WIEN DAS Österreichische Post AG - RM GZ 17A0411152K - unabhängig Ausgabe 16 Juli/2026 23 Bezirke „DAS WIEN“ präsentiert während der Sommermonate jeweils ein Museum S. 23 Freispruch für H. C. Strache S. 11 © Klaus Pichler/www.kpic.at © DAS WIEN Unternehmer aus Wien geehrt S. 8 In dieser Ausgabe berichten wir über das Pratermuseum. Kaum ein Vergnügungspark ist so stark mit der Identität einer Stadt verbunden wie der Wurstelprater © Stadt Wien/Christian Jobst Karl Ploberger: 12 x„Heißer Lesestoff“ für den Sommer S. 27 Foto beigestellt - Ploberger
DAS 2 WIEN AKTUELL Es gibt Momente, in denen sich Politik und Lebensrealität so weit voneinander entfernen, dass sich die Bürger zu Recht fragen, ob in den Regierungsbüros überhaupt noch jemand weiß, wie der Alltag der Menschen aussieht. Genau diesen Eindruck vermittelt die aktuelle Politik. Während Familien, Pensionisten und Arbeitnehmer jeden Euro zweimal umdrehen müssen, feiert sich die Regierung für Maßnahmen, die bestenfalls symbolischen Charakter haben. Aus einer versprochenen Entlastung wird ein paar Cent Ersparnis an der Supermarktkassa und diese werden dann auch noch als großer sozialpolitischer Erfolg verkauft. Wer ernsthaft glaubt, die Preisexplosion der vergangenen Jahre mit ein paar Cent auf ausgewählte Lebensmittel auszugleichen, hat den Bezug zur Realität verloren. Die Menschen merken jeden Tag, dass ihr Geld weniger wert ist. Strom, Heizung, Miete und zahlreiche Dienstleistungen sind teurer geworden. Viele Haushalte haben ihre Reserven längst aufgebraucht. Trotzdem präsentiert die Regierung Mini-Entlastungen, die schon von der nächsten Preisrunde aufgefressen werden. Das ist keine wirksame Sozialpolitik, sondern Symbolpolitik. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass für Prestigeprojekte, Dienstreisen und den eigenen Regierungsapparat Geld offenbar keine Rolle spielt. Für die Bevölkerung gibt es Almosen, während der Staat großzügig bei sich selbst bleibt. Dieses Missverhältnis sorgt für berechtigten Ärger. Wer Sparsamkeit verlangt, muss sie zuerst selbst vorleben. Besonders deutlich zeigt sich diese Schieflage beim ORF. Seit Jahren werden die Bürger verpflichtet, einen Rundfunkapparat zu finanzieren, unabhängig davon, ob sie dessen Angebote überhaupt nutzen oder nicht. Gleichzeitig reißen die Schlagzeilen über interne Skandale, fragwürdige Vorgänge und mangelnde Transparenz nicht ab. Berichte über Intrigen, zweifelhafte Feierkultur oder undurchsichtige Pensionsregelungen haben das Vertrauen vieler Menschen beschädigt. Dennoch bleibt das Finanzierungssystem unverändert. Wer den Bürgern ständig erklärt, überall müsse gespart werden, kann kaum glaubwürdig verlangen, dass sie einen öffentlich-rechtlichen Apparat ohne grundlegende Reformen zwangsweise finanzieren. Nicht weniger bedenklich ist die Entwicklung in der Landwirtschaft. Österreichs Bauern produzieren unter hohen Qualitäts-, Umwelt- und Tierschutzstandards. Gleichzeitig werden die Märkte immer stärker für Billigimporte geöffnet, die unter völlig anderen Bedingungen entstehen. Wer heimische Produzenten diesem Wettbewerb aussetzt, gefährdet langfristig die Versorgungssicherheit. Es geht nicht nur um bäuerliche Existenzen, sondern um die Frage, ob Österreich seine Lebensmittel künftig noch selbst erzeugen kann. Dazu gehört auch Ehrlichkeit gegenüber den Konsumenten. Wer im Gasthaus ein Schnitzel bestellt, sollte wissen dürfen, woher das Fleisch stammt. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung wäre ein wichtiger Schritt für mehr Transparenz und zur Stärkung regionaler Produzenten. Auch im Asylbereich wächst die Unzufriedenheit. Das Asylrecht soll Menschen schützen, die tatsächlich verfolgt werden. Es verliert jedoch an Glaubwürdigkeit, wenn Personen mit Schutzstatus in ihre Herkunftsländer reisen, gleichzeitig aber weiterhin Sozialleistungen in Österreich beziehen. Wer ohne Gefahr Urlaub im Heimatland machen kann, wirft zwangsläufig die Frage auf, ob der Schutzstatus noch gerechtfertigt ist. Kontrovers diskutiert wird auch über ideologische Inhalte an Schulen. Viele Eltern wünschen sich, dass Bildungseinrichtungen sich auf ihren Kernauftrag konzentrieren: Wissen vermitteln, Leistung fördern und Kinder auf das Leben vorbereiten. Schulen sollten Orte der Bildung sein und keine Bühne für gesellschaftspolitische Experimente. Das eigentliche Problem ist kein Mangel an Steuereinnahmen, sondern ein Mangel an Prioritäten. Während die Belastungen für die Bevölkerung steigen, wachsen Bürokratie, Gebühren und staatliche Ausgaben weiter. Kleine Entlastungen werden groß inszeniert, die grundlegenden Probleme aber bleiben ungelöst. Genau deshalb wächst das Misstrauen vieler Bürger. Sie erwarten keine Wunder, sondern eine Politik, die ihre Sorgen ernst nimmt, verantwortungsvoll mit Steuergeld umgeht und sich wieder stärker an der Lebensrealität der Menschen orientiert. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp IMPRESSUM: Herausgeber/Chefredaktion/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 09.07.2026, 10:00 Uhr Gewinnen mit “ Das Wien” 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 1.000 Euro von Wie heißt eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Welt? a) Malediven b) Maledoofen Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an marketing@das-wien.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 24. Juli 2026. Betreff: Reisen Gewinnen Sie 1 von 4 Gutscheinen im Wert von jeweils 250 Euro von Wo ist der Hauptsitz von Hugo Boss? a) Metzingen (D) b) Graz (Ö) Betreff: Hugo Boss
