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DAS WIEN AKTUELL 17 Tesla & Musk als Unboxing-Pioniere auf Schleuderkurs? Gerüchte um Tesla und eine E-Auto-Billigvariante gingen durch die Decke. Der US-E-Autopionier steht massiv unter Druck, muss einerseits der staatlich subventionierten chinesischen Fließband-Massenproduktion Paroli bieten und andererseits als größter Verlierer innerhalb der „Magnificent Seven“, wo die Tesla-Aktie prozentuell vor Kurzem am meisten verloren hatte, umgehend einen restriktiven Sparkurs einleiten. Tausende Kündigungen sind die Folge. Und Teslas werden jetzt doch um einige Tausender billiger. Dennoch will Tesla 2030 20.000 E-Autos mit dafür geschätzten 36 neuen Fabriken produzieren. Der Schritt dazu wurde bereits im Jahr 2022 in der texanischen Hauptstadt Austin mit dem Bau einer neuen „Gigafactory“ gelegt. Die neue Herstellungsoffensive steht auf elementaren (revultionären) Elementen. Laut einer Studie der US-Branchenberatung „Caresoft“ bringt „Unboxing“ Tesla den Wettbewerbsvorteil, dass eigene Fabriken um 30 Prozent weniger kosten, weil die Anzahl vorgefertigter Baugruppen, die nun nach Baukastenprinzip zusammengesetzt werden, massiv reduziert werden. Im Gegensatz zum Fließband steht der Bau der Karosserie nun zweckoptimiert am Ende der Produktion. Die „einzige Challenge“ dabei ist, das Designer, IT- und Automatisierungsexperten zusammenarbeiten müssen, um Modulgruppen zu entwerfen. Das Handelsblatt zitierte TeslaBoss Elon Musk mit „Unboxing (NV9X-Entwicklungsname) wird mit Abstand besser sein als jede Produktionstechnologie, die es in der Welt gibt“. Die Tesla- Prognose übertrifft Analysten: Die Anzahl der Mitarbeiter wird um ein Drittel reduziert; die Produktionskosten für einen Tesla gehen um die Hälfte zurück. Die eigenen Fabriken können um 40 Prozent kleiner gebaut werden. Aktuell ist die Strahlkraft der Magnificent Seven verloren, alle bis dato gefeierten Top-Aktien der Mitglieder Meta, Amazon, Alphabet, NVIDIA, Apple und Microsoft erlitten den größten Kapitalverlust seit ihrer Marktkapitalisierung … ... Fakt ist, aber die zahlreiche Chinesische Konkurrenz hat längst die Nase vorne. Gegenwind für Finanzminister Brunner vom Fiskalrat Die Schlagzeile „Österreich überschreitet mit 3,4 Prozent die Maastricht-Grenze von 3 %“ ist abseits wirtschaftlich angespannter Lage das kollektive Signal, das landauf und landab alle Sirenen zum Heulen beginnen. Dann rückt – wie immer – Prof. Christoph Badelt sowohl als Fiskalratspräsident und „Oberlöschmeister“ des Landes aus. Der Initiator dieser Schlagzeilen beginnt als rüstiger 74-Jähriger seine Ochsentour zu allen relevanten Medien. Und benennt dort alle Faktoren, die ursächlich für das Überschreiten des Maastricht-Limits mit drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ist. An der Dramatikzuspitzung braucht Badelt nicht feilen, das Thema mit der optimistischen Veranschlagungs-Erwartung von Finanzminister Magnus Brunner mit einem erwarteten Defizit von 2,8 bzw. 2,9 Prozent für die Jahre 2024 und 25 ist hochaktuell und ein Selbstläufer. Vor allem im konservativen oberen Mittelstand. Den es zahlreich in Österreich gibt. Baldelts Hausexpertise, mit zahlreichen Experten im Fiskalrat, benannte das Maßnahmenbündel wie Verlängerung der Strompreisbremse, die neuerliche Aussetzung der Energieabgaben, das Wohnbaupaket sowie über dem Verhältnis ansteigende Ausgabensteigerungen durch die hohe Inflation samt schwacher Konjunktur. Die Folge ist ein Budgetdefizit für die Jahre 2024 und 25 mit 3,4 bzw. 3,2 Prozent. Volkswirt Badelt selbst thematisiert die Folgen, die „Wahlzuckerln“ an sich so für nächste Generationen haben und feuert eine Breitseite auf die schwarz-grüne Regierung. Reflexartig folgt unmittelbar auf nachsichtige und milde Art (auch) sein Verständnis für das Handeln der Regierung. „Es ist nicht entscheidend, ob das Budgetdefizit 3,4 bzw. nächstes Jahr 3,2 % des BIP beträgt“, sondern es hat die „ungute Tendenz, dass die fiskalische Haushaltsplanung nicht nachhaltig ist“. Die Märkte kontern möglicherweise mit höheren Zinsen vom Staat. Das bessere Ende im Zahlenkampf der Giganten hat Brunner, der Finanzminister wird ein Defizit von 2,8 Prozent nach Brüssel melden. Der begeisterte Hobby-Tennisspieler schlägt ein Ass, in Zählbarem ausgedrückt handeln Medien den Vorarlberger schon als nächsten EU-Kommissar. Man muss kein Prophet sein, die Grünen erhalten einen Deal und Brunner kann beginnen, sein ÖBBTicket nach Brüssel vorzeitig zu buchen … Christoph Badelt © WIFO Magnus Brunner © Parlamentsdirektion/Thomas Topf

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