Das Wien - E-Book

DAS WIEN LEUTE 17 Mit über 90 Millionen verkauften Tonträgern haben Sie alles erreicht. Was gibt Ihnen die Motivation weiter auf der Bühne zu stehen? Kaiser: Bei meinen Konzerten hat sich vieles verändert, denn früher war ich auf der Suche nach Wirkung, wollte auf alles eine Reaktion. Heute habe ich einfach nur einen Heidenspaß und sehe es als Privileg, mein Hobby zumBeruf zu haben. Das ist meine Motivation. Beinahe jeder ihrer Texte hat eine Botschaft, erzählt Geschichten und spiegelt ehrliche Gefühle wider. Beruhen Ihre Songs auf persönlichen Erfahrungen? Ich denke da im Besonderen an „Manchmal möchte ich schon mit Dir“! Kaiser: Meine Lieder sind eine Mischung aus persönlichen Erlebnissen, Beobachtungen und einiges ist natürlich auch erfunden. Natürlich hat man im Freundeskreis schon erlebt, dass ein Kerl mit der Ehefrau seines Freundes heftig geflirtet hat, wer das war bleibt aber ein Geheimnis. Würden Sie sich auch als Juror in eine Castingshow setzen? Kaiser: Nein, das würde ich nie machen, das traue ich mir gar nicht zu. Ich möchte auch nie derjenige sein, der die Träume anderer zerplatzen lässt. Warum haben Sie eigentlich Ihren Namen von Ronald Keiler auf Roland Kaiser geändert? Wäre der Erfolg nicht auch als Ronald gekommen? Kaiser: Es war nicht sicher, ob man als männliches Wildschwein schnell Karriere machen kann, aber vom Klang her ähneln sich die Namen. Mittlerweile reagiere ich auch kaum noch auf Ronald. Ende 2009 gaben Sie wegen einer chronischen Lungenerkrankung ihren Abschied bekannt und mussten sich sogar einer Lungentransplantation unterziehen. Wie schwer war diese Zeit für Sie? Kaiser: Die Option, dass ich sterbe war natürlich gegeben, aber damit habe ich mich nie beschäftigt. Ich bin ein absoluter Optimist und das ist die beste Art mit so einer Situation umzugehen. Die Diagnose wurde ja bereits 2000 gestellt, trotzdem bin ich noch neun Jahre live aufgetreten. Meine Ärzte haben das nicht verstanden, aber für mich war das wichtig. Mit Ihrem sozialen Engagement und der Beliebtheit wären Sie doch ein idealer Politiker. Wäre so ein Posten etwas für Sie? Kaiser: Nein, in meinem Alter habe ich keine Lust mehr als Frischling diverse Parteiinstanzen zu durchlaufen, da bleib ich doch lieber auf der Bühne. Natürlich merke ich, dass ein Rechtsruck durch Europa geht, aber ich bin ein Optimist. Ich sage nicht, die AFD wurde von 13 Prozent gewählt, ich sage 87 Prozent haben diese Partei nicht gewählt. Was wünschen Sie sich für 2023? Kaiser: Ruhe und Frieden und eine gute Zeit. " " " " Meine Lieder sind eineMischung aus persönlichen Erlebnissen, Beobachtungen und frei Erfundenem. Roland Kaiser Früher war ich bei meinen Konzerten auf der Suche nachWirkung. Heute habe ich nur mehr einenHeidenspaß. Roland Kaiser © Paul Schirnhofer

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