DAS WIEN AKTUELL 3 DDSG Blue Danube: Themenfahrten im Juli 2026 am Tage und in der Nacht In den Sommermonaten lädt die DDSG Blue Danube, ihre Gäste wieder auf unterschiedliche, spannende Themenschifffahrten ein. Glücksmomente am Schiff“ – unter diesem Motto legt die aus neun modernen Schiffen bestehende DDSG Blue Danube-Flotte zu unzähligen Schifffahrten am Tag und am Abend ab. Die Themenfahrten der DDSG Blue Danube locken im Juli 2026 mit abwechslungsreichen Attraktionen kombiniert mit den dazu passenden kulinarischen Gaumenfreuden und der entsprechenden musikalischen Begleitung. MS Admiral Tegetthoff: Highlights im Juli 2026 Am 16. Juli geht es ab in den Wilden Westen! Herausragende Barbecue-Spezialitäten von mehrfach preisgekrönten Grill- & BBQ-Profis gibt es im Rahmen der Country Western Cruise. Die Countryband „Western Cowboys“ führt mit Livemusik durch den Abend, während die Bordgastronomie ein köstliches BBQ-Buffet mit gegrillten Spare Ribs anrichtet. Außerdem gibt’s Sliders, Mac and Cheese, Maiskolben und natürlich die einzigartige Aussicht auf Wien von Bord eines Schiffes. Die größten ABBA-Songs und Smörgasbord, ein typisch schwedisches Buffet, gibt es am 18. Juli im Rahmen der Schwedischen Nacht mit legendären ABBA-Hits. Und am 23. Juli erleben alle Gäste Austropop-Hits und zeitlose Ohrwürmer von Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros, STS und vielen mehr – live auf der Donau. Eine Austropop-Band sorgt während des gesamten Abends für beste Stimmung und interpretiert die bekanntesten Songs der österreichischen Musikszene mit viel Gefühl und Energie. Dazu kann man ein vielfältiges Buffet mit österreichischen Klassikern genießen – perfekt abgestimmt auf einen gemütlichen Abend voller Musik, Genuss und Wiener Flair. Abgerundet wird der Monat an Bord der MS Admiral Tegetthoff mit den musikalischen Themenfahrten „Evergreens - Oldies but Goldies“ am 30. Juli und „Rock ‘n‘ Roll Cruise | Party Fever“ am 31. Juli. MS Vienna: Musikalische Reise durch Wien Am 16. und 30. Juli können die Gäste eine musikalische Reise durch Wien genießen – live, vielseitig und mitten auf der Donau. Die DDSG Blue Danube lädt zu einem stimmungsvollen Abend, an dem Wiener Musik in unterschiedlichen Ausprägungen erlebbar wird. Das Repertoire reicht von klassischen Wienerliedern über Walzer & Johann‑Strauss‑Klänge bis hin zu weiteren beliebten Melodien mit Wien‑Bezug. Ein fixes Programm gibt es bewusst nicht. Die Musikerinnen und Musiker begleiten den Abend flexibel und situationsabhängig – mal instrumental, mal gesanglich, immer passend zur Stimmung an Bord. So entsteht ein lebendiger und authentischer Rahmen, der Raum für musikalische Weiterentwicklungen lässt. Mitsingen? Sehr gerne! Die musikalische Reise lebt von Nähe, Atmosphäre und persönlichem Erleben – genau das macht diesen Abend so besonders. Sunset BBQ an Bord der MS Kaiserin Elisabeth Ein weiteres Highlight ist die Sunset BBQ Cruise, die jeden Mittwoch im Sommer 2026 stattfindet. Während die Sonne langsam hinter der Wiener Skyline versinkt, genießen die Passagierinnen und Passagiere an Bord der MS Kaiserin Elisabeth einen stilvollen Abend mit frisch einem zubereiteten BBQ‑Buffet, Live‑Musik und einem inkludierten Begrüßungscocktail – perfekt für einen sommerlichen Abend über dem Wasser. Ob herzhaft Gegrilltes, sommerliche Beilagen oder vegetarische Alternativen: Das Buffet bietet für jeden Geschmack etwas. Dazu sorgt Live‑Musik für die passende Stimmung. Weitere Infos & Buchungen: www.ddsg-blue-danube.at © Dr. Dieter Lampl © Kurt Patzak
DAS 4 WIEN AKTUELL -55% bis XXXL Küchenaktionen Gültig beim Kauf vieler Einbauküchen der Marken Dieter Knoll, Novel, Ce Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen und Rabattaktionen) kum sind Abholpreise. Gültig bis 21.07.2026. Nicht gültig auf bereits getätigte produkte und Österreichs bester Preis Produkte. Keine Bar-auszahlung m ZUM SOFORTABZUG. FÜR BESTEHENDE UND NEUE PREIS 25% Planungsküchen nicht im Räumungsverkauf - aber trotzdem super günstig! beim Kauf vieler Einbau Ausgenommen alle Werbe-, Aktions- und XXXLutz Tippartikel aus den aktuellen und in den letzten 30 Tagen gültigen Prospekten auf xxxlutz.at/prospekte und Online Only Produkte 33% Für alle nicht im Räumungsverkauf befindlichen Produkte! 1) Gültig vom Herstellerlistenpreis bis 21.07.2026. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen und Rabattaktionen) kumulierbar. Nicht einzulösen auf On Aufträge, Abverkaufsprodukte, Österreichs bester Preis Produkte, sowie beim Kauf von Gutscheinen, Serviceleistungen und Produkte der Marken Erpo, Sudbrock, System Unit, Sedda, Aeris, Schösswender Katalogbestellungen, Schöner Wohnen, Tierra Outdoor, Sunelements, Austroflex, Stressless und Neu Leuchteneinkauf. In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einkauf. Auch zusätzlich auf alle Prozentaktionen und Markenrabatte, ausgenommen sind tungen, Online Only Produkte, Abverkaufsprodukte, Österreichs bester Preis Produkte und bereits reduzierte Produktangebote in unseren Prospekten auf VOM HERSTELLERLISTENPREIS. FÜR BESTEHENDE UND NEUE PREISEPASSINHABER. auf viele Möbel und Leuchten 1 Ene Möbel Mu - ra 1) Impressum: Herausgeber u. Verleger: XXXLutz KG, Römerstraße 39, 4600 Wels. 3) Gültig vom Katalogpreis. 3+4) Gültig bis 21.07.2026. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Alle Preise sind Abholpreise. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge, Abverkaufsprodukte und Österreichs bester Preis Produkte. 4) Gegenüber den Einzel- preisen lt. DAN Preisliste. Aktion gültig beim Kauf einer kompletten DAN-Küche. auf viele Einbauküchen der Marken Dieter Knoll3), Novel3), Celina3), Venda3) und Dan4) 580-5-26-Das-Wien-Gesamt-15-07-DS.indd 1 ANZEIGE
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DAS 6 WIEN AKTUELL Die limitierte „Edizione Ottantesimo“ feierte das Erbe der Roller-Ikone Vespa entsprechend Inmitten der „Ewigen Stadt“ wird an diesem Wochenende das ultimative 80 Jahre-Jubiläum der Rollerikone Vespa gefeiert. Hundertausende begeisterte Vespisti werden mit ebenso vielen Modellen erwartet. Pünktlich zu Beginn der Feierlichkeiten am 25. Juni präsentierte die italienische Traditionsmarke ein exklusives Sammlermodell zum runden Jubiläum mit passendem Namen „Edizione Ottantesimo“. