DAS 24 WIEN AKTUELL Im Sommer zieht es die Menschen in Wien wieder ins Freie. Auf der Prater Hauptallee wird gelaufen und geradelt, Familien bleiben vor den Karussells stehen, Jugendliche suchen die schnelleren Fahrgeschäfte, Touristinnen und Touristen fotografieren das Riesenrad, vor den Fahrgeschäften wird gelacht, gezögert und gestaunt. Es riecht nach Popcorn, Zuckerwatte und Stelze. Aus der Höhe kommen kurze Schreie, aus den Gastgärten fröhliche Stimmen, das Riesenrad dreht sich über allem in seinem eigenen Tempo. So klingt der Prater an einem Sommertag: herzlich, vertraut und lebendig. 2026 feiert der Wurstelprater sein 260-jähriges Bestehen. Für viele ist das kein abstraktes Jubiläum, sondern ein Anlass mit eigenen Bildern: die erste Fahrt im Ringelspiel, ein Besuch im Schweizerhaus, die Liliputbahn, ein Sommerabend am Riesenradplatz. Der Prater gehört zu jenen Orten, die man nicht nur aus der Stadtgeschichte kennt, sondern aus dem eigenen Leben. Mag. Michael Prohaska, Geschäftsführer der Prater Wien GmbH und Obmann von Prater Aktiv, ordnet seine Bedeutung so ein: „Der Prater ist ein ganz besonderer Standort für Wien und für Österreich. Er bringt Menschen in die Stadt, sorgt für Frequenz, schafft Arbeitsplätze und steht für ein Stück Wiener Lebensgefühl, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Im Wurstelprater sind 80 Unternehmerinnen und Unternehmer angesiedelt, welche in Summe ca. 250 Geschäfte betreiben. Daraus entstehen ca. 2.700 Arbeitsplätze. Vor allem aber ist der Prater ein Ort, den viele Menschen mit Freude, Leichtigkeit und ganz persönlichen Erinnerungen verbinden.“ Vom Jagdrevier zum Wiener Fixpunkt Die Geschichte beginnt 1766. Kaiser Joseph II. öffnete das kaiserliche Jagdrevier für die Allgemeinheit und erlaubte Gastronomiestände. Aus einem höfischen Areal wurde ein öffentlicher Ort. Bald kamen Ringelspiele, Schaukeln, Kegelbahnen und weitere Attraktionen dazu. Der Wurstelprater entstand aus einer einfachen Idee, die bis heute trägt: Menschen wollen hinaus, essen, schauen, lachen, ein wenig Abstand vom Alltag gewinnen. Im 19. Jahrhundert wurde der Prater zur großen Bühne Wiens. Die Weltausstellung 1873 brachte internationales Publikum in die Stadt. Das Vergnügungsareal „Venedig in Wien“ zeigte ab 1895, wie spektakulär Unterhaltung gestaltet werden konnte. 1897 kam das Riesenrad dazu, heute eines der stärksten Symbole Wiens. Der Zweite Weltkrieg zerstörte große Teile des Wurstelpraters; Bombentreffer und ein Brand im April 1945 legten weite Bereiche in Schutt und Asche. Der Wiederaufbau gab dem Prater seinen Platz im Alltag der Stadt zurück. Ein Ort für viele Anlässe Der Prater ist im Wiener Leben fest verankert, weil er Raum für zahlreiche Anlässe bietet. Für Familien ist er Ausflugsziel, für Jugendliche Treffpunkt, für Wien-Gäste ein Klassiker, für viele Wienerinnen und Wiener ein vertrauter Ort, an den man immer wieder zurückkehrt. Wer Trubel sucht, findet ihn zwischen Riesenradplatz und Fahrgeschäften. Wer es ruhiger haben will, ist in wenigen Minuten im grünen Prater. Diese Mischung aus Vergnügen, Bewegung und Freiraum macht den Prater bis heute so populär. Mit der PRATERCARD gibt es heuer zudem 10 Prozent Ermäßigung auf Fahrpreise, ausgenommen Gastronomie. Alt Wiener Karussell: Neue Attraktion mit altem Charme Eines der auffälligsten Motive des Jahres steht am Riesenradplatz: das Alt Wiener Karussell. Das doppelstöckige Fahrgeschäft bleibt bis Oktober 2026 an diesem Standort und bringt ein attraktives Angebot für Groß und Klein direkt ins Zentrum des Praters. Es ist im Stil um 1900 gestaltet, stammt aus dem Jahr 2025 und wurde von einem renommierten Karussellbauer im französischen Saint-Gobain gefertigt. Die Dimensionen sind beachtlich: 20 Tonnen Gewicht, 12 Meter Bodendurchmesser, 10,6 Meter Höhe. Bis zu 104 Personen können gleichzeitig mitfahren, 74 Plätze verteilen sich auf 46 Figuren. Eine Fahrt dauert etwas mehr als drei Minuten und ist für Kinder ab zwei Jahren freigegeben. Handgemalte Motive, eine nostalgische Straßen260 Jahre Wiener Prater schaffen Vertrauen, Vitalität & Lebensfreude Sanft dreht der Prater seine Runden – mit vertrauten und neuen Bildern: Das größte Musicalhaus zieht laut Plan 2027 in den Vergnügungspark. © payerfotografie.com
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