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DAS WIEN AKTUELL 16 Kroatien im neuen Jahr nun mit Euro Rundfunkgebühren in Slowakei neu Wirtschaftshilfen erhalten„viel Geld“ Einkommenskluft bei Mann und Frau bleibt Ab 1. Jänner wird im EU-Land Kroatien auch der Euro als offizielle Währung anstelle der bislang üblichen Landeswährung Kuna eingeführt. Gleichzeitig wird das Land auch Mitglied der grenzkontrollfreien Schengenzone. Im Speziellen ist das vor allem eine doppelte Erleichterung für die vielen Urlauber, die jährlich nach Kroatien reisen. Sie müssen zum einen kein Geld mehr tauschen und ersparen sich dabei „Wechselverluste“, zum anderen erreichen sie ihr Reiseziel im Landesinneren nun ohne oft „stundenlange Wartezeiten an den slowenischkroatischen Grenzübergängen“. Da Österreicherinnen und Österreicher noch viele Kuna aus dem letzten bzw. einem vorigen Urlaub besitzen, können sie diese bis Ende 2023 „gebührenfrei“ bei kroatischen Banken – bis zu jeweils 100 Münzen und Scheinen pro Transaktion – in Euro umtauschen. In der Slowakei hat das hiesige Parlament die Rundfunkgebühren abgeschafft und freilich durch eine ab Juli 2023 jährlich „neu festzulegende Direktzahlung an den Staat“ ersetzt. Bislang war die gesetzlich garantierte Rundfunkgebühr die wichtigste Einnahmequelle des Senders RTVS bzw. RTS, der unabhängig von der jeweiligen Regierung somit war. Jeder Haushalt hatte dafür 4,64 Euro per Monat zu bezahlen. Pensionistinnen und Pensionisten waren komplett befreit, sozial schwache Familien bezahlten weniger. Und wieder sieht der Präsident des Fiskalrats, Christoph Badelt, die aktuellen Wirtschaftshilfen der Regierung „auch kritisch“. „Es gehe einfach um sehr viel Geld“, so im Ö1-Mittagsjournal vor Kurzem. Und: „Die Treffsicherheit herzustellen, sei aber eben nicht einfach“. Sehr optimistisch ist der Ökonom im Hinblick fürs nächste Jahr, „da ist Österreich gut für die Krise gerüstet“. Es gebe aber „zu viele Haushalte“, die „armutsgefährdet“ sind. Sie würden auch steigen. Im September erklärte er „dass man sich zwei Drittel der Strompreisbremse sparen könnte“. Der Wirtschaftswissenschaftler kritisierte dabei „das teure Gießkannenprinzip bei den AntiTeuerungshilfen. Der Staat könne die Inflation nicht wegregulieren“. In puncto Treffsicherheit hält der 71-Jährige der Regierung vor, dass sie sich „früher um das nötige Datenmaterial zu den Einkommensverhältnissen kümmern müsse“. Auch bei der Kommunikation der Regierung läuft einiges, salopp formuliert, aus dem Ruder. „Hilfen würden mit großem Pomp angekündigt, bis sie aber beim Bürger ankommen, vergehen viele Monate“. Frauen ohne Uni-Abschluss verdienen in Österreich deutlich weniger als Männer. Letztere befinden sich sogar mit einem Fachschulabschluss auf Verdienst-Augenhöhe mit einer Akademikerin. Das zeigt nüchtern der Einkommensbericht des Rechnungshofes. So lag das mittlere Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Beschäftigen im Jahr 2021 bei 31.407 Euro – Männer verdienten 37.707 € und Frauen bloß 24.309 Euro. Im Zeitraum von 2012 bis 2021 gab es ein Ansteigen von 4,1 Mio. Jobs auf 4,5 Millionen Jobs in Österreich. 1,4 Prozent mehr Frauen sind ganzjährig seit 2012 beschäftigt; bei den Männern waren es freilich satte 10,2 Prozent mehr! Insgesamt gab es vor allem aber Zuwächse bei der Teilzeit: So stiegen die Beschäftigungsverhältnisse bei den Frauen um 14,4- bzw. bei den Männern um 14,9 Prozent. Das bringt natürlich auch große Abstriche bei der künftigen Pension. Apropos Pension: Männer erhalten im Durchschnitt jährlich 29.574 Euro brutto; Frauen hingegen bloß 18.638 €. Das mittlere Jahreseinkommen ist bei Beamten mit 61.389 € am größten. Der Unterschied vonMann zu Frau ist dabei marginal: ca. 700 Euro.

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