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert im römischen Foro Italico, hat die auf 1.946 Fahrzeuge limitierte Sonderedition echten Sammlercharakter. Eine gesonderte „80th“-Variante wurde bereits zu Beginn des Jubeljahres präsentiert. Eine Hommage an Design und Handwerkskunst Die Vespa Edizione Ottantesimo basiert auf einem der Bestsellermodelle der Marke, der GTS 310. Angetrieben wird sie von einem leistungsstarken 310 hpe Einzylindermotor mit 25 PS, dem bislang stärksten Motor in der Geschichte der Marke. Sie ist als nummerierte Edition ab sofort ausschließlich über vespa.com erhältlich. Das Design versteht sich als Hommage an die charakteristische Stahlkarosserie mit unverwechselbarer Vespa-Ästhetik. Die Sonderlackierung orientiert sich an der puren, authentischen Materialität des Stahls und vereint die Struktur rohen Metalls mit fein abgestimmten Grüntönen und Akzenten. Diese Gestaltung übersetzt Tradition in ein modernes Statement, das unverkennbar Vespa bleibt. Modernste Ausstattung, darunter LED-Beleuchtung, TFT-Farbdisplay mit Vespa MIA Konnektivität, Keyless-System sowie ABS- und Traktionskontrolle, vereint ikonisches Design mit zeitgemäßer Performance. Liebe zum Detail Design mit Sammlerwert und besondere Designelemente betonen den Jubiläumscharakter: Felgen mit diamantgeschliffenem Felgenhorn erinnern an die Vespa 98 von 1946, während das 3D-Logo „80“ seitlich die achte Dekade der Marke markiert. Eine nummerierte Plakette im Staufach unter dem Sitz unterstreicht den limitierten Charakter. Die sportliche Sitzbank ist zwar nur für eine Person konzipiert, jedoch von zwei Personen im Alltag komfortabel erprobt. Ergänzt werden kann der „Vespa Edizione Ottantesimo-Look“ mit einem farblich abgestimmten Jet Helm, der bei jeder Bestellung kostenfrei on top mitgeliefert wird. Darüber hinaus wird jedes Ottantesimo-Modell mit einem hochwertigen Assouline Coffee Table Book ausgeliefert – eine elegante Hommage an das italienische Lebensgefühl, das Vespa seit 1946 in die Welt trägt. Update zum Wasserverbrauch Die Maßnahmen der Stadt Wien zur Reduktion des Wasserverbrauchs wurden am Montag, 6. Juli 2026, beendet. Eine Woche, nachdem der Verbrauch einen Höchstwert erreicht hat, liegt der tägliche Wasserbedarf wieder im Normalbereich. Dank des reduzierten Wasserbedarfs der städtischen Dienststellen und des kühleren Wetters am vergangenen Wochenende sank der Verbrauch deutlich. Mit 70 Quellen und 30 Grundwasser-Brunnen ist die Wiener Wasserversorgung gut aufgestellt, um auch hohe Verbräuche zu decken. Der tägliche Wasserbedarf ist von verschiedenen Rahmenbedingungen abhängig – unter anderem davon, ob Hitzewellen in der Ferienzeit auftreten, in der sich weniger Menschen in der Stadt aufhalten. Die Stadt Wien – Wiener Wasser bedankt sich ausdrücklich bei der Bevölkerung: Durch den bewussten und sparsamen Umgang mit Trinkwasser kann jede Einzelne und jeder Einzelne weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Ressource leisten. Gefälschte Kondome auf EU-Markt Mehr als 200.000 gefälschte Kondome aus China sind in Europa angeboten worden. Die Verhütungsmittel seien unter dem Namen und mit dem Logo einer bekannten Marke vertrieben worden, heißt es in einer Mitteilung des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF). Den genauen Markennamen nannte die Behörde mit Sitz in Brüssel nicht. „Gefälschte Kondome sind gefährlich. Sie sind nicht getestet, unkontrolliert und unsicher“, so OLAF-Direktor Petr Klement. Solche Produkte ermöglichen die Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten. Geschätzter Marktwert der gefälschten Kondome: über 200.000 Euro. Strengere Tierschutzregeln in EU Die EU-Kommission kündigt strengere Tierschutzregeln für Geflügel- und Schweinehalter an. Sie werde noch heuer ein Gesetz für die Haltung von Legehennen wie Hühnern und im kommenden Jahr eines für Schweine vorschlagen. Demnach will sie erreichen, dass Legehennen langfristig nicht mehr in Käfigen gehalten werden. Ziel sei es zudem, männliche Küken nicht mehr zu töten. Für Importeure sollen dieselben Standards gelten. Bauernverbände befürchten, dass strengere Regeln die Kosten für Tierhalter in die Höhe treiben. Invasive Tierarten schaden Donau In der Wiener Donau tummeln sich mittlerweile zahlreiche Tierarten, die hier nicht heimisch sind. Sie verdrängen heimische Tiere oder übertragen sogar tödliche Krankheiten. Der Signalkrebs aus Nordamerika etwa sollte vor Jahrzehnten die Krebsfischerei wiederbeleben. Jetzt überträgt er die Krebspest. Ebenfalls aus Nordamerika stammt der Sonnenbarsch, ein ausgesetzter Aquarienfisch. Er frisst Nachwuchs heimischer Arten. Auch die Grundel verdrängt Arten. Sie stammt aus dem Schwarzen Meer. RH-Kritik an Wirtschaftskammer Der Rechnungshof kritisiert in zwei Berichten die Wirtschaftskammer. Die Prüfer kritisieren zu wenig Transparenz bei den milliardenschweren Rücklagen. Außerdem schlagen sie Änderungen bei der Vergütung der Funktionäre vor. Der Bezieherkreis und die Höchstsätze der Vergütung sollten festgelegt werden, empfiehlt der RH. Zu prüfen sei auch, inwieweit Entschädigungen überhaupt zulässig seien. Die WKÖ verweist auf bereits erfolgte & anstehende Reformen. © www.vespa.at / Faber GmbH
DAS WIEN AKTUELL 7 Lohn- & Sozialdumping: Kontrollen Die Finanzpolizei hat im Vorjahr im Bereich Lohn- und Sozialdumping 1.327 ausländische Betriebe überprüft. Dabei wurden 3.691 entsandte oder überlassene Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen überprüft, teilten Finanz- und Sozialministerium mit. Bei 274 Fällen gab es einen Verdacht auf zu niedrige Entlohnung. Insgesamt beantragte die Finanzpolizei im Vorjahr Geldstrafen in Höhe von rund 5,37 Millionen Euro. Die Kontrollen gehen heuer weiter. Im Fokus stehen Baugewerbe, Eventbranche, Gastronomie und Tourismus. In diesen Branchen herrsche ein erhöhtes Risiko für Lohn- und Sozialdumping, hieß es E-Card auf Urlaub mitnehmen Wer in den Urlaub fährt, sollte seine E-Card nicht vergessen. Darauf macht die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) aufmerksam. Die E-Card gilt im Ausland als europäische Krankenversicherungskarte. Bei Jugendlichen, die bald 18 Jahre alt werden, muss darauf geachtet werden, ob sie noch bei den Eltern mitversichert sind. Als Vertragsstaaten gelten alle Staaten der EU, außerdem einige Balkanstaaten sowie die Schweiz und Großbritannien. Für die Türkei wird ein Urlaubskrankenschein benötigt. Gedeckt werden jedoch nur Leistungen, die medizinisch erforderlich und nicht aufschiebbar sind. Urlaub erneut deutlich teurer Fast jede 5. Familie mit Kind kann sich wegen zu hoher Reisekosten eine Woche Urlaub nicht mehr leisten. Das zeigt eine Analyse des Momentum-Intituts. Die Spritpreise stiegen um mehr als 26 Prozent, Campingplätze, Jugendherbergen und Flüge kosten um 14 % mehr. „Das treffe vor allem Menschen, die auf günstigere Urlaubsformen angewiesen sind“, so das Institut. Auch die Kosten am Urlaubsort stiegen kräftig an. Restaurant- und Kaffeehaus-Besuche sind um 5 % teurer. Sommerbaustellen in Wien Zu Ferienbeginn starten in Wien einige Sommerbaustellen an stark frequentierten Punkten. So beginnt die Sanierung der Floridsdorfer Brücke. Sechs Fahrbahnübergangskonstruktionen – Bauteile, die Bewegungen der Brücke ausgleichen – werden erneuert, ebenso die Gleisanlagen der Straßenbahnlinie 31. Wegen einer Baustelle an der Kreuzung Spitalgasse/Währinger Straße/Nußdorfer Straße wird dort der Straßenbahnverkehr bis 21. August eingestellt. Weitere Baustellen starten am äußeren Gürtel, auf der Linken Wienzeile Höhe Winckelmannstraße, auf der Adalbert-Stifter-Straße und der Brünner Straße. ANZEIGE
