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DAS WIEN AKTUELL 6 Abschaffung der kalten Progression ab 2023 Die EinkommensteuerTarifstufen ändern sich ab 2023 wie folgt: Aus dem Bereich der Sozialversicherung ist man gewohnt, dass die jährlichen Höchs tbemessungsgrund - lagen oder beispielsweise die Geringfügigkeitsgrenzen wertangepasst werden. Gleiches gilt auch z. B. für den Preis der Autobahnvignette, die ebenfalls jährlich an die Preisentwicklung angepasst wird. Diese jährliche automatische Anpassung von Grenzen/Werten ist dem Steuerrecht de facto unbekannt. Wenn überhaupt wurden in der Vergangenheit steuerliche Werte nur im Abstand von zumeist mehreren Jahren geändert. Dies führte zur kalten Progression, was bedeutet, dass bei normaler (jährlicher) Gehaltsanpassung im Einzelfall ein Hineinwachsen des Einkommens in eine höhere Steuerklasse erfolgt, wodurch das Realeinkommen – also die Kaufkraft – vermindert wird. Mit dem Teuerungs-Entlastungspaket II hat die Regierung nun beschlossen, dass es ab 2023 zu einer automatischen Inflationsanpassung bestimmter steuerlicher Werte kommt. Dabei sollen im Wesentlichen Tarifelemente in der Einkommensbesteuerung automatisch um zwei Drittel der Inflation (also nicht gesamte Inflation) angepasst werden. Die beiden untersten Tarifstufen werden dabei in 2023 um 6,3 % erhöht, dieStufendarüber um3,47% (= zwei Drittel der Inflationsrate zwischen Juli 2021 und Juni 2022). Zusätzlich wird der Steuersatz im Einkommensbereich von € 18.000,00 bis € 31.000,00 von 32, 5 % auf 30 %, im Einkommensbereich von € 31.000,00 bis € 60.000,00 von 42 % auf 41 % gesenkt. 2022 (bisher) 2023 (neu) Einkommen Steuersatz Einkommen Steuersatz für die ersten € 11.000,00 0 % für die ersten € 11.693,00 0 % € 11.000,00 bis € 18.000,00 20 % €11.693,00 bis € 19.134,00 20 % € 18.000,00 bis € 31.000,00 32,5 % € 19.134,00 bis € 32.075,00 30 % € 31.000,00 bis € 60.000,00 42 % € 32.075,00 bis € 62.080,00 41 % € 60.000,00 bis € 90.000,00 48 % € 62.080,00 bis € 93.120,00 48 % € 90.000,00 bis 1 Mio. 50 % € 93.120,00 bis € 1 Mio. 50 % über € 1 Mio. 55 % über € 1 Mio. 55 % Wertangepasst werden 2023 u. a. auch die nachstehenden Absetzbeträge wie folgt: • Der jährliche Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag wird von € 494,00 auf € 520,00 (bei einem Kind) bzw. von € 669,00 auf € 704,00 (bei zwei Kindern) erhöht. • Je weiterem Kind erhöht sich obiger Absetzbetrag von € 220,00 auf € 232,00. • Für die Anerkennung des Alleinverdienerabsetzbetrages erhöht sich die mögliche Zuverdienstgrenze des (Ehe)Partners von € 6.000,00 auf € 6.312,00 jährlich. • Auch der Unterhaltsabsetzbetrag wird wertangepasst: ofür ein Kind von € 29,20 auf € 31,00 monatlich ofür das zweite Kind von € 43,80 auf € 47,00 monatlich und ofür jedes weitere Kind von € 58,40 auf € 62,00 monatlich • Der Verkehrsabsetzbetrag wird von € 400,00 auf € 421,00 jährlich erhöht. • Bei Anspruch auf Pendlerpauschale erhöht sich der Verkehrsabsetzbetrag auf € 690,00 (ab 2023 € 726,00), sofern das Einkommen des Steuerpflichtigen unter € 12.200,00 (ab 2023 € 12.835,00) liegt. Der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag vermindert sich zwischen einem Einkommen von € 12.200,00 (ab 2023 € 12.835,00) und € 13.000,00 (ab 2023 € 13.676,00) gleichmäßig einschleifend auf € 400,00 (ab 2023 421,00), d. h. ab einem Einkommen von € 13.676,00 (Jahr 2023) steht „nur“ der normale Verkehrsabsetzbetrag (ohne Zuschlag) zu. • Bei einem Jahreseinkommen von max. € 16.000,00 (ab 2023 € 16.832,00) gibt es einen Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag von € 650,00 (ab 2023 € 684,00). Dieser Zuschlag wird ab 2023 zwischen einem Einkommen von € 16.832,00 und € 25.774,00 schrittweise auf Null eingeschliffen, d. h. ab einem Jahreseinkommen von € 25.774,00 (ab 2023) entfällt der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag. • Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag steht zu, sofern der (Ehe)Partner Einkünfte in 2023 unter € 2.315,00 (bisher € 2.200,00) bezieht. Dieser erhöhte Pensionistenabsetzbetrag beträgt ab 2023 € 1.278,00 (bisher € 1.214,00), wenn die laufenden Pensionseinkünfte des antragsberechtigten Steuerpflichtigen in 2023 € 20.967,00 (bisher € 19.930,00) nicht übersteigen. Zwischen einem Einkommen von € 20.967,00 und € 26.826,00 (bisher von € 19.930,00 bis € 25.000,00) wird der Absetzbetrag gegen Null eingeschliffen. • Liegen die Voraussetzungen für den erhöhten Pensionistenabsetzbetrag nicht vor, so steht dem Pensionsbezieher ein Absetzbetrag von € 825,00 (ab 2023 € 868,00) zu. Dieser Absetzbetrag vermindert sich zwischen einem Jahreseinkommen von € 17.500,00 bis € 25.500,00 (ab 2023 von € 18.410,00 bis € 26.826,00) einschleifend auf Null. peter@weitzel-steuerberatung.at © Helga Rader

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