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DAS WIEN GARTENTIPP 28 Den Namen „Rhabarber“ (rheum barbarum) verdanken wir den Römern, denn das Knöterichgewächs von China kommend wurde zuerst in Russland kultiviert – für die Römer war es deshalb die „Wurzel der Barbaren“. Die ersten Rhabarberstöcke gab es bei uns aber erst vor 150 Jahren. Seither sind sie aber aus unseren Gärten nicht mehr wegzudenken. Eines allerdings will niemand wahrhaben: Rhabarber ist botanisch gesehen als überwinternder Wurzelstock, der jedes Jahr neu austreibt, „offiziell“ ein Gemüse und kein Obst. Damit es jedes Jahr eine reiche Ernte gibt, hier die neun wichtigsten Fakten: 1. Der Standort Ein humoser, eher frischer (leicht feuchter) Boden mit guter Nährstoffversorgung ist ein Muss. Je sonniger, desto mehr Feuchtigkeit braucht die Pflanze, die ursprünglich in der Au wuchs! 2. Die Pflanzzeit Das Frühjahr ist die beste Pflanzzeit. Geerntet werden darf erst im kommenden Jahr, denn das würde die Pflanze zu sehr schwächen. 3. Das Gießen Regelmäßige intensive Wassergaben sind für diese Pflanze wichtig. Idealerwiese einmal pro Woche, Regenwasser – später am besten mit Brennnesseljauche. 4. Richtig Düngen Kompost, organisch düngen mit Hornspänen, Schafwollpellets oder einem biologischen Volldünger. 5. Die Ernte Im 2. Jahr vom zeitigen Frühjahr (ev. mit überstülpten Tontopf vortreiben) bis etwa zum Johannistag (24. Juni). Nach 5 bis 10 Jahren (je nach Wachstum) sollte der Stock ausgegraben und geteilt werden da er an Kraft verliert. Beste Zeit – so ungewöhnlich es klingt – rund um die Sommersonnenwende. 6. Mythos: giftig Das der Rhabarber nach dem Johannistag „giftig“ ist, gilt heute als nicht mehr korrekt. Die Oxalsäure ist vor allem in den Blättern, nicht in den Stielen. Der Erntestopp erfolgt zum Regenerieren der Pflanzen. 7. Mythos: Blüte Der Beginn der Blütezeit hat viele Faktoren. Oft reagieren die Pflanzen auf hohe Temperaturen (so wie heuer), meist aber auch auf Nährstoffmangel (Blüte soll Fortbestand sichern) oder Überalterung. 8. Mythos: Oxalsäure Diese Säure gilt als Kalziumräuber, doch Untersuchungen in der Schweiz haben gezeigt, dass die bei normalem Konsum von vor allem im Frühjahr geerntete Stielen unerheblich ist. 9. Blätter gegen Pilze und Schädlinge Da der größte Anteil an Oxalsäure Die Wurzel der Barbaren nannte es das zivilisierte Weltreich der Römer Neun Fakten zu einem „Obst“, das de facto in Realität ein Gemüse ist. Giftig, Blüte und Oxalsäure sind klassische, nicht zutreffende Mythen. Der Pflanzenflüsterer & „DAS WIEN“-Kolumnist Karl Ploberger © Christoph Boehler Rhabarber in all seiner Pracht Mächtige Rhabarber-Blatter

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