Das Wien - E-Book

DAS WIEN GARTENTIPP 29 dimensionales Erlebnis bietet. In kurzen Texten wird das wichtige Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren erläutert. Letztlich soll es anregen, im eigenen Garten ein Blumenbeet für Schmetterlinge anzulegen und die Brennnessel im wilden Ecke wachsen zu lassen. Für Kinder von 6 bis 10 Jahren. Gartengeschichte: Wann hast du mit dem Garteln angefangen? Diese Frage wird mit oft gestellt. So ganz lässt sie sich nach so vielen Jahren nicht mehr beantworten, aber im Alter von etwa sechs Jahren habe ich angeblich schon die ersten Pflanzversuche unternommen. Mein allererstes Gartenbuch war von Anton Eipeldauer – „Blumen in unserem Heim – Kinder und Eltern als Blumen-Gärtner“. Da war ich um die zehn Jahre und interessierte mich brennend für alles, was den Garten betrifft. Das Buch gibt es zwar nicht mehr, aber ich sehe noch vor mir das Kapitel über die Amaryllis, die Samen angesetzt hat und die „der“ Eipeldauer (er war auch der TV-Gärtner) aussäte. Das machte ich auch. Und mit 14 kam schon das erste Glashaus – selbstgebaut – ins Spiel. Andere Gartenbücher für Kinder gab es damals keine, jedenfalls habe ich keine gehabt. Aber bleiben wir noch bei den Büchern, die mich prägten. Zum Biogärtner wurde ich mit dem Buch „Der stumme Frühling“ und dem damals schon legendären Buch von Marie-Luise Kreuter „Der Biogarten“. Zusammen mit einer Freundin meiner Frau begann dann die Intensiv-Phase des Biogärtnerns und schließlich die aktive Rolle des Buchschreibens. Mittlerweile sind es 24 geworden, wobei gerade jetzt wieder eines neu aufgelegt wurde, weil es eines der meistgefragten war. „365 Gartenfragen und Antworten!“ Besonders stolz bin auch aber auch auf mein „Kindergartenbuch“, das aber auch für Erwachsene ein hilfreicher Begleiter durch Garten und Natur ist. Auch wenn wir noch so digitalisiert sind (und ich bin ein erklärter Fan davon) – die Bücher mag ich nicht missen. Garteln im Takt der Natur Gartenkalender mit den Arbeiten nach den Jahreszeiten geordnet, haben in Zeiten der Klimaveränderung ihre Bedeutung verloren. Am besten richtete man sich nun nach dem Phänologischen Kalender – der orientiert sich an den Blühzeiten der Pflanzen. Zurzeit sind wir in fast ganz Österreich (ausgenommen höhere Regionen) im Erstfrühling, denn Forsythie und Kirsche blühen oder beginnen zu blühen und das Laub der Birke entfaltet sich. Im Osten Österreichs beginnt aber schon die Fliederblüte und damit der Vollfrühling – drei Wochen zu früh! Was ist jetzt zu tun? Im Garten: Beete vorbereiten, säen und pflanzen. Kompost, organische Dünger und Bodenaktivatoren sorgen für ein vitales Bodenleben. Gesät werden Radieschen, Blattsalate, Karotten und auch Erbsen (nicht die Zuckererbsen). Gepflanzt werden Kohlrabi, Salate und viele Kräuter. Rasen jetzt düngen, vertikutieren erst nach dem 2. Mähen. Ev. Kalk aufstreuen, wenn der Boden stark bemoost ist. Das deutet auf eine Übersäuerung hin. Nach wie vor kann man die Rosen schneiden und auch die Obstbäume lassen sich nun nach wie vor in Form bringen. Auf der Terrasse und am Balkon: Für die Sommerbepflanzung ist es noch zu früh, aber Frühlingsblüher, die im Topf angeboten werden, bringen Wochen Farbe. Kräuter lassen sich am Balkon perfekt kultivieren und auch Gehölze können in Trögen und Wannen nun gesetzt werden. Sie beginnen rasch mit dem Wachstum. Im Zimmer: Beste Zeit zum Umpflanzen und zur Blattpflege. Abduschen, abwischen – das beseitigt Staub und ermöglicht den Pflanzen wieder kräftiges Wachstum. Gartenfragen Meine ausgepflanzte Palme hat in der Mitte braune Wedel. Soll ich die schon abschneiden oder ist die Pflanze gar kaputt? Im Augenblick lässt sich das noch nicht sagen. Ich würde die braunen Teile entfernen und mindestens bis Ende Mai zuwarten. Erst dann lässt sich endgültiges sagen. *** Bei meinem Apfelbaum habe ich ein daumendickes Loch entdeckt, am Boden davor Sägespäne. Was ist da für ein Schädling am Werk? Es könnte sich um den äußerst lästigen Weidenbohrer handeln. Sind die Schäden nicht zu alt, dann könnte man die Larven mit einem Draht, den man ins Bohrloch einführt, erwischen. Auch das Einsprühen mit einem biologischen Insektizid auf Pyrethrum-Basis könnte helfen. *** Was ist der Unterschied zwischen einem Bodenaktivator und einem organischen Dünger? Nicht ganz einfach zu sagen, weil oft die Zusammensetzungen der einzelnen Erzeuger unterschiedlich sind. Im Wesentlichen sind im Dünger größere Mengen an Nährstoffen, im Aktivator viele organische Bestandteile (aber auch mit Düngewirkung), die das Bodenleben fördern. Wie hat einmal einer erklärt: „Im Aktivator ist alles, was der Regenwurm gerne frisst!“ © OÖN/ Volker Weihbold

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