DAS 8 WIEN AKTUELL DORIS FELBER Die Unternehmerin Doris Felber übernahm 1998 die Geschäftsführung von Felberbrot und entwickelte das Unternehmen zu einem Betrieb mit 45 Filialen und 410 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Wien und Umgebung. Den Fokus legte Felber dabei auf den Ausbau des Warenangebotes und auf Nachhaltigkeit. „Doris Felber hat gezeigt, wie Tradition und Weiterentwicklung erfolgreich zusammengeführt werden können“, sagte Bürgermeister Ludwig. „Mit ihrem Einsatz hat sie ein Wiener Unternehmen ausgebaut und als verlässlichen Nahversorger für viele Menschen in dieser Stadt geprägt.“ Bürgermeister Ludwig ehrte verdienstvolle Persönlichkeiten aus der Wiener Wirtschaft HELMUT MONDSCHEIN Helmut Mondschein erhielt das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien für sein langjähriges Wirken im Bereich Wirtschaftsservice. Seit 1992 leitet er die Wirtschaftshilfe der Wirtschaftskammer Wien und ist damit über Jahrzehnte in einer zentralen Servicefunktion für Unternehmen tätig. „Helmut Mondschein hat mit seiner Arbeit vielen Betrieben Orientierung, Unterstützung und konkrete Hilfe geboten“, betonte Ludwig. „Gerade dieses oft weniger sichtbare, aber für die wirtschaftliche Entwicklung Wiens wichtige Engagement verdient besondere Anerkennung.“ JOHANN KLEIN Der Unternehmer Johann Klein ist Obmann im Landesgremium des Elektro- und Einrichtungsfachhandel für Wien. Er leitet seit 1992 die Firma „Möbel Klein“ auf der Landstraßer Hauptstraße. Darüber hinaus ist er als Vorsitzender der Berufsgruppe Einrichtungsfachhandel in der Wirtschaftskammer Wien, als Obmann des Landesgremiums Wien des Elektro- und Einrichtungsfachhandels sowie als Mitglied des Bundesgremiums des Elektro- und Einrichtungsfachhandel in der Wirtschaftskammer Österreich tätig. „Johann Klein verkörperte unternehmerische Kontinuität und hohe fachliche Qualität“, so Ludwig. „Er hat nicht nur einen traditionsreichen Betrieb weitergeführt, sondern seine Erfahrung auch in den Dienst einer ganzen Branche gestellt.“ JOSEF ANGELMAYER Josef Angelmayer ist als Konditor, Unternehmer und Kammerfunktionär tätig. Er übernahm 1983 den elterlichen Betrieb in der Meiselstraße, betreibt einen Stand am Meiselmarkt und engagierte sich seit 1980 ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr Klosterneuburg, die er von 1996 bis 2021 als Kommandant leitete. Darüber hinaus wirkt er seit 2006 als Innungsmeister der Konditoren und Zuckerbäcker und ist Innungsmeister der Wiener Landesinnung Lebensmittelgewerbe. „Josef Angelmayer hat Unternehmergeist, Traditionsbewusstsein und ehrenamtlichen Einsatz in besonderer Weise verbunden“, sagte Ludwig. „Er hat nicht nur das Lebensmittelgewerbe in Wien geprägt, sondern auch über Jahrzehnte Verantwortung für andere übernommen.“ ALEXANDER BIACH Alexander Biach war von 2016 bis 2017 Obmann-Stellvertreter der Wiener Gebietskrankenkasse, von Mai 2017 bis Ende 2019 bekleidete er die Funktion eines Vorstandsvorsitzenden des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger wo er Verbesserungen im Gesundheitssystem, innovatives Service und Vereinfachungen umsetzte. Darüber hinaus war Alexander Biach von Juli 2019 bis Juli 2024 Wiener Standortanwalt und damit für die Koordination wichtiger Infrastruktur- und Innovationsprojekte in Wien verantwortlich. Nach seiner Funktion als Direktor des Wiener Wirtschaftsbundes von 2007 bis 2016 ist er seit 2016 Direktor-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Wien. „Alexander Biach hat mit Fachwissen, strategischem Blick und großem Engagement wichtige Beiträge für den Wirtschafts- und Gesundheitsstandort Wien geleistet“, so Ludwig. Fotos: Stadt Wien / Christian Jobst
DAS WIEN AKTUELL 9 Bezahlte Anzeige MUSEEN erforschen – Kultur hautnah erleben. Die vier Museen der Wien Holding – das Mozarthaus Vienna, das Kunst Haus Wien, das Jüdische Museum Wien und das Haus der Musik – machen Kunst und Kultur auf eine ganz besondere Weise erlebbar. Tickets erhältlich bei www.wien-ticket.at oder direkt bei den Museen. www.wienholding.at neug er wecken. mehr 200x272_wh_anz_museum_0226_rz.indd 1 25.02.26 10:33
DAS 10 WIEN AKTUELL Rettungsorganisationen besorgt Die Wiener Rettungsorganisationen warnen vor einer drohenden Unterfinanzierung ihrer Leistungen. Bereits seit Jahren seien die Leistungen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) nicht mehr kostendeckend, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die seit Herbst laufenden Verhandlungen würden sich zudem zäh gestalten. Die nun angebotene Erhöhung von 1,5 Prozent liege weit unter der Inflation und decke die Teuerung nicht ab. Zu schaffen macht den Rettungsorganisationen, darunter Berufsrettung, RK und ASB, die „Preisexplosion“ etwa bei Sprit, Medikamenten und Medizinprodukten. Mehrheit plant Urlaub mit Auto Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher verreist im Sommer am liebsten mit dem Auto. Das zeigt eine aktuelle Helvetia-Studie. Demnach planen 56 Prozent der Befragten ihren Urlaub mit dem eigenen Auto. Gründe dafür sind vor allem Flexibilität und Unabhängigkeit, berichtet Ö3. Mehr als jeder 2. Befragte fühlt sich auf der Straße sicherer als im Flugzeug. „Bevor die Reise losgeht, werde etwa die Route genau geplant“, betonte Helvetia-Experte Grubler. Weniger Krankenstandstage Die Krankenstände der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich sind 2025 im Jahresvergleich um 2,7 Prozent zurückgegangen, auf durchschnittlich 14,7 Kalendertage im Krankenstand. Das zeigt der aktuelle Fehlzeitenreport des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo. Allerdings gibt es einen Anstieg bei Kurzzeitkrankenständen. „Die häufigste Begründung sind Atemwegserkrankungen“, so Wifo-Expertin Mayrhuber. Ein weiterer Grund seien Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems, hier