Das Wien - E-Book

DAS WIEN GARTENTIPP 21 zenden Blätter zur Mittagszeit so aufzurichten, dass sie parallel zu den Strahlen stehen und sich so vor Verdunstung schützen. Drei Fragen an DI Ulrich Pietzarka: Welche Vorschläge gibt es, um den Bäumen eine Chance zu geben? Das absolut Wichtigste ist die Vielfalt. Keine Monokulturen und nicht bloß auf einheimische Pflanzen setzen – vor allem im städtischen Bereich. Gibt es Verlierer durch den Klimawandel? Natürlich gibt es absolute Verlierer in dieser Zeit des Klimawandels: Die Rosskastanie, die Sommerlinde und der Spitzahorn tun sich extrem schwer und werden völlig aus dem Stadtbild verschwinden. Wie werden die Wälder in Zukunft aussehen? Forstbäume der Zukunft sind zum Beispiel die Traubeneiche, die Rotbuche (obwohl sie gerade jetzt so unter der Trockenheit leidet) und auch die Douglasie. Aber auch ohne Fichte werden wir nicht auskommen und wahrscheinlich noch viele dutzende andere Arten. Gartengeschichte „Waldbaden“ – falsch verstanden Der junge und besonders engagierte Obmann des ältesten Gartenbauvereins Österreichs in Baden bei Wien, erzählte mir bei einer Tagung rund um den ökologischen Pflanzenschutz eine lustige Geschichte. Um den – meist älteren Mitgliedern – des Vereins den Wald einmal auf eine besondere Art und Weise näher zu bringen, hieß es damals „Einladung zumWaldbaden!“ Der Plan war den Spaziergang als völlig neues Erlebnis zu gestalten: zu riechen, zu fühlen und natürlich auch zu beobachten. Geplant war, dass dieses aus Japan kommende „Shinrin-yoku“, eben das Waldbaden mehrmals zu allen Jahreszeiten durchgeführt wird, denn der Wald ist halt im Frühling ein anderer als im Herbst. So traf man sich, um gemeinsam „Waldbaden“ zu gehen, doch was passierte: einige der Damen und Herren kamen perfekt ausgerüstet mit Badekleidung und Handtuch! Sie dachten, dass ihnen der junge Obmann einmal ein völlig ungewohntes Badeerlebnis in der idyllischen gelegenen Schwechat organisiert und sie einmal nicht die weithin bekannte Badelust in der Kurstadt genießen. Die Überraschung war nach kurzer Zeit groß und viele haben den Nachmittag genossen. Bis auf einen, der war ziemlich enttäuscht: „Jetzt muss ich schon mit meiner Frau Yoga- und Atemübungen machen und dann muss ich auch noch mit meinem Gartenbauverein imWald baden!“ Die nächste Einladung, so verspricht der Jungobmann, erfolgt mit mehr Details ... Gartenfragen Bei unserer Linde sind fast 2/3 der Rinde vermutlich durch Frostschaden locker geworden und abgefallen. Soll man die Wunde komplett verschmieren und ist der Baum zu retten? Ob der Baum überlebt, kann nicht gesagt werden, aber eines ist wichtig: die gesamte Wunde darf nicht verschmiert werden, weil sich sonst darunter Wasserdampf bildet und zu Fäulnis führt. Nur die glatt geschnittenen Ränder werden mit einem sog. Wundverschluss eingestrichen und der Baum beginnt dann von dort die Wunde zu überwallen. *** Bei meinen Strauchrosen sind nun sehr lange „Wassertriebe“ gewachsen. Muss ich die herausschneiden oder kann ich sie belassen. Es sind mit Sicherheit keine Wildtriebe! Diese Triebe sollte man, wann immer genug Platz ist, nicht Wegschneiden, sondern in der gesamten Länge belassen, denn sie sind im kommenden Jahr voll mit Blüten. Einkürzen ist natürlich möglich. *** Sie haben jetzt schon einige Male Zeolith als Beimischung empfohlen. Was kann der Stoff und wo bekommt man ihn überhaupt? Zeolith ist ein natürliches Mineral, das schon seit Jahrhunderten in vielen Bereichen Verwendung findet. In Filtern von Gartenteichen genauso, wie als Nahrungsergänzung bei Menschen, denn das Mineral hat eine gigantische innere Oberfläche. So soll ein Gramm dieses Minerals 400 (!) Quadratmetern Oberfläche besitzen. Erhältlich ist es in vielen Gartencentern oder zum Beispiel bei der Firma Lithos (in Ennsdorf). Gartenkalender Gießen der Immergrünen Allmählich ruht das Garteln. Einige wenige Dinge, sollte man aber noch erledigen. Im Garten: Letzte Reste vom Laub noch vom Rasen entfernen und auf Beete oder unter Hecken platzieren. Reste auf den Kompost. Nach wie vor ist Pflanzzeit für alle Gehölze. Sie wachsen im kommenden Jahr viel kräftiger weiter. Am Balkon nach wie vor wichtig: Immergrüne, winterharte Kübelpflanzen unbedingt mehrmals gießen. Oft nimmt die Erde nur schwer Wasser auf. Notfalls ins Gießwasser ein, zwei, paar Tropfen Spülmittel, dann geht’s besser. Im Zimmer auf Schädlinge achten. Trauermücken tauchen jetzt besonders häufig auf. Immer dann, wenn zu viel gegossen wird, tauchen diese Mücken auf. Oberste Erde in den Töpfen abkratzen und Tongranulat auftragen. Immer von unten (also in den Übertopf oder den Untersetzer) gießen. Nach zehn Minuten unbedingt das überschüssige Wasser abgießen. Blätter von Grünpflanzen vom Staub reinigen. Nimmt man verdünntes Bier oder verdünnte Milch erreicht man auch gleich einen Blattglanz. Bäume in der Stadt leiden ammeisten

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