Verständlich, auf diese Weise kann das Stadtoberhaupt weiter an seinem Bekanntheitsgrad feilen und die Digitalisierung in Wien vorantreiben. Die Grünen mit ihrer neuen Chefin Birgit Hebein werden die Koalition keinesfalls platzen lassen, außer sie wollen weiterhin politischen Selbstmord begehen. Und die Opposition? Die ist nach eigenen Angaben „jederzeit für einen Wahlgang bereit“. VP-Spitzenkandidat Minister Gernot Blümel unterstrich das unserer Redaktion gegenüber wie auch Neos-Klubobmann Christoph Wiederkehr. Und die FP? Hier scheint sich Johann Gudenus weiterhin als Spitzenkandidat abzuzeichnen. Vizekanzler H.-C. Strache wird seinen Sessel kaum gegen eine ungewisse Zukunft tauschen. Obwohl, wie Strache gegenüber „Das Wien“ einmal versicherte, der Wiener Bürgermeistersessel eine „tolle Herausforderung“ wäre. Gernot Blümel soll hingegen überhaupt in die Wiener Zentrale wechseln und die Türkisen wieder massiv stärken. Gerüchte reißen nicht ab, dass Blau, Türkis und Neos künftig einen roten Wiener Bürgermeister „um jeden Preis“ verhindern wollen – sollte es sich mandatsmäßig ausgehen. Polit-Beobachter sehen auch in Rot-Schwarz einen „gewissen Charme“. Zunächst steht aber die EU-Wahl vor der Tür. Die Parteien zeigen sich „gerüstet“, die meisten Spitzenkandidaten stehen fest. Es wird ein interessanter Testlauf, besonders für die Grünen, die ja aus dem Parlament geflogen sind. In einem Interview mit „Das Wien“ hatte sich Grünen-Urgestein W. Kogler überzeugt gezeigt, dass seine Partei bei der nächsten NR-Wahl wieder im Hohen Haus sitzen wird. Und weiter in der EU.

Für die Bundesregierung gibt es, wie selbst vor Medien verlautet, drei große Themenbereiche: Pflege, Digitalisierung und Steuerreform. Man darf gespannt sein. Interessant: Bildungsminister Heinz Faßmann hatte sich im Gespräch mit „Das Wien“ aufgeschlossen gegenüber der Lehrerin, Islam-Kritikerin und Buchautorin Susanne Wiesinger gezeigt („Ich nehme sie sehr ernst“). Jetzt wurde die kämpferische Pädagogin als Ombudsfrau für Kulturfragen ins Ministerium berufen. Ein kluger Schachzug des Wissenschaftlers, der mit dem Koalitionspartner nicht immer einer Meinung ist. Und Justizminister Josef Moser, ebenfalls öfters im Clinch mit seiner ehemaligen Partei FP, versucht mit „Paragraphen-Entstaubung“ und härtere Strafen gegen Gewalttäter öffentlich zu punkten. Bisher offensichtlich vergebens.

Heinz Knapp,
Herausgeber


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