gibt es besonders lange Krankenstände. Auch psychische Erkrankungen waren häufiger der Grund als noch 2024. Staatsschulden stiegen auf 431 Mrd. Von Ende 2025 bis Ende März 2026 hat sich Österreichs Schuldenstand um 13,3 Mrd. Euro auf insgesamt 431,4 Mrd. vergrößert. Gleichzeitig erhöhte sich im ersten Quartal 2026 auch die Schuldenquote, also das Verhältnis der Schulden zur Wirtschaftsleistung, von 81,5 auf 83,5 Prozent. Das Defizit lag bei 7,3 Mrd. Euro bzw. 5,8 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die zusätzlichen Schulden lassen sich laut Statistik Austria großteils auf den Bundessektor zurückführen. Insgesamt standen im ersten Quartal Einnahmen von 60,5 Mrd. Euro und Ausgaben von 67,8 Mrd. Euro gegenüber. Frauen treten Pension später an Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter von Frauen ist im Vorjahr auf 60,7 Jahre gestiegen, wie aus dem Rechnungsabschluss der Pensionsversicherung (PV) hervorgeht. 2024 lag der Wert bei 60,2 Jahren. Bei Männern stieg das Antrittsalter minimal auf 62,4 Jahre (2024: 62,3). Auch die Höhe der Durchschnittspension wuchs bei Frauen stärker. Konkret waren es 1.948,50 Euro, Männer bekommen mit 2.880,70 Euro immer noch deutlich mehr. Neuerlich deutlich gestiegen ist der Pensionsaufwand mit nunmehr 50,5 Milliarden Euro. 2024 waren es noch 47,3 Milliarden (plus 6,8 Prozent). 83 Prozent in Österreich nutzen KI Künstliche Intelligenz wird hierzulande gerne genutzt: 83 Prozent der rund 1.000 Befragten einer Marketagent-Studie geben an, diese aktiv zu verwenden, jeder bzw. jede Zweite sogar mindestens einmal pro Woche. ChatGPT und Co. werden insbesondere zur schnellen Recherche und Informationsbeschaffung herangezogen. Vor allem die Jüngeren verwenden sie auch verstärkt zur Erstellung, Überarbeitung oder Zusammenfassung von Texten. Nur viertwärmster Juni in Geschichte 14 Tage lang Hitze, Temperaturen bis 40 Grad, Juni-Rekordwerte und dann teils schwere Unwetter, die über Österreich hinweggezogen sind. Vor allem die 2. Hälfte des Monats Juni wird wohl lange in Erinnerung bleiben. Doch die 1. Hälfte sorgte dafür, dass der Juni 2026 nur der viertwärmste der Messgeschichte wurde, wie die Geosphere Austria mitteilte. Vor der Hitzewelle lagen die Temperaturen, im Vergleich zur Klimaperiode 1991–2020, nahe am Klimamittel, vom 10. bis zum 12. deutlich darunter. ÖBB erhöhen Ticketpreis um 3,5 % Die ÖBB erhöhen ihre Preise für Standardtickets und Vorteilscard zum Fahrplanwechsel im Dezember um rund 3,5 Prozent. Die Erhöhung liege unter der Inflationsrate des Jahres 2025 und entspreche den Tarifanpassungen der Verkehrsverbünde Ost-Region oder Steiermark, hieß es in einer Aussendung. Die hohen Energiepreise und der damit verbundene Kostendruck machen die Erhöhung laut ÖBB erforderlich. Auch im Vorjahr wurden die Preise um 3,5 % erhöht, 2024 um 4,7 %. Kritik an verschärften Kreditregeln In Österreich sind die Kreditregeln für Gewerbe-Immobilien mit 1. Juli weiter verschärft worden, um Zahlungsausfälle zu verringern. Das könne den schwächelnden Wohnungsbau weiter bremsen und Mieten erhöhen, warnt das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo in einer Analyse für den Raiffeisen-Verband. Die Finanzmarktaufsicht sieht keinen Rückgang bei Kreditvergaben. Daher gebe es keinen Grund, die strengeren Eigenkapitalregeln zu lockern. Wiener Bäder: 1 Million Besucher Die Wiener Bäder haben heuer bereits eine Million Gäste verbucht. Damit ist die Zahl der Badegäste um fast 25 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen, mehr als 50 Prozent sind es verglichen mit 2024, berichtet ORF Wien. Das traditionsreiche Gänsehäufel verzeichnete laut einer Aussendung mit rund 162.000 Besuchern den größten Andrang. Dahinter folgen das Kongressbad mit rund 78.000 Gästen und das Strandbad Alte Donau, das heuer erstmals bis 20.30 Uhr geöffnet hat, mit rund 65.500 Badegästen. KI generiert KI generiert
DAS WIEN AKTUELL 11 Neunter Freispruch für Heinz-Christian Strache und dennoch ist kein Ende der juristischen Verfahren gegen den ehemaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler in Sicht. Auch im sogenannten Lebensversicherungs-Prozess sprach das Wiener Landesgericht Strache und den Mitangeklagten frei. Nach kurzer Beratung kam der Schöffensenat zum Schluss, dass der Vorwurf der Untreue nicht nachgewiesen werden konnte. Der Richter hielt ausdrücklich fest, es sei nicht widerlegbar, dass Strache die Lebensversicherung als wirtschaftliche Absicherung verstanden habe. Ein Vorsatz, sich auf Kosten der Partei unrechtmäßig zu bereichern, sei nicht feststellbar. Damit steht bereits der neunte Freispruch für den Ex-Politiker zu Buche. Eine bemerkenswerte Bilanz, die unweigerlich Fragen aufwirft. Denn Staatsanwaltschaften sollen Anklagen nur dann erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Im Fall Strache scheint diese Einschätzung jedoch immer wieder nicht aufzugehen. Trotzdem wartet bereits das nächste Verfahren. Parteifreunde mit Erinnerungslücken Im Fall der Lebensversicherung drehte es sich um die Frage, ob Strache sich durch eine Änderung einer bestehenden Versicherung unrechtmäßig selbst als Begünstigten einsetzen ließ. Die Verteidigung argumentierte, dass die Polizze von Anfang an der finanziellen Absicherung des damaligen Parteichefs und seiner Familie dienen sollte, insbesondere angesichts der besonderen Risiken, denen er als Spitzenpolitiker ausgesetzt war. Das Gericht folgte letztlich dieser Sicht nicht vollständig, sah aber jedenfalls keinen strafrechtlich relevanten Nachweis einer Untreuehandlung und sprach Strache frei. Während des Prozesses schilderte der ehemalige Vizekanzler erneut die massiven Bedrohungen, denen er während seiner politischen Laufbahn ausgesetzt gewesen sei. Er erinnerte an konkrete Morddrohungen und erklärte, die Versicherung habe seiner Familie im Ernstfall Sicherheit geben sollen. Zugleich zeigte er sich enttäuscht darüber, dass sich zahlreiche frühere Parteifreunde heute an damalige Beschlüsse oder Gespräche nicht mehr erinnern wollten. Rückblickend räumte Strache ein, seinen langjährigen Weggefährten zu sehr vertraut und dabei wohl zu blauäugig gehandelt zu haben. Unabhängig davon, wie man Heinz-Christian Strache politisch beurteilt, drängt sich inzwischen eine grundsätzliche Frage auf. Wie viele Prozesse muss