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DAS WIEN AKTUELL 14 Der oberösterreichische ÖVP - L ande s haup tmann Thomas Stelzer hält die derzeitige Sanktionspolitik des Westens gegenüber „Putins Russland“ für hinterfragenswert. Vor Kurzem sagte er in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ „ dass man diese überdenken müsse, falls es im Herbst zu Energieengpässen kommt“. Die Sanktionsfrage dreht sich quasi immer um die Grundfrage ob „diese hauptsächlich der Friedenserreichung dienen oder schaden diese uns in der Mehrheit schon selber?“ Er kündigte dabei an, dass analog zum steirischen Kohlekraftwerk Mellach derzeit überprüft werde, ob das stillgelegte Kohlekraftwerk in Riedersbach wieder in Betrieb gehen kann. Apropos Kohle und Gaslieferung: Die haben ab Herbst im Bahnverkehr Vorrang gegenüber dem Personenverkehr, so hört man von Grün-Ministerin Leonore Gewessler. Apropos Wasserkraft: Ex- Bundeskanzler Christian Kern ortet bei der Wasserkraft für den Verbund quasi einen „Mehrwert von 15 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr“. Da winken Mio. Dividenden ohne dass „es ein Verdienst dieser Manager wäre“. Eben ein „Hohn“ … Es ist für unseren hobbyboxenden Bundeskanzler Karl Nehammer ein weiterer Nackenschlag, den er selbst – mit links – (noch) einstecken kann. Aber es ist vor allem ein schwerer Wirkungstreffer für seine Partei, die ÖVP, die von einem Umfragentief ins nächste taumelt. Der von ihr mit 100-%-Zustimmung gewählte Bundesparteiobmann wird unter 22 internationalen Kollegen – vorerst – zum unbeliebtesten Regierungschef gewählt. Diese Auswertung hat das „renommierte“ US-Beratungsunternehmen „Morning Consult“ vorgenommen. ÖVP-Twitterin vom Dienst, Laura Sachslehner, darf aber aufatmen. Ihr Kanzler konnte sich nach einem Irrtum um sieben (fette) Ränge aktuell nach vorne katapultieren. Ganz im Gegensatz zur letzten heimischen Umfrage … Unbeliebtester Regierungschef © BKA/Wenzel Andy © Land OÖ / Max Mayrhofer Die Europäische Dürre-Beobachtungsstelle informiert, dass bereits auf 17 Prozent des EU-Gebiets derzeit die Alarmglocken schrillen wegen fehlender Niederschläge mit Auswirkungen auf Vegetation und Ernte. Zudem ist die Hälfte des Gebiets der Europäischen Union nun schon von der Dürre bedroht. Die Experten zählen zu den davon am stärksten Betroffenen die Länder Spanien, Südfrankreich, Mittelitalien, Süddeutschland sowie Teile von Portugal, große Gebiete in Slowakei, Ungarn und Rumänien. In den Mittelmeer-Ländern könnte sich die Dürre-Periode bis in den November hinziehen. Der Grund weshalb in den Wiener Gemeindespitälern Betten und sogar auch ganze Stationen gesperrt werden, ist dem Umstand von etwa 2.000 nicht besetzten Stellen geschuldet. ORF-Wien berichtete, dass in der Klinik Favoriten darum 147 Betten gesperrt wurden. Und in der Klinik Ottakring sogar die komplette Unfallchirurgie geschlossen wurde. Der Hauptgrund ist laut einer Gefährdungsanzeige „dass das Personal überlastet ist“. In den nächsten Jahren braucht Wien aber „insgesamt 10.000 Pflegekräfte“. Die Unsicherheiten auf dem Energiesektor und eine massive Teuerungswelle „dürften“ wohl die Schwarzarbeit weiter anheizen. Das betrifft gleichermaßen Baubranche, Handwerk und auch die Haushaltshilfen (Reinigungskräfte, Kinderbetreuung, Gartenpflege). „ Pfusch ergibt Steuervorteile für beide Seiten und ist daher oft in Privathaushalten anzutreffen“, so die Meinungsforscher Kreutzer, Fischer & Partner. Mitte des Jahres und bei einer „Inflationsrate von (8,3 %) glaubte „Pfusch-Papst“ und Linzer Uni-Professor Friedrich Schneider an ein Ansteigen der Schattenwirtschaft heuer um ca. 900 Mio. Euro, also 6,8 Prozent vom Prognose-BIP. Grundlage dafür war eine Verschärfung der Lieferkettenproblematik sowie ein kompletter Stopp der Gaslieferung aus Russland. Dürre: Halbe EU bedroht Geschlossene Stationen in Wiener Spitälern steigen Hohe Teuerungsrate forciert Pfusch Aktuell hat zwar die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) einen Abschlussbericht punkto „Untersuchung des Österreichischen Kraftstoffmarkts“ vorgelegt und dabei keine Hinweise auf „Kartellierung bzw. Marktmissbrauch“ feststellen können. In den Fokus just gerückt sind „stark gestiegene Gewinnmargen“ der Konzerne. Der Sukkus ist, dass sich aus gestiegenen Rohöl-Preisen die Spritpreise bei uns nicht erklären lassen. Verursacher sind Raffinerien und vor allem gestiegene int. Preisnotierungen. Ex-Kanzler Christian Kern hat eine klare Meinung, sagt zu den im Großhandel noch mal um 13 Prozent gestiegenen Strompreisen: „Systemversagen verlangt Radikalreform“ und das sei „ein Verelendungsvorgang mit brutaler Wirkung spätestens in sechs Monaten“. „Profit-Gier“ der Ölkonzerne steigt OÖ-LH zweifelt an den Sanktionen

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