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DAS WIEN AKTUELL 21 Petrovic: Grüne Alternative für die Nationalratswahl? Überrollt Uber-App heimische Taxifirmen? Europäische Union: Pionier mit eigenem KI-Gesetz ... Reiselust der Österreicher auf neuem Rekordkurs ... Klare Worte zu Vizekanzler Koglers Grünen findet die frühere Ex-Chefin Madeleine Petrovic: „Der Mainstreaim der Grünen Politik“ hat sich in die falsche Richtung entwickelt. Und das sei „problematisch“, vernachlässigt werden Umwelt, Tierschutz und soziale Gerechtigkeit. Diese ursprüngliche Themen-DNA wolle sie sich wieder auf die Fahnen ihrer neuen Liste, mit der sie auch bei der Nationalratswahl im Herbst antreten wird, heften. Ob die 67-Jährige eine echte Konkurrenz für die offenbar im freien Fall befindliche Bundespartei wird, ist allerdings ungewiss. Das Originalzitat aus der Kleinen Zeitung: „Ich habe mir diesen Schritt lange überlegt, eine eigene Liste war unvermeidlich, vor allem nach der zunehmenden Entfremdung von den Grünen im Parlament.“ Auf der „Liste Madeleine Petrovic“ finden sich auch Mitstreiterinnen aus der „Anti-Impf-Initiative“: Monika Henninger-Erber (promovierte Chemikerin) und Nora Summer (Musicalausbildung, Bloggerin, und Life-Coaching). Dieses Damenduo kappte eine wissenschaftliche Veranstaltung im Wiener Stadtsaal und vergab ihrerseits Preise (Moderatorin: Summer) in einem Zelt auf der Straße davor. Gegenstimmen: Schwurbler, Verschwörungstheoretikerinnen, gegen Klimaschutz und Co. Die Liste plant drei Arten von Mitgliedschaften, „neue Vollmitglieder werden genau überprüft“. Ein Themenfokus wird auch die Demokratie. Das US-Taxi Uber rollt seine App zum 10-Jahr-Jubiläum als Fahrdienstvermittler österreichweit und stellt heimische Taxis wohl unter Konkurrenzdruck. Derzeit erweitert das im Jahr 2009 in San Francisco gegründete Uber seine Präsenz in den Ländern Vorarlberg und Kärnten, inklusive der Landeshauptstädte Eisenstadt und St. Pölten. Damit gibt es Uber nach zehn Jahren in Wien als Dienstleistungsangebot in allen Bundesländern. Das sagt Geschäftsführer Martin Essl. Ergänzend auch, „dass Taxifirmen als Partner (herzlich) willkommen sind“. Das Angebot inkludiert 5 bis 18 Prozent Provision. Kann das heimische, traditionelle Taxi mit Uber mithalten? Der Wandel im (kritischen) Gewerbe ist fließend. Eine Navigations-App ersetzt früher verlangte Ortskenntnisse. Die Uber-App aufs Handy, Adresse eingeben und flugs zeigt diese später in Echtzeit wann das Taxi kommt. Ist der digitale Fahrtenvermittler jedoch in seinem neuen Zielgebiet Klagenfurt und Villach willkommen – oder gar eine massive Bedrohung? Der Konkurrenzdruck steigt weiter, Marktanteile werden erobert. Uber hat – im Gegensatz zu anderen – genug Werbebudget. Kaum zu erwarten ist allerdings, dass das Tarifniveau von Uber unterboten wird. Freilich ist Taxifahren in Kärnten teurer und man hört von Uber, sich verstärkt dem ländlichen Raum zuwenden zu wollen. Weil die Taxifrequenz abends in Kärntens Städten ohnehin überschaubar geworden ist. Die EU-Wahl am 9. Juni steht an und quasi als letzten Leistungsbeweis hat die Europäische Union für sich selbst schärfere Regeln im Umgang mit der Künstlichen Intelligenz (KI) in ein Gesetz gegossen. Schlichtweg werden bestimmte KI-Anwendungen in der EU verboten. Das ist weltweit nicht nur ein Novum, sondern dieses Gesetz könnte quasi eine Kopie sein für einen globalen Standard zu einer (effektiven) Regulierung von KIs. Die Zielvorgabe ist nicht nur die KI in der Europäischen Union sicherer zu machen, sondern es muss garantiert sein, diese Systeme transparenter zu machen, einerseits, und andererseits müssen diese nicht diskriminierend und umweltfreundlich sein. A priori müssen KI-Systeme von Menschen überwacht werden. Diesen Job dürfen andere Technologien nicht machen. Ebenso strengen Anforderungen unterworfen ist der Einsatz der KI im Bildungs- und Gesundheitswesen. Ein weiteres Stichwort: Social Scoring. Das ist eine Bewertung, in China üblich, von Bürgerinnen und Bürgern über ihr soziales Verhalten und somit verbundene Einteilung in Verhaltenskategorien. Ebenso soll eine Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen kein Thema in der EU werden. Im Jahr 2023 sind Österreicherinnen und Österreicher so viel gereist wie noch nie zuvor: Mit 27,01 Millionen Reisen wurde der Wert aus dem Jahr 2022 um acht Prozent übertroffen. Gegenüber dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 gab es eine Steigerung um mehr als 25 Prozent. Diese Daten belegen auch einen Höchststand seit Beginn dieser Aufzeichnungen durch die Statistik Austria. Andererseits machte auch knapp ein Viertel der Bevölkerung keinen Urlaub. In einem Bundesländervergleich aus der Gruppe der Nichtreisenden führt Kärnten mit 29,5 % vor dem Burgenland mit 27,9 Prozent. Warum das so ist, werden unterschiedliche Gründe ins Treffen geführt: Knapp über die Hälfte nannten keinen besonderen Grund, warum sie nicht verreisen wollen. Finanzielle Aspekte waren für circa ein Drittel dafür ausschlaggebend. Ein weiteres Drittel nannte als Hindernis „eingeschränkte Mobilität“ oder „gesundheitliche Aspekte“. Die fürs Reisen zur Verfügung stehende Summe blieb gegenüber zuletzt mit ca. 1.500 Euro unverändert. Damit mussten aber – hauptsächlich wegen der Inflation – gewisse Abstriche beim Urlaubsstandard in Kauf genommen werden. Die Hälfte aller Reisenden zog es ins Ausland. Das beliebteste Reiseland bleibt dabei Italien, vor Deutschland und Kroatien. Die Austria Presseagentur (APA) kürt Norwegen zum Reiseweltmeister vor der Schweiz. Innerhalb der EU bucht Österreich Rang fünf. Isiwal (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:13-05-23-Petrovic-Madeleine-02-IS.JPG), „13-05-23Petrovic-Madeleine-02-IS“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en

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