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DAS WIEN AKTUELL 18 AMS-Kopf: Kein Beifall für Sozialgeld an Wohnort Junge Menschen sorgen sich um ihre Pension Bleischürze bei Röntgen hat ab sofort ausgedient Die Causa über den zuletzt stark angestiegenen Familiennachzug von syrischen Kindern und Frauen und die damit verbundene Frage, was Österreicherinnen und Österreicher noch so alles hinnehmen müssen, hat nach dem Peak im März und der medialen Schlagzeilen „Jetzt holen Tausende Syrer ihre Familien“ bzw. „Monatlich kommen Kinder und Jugendliche in der Größenordnung von 14 Schulklassen nach Wien“ nun also Politik und Experte bewogen, zu dieser aus dem Ruder gelaufenen Situation, Stellung zu beziehen. So hat sich im Nachrichtenmagazin „Profil“ dazu AMS-Vorstand Johannes Kopf der Gesamtproblematik, auch in Wiener Schulen, die heillos überfüllt sind und nicht mehr wissen, wohin mit syrischen Kindern, gestellt. Zur Einordnung – zwischen Jänner 2023 und Februar 2024 kamen mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche im Pflichtschulalter nach Wien. Und mit jedem weiteren Monat kommen 350 dazu. In ganz Österreich sind es ca. 500. Dabei fehlt offenbar ein Masterplan für die Integration der Familien, zumal es für sie nur wenige Wohnungen gibt. Johannes Kopf kann sich laut „Profil“ eine „Sozialhilfe-Auflage“ vorstellen. Dabei soll jenes Bundesland, in dem während des Asylverfahrens der Wohnsitz lag, auch für die Mindestsicherung zuständig sein. Ein Beispiel dazu – eine Familie die von Kärnten nach Wien zieht, für die gäbe es in Wien kein Sozialgeld mehr, weil sie dort auch keinen Antrag mehr stellen kann. Der 51-jährige AMS-Chef erwartet sich davon „einen Lenkungseffekt“ und will das über eine „15a-Vereinbarung zwischen den Bundesländern regeln“. Die ÖVP hingegen sieht „Wien dafür allein verantwortlich“. Sie macht es sich bei dieser Verteilungsproblematik schlichtweg zu leicht. Aber auch Sozialminister Johannes Rauch von den Grünen blockte auf Anfrage der „Presse“ ab. „Eine De-facto-Residenzpflicht in der Sozialhilfe lehnen wir ab.“ Rauch plädiert anstelle für eine „bundesweit einheitliche Mindestsicherung …“ Gibt es quasi ein Sorgen-Ranking junger Menschen? Und falls ja, worüber macht sich die Jugend von heute in Bezug auf ihre Zukunftsperspektive die allermeisten Gedanken. Vorne weg, es ist nicht die künftige eigene Pension, sondern auf Platz eins liegt weiter die Teuerung. Ein Schlag ins Gesicht der schwarzgrünen Regierung – allemal. Offen sinniert, es ist ein Rätsel, warum in Österreich die aktuelle Inflationsrate weiter über 4 Prozent (4,1 % im März) liegen kann. Wiederum – wie de facto immer – klar über dem Schnitt in der EU. Jedenfalls lieferte eine StudienAuswertung (Unique-ResearchStudie) im Auftrag der „Initiative 2050“ die Erkenntnis, dass die Mehrheit der Befragten nicht mehr daran glaubt, dass sie ihren „Lebensstandard“ in der Pension aufrechterhalten können wird. Nachsatz – drei Viertel der befragten Jungen vertraut daher nicht auf das staatliche Pensionssystem. Bereits ein knappes Viertel hat bereits eine private Vorsorge abgeschlossen. Knapp hinter der Pension rangiert das Sorgen-Trio Krieg (73 %), sowie gleichauf mit 70 Prozent-Äußerung die wirtschaftliche Entwicklung und der Klimawandel. Im Durchschnitt rechnen also die Unter-30-Jährigen mit einer Pension von 1.393 Euro, also knapp unter der Mindestsicherung im Monat. Genannte Motive für eine Zusatzpension waren abwärts der Sicherung des Lebensstandards & Altersvorsorge, die Finanzierung der Pflege in der Pension und die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit während des eigenen Erwerbslebens. Für dieses Paket wäre die Jugend bereit, 104 Euro im Monat zu bezahlen. Kritik war auch eine fehlende Finanzbildung in der Schule … Die Bleischürze bei einer Röntgenuntersuchung sowie bei einem CT wird unnütz! Ausnahmen für Patienten bestehen freilich weiter. Seit einem halben Jahr (August 23) gibt es eine diesbezüglich Empfehlung der fünf relevanten Fachgesellschaften für Strahlenschutz in Österreich. Die Funktion der Bleischürze war umliegende oder besonders empfindliche Körperregionen vor intensiven Strahlen, zu schützen. Aktuell sei aber „die radiologische Belastung bei dieser Untersuchung so gering, dass man auf den Schutz verzichten könne“, sagte Röntgenexperte und Vorstand der Universitätsklinik für Radiologie in Graz, Michael Fuchsjäger via Ö3. Das gilt (noch) nicht für ein Zahnröntgen, weil dafür bedarf es einer Gesetzesnovelle. Das Personal hingegen trägt weiter Schutzkleidung, weil es sich „den ganzen Tag über in Strahlenbereichen aufhält“. Der Umdenkprozess wurde bereits in den USA 2021 eingeleitet, wo einige Krankenhäuser bereits auf den Einsatz von Röntgenschürzen verzichteten – unter dem Argument, „dass die Bleischürze lediglich eine Maßnahme sei, um Patienten ein sicheres Gefühl zu geben“. Gleichzeitig war das bereits Fachthema beim jährlichen Treffen der Radiologischen Gemeinschaft von Nordamerika.

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