DAS WIEN AKTUELL 14 Ein wahrer Freund – diese Worte vermitteln Sympathie, Loyalität und Vertrauen. Sitzen deshalb im ORF-Aufsichtsrat in Wien Freundeskreise der verschiedenen politischen Parteien? Wohl kaum. Auch nach einem Höchstgerichtsurteil weigert sich die Regierung, Österreichs Staatsfunk endlich zu entpolitisieren! Man möchte weiterhin auf der mächtigsten Medienorgel des Landes klimpern! Was wäre mit einem Freundeskreis der Experten, einem Gremium der Medienprofis, einem Club der Dichter, Denker und Literaten oder einem Freundeskreis der Unabhängigen? Zuletzt ist der Stiftungsrat durch den Rücktritt des ORF-„Generals“ Roland Weißmann und einer undurchsichtigen Affäre ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Bekanntlich war der umtriebige ORF-Boss nach Vorwürfen „sexueller Belästigung“ zurückgetreten, obwohl er die Vorwürfe aus dem Jahre 2022 (!) weiterhin bestreitet. Eine interne ORF-Untersuchung kam zu dem Schluss, dass eine „sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne nicht vorlag“. Weißmann wurde trotzdem gekündigt, weil er angeblich „ethische Standards“ verletzt haben soll. Dem ORF droht eine Millionen-Schadenersatzklage. Mittlerweile wurde der nächste Chef vorläufig beurlaubt – Oliver Böhm, Geschäftsführer der ORF-Werbevermarktungstochter „Enterprise“. Er soll gegen Compliance-Regeln verstoßen haben. Zudem tauchten kürzlich verjährte Sex-Vorwürfe gegen einen anderen ORF-Promi auf, ein weiterer Manager ist angeblich in einen Suchtgiftskandal verwickelt. Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer (SP) und auch Stellvertreter Gregor Schütze (VP) gaben zur Causa Weißmann sogar eine „Blabla“-Pressekonferenz. Man will nichts verheimlichen, Transparenz sei gefragt. Oder Freundschaft. Ein Wort, das nicht nur in „roten“ Kreisen vorkommt, wie der Ex-Grüne Spitzenverdiener Pius Strobl weiß. Ein ORF-Mann mit einem Jahres(vertrags-)gehalt von rund 450.000 Euro! Der Ex-Mann von Moderatorin Eva Pölzl ist kein unbeschriebenes Blatt. Wer kann sich noch an die „Abhöraffäre“ dieses Spitzenverdieners erinnern? Also auf heimliche Tonbandaufnahmen, während einer Stiftungsratssitzung? Böse Zungen behaupten, der „Vorzeige-Grüne“, Wrabetz-Freund, ORF-Standort-Bauherr, Ex-ORF-Sicherheitsbeauftragte und Licht-ins-Dunkel-Verantwortliche hätte sich für seine Supergage nicht gerade „den Haxn ausgerissen“. Aber das sind sicher nur Neider aus der ORFSchlangengrube. Vielleicht kommt doch noch Licht ins Dunkel? Was ist mit der kolportierten und schwer zu rechtfertigenden 2,5-Millionen-EuroLuxuspension für Herrn Strobl? Angeblich zugesagt am letzten Amtstag von Alexander Wrabetz. Und warum schweigen die sonst so polternden Grünen? Sie sind im 35-köpfigen Stiftungsrat vertreten, genauso wie FP, Neos, VP und SP. Und warum taucht ORF-Stiftungsratschef und PR-Berater Lederer laut „Krone“ in Honorarunterlagen eines Benko-Anwaltes auf – samt Treffen mit Signa-Leuten? Das hat mit ORF-Berichterstattungen im Kriminalwirtschaftsfall sicher nichts zu tun! Und Herr Lederer hat jenen Baumeister beraten, der das ORF-Funkhaus gekauft hat. Und Vize-Stiftungsrat Schütze hat zwei ORF-Konkurrenten gemanagt. Das sei ja doch nicht unvereinbar! Ebenfalls „nichts dabei“ findet Ex-ORF-Direktor und Stiftungsrat Thomas Prantner seine Konsulententätigkeit für