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DAS WIEN AKTUELL 19 Youtube nimmt sich Hasskommentarenan 2022 – Rekordjahr für Bahnbeschwerden Regierung wirft sinnlos Geld hinaus Die laufende und starke Kritik von „You-Tube-Nutzern“ über Hasskommentare hat den Google-Konzern nun zum Handeln gezwungen. Der Lösungsansatz sind neue „Guidelines“, wo vor allem die Kommentarfunktion auf dieser Plattform bearbeitet wurde. Der Fokus der Arbeit richtete sich auf eine Verbesserung der automatisierten Erkennungssysteme sowie auf maschinelles Lernen, um damit den „Spam“ zu identifizieren und zu entfernen. „Wir haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 1,1 Mrd. dieser ‚comments‘ entfernt“, so ein Mitarbeiter des You-TubeTeams. Das Update soll nun das „Live-Streaming“ für alle Nutzer zu einem besseren „Erlebnis“ machen. Eine Zusatzfunktion warnt Benutzer jetzt, wenn sie mit ihren Hass-Kommentaren gegen diese Richtlinien, verstärkt auf der Videoplattform, verstoßen. Setzen sie fort, gibt es möglicherweise – als nächste Konsequenz – ein Timeout für bis zu 24 Stunden. Freilich steht diese neue Funktion nur für englischsprachige Kommentare zur Verfügung. Für andere Sprachen heißt es warten – mehrere Monate! Die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) erklärt das Jahr 2022 zum „Beschwerde-Rekordjahr“ in puncto Bahnfahren. Das zeigen ihre nun veröffentlichten Zahlen. Im Detail gab es gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2019 um 19 Prozent mehr Schlichtungsverfahren, so zu hören in der ZIB mit dem Zusatz, dass es dabei zu einem Ansteigen von 704 zu 839 gekommen sei. Die ÖBB schieben das auf „einen entstandenen Bahnboom“. Im Speziellen, so ein Bahnsprecher dazu, „gab es aufgrund der vielen zusätzlichen Reisenden im Frühsommer auch einen Rückstau bei Anfragen von Kundinnen und Kunden“. Aber: „Dieser wurde (doch) im Herbst abgebaut“. Und wohl als erfreulichen Zusatz: Inzwischen habe man einen „deutlich besseren „Servicelevel“ erreicht. Wie kurios dass Thema auch ist, veranschaulicht just der Fall eines jungen männlichen Passagiers. Ihm wird – so heißt es im Internet – wegen seiner Vielreisen von der Bahn unterstellt, absichtlich, weit über die Norm hinaus, laufende Beschwerden einzureichen. Quasi ein Permanent-Reisender auf der Suche nach Schwachstellen … Österreich hat in den Coronajahren 2020 & 2021 den heimischen Unternehmen schlicht und ergreifend – im Zuge der Coronahilfen – um 300 Mio. bzw. 298 Mio. Euro von der dafür – eigens konstruierten Bundesf inanzierungsagentur (COFAG) – zu viel an „Überbrückungsgeldern“ überwiesen. Das Momentum-Institut spricht dabei zwar von einer „Schätzung“, doch ist das als „absolute Untergrenze“ anzusehen. Diese Gelder dürfen die Unternehmen als „Gewinn“ abschöpfen. Verwerflich? Das Gegenteil – Unternehmer streben nach Gewinnmaximierung! Allerdings stand es ihnen frei, diese Hilfen zu beantragen. Als Kritikpunkte bleiben daher die „wirtschaftliche Notwendigkeit“ und die (starke) Überförderung einiger (Großer) versus Unterförderung mehrerer (Kleiner). Das erklärte Ziel der Regierung war doch den „Fortbestand von Unternehmen und Arbeitsplätze“ zu sichern. Als bekanntes Medien-Beispiel dafür gilt auch der Tiroler-Hotelier, ÖVPAbgeordnete, Tourismussprecher, Seilbahnchef und, und … Franz Hörl. Was ist dabei der schwarzgrünen Regierung also anzukreiden? Der Staat hat speziell – auf Kosten der nächsten bzw. übernächsten Generation – einmal mehr – die auch aufgrund der hohen Inflation (Nov. 10,6 %) sprudelnden Steuereinnahmen leichtsinnig nach „Gießkannenprinzip“ verteilt. Vor allem im Hinblick auf das weiter auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschobene „heiße Eisen“ Pensionsreform. Quasi ein nächster „Kardinalfehler“ war auch, dass diese Zuschüsse am Umsatzrückgang (2019) gemessen wurden, dabei aber die teilfinanzierte Kurzarbeit und der geringere Wareneinsatz nicht gegengerechnet wurden. Es gab z. B. keine Rückforderungsklausel. Das volle Ausmaß an Überforderung kann ohnehin niemals beziffert werden. Ein Grund sind das Fehlen an Informationen, der dafür herangezogenen EU-Beihilfentransparenz-Datenbank. Zuschüsse lassen sich für Unternehmen mit unregelmäßigen Geschäftsjahren nicht auf ein spezielles Jahr dingfest machen. Man geht also von weniger Fördergeld aus, weil man nach Jahren und nicht nach „diesen Bezugsmonaten“ zurechnet. Eine komplexe Materie, doch die „Überkompensation an Förderungen“ des Bundes bleibt unbestritten. Weil auch die Fördergelder der Länder wenig transparent sind. Fehlende Strukturreformen gehen zu Lasten nächster Generationen … Auf der Homepage des Momentum-Instituts kann man die verschränkte EU-Datenbank inkl. der Jahresabschlüsse der 28.575 nationalen Betriebe, die Covid-19-Gelder, in den Jahren 2020, 2021 und 2022 erhalten haben, herunterladen. Derzeit sind 600 Mio. € an Überförderung quasi schon bestätigt.

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