Das Wien - E-Book

DAS WIEN GARTENTIPP 29 Feuchtigkeit führt rasch zum Abfallen der grünen Blätter. Schlecht! Staunässe in Übertöpfen oder Untersätzen ist für diese Kübelpflanzen ganz schlecht. Im Hochsommer werden sie es vertragen, aber kommen die ersten kühleren Tage, dann verursacht die Feuchtigkeit rasch Wurzelfäulnis. 6. Schädlinge Gut! Auf Nützlinge setzen. Gegen Blattläuse sind die heimischen und mittlerweile weitverbreiteten Asiatischen Marienkäfer perfekt. Sowohl die Larven als auch die „fliegenden“ Tierchen fressen unmengen an Läusen. Fehlen sie, dann Abstreifen oder mit Schmierseife besprühen. Gegen Woll- und Schildläuse gibt es Nützlinge im Fachhandel („garten-bienen.at) sowie Rapsöl-Produkte. Schlecht! Chemische Pestizide vernichten nicht nur Schädlinge, sondern auch viele Nützlinge. Außerdem werden einige der Mittel von der Pflanze aufgenommen (sie sind „systemisch“) und landen damit auch in den Früchten. Gartengeschichte Im Herz der Zitrus-Liebe Eine Gartenreise vor wenigen Tagen an die Cote d’Azur hat mich mit 30 Gartenbegeisterten auch nach Menton geführt. Dort gibt es nicht nur einige ganz wunderbare Gärten mit einer erstaunlichen Pflanzenvielfalt, sondern auch eine einzigartige Sammlung an Zitrus-Pflanzen. Nicht weniger als 400 Bäume in allen möglichen Arten und Sorten findet man hier. Alljährlich feiert man hier ein gewaltiges Zitronenfest mit zehntausenden Früchten – allerdings alle importiert … Gerade in diesen Tagen liegt aber über dem Citrus-Sammlergarten der Duft der Blüten in der Luft, Früchte findet man nur noch da und dort, die sind in den letzten Wochen alle bereits reif und von den Besuchern verkostet worden. Fast genau ein Jahr dauert es bis aus den kleinen weißen Blüten die herrlichen Zitronen, Orangen, Mandarinen, Grapefruits, Limetten, Kumquats und viele andere „goldene Äpfel“ werden. Vor 4.000 Jahren begann die Kultur dieser Früchte in China, heute zählen sie weltweit nach Bananen und Weintrauben zum drittwichtigsten Obst im Handel. An der milden Mittelmeerküste wachsen die Südfrüchte perfekt und sind oft Ziergehölz und Nutzpflanze in einem. Ja, für die Parfum-Produktion benötigt man die Pflanzen, denn die Blüten duften einfach betörend. Und auch heute noch wird ständig nach neuen Sorten gesucht, die Züchtung endet nicht. Übrigens: wer einmal Orangen- oder Zitronensamen in die Erde gelegt hat und diese auch schon schön wachsen, braucht Geduld. Erst nach zehn Jahren und mehr gibt es die erste Blüte und damit auch Früchte. Gartenkalender Jetzt beginnt das Genießen Wir sind mitten im Frühsommer, die schönste und blühendste Zeit des Gartens beginnt nun. Sind alle Frühjahrsarbeiten, wie das Ausräumen der Kübelpflanzen, das Bestellen der Gemüsebeete und das Beseitigen des ersten Wildwuchses so halbwegs erledigt, dann beginnt die Zeit des Genießens. Wichtig ist nun das regelmäßige Gießen der Topfpflanzen und Blumenkisterl. Verwendet man torffreie Erde sollte jetzt schon einmal wöchentlich gedüngt werden. Bei den Rosen ist die Hauptblüte dieses Jahr viel früher dran als sonst. Daher an eine Nachdüngung denken und bei Beetrosen und mehrmals blühenden Kletter- und Strauchrosen alles Abgeblühte entfernen. Dann kommt sehr rasch eine neue Blüte. Im Gemüsegarten kann man nach wie vor Bohnen, Erbsen aussäen. Gepflanzt werden nun Gurken und Paprika sowie die Tomaten, so es noch nicht geschehen ist. Blumenwiesen noch nicht mähen – erst wenn die Samenstände der Kräuter braun und trocken sind, fallen die Samen für die Blüte im kommenden Jahr aus. Lücken im Rasen lassen sich nun gut nachsäen, die Samen keimen nun besonders rasch. Gartenfragen Immer wieder sterben bei meinen Orangen einzelne Triebe ab, von unten kommt aber kräftig grünes Laub aus dem Stamm. Soll man alle kranken Teile entfernen? Nein, genau das wäre falsch, denn offenbar hat die Veredelungsunterlage stark zu wachsen begonnen und versorgt die aufgepfropften Edeltriebe nicht mehr. Daher alle „saftigen“ Triebe, die aus dem Stamm kommen entfernen und hoffen, dass sich die anderen Triebe erholen! *** Ich habe eine Zeitlang meine Zitrus mit einem konventionellen „Kunst“- Dünger gedüngt. Darf man die Früchte dann essen? Absolut, denn sonst dürften sie keine Citrusfrüchte, die nicht als bio deklariert sind, essen. Es muss übrigens generell keine Citrus-Dünger sein, auch andere Balkonblumendünger können verwendet werden, wenn man nicht biologisch gärtnert. *** Kann man eigentlich Orangen oder Zitronen veredeln? Welche Unterlage sollte man verwenden? Ja klar geht das, aber es ist nicht ganz einfach. Unterlagen gibt es viele unterschiedliche. In unseren Breiten wird gerne Poncirus trifoliata, die winterharte Bitterorange, verwendet, aber im Süden ganz spezielle andere Sorten, die auch Krankheiten weitgehend widerstehen. Wichtig: auch wenn man auf eine winterharte Bitterorange veredelt, ist die Pflanze bei uns nicht frostfest. Panaschierte Blatter – eine besondere Zierde

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