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Minister sucht die Scheinwerfer

Was ist mit dem „türkisen“ und oft als farblos bezeichneten Justizminister Josef Moser los? Der zuletzt eher glücklos agierende Verwaltungsjurist, Ex-Rechnungshofpräsident, Ex-Haider-Bürochef, Ex-FP-Parlamentsklubdirektor und Beinah-ÖBB-Vorstandsdirektor gilt in der Bundeskoalition als „angeschlagen“ und möglicher Ablösekandidat. Der in Osttirol geborene und in Kärnten aufgewachsene Beinnah-Bundespräsidentschaftskandidat verfügt weder in der VP, noch in der FP über eine entsprechende Hausmacht. Und mit seinen durchaus interessanten Vorschlägen und radikalen Einsparideen konnte sich der Herr Minister kaum durchsetzen. Vielleicht heischt er deshalb bewusst nach ein wenig Buntheit, ein wenig Aufmerksamkeit, ein wenig VIP-Gehabe. Das würde auch seinen Auftritt mit Conchita Wurst am Opernball erklären. Für die/den Songcontest-Sieger(in) war es auf alle Fälle eine unbezahlbare Werbung. Und beim Juristenball glänzte der 63-jährige Chef der Justiz mit Filmstar Nicolas Cage. Vielleicht will der Mann, der die viel diskutierte und nicht unproblematische Sicherheitshaft als „heikel“ bezeichnet und zuletzt auch Ministerkollegen kritisiert hatte, ins grelle Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit flüchten? Wie schon seine Vorgängerin Bandion-Ortner? Oder wie der neue burgenländische Landeshauptmann H. P. Doskozil (SP), der seinem alten Chef Kern und seiner neuen Chefin Rendi-Wagner Kopfzerbrechen bereitet hat. Dem frisch verliebten Ex-Gendarmen geht es offensichtlich nicht um das Gesamtwohl der „roten“ Partei, sondern um seine Zukunft. Im Burgenland stehen spätestens im nächsten Jahr Wahlen an. Dabei sind einige Vorschläge des neuen Regierungschef durchaus nachvollziehbar, eine Sicherheitshaft auch für Österreicher freilich nur schwer. Schon gar nicht für Genossen.

Während in Wien mit Ludwig und Blümel die Kandidaten für SP und VP für die nächste Landtagswahl feststehen, muss der geschäftsführende FP-Klubchef Johann Gudenus noch als fescher „Ich-bin-ja-ein-beinah-Bürgermeister-Kandidat“ herhalten. Noch wird Vizekanzler Strache geschickt ins Spiel gebracht, er hätte für die „Blauen“ zweifellos die besten Chancen. Er wird wohl im Regierungsteam bleiben. Zunächst müssen aber EU-Wahlen geschlagen werden. Da buhlen schon die sattsam bekannten und nicht sonderlich originellen Spitzenkandidaten der großen Parteien um die Wählergunst. Und bei den Kleinen? Die Grünen dürften mit Urgestein Kogler und Quereinsteigerin Sarah Wiener ordentlich punkten. Die Neos? Mit Claudia Gamon, einer Ex-Hochschulfunktionärin, die kaum jemand kennt? Politprofis meinen, dass nicht viele Wähler auf die ehemalige Angestellte eines Autofahrerclubs abfahren werden. Und „Silberrücken“, Ex-Grüner und Politiker-Pensionsbezieher Voggenhuber startet für „Jetzt“. Übrigens – unsere Geschichte über die fetten Gagen hoher AK-Funktionäre, die noblen Aufwandsentschädigungen für ÖGB-Chefs und den „Privilegienstadel“ Wirtschaftskammer sorgte für zahlreiche Leser-Reaktionen. Eine Anfrage an die WK-Pressestelle über die genauen Bezüge der WK-Funktionäre blieb übrigens unbeantwortet. Ach ja, der Karfreitag ist nicht mehr weit. Und die umstrittene Lösung mit dem „persönlichen“ Feiertag sorgt weiter für Wirbel, Proteste, Unzufriedenheit und künftige Klagen. Bleibt nur der verzweifelte Ausruf: „Ach, Du lieber Gott!“

Heinz Knapp,
Herausgeber


Aktuelles

Interview | Politik

„Wir bleiben unserer Linie treu und setzen Wahlversprechen um“

VP-Generalsekretär Karl Nehammer im „Das Wien“-Interview. Der Nationalrat, der mit „Leib und Seele“ als Politiker agiert, fordert effizientere Strukturen bei der Sozialpartnerschaft.

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Aktuell

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Der neue, größere und modernere Twin City Liner der Central Danube, an der auch die Wien Holding beteiligt ist, ist am 25. Jänner sicher im Hafen Wien angekommen.

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Interview | Politik

„Eine Pflegeversicherung ist nicht der Stein der Weisen!“

Ministerin Hartinger-Klein (FP) will die Pflege zu Hause erleichtern. Im „Das Wien“-Gespräch beteuert sie, keine Spitäler schließen zu wollen.

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Kultur

„Alles Oper“ – lautet heuer das Motto am Ball der Bälle in Wien

Zum 63. Mal findet nach dem Zweiten Weltkrieg der Wiener Opernball statt – mit einem hervorragenden Einführungsprogramm und vielen Stargästen.

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Interview | Kultur

Mit einem „Hungerleider-Beruf“ zum echten Publikumsliebling

Schauspieler und TV-Star Karl Merkatz (88) im Interview mit „Das Wien“. Der gelernte Tischler freut sich über Auszeichnungen.

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Aktuell

Anstöße
Von Dompfarrer Toni Faber

Studienergebnisse legen die Vermutung nahe, dass weltweit jede fünfte junge Frau und jeder zehnte junge Mann während des Heranwachsens Missbrauchserfahrungen machen muss.

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Lifestyle

Sonja's Beauty Secrets
von Sonja Diem

Gewichtsabnahme ohne Heißhunger oder Schwächegefühle – das gelingt beim Intervallfasten 16:8  sehr einfach.

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Sport

Kein Pardon
Von Edi Finger jun.

Es gibt einige Standardsätze für den Sport: Wer nicht wirbt, der stirbt. Die größte Werbung für den Fußballsport sind die Direktübertragungen im Free-TV.

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