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DAS WIEN AKTUELL 15 Neue „Benimmregeln für Amsterdam-Touristen“ Finnen haben persönliches Abo auf das Glücklichsein Lufthansa muss hohe Streikkosten stemmen Die niederländische Stadt Amsterdam legte bereits mit ihren „Amsterdam Rules“ im Vorjahr dem wachsenden Touristenstrom die Rute ins Fenster. Der OnlineRegel-Kampagne aus dem Vorjahr soll nun eine sanftere Version mit einem interaktiven Quiz folgen, um junge „Sauf- und Drogentouristen“ überwiegend aus Großbritannien vor einem Besuch der Stadt abzu- bzw. gar fernzuhalten. Wie immer, der Kampf gegen die Auswüchse im Massentourismus startet bereits bei Reisebeginn mit quasi einem Benimm-Regel-Quiz. Der Einstieg ist dem Zweck bzw. dem Grund der Reise gewidmet, danach geht’s ins Konkretere mit der Frage „wie sich Touristen ihre Reise vorstellen?“. Danach beginnt offenbar der intensivere Part, der dem Touristen schlichtweg klar machen soll, was denn in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam unter Kiffen, Party und Rotlichtviertel (noch) erlaubt ist und was eben nicht. Das Fragespiel ist in englischer Sprache und auszugsweise suggerierte Fragen wie „Wollen Sie im eigenen Auto übernachten? bzw. „Wollen Sie eine organisierte Partytour“ bzw. „Wollen Sie eine organisierte Kneipen- bzw. geführte Rotlichttour?“ bekommt jeweils sowie beim Drogenkauf auf der Straße als Antwort: Das ist alles verboten und „schade, in Anbetracht Ihrer Vorlieben bietet Amsterdam vielleicht nicht die Erfahrung, die Sie suchen. Das Glück ist ja auch ein Vogerl, es fliegt mal zu oder eben auch weg. Aber nur selten bleibt es lange. Doch die Flüchtigkeit des Glücks scheint irgendwie sesshaft geworden zu sein, speziell wenn man das Augenmerk auf den jährlich erscheinenden „UNGlücksbericht“ lenkt: Seit zwölf Jahren erscheint nun der „World Happiness Report“ und bereits zum siebenten Mal in Folge sind die Finnen die glücklichsten Menschen auf dem blauen Planeten. Der „World Happiness Report“ zielt auf einzelne Glückskriterien ab, für die auszugsweise Einkommen, Gesundheit, Freiheit und soziale Kompetenz genannt werden. Wie glücklich sind also Österreicherinnen und Österreicher am Internationalen Tag des Glücks? Im Vorjahr belegten wir am 20. März immerhin Rang elf und waren damit „glücklicher“ als unsere „wichtigsten Nachbarn“ Deutschland und Italien. Immerhin! Freilich gab’s diesmal im „Kampf um das jährliche Glück“ einen Dämpfer mit dem Rückfall auf den weltweiten Glücksplatz 14. Glücksforscher messen auch den Indikator „Korruption“, die Großzügigkeit, die Lebenserwartung sowie die Freiheit für eigene Lebensentscheidung. „Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.“ Die Worte des römischen Dichters Seneca helfen vielleicht fürs nächste Ranking. Derweil sind die zehn glücklichsten Länder Finnland, Dänemark, Island, Schweden, Israel (!), Niederlande, Norwegen, Luxemburg, Schweiz und Australien. Deutschland ist nur mehr 24! Aus einem internen Memo vom Lufthansa Konzern ist erstmals zu entnehmen, dass die Kosten, die wegen Streiks anfallen, doch wesentlich höher sind als bislang bekannt. So beziffert die Lufthansa ihre finanzielle Belastung allein im bisherigen Jahresverlauf mit 250 Mio. Euro. Bei einem Interview erläuterte Finanzvorstand Remco Steenbergen die Komplexität, erklärte, dass additive Belastungen, wie Folgekosten bei Dienstplänen der Besatzung, den Einsatzplan von Flugzeugen und die Verunsicherung von Kunden, ebenfalls bei den Streikkosten miteinzubeziehen wären. Als Beispiel nannte er die sonst sehr profitable Verbindung zwischen Frankfurt und San Francisco, die wegen des Streiks eine Woche ausfiel. Der zitierte Rattenschwanz beeinflusst auch das Kundenverhalten, die bei Buchungen zurückhaltender, als üblich, wären. Zudem machen diese „einen Bogen um die Lufthansa Drehkreuze Frankfurt und München“. Bei der Bilanz Ende März sind in die Bilanz „Streikkosten“ in max. Höhe von 100 Mio. eingeflossen. Der Arbeitskampf der Lufthansa zieht sich, „es hakt am Geld und an der Laufzeit“. Daher soll mit „Verdi“ (Gewerkschaft) weiterverhandelt werden, freilich ob es noch eine Einigung vor Ostern gibt, steht in den Sternen … Das ist auch ein Bremsklotz für die Aktie und es drohen weitere Kursverluste. Steenbergen selbst ist Ende April als Lufthansa-Finanzvorstand Geschichte, wechselt zu Sandoz, einem Generika- und Biosimilarhersteller in der Schweiz.

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