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DAS WIEN AKTUELL 18 Kreditewerden teurer durch Zinserhöhung Österreich hat Impfstoff en masse Viele Turbulenzen für Fluglinien Neos-Kritik an Hilfszahlungen David gegen Goliath, das ist aktuell der Kampf der Europäischen Zentralbank (EZB) mit ihrem durch die Decke gehenden Gegner, der Inflation. Die EZB ist dabei knapp vor dem K.o., hat sie doch mit ihrer konsequenten Anleihenpolitik, deutlich den Zeitpunkt für eine moderate Zinserhöhung, verpennt. Jetzt werden als Konsequenz die Leitzinsen auf in Summe zwei Prozent erhöht – und die Inflation steigt nach Erstschätzung für Oktober der Statistik Austria auf elf Prozent (seit 70 Jahren der höchsteWert). Und darüber hinaus droht den Kreditnehmern „fettes“ Ungemach, denn mit dem Anstieg der Zinsen müssen Banken mehr zahlen, wenn sie sich Geld für die Vergabe von Krediten ausleihen müssen. Und dieses Mehr geben sie an ihre Kunden 1:1 weiter. Für Kreditnehmer ist die einzige Alternative, dass sie ihren variabel verzinsten Kredit los werden und in eine Umschuldung auf einen Fixzins-Kredit tauschen können. Dazu rät der AK-Experte, via Ö1Äther, auch zu einemGesprächmit der Hausbank. Die Krux ist aber, dass selbst bei einem Rückgang der Inflationsrate die Preise nicht „automatisch“ billiger werden. Sie steigen nur langsamer …Und diese Leitzinserhöhung könnte auch die Konjunktur abwürgen ... Noch gut in Erinnerung ist der weltweite Kampf um den Impfstoff. Aktuell ist dieser keine Mangelware und viele Dosen liegen quasi auf Eis. Ungefähr 7 Millionen Dosen, überwiegend Vakzine von Novovax und Moderna, sind bereits abgelaufen. Als einzige, freilich mögliche „Rettungsaktion“ könnten die Hersteller das Ablaufdatum dieser noch verlängern. Diese Info kommt aus dem Gesundheitsministerium. Damit kommt für Österreich auch die Option ins Spiel, diese Impfstoffe an Drittstaaten zu spenden. Just hält sich aber speziell die Nachfrage in den EU-Staaten in Grenzen, da sie selbst genug Dosen „gehamstert“ haben. In Österreich stehen ca. 22,7 Mio. Impfdosen zu Verfügung, wobei gut ein Viertel davon „angepasste Impfstoffe“ sind. Diese sind derzeit besonders begehrt, doch Experten warnen bereits vor neuen Varianten. Insgesamt sind in Österreich bis 1. Nov. dieses Jahres 19.803.561 Impfdosen verabreicht worden. 1.130.250 Menschen haben eine Auffrischungsimpfung (d.i. eine vierte Dosis oder mehr). Während der Coronajahre waren weltweit viele Fluglinien in finanzielle Turbolenzen geraten. So auch, die AUA im Jahr 2020. Wir haben über den starken Sommer der Austrian Airlines berichtet und es ist nicht überraschend, dass das österreichische Flagschiff der Luftfahrt vorzeitig – um drei Jahre früher als mit dem österreichischen Staat vereinbart – die vereinbarte Kreditsumme über 300 Millionen Euro vor Kurzem bereits in vollem Umfang zurückzahlen konnte. Konnte, weil auch die Kreditlinie des deutschen Mutterkonzerns Lufthansa mit ungefähr zwei Drittel daran beteiligt war. Der Gewinn im heurigen Sommer der AUA belief sich auf 110 Mio. Euro. Rote Zahlen freilich bleiben weiter AUAThema, denn wie man aus dem Umfeld hört, werden solche bis zum Jahresende wieder erwartet. Weiter erfreulich für die Passagiere ist die Tatsache, dass die Ticketpreise nicht erhöht werden. Die Neos sind der Untersuchungsausschüsse müde, und setzen als Äquivalent die Kritik ein. Jüngstes Beispiel ist, „dass dieHilfszahlungen wegen der Inflation nicht so wirken wie gewünscht“. Dabei beziehen sie sich auf eine Analyse des Budgetdienstes vom Parlament, der eben „auf Initiative der NEOS (jetzt mal groß geschrieben) die Einmalzahlungen der letzten Monate untersucht hat“. Ö3 hat zudem berichtet, dass dabei an Menschen in ähnlicher Lage unterschiedliche Beträge überwiesen worden sind. Für die Neos ist das ein „Gießkannenprinzip“ und stellen dabei die Forderung nach „Einschleifregeln“ auf, um künftige Einmalzahlungen gerechter zu machen. Irgendwie, liebe NEOS, legt ihr zwar häufig einzelne Finger auf die zahlreichen Wunden, aber es entsteht jedes Mal dabei ein hilfloser Eindruck. Die Logik, einen Untersuchungsausschuss vorzeitig abzudrehen, ist schwer nachzuvollziehen. Bei dem Sichtungsmaterial was noch aussteht, könnte sich letztlich doch noch die eine oder andere Information, vor allem im Hinblick auf KurzIntimus Thomas Schmid, auftun. Auch wenn es sich dabei bloß um „zweitklassiges Material“ handelt, wie Stephanie Krisper sinngemäß folgert, genügt es doch, um der ÖVP weiter die Botschaft auszurichten: Ja, genauso seid ihr … Denn man wird den Eindruck nicht los, dass es sich die Neos nach Belieben richten, einmal Fundamentalopposition gegen die Opposition und manchmal „halbherzig“, um nicht zu sagen verständnisvoll, für diese Regierung. So – lassen sich im Wählerteich nicht viele Stimmen fangen. Aber es ist ein Fortschritt, dass man jetzt wohl für ein Weitermachen bzw. einen neuen Untersuchungsausschuss (COFAG) ist und auch einer Neuwahl nicht mehr so kategorisch abgeneigt ist, wie noch zuvor. Und es ist auch ein Affront, dass Schmid so leicht die Aussage im U-Ausschuss verweigern kann. Das hart erkämpfte Minderheitsrecht wird so mit Füßen getreten. Da hat die ÖVP Großmeister-Status schon seit Längerem. Ihre Allmacht ist nicht die Ohnmacht der Anderen, sondern sollte „liberaler“ Ansporn sein, sie mal in eine längere Regenerationsphase (sprich Opposition) quasi zur inneren Einkehr zu schicken.

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