ein Mensch noch über sich ergehen lassen, wenn am Ende immer wieder Freisprüche stehen? Jeder Prozess bindet erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen. Ermittlungen, Gerichtsverhandlungen und Berufungsverfahren werden aus Steuergeld finanziert. Wenn sich Vorwürfe wiederholt als nicht haltbar erweisen, darf durchaus darüber diskutiert werden, ob diese Mittel an anderer Stelle nicht sinnvoller eingesetzt wären. Die Ibiza-Affäre hat Straches politische Karriere beendet. Sein öffentlicher Absturz war beispiellos. Seit Jahren steht er unter enormem medialem und persönlichem Druck. Selbst wer seine politischen Positionen ablehnt, wird kaum bestreiten können, dass ein Mensch nach jahrelangen Verfahren und immer neuen Anklagen irgendwann auch Anspruch auf einen Schlussstrich hat, insbesondere dann, wenn Gerichte ihn wiederholt freisprechen. Vorgangsweise hinterfragen Ein Rechtsstaat beweist seine Stärke nicht durch möglichst viele Anklagen, sondern durch faire Verfahren und die konsequente Anerkennung gerichtlicher Entscheidungen. Freisprüche sind keine Nebensache. Sie bedeuten, dass ein strafrechtlicher Vorwurf nicht bewiesen werden konnte. Wenn sich dieses Ergebnis inzwischen zum neunten Mal wiederholt, sollte dies Anlass sein, nicht nur über den Angeklagten, sondern auch über die bisherige Vorgangsweise der Strafverfolgung nachzudenken. Mit dem jüngsten Urteil hat HeinzChristian Strache erneut einen Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Ob das letzte anstehende Verfahren daran etwas ändern wird, ist eher unwahrscheinlich. Der neunte Freispruch setzt jedenfalls ein deutliches Zeichen und nährt die Hoffnung seiner Unterstützer, dass die jahrelange Serie an Prozessen gegen den ehemaligen Spitzenpolitiker endlich ihrem Ende entgegengeht. H. K. Wieder Freispruch für Strache – Niederlage für Staatsanwaltschaft Doch die Staatsanwaltschaft ficht nach neuen Fehlschlägen auch diesen Freispruch gegen Ex-FPÖ-Parteiobmann an Causa Lebensversicherung an. © DAS WIEN
DAS 12 WIEN AKTUELL „Spritpreisbremse“ schrumpft zur Symbolpolitik und befeuert Kritiker Die Bundesregierung verkauft Mini-Entlastungen als Erfolg und bleibt Lösungsansätze zu gezielter Bevölkerungs-Entlastung weiter schuldig. Die von der Bundesregierung als „Spritpreisbremse“ präsentierte Maßnahme verliert zunehmend an Wirkung. Seit Anfang Juli beträgt die Entlastung bei der Mineralölsteuer nur noch 0,8 Cent pro Liter – nach fünf Cent im April, zwei Cent im Mai und 1,7 Cent im Juni. Was ursprünglich als spürbare Unterstützung für Autofahrer angekündigt wurde, ist mittlerweile auf einen kaum wahrnehmbaren Betrag zusammengeschrumpft. Angesichts der aktuellen Kraftstoffpreise stellt sich die Frage, ob die Bezeichnung „Spritpreisbremse“ überhaupt noch gerechtfertigt ist oder ob es sich nur mehr um Symbolpolitik handelt. Bei Treibstoffpreisen von deutlich über 1,60 Euro pro Liter fällt die Steuererleichterung praktisch nicht ins Gewicht. Wer regelmäßig tanken muss, wird die Entlastung auf der Rechnung kaum bemerken. Besonders Berufspendler, Familien und Menschen im ländlichen Raum, die auf das Auto angewiesen sind, tragen die hohen Mobilitätskosten weiterhin nahezu unverändert. Stagniert Kaufkraft? Die Bedeutung der Treibstoffpreise reicht jedoch weit über die Zapfsäule hinaus. Höhere Kosten für Diesel und Benzin verteuern Transporte, belasten Lieferketten und erhöhen die Logistikkosten der Unternehmen. Diese Mehrkosten werden häufig an die Verbraucher weitergegeben und schlagen sich in den Preisen von Lebensmitteln, Konsumgütern und zahlreichen Dienstleistungen nieder. Damit bleiben die Kraftstoffpreise ein wesentlicher Faktor für die allgemeine Preisentwicklung. Ein erheblicher Teil des Literpreises entfällt auf staatliche Abgaben wie Mineralölsteuer, CO₂-Bepreisung und Mehrwertsteuer. Zwar verweist die Bundesregierung auf zuletzt gesunkene Rohölpreise und sieht darin eine Entlastung für die Verbraucher, gleichzeitig wird die hohe steuerliche Belastung von Treibstoffen seit Monaten von Wirtschaftsvertretern und Autofahrerorganisationen kritisiert. Kurzfristige Mini-Entlastungen seien kaum geeignet, die Kaufkraft der Bevölkerung nachhaltig zu stärken. Sommerferien als Exempel Die Debatte fällt in eine wirtschaftlich angespannte Zeit. Obwohl die Inflation gegenüber den Rekordwerten der vergangenen Jahre zurückgegangen ist, bleibt das Preisniveau hoch. Viele Haushalte kämpfen weiterhin mit steigenden Wohnkosten, hohen Energiepreisen und wachsenden Gebühren. Für zahlreiche Familien ist der finanzielle Spielraum dadurch deutlich kleiner geworden, während das Auto für den Arbeitsweg oder den Alltag vielerorts unverzichtbar bleibt. Mit Beginn der Sommerferien gewinnt das Thema zusätzlich an Brisanz. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt oder längere Strecken zurücklegt, spürt die hohen Kraftstoffkosten unmittelbar im Haushaltsbudget. Eine Entlastung von weniger als einem Cent pro Liter verändert daran praktisch nichts. Abgabenreform als Lösung Auch Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche warnen weiterhin vor hohen Betriebskosten. Treibstoff zählt zu den größten Ausgaben vieler Betriebe und fließt unmittelbar in die Kalkulation von Waren und Dienstleistungen ein. Steigende Mobilitätskosten betreffen damit nicht nur Autofahrer, sondern wirken sich auf weite Teile der Wirtschaft und letztlich auf alle Konsumenten aus. Im Mittelpunkt der politischen Diskussion steht daher zunehmend die grundsätzliche Frage, ob punktuelle Steuererleichterungen ausreichen oder ob eine umfassendere Reform der Abgaben auf Kraftstoffe notwendig wäre. Die Bundesregierung verteidigt ihren Kurs als ausgewogenen Ausgleich zwischen Budgetkonsolidierung, Klimazielen und Entlastung der Bevölkerung. Kritiker sehen darin hingegen eine Maßnahme, deren praktische Wirkung angesichts der aktuellen Preisentwicklung kaum mehr wahrnehmbar ist. Überschaubare Tauglichkeit Die Diskussion über leistbare Mobilität dürfte daher auch in den kommenden Monaten anhalten. Solange das Auto für viele Menschen unverzichtbar bleibt und Treibstoffkosten einen erheblichen Teil der laufenden Ausgaben ausmachen, wird auch die Frage bestehen bleiben, ob eine „Spritpreisbremse“ mit einer Entlastung von lediglich 0,8 Cent pro Liter ihrem Namen tatsächlich gerecht wird. H. K.