Sky. Mindestens ein Dutzend der ehrenwerten Stiftungsräte sollen irgendwelche Konkurrenzunternehmen „irgendwie“ beraten. Und die Betroffenen erklären scheinheilig, dass „doch alles korrekt sei“. Kürzlich tauchten sogar Ärztekammer-Beraterverträge von Lederer und Schütze auf und eine Beschwerde der Kammer über einen ORF-Bericht. Ja, geht’s noch? Was, zum Teufel, heißt eigentlich unvereinbar? Wer kontrolliert diese Räte? Höchste Zeit für neue und unabhängige Köpfe, die auf keine lukrativen Nebengeschäfte schielen! Das riecht nach Privilegien-Stadel – diese Räte sind unglaubwürdig, peinlich und rücktrittsreif!!! Raus aus dem ORF-Haus!!! Und ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler, von den „Blauen“ vermutlich als (Unruhe-) Stifter ins erlauchte Gremium geschickt? Er tritt ständig in einem Konkurrenz-Unternehmen auf und plaudert manchmal aus der Schule (aus dem Stiftungsrat?). Aber Herr Westenthaler, gebürtiger Hojak, plaudert eben gerne. Der Ex-FP-Generalsekretär und Ex-BZÖ-Chef Westenthaler war es auch, der Gagenkaiser Pius Strobl eine Involvierung in den „Weißmann-Rücktrittskandal“ unterstellt hatte. Keiner will den gefeuerten ORF-„General“ verteidigen, aber in dieser Causa gibt es zu viele „Zufälle“. Warum platzte die Affäre ausgerechnet vor einer möglichen WeißmannVertragsverlängerung? Und die Frau Ingrid Thurnher soll es jetzt richten. Zutrauen kann man es ihr. Schließlich besitzt der ORF unter seinen 4000 Mitarbeitern hervorragende Journalisten, Vorzeige-Moderatoren, Spitzen-Kameraleute, exzellente Techniker und professionelle Fachleute! Und jetzt wehrt sich der ORF-Redaktionsrat und spricht vier Stiftungsräten (Lederer, Schütze, Prantner, Westenthaler) offiziell das Misstrauen aus. Dabei soll es u. a. um „Interventionen“ gehen. Bleiben wir beim Stiftungsrat: Warum darf ein Stiftungsrat-Mitglied, ein anerkannter Mediziner, zugleich in einer Sende-Reihe auftreten? Diese Optik ist fatal! Es reicht ja schon, wenn am Küniglberg ein ORF-Journalist permanent einen anderen ORF-Mann (Frau) als „Experte/Expertin für eh alles“ interviewt oder in der Nachmittagssendung zum xten-mal ein betagter Herr mit kaum nachvollziehbaren „Reiseberichten“ auftritt. Das sind peinliche Programmfüller wie z. B. die „Seitenblicke“ mit den ständig selben Gesichtern. Da ist man schon ein VIP, wenn man irgendeinmal einen Pseudo-Promi geheiratet hat oder von ihm geschieden worden ist. Und warum kommen manche (nicht immer großartige) Moderatoren immer wieder zu Bildschirmglück und andere verschwinden im KünigblergLabyrinth? Das hat sicher nichts mit „guten Beziehungen nach oben“ zu tun. Vielleicht kann man einmal alles in der ORF-Nachlese nachlesen? Und was macht Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler? Er wünscht sich eine Frau an die ORF-Spitze. Und er will wieder einmal die Presseförderung überdenken. Das war es auch schon. Sonst scheint Minister Babler auf Tauchstation zu sein. Vielleicht sollte er sich beim SP-Freundeskreis informieren oder sind ihm die letzten Freunde abhandengekommen? H. K. Wahre Freunde schanzen sich im ORF- Privilegien-Stadl fette Top-Gagen zu Ein Allerlei, auszugsweise sexueller Belästigung, Abhör-Affären, Verstoß gegen Compliance-Regeln, Top-Gagen. So sieht also Freundschaft aus!
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