DAS 16 WIEN AKTUELL Es klingt nach einem schlechten Scherz, ist aber bittere Wahrheit: Im Wiener Innenministerium gab es im April eine teure Promi-Feier für den verurteilten Ex-Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) zu dessen 70. Geburtstag. Knapp 9000 Euro kostete diese Fete dem Steuerzahler. Ein Betrag, für den „Otto-Normalverbraucher“ mindestens vier Monate arbeiten muss – in Zeiten, in denen Politiker Gebühren erhöhen und bei jedem Anlass Sparsamkeit predigen. Der Reihe nach: Ein vom Innenministerium organisiertes und bezahltes Geburtstagsfest für den ehemaligen Hausherren und ExEU-Abgeordneten Ernst Strasser sorgt für Unverständnis! Wie aus einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ hervorgeht (der „Standard“ berichtete) kostete diese denkwürdige Feier am 29. April 2026 knapp 9000 Euro. 77 Personen seien eingeladen gewesen, 61 wären gekommen. Strasser wurde 2014 wegen Bestechlichkeit als EU-Abgeordneter zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Diese Strafe hat der Ex-Minister mittlerweile verbüßt bzw. mit einer Fußfessel verbracht. Unter den Gästen fanden sich etliche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. So etwa die Strasser-Vorgänger Karl Schlögl (SPÖ), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und der amtierende Innenminister Gerhard Karner, einst ExStrasser-Pressesprecher (alle ÖVP). Zwei ehemalige Bundeskanzler waren auch anwesend „Die Auswahl der Ehren- und Festgäste erfolgte seitens des Innenministeriums dem Anlass entsprechend und gemäß protokollarischer Repräsentanz“, hieß es u. a. in der Anfragebeantwortung. Finanziert wurde das Fest als „Repräsentationsausgabe aus Mitteln des Detailbudgets der Zentralstelle“. Konkret: Mit Steuergeld! Die korrekte Abrechnung: 8.724,77 Euro. Für Catering, Personal, Equipment, Mobiliar und Dekoration wurden 8.230,32 Euro bezahlt, für Torten 372,50 Euro, für Blumensträuße 100 Euro und für Bilderrahmen fuhr man noch schnell zum Bauhaus. Laut Ministerium hätte man auf Sparsamkeit geachtet, weil die Veranstaltung in internen Räumlichkeiten stattfand. Laut Ministerium handelte es sich um ein „Austauschtreffen“. Glücklicherweise befand sich der Herr Ex-Innenminister wieder auf freiem Fuß, um an seiner Geburtstagsfeier teilnehmen zu können, monieren Kritiker. Strasser hatte 2014 als EU-Abgeordneter englischen Investigativjournalisten eine Einflussnahme auf Gesetzwerdungsverfahren in Aussicht gestellt – gegen ein jährliches Honorar von 100.000 Euro. Im Ministerium wurde auf eine andere (teure) Geburtstagsfeier verwiesen – etwa von Ex-Minister Schlögl. Der wurde allerdings nie strafrechtlich verurteilt und musste sich nicht, wie VP-Mann und Ex-Delegationsleiter Strasser, unrühmlich aus der Politik verabschieden. Heftige Kritik kommt von der FP: „Während ausgerechnet bei Polizisten der Rotstift angesetzt wird, schmeißt man für einen schwarzen Skandalpolitiker mit langem Sündenregister eine teure Feier!“ Und die Neos: „Eine Feier für einen rechtskräftig verurteilten Politiker? Wer versteht denn so etwas?“ H. K. Mit Steuergeld: Geburtstagsfeier für Ex-Innenminister Ernst Strasser Innenministerium organisierte für knapp 9.000 Euro eine Promi-Party für verurteilten Ex-Politiker. Etliche VP-Funktionäre als Gratulanten. www.das-wien.at Bei einem „ÖVP-Austauschtreffen“ durfte Ex-Innenminister Strasser seinen 70. Geburtstag ausgiebig auf Steuerkosten (ca. 9.000 Euro) feiern ... European People's Party (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ernst_Strasser_at_EPP_Conference_on_ Cyber_Security_(5389731063)_(cropped).jpg), licenses/by/2.0/legalcode
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