DAS WIEN AKTUELL 2 Der Krieg im Iran hat alles in den Hintergrund treten lassen. Sogar den parallel stattfindenden Krieg in der Ukraine. Beide militärischen Auseinandersetzungen haben aber massive Auswirkungen auf Österreich. Bereits wenige Tage nach dem ersten Schuss sind die Preise an den Tankstellen gestiegen – und das obwohl der heute verkaufte Sprit lange vor den aktuellen Ereignissen eingelagert wurde. Das ist dreiste Abzocke, der die Bundesregierung eigentlich einen Riegel vorschieben könnte. Etwa mit einem amtlich verordneten Spritpreisdeckel. Zumindest für dem Zeitraum in dem die Versorgungslage mit Treibstoffen prekär ist. Denn die Lager der Ölkonzerne sind gut gefüllt. Und zwar mit billigem, vor der Krise gekauftem, Sprit. Auf diese Idee ist aber offenbar noch niemand gekommen. Aktuell steigt der Ölpreis natürlich. Findet der eine Krieg doch im Zentrum der Erdölindustrie statt. Zudem beschießt der Iran die empfindliche Öl-Infrastruktur der Golfstaaten und hat bereits Raffinerien und Tanklager getroffen. Die Hauptroute für Öltransporte, die Straße von Hormus, ist gesperrt. Damit sind die Versorgungsrouten für Asien und Europa gekappt. Für diese Entwicklung kann Österreich nichts. Sehr wohl aber dafür, dass wir freiwillig auf russisches Öl und Erdgas verzichten, weil wir uns, anders als Ungarn, einbilden die mehr oder weniger sinnlosen EU-Sanktionen mittragen zu müssen. Wir haben uns also freiwillig in ein Knie geschossen. Das zweite Knie hat jetzt der Iran getroffen. Keine rosigen Aussichten. Sprit wird in den kommenden Wochen und Monaten wohl empfindlich teuer werden. Das werden wir nicht nur an den Tankstellen merken, sondern auch überall sonst. Findet der gesamte kleinteilige Warenverkehr doch mittels LKW statt. Mit anderen Worten: Auch die Butter, das Fleisch und das Brot, das mit dem Lastwagen in den Supermarkt geliefert wird, wird teurer. Damit können wir uns von der derzeit zaghaft sinkenden Inflation verabschieden. Die Preise werden explodieren, sollte dieser Krieg im Nahen Osten länger als ein paar Wochen dauern – und/ oder die Ölinfrastruktur der Golfanrainerstaaten massiv und nachhaltig beschädigt wird. Zumindest gibt Österreich sechs Milliarden Euro für einen Raketenschutzschirm aus, der angeblich zwar die dicken Dinger abfangen kann, aber gegen die derzeit auf allen Kriegsschauplätzen massenhaft eingesetzten Billigdrohen wirkungslos ist. Diese wird wohl einer der fünf österreichischen Militär-Satelliten entdecken können, die wir bis 2027 ins All schießen wollen, bekämpfen können wir sie aber auch dann nicht. Was wir, beziehungsweise unser Heer, auch nicht können ist Staatsbürger aus der Krisenregion in Nah-Ost auszufliegen. Aktuell hat das Bundesheer nur noch zwei Hercules-Maschinen zur Verfügung. Eine davon ist gerade zur Wartung in Portugal. Die zweite fällt aus technischen Gründen aus. Die zuletzt noch verbliebene dritte Hercules war im Herbst außer Dienst gestellt worden. Der Vertrag für den Kauf von vier neuen Transportmaschinen des Typs C-390 Embraer wurde 2024 abgeschlossen. Der erste Flieger kommt jedoch erst 2028 nach Österreich. Doch so lange werden die in den Golfstaaten gestrandeten Österreicher wohl nicht warten können oder wollen. Noch 2020 waren unsere Hercules Maschinen mit passiven Sensoren zur Detektion von radar-, infrarot- und laser-gesteuerten Lenkwaffen ausgestattet worden. Auch hat man damals Täuschkörper – sogenannte „Flares“ – eingebaut, die ausgestoßen werden können, um einen möglichst großen Selbstschutz sicherzustellen. Daher ist es sicherer, Militärmaschinen für Evakuierungen zu verwenden, als zivile Flugzeuge. Durch die 2020 getätigten Modernisierungen sind Fachleute davon ausgegangen, einen weiteren Flugbetrieb bis 2030 gewährleisten zu können. Offenbar eine Fehleinschätzung. Zusammenfassend kommen unschöne Zeiten auf uns zu. Militärisch haben die Iraner mittelfristig keine Chance. Sie können vereinzelt erfolgreiche Nadelstiche setzen, sie können ihren Feinden vereinzelt auch blutige Verluste zufügen, aber sie können nicht „gewinnen“. Problem ist aber – die USA und Israel können auch nicht „gewinnen“, da dafür letztendlich der Einsatz von Bodentruppen notwendig wäre. Und das wäre wiederum ziemlich wahnsinnig. Außer – man rechnet bereits fix mit einem Bürgerkrieg. Dann würde die Sache, wieder ganz anders aussehen. Julia Lessacher wurde von Bürgermeister Michael Ludwig als neue Bezirksvorsteherin des 6. Bezirks Mariahilf angelobt. Sie folgt Markus Rumelhart, der das Amt elf Jahre innehatte und aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. Lessacher bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Bezirkspolitik mit: Seit 2005 ist sie Bezirksrätin, seit 2020 stellvertretende Bezirksvorsteherin und Vorsitzende der Bezirksvertretung sowie der Kommission für Planung, Entwicklung und Gestaltung. „Mit Julia Lessacher übernimmt eine erfahrene Bezirksvertreterin die Leitung von Mariahilf, die ihren Bezirk seit vielen Jahren kennt und die Anliegen der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wien lebt von lebendigen Grätzeln und engagierten Bezirken – in Mariahilf wird sich diese Stärke unter ihrer Führung fortsetzen. Dem scheidenden Bezirksvorsteher Markus Rumelhart danke ich herzlich für seinen langjährigen persönlichen Einsatz und die zahlreichen positiven Impulse für den Bezirk. Für ihre neue Aufgabe wünsche ich Julia Lessacher und ihrem Team viel Erfolg!“, so Bürgermeister Michael Ludwig. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp IMPRESSUM: Herausgeber/Chefredaktion/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 13.03.2026, 10:00 Uhr Julia Lessacher neue Bezirksvorsteherin von Mariahilf © Stadt Wien/Christian Jobst
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