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DAS 8 WIEN AKTUELL Fast drei Jahrzehnte lang war er das Gesicht des Stephansdoms, nun ist sein Abschied offiziell besiegelt. Toni Faber, Österreichs wohl bekanntester Priester und einer der schillerndsten Kirchenmänner des Landes, wird mit 31. August 2027 als Dompfarrer von St. Stephan in Pension gehen. Nach monatelangen Spekulationen und intensiven Gesprächen mit dem neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl bestätigte die Erzdiözese Wien nun die Einigung. Damit endet nach 30 Jahren eine Ära, die wie kaum eine andere von Glanz, Prominenz, Schlagzeilen und immer wieder auch Kontroversen geprägt war. Dass Faber seinen Posten räumen würde, galt seit Wochen als offenes Geheimnis. Immer wieder war über Spannungen innerhalb der Kirche und über eine vorzeitige Ablöse spekuliert worden. Die Erzdiözese betont nun jedoch ausdrücklich, dass die Entscheidung „in gutem Einvernehmen“ gefallen sei. Tatsächlich hatte Faber zuletzt selbst signalisiert, dass er sich – anders als noch vor einiger Zeit – einen Ruhestand durchaus vorstellen könne. Nun steht fest: Der 31. August 2027 wird sein letzter offizieller Arbeitstag als Dompfarrer sein. Schon einen Tag später soll die Wiener Dompfarre einen neuen Leiter erhalten. Als„Brückenbauer“ gefragt Für Erzbischof Josef Grünwidl ist der Zeitpunkt passend. Faber habe mit seinen 30 Jahren als Dompfarrer einen Rekord aufgestellt. Nach drei Jahrzehnten sei nun eine gute Zeit gekommen, die traditionsreiche Pfarre neu zu besetzen. Gleichzeitig macht die Erzdiözese deutlich, dass der Abschied keineswegs das Ende von Fabers Wirken bedeutet. Der beliebte Geistliche soll auch nach seiner Pensionierung als Priester und Seelsorger tätig bleiben. Vor allem im Bereich der City-Pastoral sieht man für ihn weiterhin wichtige Aufgaben. Faber selbst spricht von seiner Rolle als Brückenbauer zwischen Kirche, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur – eine Aufgabe, die er auch in Zukunft fortsetzen möchte. Symbolhafter Wohnungstausch? Noch heuer soll Faber seine Dienstwohnung im traditionsreichen Churhaus am Stephansplatz verlassen und in eine altersgerechte Wohnung übersiedeln, die ebenfalls im Eigentum des Domkapitels steht. Damit bleibt er dem Stephansdom und der Wiener Innenstadt auch räumlich eng verbunden. Für den Geistlichen beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt, der zwar weniger Verwaltungsarbeit, aber keineswegs weniger Seelsorge bringen soll. Taufen, Trauungen, Segnungen oder Begräbnisse – all das wird auch künftig zu seinem Alltag gehören. Der Rückzug aus dem Amt erfolgt allerdings nicht ohne Nebengeräusche. In den vergangenen Monaten hatte kaum ein anderer Priester derart viele Schlagzeilen produziert wie Toni Faber. Besonders seine öffentlichen Auftritte gemeinsam mit einer Frau sorgten innerhalb der Kirche für Diskussionen. Fotos von Veranstaltungen, Empfängen oder Society-Terminen machten rasch die Runde und lösten heftige Debatten aus. Kritiker warfen Faber vor, sich zu sehr im Rampenlicht und in der Wiener Promiszene zu bewegen. Unterstützer hingegen sahen gerade darin seine besondere Stärke: Er habe die Kirche dorthin getragen, wo sie sonst kaum präsent gewesen sei. Interpretation in Hülle und Fülle Dabei waren die Diskussionen um seinen Lebensstil keineswegs neu. Schon seit Jahren galt Faber als außergewöhnlicher Kirchenmann, der den Kontakt zu Künstlern, Unternehmern, Politikern und Prominenten pflegte wie kaum ein anderer Geistlicher. Während manche darin eine moderne Form der Seelsorge sahen, empfanden andere den gesellschaftlichen Glanz als unpassend für einen Dompfarrer. Dass sich Faber zudem wiederholt offen für einen liberaleren Umgang mit dem Zölibat ausgesprochen hatte, sorgte ebenfalls für Aufmerksamkeit. Innerkirchlich gilt allerdings als eher unwahrscheinlich, dass gerade diese Aussagen ausschlaggebend für den nun erfolgten Wechsel waren. Neue Impulse im Unruhezustand Fest steht, dass Toni Faber den Stephansdom über Jahrzehnte geprägt hat wie kaum ein anderer. Ob Staatsbegräbnisse, Trauerfeiern für prominente Persönlichkeiten, festliche Gottesdienste oder medienwirksame Auftritte – der Wiener Dompfarrer war weit über die Grenzen der Kirche hinaus bekannt. Für viele wurde er zum Gesicht des Stephansdoms und zu einem der prominentesten Vertreter der katholischen Kirche in Österreich. Ganz aufhören will der 65-Jährige dennoch nicht. Im Gegenteil. Faber freut sich bereits auf mehr Freiraum für seine persönlichen Leidenschaften. Kunst, Kultur und Sport sollen künftig einen größeren Platz in seinem Leben einnehmen. Gleichzeitig möchte er weiterhin Menschen begleiten und als Priester wirken. Der Abschied vom Amt bedeutet für ihn daher keinen Rückzug, sondern vielmehr einen Neustart mit neuen Aufgaben. Nach 30 Jahren endet zwar seine Zeit als Dompfarrer, doch Toni Faber dürfte auch als Pensionist kaum aus der Öffentlichkeit verschwinden. Dafür ist der wohl bekannteste Pfarrer Österreichs einfach zu sehr Teil des Wiener Stadtbildes geworden. H. K. Wiener Erzbischof schickt Dompfarrer Toni Faber 2027 in den Ruhestand Der „exzentrische“ Kirchenmann und Freigeist bleibt Priester, wechselt den Wohnungseingang und gewinnt somit Freiraum für Persönliches ... © Suzy Stöckl

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