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DAS 2 WIEN AKTUELL Österreich im WM-Fieber Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird für Österreich ein historisches Ereignis. Zum ersten Mal seit 1998 ist das Nationalteam wieder bei einer WM dabei. Zahlreiche Fans werden mitten in der Nacht vor den Fernsehern sitzen, um David Alaba und seine Kollegen gegen Argentinien, Algerien und Jordanien anzufeuern. Es ist ein Fußballfest, das vor allem Kinder begeistert. Kinder, die davon träumen, eines Tages selbst das rot-weiß-rote Trikot zu tragen. Kinder, die heute in Fußballkäfigen und auf Bolzplätzen ihre ersten Schritte machen. Umso bemerkenswerter ist es, dass ausgerechnet in diesem Moment Sportminister und Vizekanzler Andreas Babler genau dort den Sparstift ansetzt. Während sich die Republik auf die größte Fußball-WM aller Zeiten vorbereitet, wird einem Projekt die Unterstützung entzogen, das genau jene Nachwuchsspieler fördert, von denen Politiker sonst so gerne in Sonntagsreden sprechen. Die „Käfig League“ der Caritas erreicht Jahr für Jahr rund 1.300 Kinder und Jugendliche. In 18 Fußballkäfigen lernen sie nicht nur Dribbeln und Passen, sondern auch Respekt, Teamgeist und Fairness. Es sind Werte, die in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen wichtiger denn je erscheinen. Ausgerechnet für dieses Projekt ist plötzlich kein Geld mehr da. 85.000 Euro Förderung wurden in den vergangenen Jahren gewährt. Nun heißt es aus dem Sportministerium, eine Unterstützung sei nicht möglich. Die Folge: Kürzungen beim Angebot, weniger Trainings, weniger Betreuung, weniger Chancen für Kinder. Für viele Familien ist die „Käfig League“ die einzige Möglichkeit, ihren Kindern regelmäßigen Sport zu ermöglichen. Dort spielten einst auch Talente wie David Alaba oder Marko Arnautovic. Heute droht das Projekt auszubluten. Gleichzeitig wird bekannt, dass Andreas Babler persönlich zur Weltmeisterschaft nach Nordamerika reisen wird. Der Vizekanzler und Sportminister wird das erste Spiel Österreichs besuchen. Selbstverständlich nicht auf eigene Rechnung, sondern in offizieller Funktion. Natürlich stellt sich die Frage, welche Kosten dabei entstehen. Ein Business-Class-Flug nach Kalifornien kostet während der WMSaison rasch zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Hinzu kommt noch die Entourage des Vizekanzlers, wodurch weitere Nebenkosten entstehen. Und das während sich die Hotelpreise in den WM-Städten aufgrund der enormen Nachfrage teilweise vervielfacht haben. Für ein Fünf-Sterne-Hotel im Raum San Francisco oder Santa Clara werden während des Turniers oft weit mehr als 1.000 Euro pro Nacht verlangt. Rechnet man Flug, Hotel, Transfers, Verpflegung, Begleitung und organisatorischen Aufwand zusammen, kann eine derartige Reise schnell Kosten im hohen fünfstelligen Bereich verursachen. Und das für einen Besuch von wenigen Tagen. Jetzt kann man diskutieren, ob ein Sportminister bei einer Fußball-Weltmeisterschaft anwesend sein soll und ob das hilft Österreich zu repräsentieren, oder um politische Kontakte zu pflegen. All das mag stimmen. Doch genau hier beginnt das Problem der Glaubwürdigkeit. Wer Kindern erklärt, dass für ihre Fußballförderung kein Geld vorhanden ist, sollte besonders vorsichtig sein, wenn er wenige Tage später in der Business Class Richtung Amerika abhebt. Noch irritierender wirkt dabei die öffentliche Kommunikation. Andreas Babler betont regelmäßig die Bedeutung von Kinder- und Jugendsport. In APA-Aussendungen wird erklärt, wie wichtig Vorbilder für die Sportlerinnen und Sportler von morgen seien. Die Leistungen des Nationalteams sollen gewürdigt werden. Doch Vorbilder entstehen nicht auf Ehrentribünen und in VIP-Logen. Vorbilder entstehen auf Asphaltplätzen, in Schulturnsälen und Fußballkäfigen. Genau dort, wo jetzt gespart wird. Die Weltmeisterschaft wird Milliarden umsetzen. Die FIFA verdient prächtig, Sponsoren feiern Rekordumsätze, Hotels und Fluglinien erhöhen ihre Preise. Für Politiker werden sich genügend Plätze auf den Tribünen finden. Doch für 1.300 Kinder in Österreich fehlen vergleichsweise bescheidene 85.000 Euro. Vielleicht sollte der Sportminister vor dem Abflug noch einmal darüber nachdenken, was Sportförderung wirklich bedeutet. In diesem Sinne wünschen wir trotzdem eine spannende WM! Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp IMPRESSUM: Herausgeber/Chefredaktion/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Kolumniste: Dr. Barbara Zink, Toni Polster, Karl Ploberger, Mag. Peter Weitzel Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 12.06.2026, 10:00 Uhr Gewinnen mit “ Das Wien” 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 1.000 Euro von Wie heißt eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Welt? a) Malediven b) Maledoofen Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an marketing@das-wien.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 26. Juni 2026. 1 von 2 Einkaufsgutscheinen im Wert von 500 Euro Wo befindet sich der Store von Louis Vuitton? a) Am Graben b) Kärntner Straße Betreff: Louis Vuitton Betreff: Reisen

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