DAS WIEN AKTUELL 26 Ökostrom Anders als Grüne und Konsorten behaupten, schicken Sonne und Wind sehr wohl eine Rechnung. So warnt etwa der Chef des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG), Gerhard Christiner, vor zu viel Photovoltaik (PV) in Österreichs Stromnetz. PV erfordert einen massiven Netzausbau für nur wenige Stunden am Tag und verteuert somit Strom. Und genau da wird es teuer für die Allgemeinheit. Wenn jetzt APG, die Netztochter des teilstaatlichen Stromkonzerns Verbund, bis 2035 rund 9 Mrd. Euro in das Übertragungsnetz investieren will, dann ist das ein Anschlag auf die Geldbörsen der Stromkunden, zumal die PV-Technologie einen deutlich stärkeren Netzausbau erfordert als klassische Erzeugungsformen. Ing. Winfried F., 39, Lehrer Steuern Trotz Rekordsteuerbelastung ist der Finanzminister weiter auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmen, um die versprochene Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ab Juli gegenfinanzieren zu können. Dafür braucht er angeblich 400 Millionen Euro im Jahr. Und was fällt ihm dabei ein? Richtig, neue Steuern! So sind etwa eine Paketabgabe im gesamten Versandhandel und eine Plastikabgabe auf PET-Flaschen angedacht. In der Kronenzeitung habe ich dazu gelesen, dass die Getränkeindustrie bereits mit Preissteigerungen, etwa für Mineralwasser, im Supermarktregal droht. Was wir uns durch die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel sparen, zahlen wir dann doppelt bei den Getränken! Na „Bravo“ Herr Minister! So heizt man die Inflation so richtig an! Herbert P., 69, Pensionist ORF Im Herbst startet mit der Wahl des neuen Generaldirektors hoffentlich auch ein großer Prozess zur Reform des ORF. Dabei sollte man sich auch Gedanken darüber machen, den rein politisch besetzten Stiftungsrat zu verkleinern. Mit 35 Mitgliedern ist dieser nämlich in Österreich deutlich größer als die Aufsichtsgremien in der Schweiz oder Deutschland. Auch sollte man sich angesichts der kolportierten Traumgagen trauen, die Managergehälter zu beschränken. Daneben hat der ORF ein massives, internes Thema mit einem offensichtlich an vielen Ecken toxischen Betriebsklima. Auch das sollte man angehen. Der ORF muss endlich auch auf dieser Ebene professionell werden. Dagmar D., 29, „kleine“ ORF-Mitarbeiterin neunerhaus Jubiläum Seit 20 Jahren leistet die Sozialorganisation neunerhaus in Wien gesundheitliche Versorgung für wohnungslose sowie nicht versicherte Menschen. Mehr als 36.000 Personen wurden in diesem Zeitraum medizinisch betreut. Die Zahl der Patientinnen und Patienten hat sich seit dem Jahr 2006 fast verzehnfacht. Im Vorjahr waren es 5.317 Betroffene. Um das Angebot aufrechtzuerhalten, werden dringend Ärztinnen und Ärzte gesucht. Unter den 36.000 medizinisch versorgten Personen waren auch über 2.600 Kinder. Die jüngste Patientin im Lauf der 20 Jahre war zwei Wochen jung, der älteste Patient war ein 99-Jähriger. Die Organisation neunerhaus, mit Einrichtungen in mehreren Wiener Bezirken, ermöglicht obdach- und wohnungslosen sowie nicht versicherten Menschen ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben mit medizinischer Versorgung, Wohnen und Beratung. Seit 2017 gibt es das neunerhaus Gesundheitszentrum in Wien-Margareten mit Arztpraxis, Zahnarztpraxis, Sozial- und Peer-Arbeit sowie einem pflegerischen Angebot und der Praxis Psychische Gesundheit. Susanne Ö., 48, Förderin des neunerhaus Sehr geehrte Redaktion! Der frühere ORF-Generaldirektor als Frauenbelästiger? Doch nicht! Denn die interne Untersuchungsstelle des ORF sieht keine sexuelle Belästigung „im rechtlichen Sinn“ durch Roland Weißmann. Trotzdem spricht der Medienkonzern von unangemessenem Verhalten – und hält an der Kündigung fest. Für die Neo-Chefin Ingrid Thurnher ist „das Strafrecht nicht unser Maßstab“. Der Anwalt des gestürzten Ex-Generaldirektors sieht den Vorwurf hingegen in sich zusammengebrochen. Tja, für den Außenstehenden sieht die ganze Sache so aus, als wollte man einen Missliebigen ganz einfach rasch los werden! Und das geht heutzutage am einfachsten, indem man einen weißen, heterosexuellen Mann „sexuelle Belästigung“ unterstellt! Ob wahr oder nicht, wen interessiert´s? Hauptsache, man ist ihn rasch los! Und jetzt wäre es höchst an der Zeit, die Stiftungsräte Lederer & Co. zu verklagen, denn die haben diese Falschanschuldigung gezielt in die Welt gesetzt! Vielleicht hängt diese ganze, widerliche Affäre auch damit zusammen, dass Weißmann die Luxuxpension von ORF-Manager Pius Strobl, die Alexander Wrabetz noch an seinen letzten Bürotag(!!!) genehmigt hatte, streichen wollte ... Mit freundlichen Grüßen Mag. Günther Schreiber Väterkarenz Viele Väter in Österreich wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, werden jedoch durch strukturelle Hürden daran gehindert. Das ist kein individuelles Versagen, sondern ein politisches und gesellschaftliches Problem, das endlich angegangen werden muss. Österreich ist bei der Väterkarenz EU-Schlusslicht. Während Mütter nach der Geburt durchschnittlich 416 Tage bezahlte Elternkarenz in Anspruch nehmen, sind es bei Vätern nur neun. Wenn Väter Zeit mit ihren Kindern verbringen und Verantwortung übernehmen, profitieren alle – die Kinder, die Mütter und die Gesellschaft als Ganzes. Hürden dafür sind finanzielle Einbußen, Angst vor Karriereknicken und negativen Reaktionen des Umfelds. Ich kenne Väter, denen mit Kündigung gedroht wurde, falls sie in Karenz gingen. Andere wurden nach der Karenz beruflich schlechter gestellt. Hier muss die Politik endlich handeln! Friedrich H., 28, Vater Jugendschutz Keine Frage, Jugendschutz ist ein ernstes Thema. Trotzdem habe ich über den Test, den das Land Oberösterreich mit dem Institut für Suchtprävention durchgeführt hat, herzlich lachen müssen. So führt „pro mente“ jedes Jahr Testkäufe durch, um zu sehen, ob es Jugendlichen möglich ist, harten Alkohol oder Nikotinprodukte zu kaufen. Beides darf man erst ab 18 Jahren erwerben. Fazit: Gastronomie und Handel werden zunehmend konsequenter beim Kontrollieren von Ausweisen, allerdings scheitert es oft am richtigen Ausrechnen des Geburtsdatums. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, wird geraten, entsprechende Apps zu verwenden, in die man das Geburtsdatum eintippen kann und das Alter berechnet bekommt. Diese Apps existieren, man muss sie nur einsetzen. Alexander S., 35, Wirt Senden Sie uns Ihren Leserbrief an: redaktion@das-wien.at
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