DAS WIEN AKTUELL 13 Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an marketing@das-wien.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 24. Juli 2026. Gewinnen mit “ Das Wien” Erstes Mutter-Kind-Haus in Österreich ist Basis für„Zurück zu selbstbestimmten Leben“ Das Haus bietet ehemals inhaftierten Müttern und ihren Kindern einen geschützten Wohnraum sowie ganzheitliche Unterstützung auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Eröffnung mit Justizministerin Anna Sporrer, Erzbischof Josef Grünwidl und Geschäftsführerin Nicole Meissner. Kürzlich wurde in der Burggasse im siebten Wiener Gemeindebezirk das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien feierlich eröffnet. Die Eröffnung nahmen Anna Sporrer, Bundesministerin für Justiz, Josef Grünwidl, Erzbischof von Wien, und Nicole Meissner, Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Justiz, Sozialarbeit und der Zivilgesellschaft vor. Das Projekt ist das erste seiner Art in Österreich und bietet haftentlassenen Müttern mit ihren Kindern Wohn- und Unterstützungsangebote, um nach der Haft ein selbstbestimmtes und sicheres Leben führen zu können. Auch Frauen, die allein leben, steht das Mutter-Kind-Haus offen. Zuhause für Neuanfang Erzbischof Josef Grünwidl segnete das neue Projekt und erklärte: „Es ist unsere Kernaufgabe als Kirche, Menschen am Rand unserer Gesellschaft zu begleiten und ihnen zu zeigen: Wichtiger als deine Vergangenheit ist deine Zukunft. Genau das möchten wir in diesem Mutter-Kind-Haus für haftentlassene Mütter und ihre Kinder ermöglichen.“ Einzigartiges Projekt für vulnerable Zielgruppe Frauen machen zwar nur 6,89 Prozent der Insassinnen und Insassen in österreichischen Justizanstalten aus (Bundesministerium für Justiz, 2025), doch nach der Haft stehen sie vor besonders komplexen Herausforderungen: Wohnungslosigkeit, Obsorgefragen, gesundheitliche Belastungen und die Integration in den Arbeitsmarkt. Das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität bietet hier eine innovative Lösung. Über die St. Elisabeth-Stiftung Unter dem Motto „Mama, du schaffst das!“ unterstützt die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien schwangere Frauen, wohnungslose alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und Familien in schwierigen Lebenssituationen sowie obdachlose Menschen. Das vielseitige Angebot der Stiftung umfasst einen Beratungsbereich mit einer Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle sowie einem psychotherapeutischen Angebot, einen Wohnbereich mit fünf Mutter-Kind-Einrichtungen und einem eigenen sozialpädagogischen Team sowie Startwohnungen. Direkte Hilfe bietet die Stiftung auch über das Sachspendenlager an. Das Mobil betreute Wohnen ermöglicht ein weitgehend selbstständiges Wohnen mit bedarfsorientierter Begleitung. Mit dem Sozialen Wohnungsmanagement können Wohnungen an obdachlose Menschen vermittelt werden. Ebenso bietet die Stiftung einen Arbeitsintegrationsbereich an, zu welchem die Web- und Kreativwerkstatt, klassische Arbeitsintegration, Mamas Werkstatt sowie Mamas Café gehören. Thomas Böck (Collegialität Privatstiftung), Nicole Meissner (Geschäftsführerin St. Elisabeth-Stiftung), Josef Grünwidl (Erzbischof), Markus Reiter (Bezirksvorsteher Neubau) © Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub 5 x 1 Gutschein im Wert von jeweils 100 Euro von Was ist ein typisches Campari-Land? a) Italien b) Schweden Betreff: Campari 1 von 20 Gutscheinen im Wert von jeweils 100 Euro von Wie heißt die Eigenmarke von SPAR? a) S-Budget b) S-Finanzen Betreff: Interspar
DAS 14 WIEN AKTUELL Nach dem brutalen Übergriff auf einen Taxifahrer in Leoben geraten führende Mitglieder der Identitären Bewegung immer stärker ins Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft Leoben führt Ermittlungen wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz sowie wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Besonders brisant: Unter den Tatverdächtigen soll sich laut Ermittlerkreisen ein ehemaliger parlamentarischer Mitarbeiter eines FPÖ-Abgeordneten befinden. Die Freiheitlichen bestätigten, dass es sich um keinen aktuellen Mitarbeiter handle. Das Dienstverhältnis sei bereits vor wenigen Wochen beendet worden. Weitere Angaben machte die Partei mit Verweis auf den Datenschutz nicht. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 20. Juni am Rande des 40. Stiftungsfestes der Burschenschaft Leder in Leoben. Laut Ermittlungen sollen drei Männer in ein Taxi gestiegen sein und dabei Nazi-Parolen skandiert haben. Unter anderem soll ein „Heil Hitler“-Ruf gefallen sein. Der Taxifahrer verweigerte daraufhin die Fahrt und alarmierte die Polizei. Als die Männer flüchten wollten, versuchte der Taxler, sie bis zum Eintreffen der Beamten aufzuhalten. Laut Zeugen eskalierte die Situation: Der Fahrer soll gewürgt, zu Boden gestoßen und dort mehrfach getreten worden sein. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen soll sich auch ein führender Identitären-Funktionär an dem Angriff beteiligt haben. Dieser war demnach ursprünglich gar nicht im Taxi, soll aber zwei Begleitern – darunter ein deutscher Rechtsextremer – zu Hilfe geeilt sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigt laufende Ermittlungen. Derzeit werde auf einen weiteren Bericht des Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) Steiermark gewartet. Neben bereits bekannten Verdächtigen wird auch gegen unbekannte Täter ermittelt. Neue Erkenntnisse werden spätestens bis Ende Juli erwartet. Der Ex-FPÖ-Mitarbeiter steht zudem in einem weiteren Verfahren im Fokus der Behörden. Das LSE Wien ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Verhetzung. Er soll Anfang Juni ein ausländerfeindliches Instagram-Posting verbreitet haben. Bereits 2025 war er nach dem Verbotsgesetz angezeigt worden, nachdem bei einem Begräbnis, an dem er teilgenommen hatte, ein SS-Lied gesungen worden sein soll. Dieses Verfahren wurde allerdings eingestellt. Der Mann ist laut Recherchen der Plattform „Stoppt die Rechten“ seit Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv. Ihm werden unter anderem die Organisation von Identitären-Aufmärschen, eine Störaktion gegen die Vienna Pride sowie eine führende Rolle bei Corona-Demonstrationen zugeschrieben. Auch das Umfeld der Burschenschaft sorgt für Diskussionen. Am Stiftungsfest nahmen mehrere hundert Korporierte aus Österreich und Deutschland teil. Festredner war der umstrittene deutsche AfD-Politiker Matthias Helferich, der wegen rechtsextremer Positionen aus seiner Partei ausgeschlossen wurde – der Ausschluss ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Montanuniversität Leoben hatte sich bereits im Vorfeld von der Veranstaltung distanziert. Das Fest fand schließlich im Kongresszentrum der Stadt statt. Die Burschenschaft Leder wurde inzwischen von künftigen Veranstaltungen der Universität ausgeschlossen. Politisch schlägt der Fall hohe Wellen. Grüne, SPÖ, ÖVP und Neos fordern Konsequenzen und werfen der FPÖ ein problematisches Naheverhältnis zu rechtsextremen Kreisen vor. Die FPÖ weist jede aktuelle personelle Verbindung zurück und betont, vom Vorfall nur aus den Medien erfahren zu haben. Klubobmnann und Parteichef Herbert Kickl gab trotz mehrfacher Aufforderung der Regierungsparteien und den Grünen selbst, letzte Woche in der Nationalratssitzung, dazu keine Stellungnahme ab. Die Ermittlungen laufen. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung. H. K. Taxi-Schläger unter NS-Verdacht: „Volkskanzler“ Kickl schweigt nun Naiv blauäugig, im Gegensatz zu Ex-Obmann Heinz Christian Strache, hat Herbert Kickl die Identitären als NGO gestärkt, ein erster Fallstrick? Klubobmann Herbert Kickl (FPÖ) am Rednerpult bei der 77. Sitzung des Nationalrats © Parlamentsdirektion/Thomas Topf
DAS WIEN AKTUELL 15 Kaum steigen die Temperaturen über 30 Grad, überschlagen sich Schlagzeilen und Sondersendungen. Von „Klimakatastrophe“, „Hitzenotstand“ oder gar „tödlichen Temperaturen“ ist die Rede. Städte richten Kühlräume ein, Experten warnen täglich vor den Gefahren des Sommers und die Politik diskutiert über neue Maßnahmen. Der Eindruck entsteht, als wäre Hitze die größte unmittelbare Bedrohung für die menschliche Gesundheit. Dabei wird ein anderer Umstand kaum erwähnt: Weltweit sterben nach wissenschaftlichen Untersuchungen deutlich mehr Menschen an den Folgen von Kälte als an Hitze. Niedrige Temperaturen begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsleiden und andere gesundheitliche Probleme. Millionen temperaturbedingte Todesfälle werden jedes Jahr mit Kälte in Verbindung gebracht, während die Zahl der hitzebedingten Todesfälle deutlich darunter liegt. Diese Zahlen tauchen allerdings selten in den Schlagzeilen auf. Während jede Hitzewelle ausführlich dokumentiert wird, bleiben Kälteperioden meist eine Randnotiz. Niemand spricht von einer „Kältekatastrophe“, obwohl niedrige Temperaturen Jahr für Jahr zahlreiche Menschenleben kosten. Vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind davon betroffen. Hinzu kommt, dass die Statistiken häufig unterschiedlich erhoben werden. Hitzetote werden oft über eine sogenannte Übersterblichkeit berechnet, während bei Kältetoten vielfach nur direkte Todesfälle durch Unterkühlung im Mittelpunkt stehen. Dadurch entstehen Vergleiche, die nur eingeschränkt aussagekräftig sind. Besonders deutlich zeigt sich die mediale Zuspitzung beim Begriff der „Tropennacht“. Bereits eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, gilt offiziell als Tropennacht. Der Begriff dient dazu Angst zu verbreiten und verführt an den menschengemachten Klimawandel zu glauben. Tatsächlich empfinden viele Menschen Temperaturen um 20 Grad jedoch keineswegs als außergewöhnlich. In zahlreichen warmen Weltregionen gelten solche Werte am Abend sogar als angenehm oder vergleichsweise kühl. In den wärmeren Regionen der Erde ziehen sich die hitzeerprobten Menschen einen Pullover an, wenn es nur 20 Grad hat. Die Bezeichnung „Tropennacht“ ist somit ein reiner Propagandabegriff der Klimaapokalyptiker und sollte nicht allzu ernst genommen werden. Selbstverständlich können hohe Nachttemperaturen für ältere Menschen, Kranke oder Personen in schlecht gekühlten Wohnungen belastend sein. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede Nacht über 20 Grad eine außergewöhnliche Gefahr darstellt. Zwischen einer unangenehm warmen Sommernacht und einer gesundheitlichen Extremsituation besteht ein erheblicher Unterschied. Die öffentliche Wahrnehmung scheint daher nicht immer der tatsächlichen Gefährdungslage zu entsprechen. Hitze erhält große Aufmerksamkeit, Kälte dagegen kaum. Das bedeutet nicht, dass Hitzewellen ungefährlich wären oder dass Vorsichtsmaßnahmen unnötig sind. Es stellt jedoch die Frage, warum Millionen kältebedingter Todesfälle weit weniger Beachtung finden als einige Tage extremer Sommerhitze. Eine sachliche Diskussion über Klima und Gesundheit sollte beide Seiten berücksichtigen. Wer ausschließlich über Hitze spricht und die Folgen von Kälte ausblendet, vermittelt kein vollständiges Bild. Die Realität ist komplexer als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Anstatt jede Hitzewelle zum Ausnahmezustand zu erklären, wäre eine nüchterne Debatte über sämtliche temperaturbedingten Gesundheitsrisiken sinnvoll. Wenn man schon über Hitzeschutzeinrichtungen diskutiert, sollte man in Österreich auch über Kälteschutzeinrichtungen reden! Aber das erzeugt weniger Panik und ist daher für die Klimareligion unbrauchbar. Hitze-Hysterie & vergessenen Kältetoten Criticus Karl L. 80 Jahre | Zeitzeuge Spenden Sie auf care.at „ Das hat mir sehr geholfen. Heute kann ich anderen helfen.“ 104.1025003_80_Jahre_Anzeige_Karl_200x128abf_v01_RZ_DasWien.indd 1 05.11.25 16:23
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