Das Wien - E-Book

Kultursommer Laxenburg präsentiert: „DER GURU“ Im Innenhof der Franzensburg im Schlosspark Laxenburg sind auch heuer wieder die Komödienspiele zu Gast. S. 11 Arina: Mit junger & frecher Musik zum neuen Popstar Nach ihrer Debüt-Single „Better Now“ meldet sich Arina mit ihrer neuen Single „Come Over“ zurück – und schlägt lieblichere Töne an. S. 18 Österreichische Post AG - RM GZ 17A0411152K - unabhängig Ausgabe 15 Juni/2022 ANZEIGE 23 Bezirke Dritte Photovoltaikanlage im Hafen Albern errichtet S. 4 Gesundheitsstadrat Hacker kritisiert Schultest-Pause „Fehler jetzt diese Tests auszusetzen“. S. 20 Christian Deutsch kritisiert „grünes“Klima-Ministerium Ortet Tohuwabohu im Gewessler-Ressort. S. 7 Pflanzenflüsterer Karl Ploberger Mixed Borders – Blüten rund ums Jahr. S. 22 Mit diesem Abschnitt erhält jeder Gast einen Nachlass von 5 Euro bei einer Konsumation ab 20 Euro. S. 9 Zum Lercherl von Hernals Hernalser Hauptstraße 70 1170 Wien I Austria Tel: +43 1 405 83 15 E-Mail: info@lercherl.at Die große „Zum Lercherl von Hernals“ Gutschein-Aktion Sozial Schwache sind für Kogler bloß„hysterisch“ Motto: „Gesagt – nicht so gemeint!“ S. 14 BABYLONWIEN 1010Wien Seilerstätte 1 Tel +43-(0) 1-512 84 95 Mo-Sa 18-04 Uhr S. 21 gültig bis 31. Juli © Sabine Hauswirth © Anja Kager

DAS WIEN AKTUELL 2 ÖVP im Korruptionssumpf ... Es lief schon mal besser für die ÖVP. Statt als Kanzlerpartei das Land durch die Krise zu führen, zieht die Krise durch die ÖVP. So müssen sich die Schwarzen, die nach dem unfreiwilligen Abgang ihres Wunderwuzzis Sebastian Kurz quasi implodiert sind, mit Vorwürfen und Ermittlungen wegen Amtsmissbrauch, Untreue, Bestechlichkeit, Bestechung und Falschaussage herumschlagen. Selbstverständlich gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung. Die Liste der beschuldigten aktiven und ehemaligen Politiker der ÖVP wird immer länger. Neben Kurz, Blümel, Pröll und Karmasin ermittelt die Staatsanwaltschaft mittlerweile auch gegen Landeshauptmann Wallner und Ex-EUMandatar Rübing. Insgesamt laufen gegen 14 ehemalige und aktive ÖVP-Politiker und zahlreiche weitere enge Vertraute der türkisen Truppe Ermittlungsverfahren. Seit Aufkommen des berühmten Ibiza-Videos, das eigentlich dazu gedacht war die unliebsame FPÖ zu vernichten, werden laufend neue Verfahren gegen prominente ÖVP-Beschuldigte eingeleitet. Das Attentat auf die Strache-FPÖ ist demnach kräftig nach hinten losgegangen. Manche Verfahren wurden bereits eingestellt, großteilswirdaber nochermittelt –und zwar in zahlreichen Causen, wie Casinos, Umfragen und Steuerakt. Die ÖVP befindet sich in der Defensive, und das nicht erst seit gestern. Beinahe im Wochentakt tun sich neue Themen auf, die die Volkspartei in die Bredouille bringen. In mehreren Bundesländern wurden zuletzt Inseraten-Affären publik, bei denen Parteimedien mit Geldern öffentlicher Institutionen bedacht wurden. Die Medien haben zumeist bescheidene Reichweiten, dennoch fließen üppige Zahlungen. Pikant wird es, wenn das Geld auf diese Weise an die jeweilige Partei zurückfließt. Jüngstes Beispiel ist hier etwa die Zeitung des ÖVP-Wirtschaftsbundes in Vorarlberg. Auch in anderen Ländern dürfte es ähnliche Inseraten-Konstruktionen geben. Im schwarzen Kernland Niederösterreich ist das von Nationalratspräsident Sobotka gegründete Alois-Mock-Institut in den Fokus der Kritik gerutscht. So sind zwischen Dezember 2017 und Dezember 2019 mehr als 152.000 Euro von EVN, Hypo NÖ, Flughafen Wien und der NÖ Landeskliniken Holding an das Alois-Mock-Institut geflossen. Geld der Niederösterreicher, das in die schwarze Kreislaufwirtschaft eingespeist wurde, um Wolfgang Sobotkas Verein zu finanzieren. Weiters hat das schwarze Institut auch üppige Zahlungen des Glücksspielkonzerns Novomatic erhalten. Offenbar hat selbst die ÖVP erkannt, dass die Optik hier mehr als schief ist und das Institut mittlerweile aufgelöst. Angesichts der zahlreichen Ermittlungen und Verfahren, die gegen die Kanzlerpartei samt deren Günstlingen so laufen, hat der ehemalige Nationalratsabgeordnete Peter Pilz (Grüne, Liste Pilz) offen die Frage gestellt, ob es sich bei der ÖVP um eine kriminelle Vereinigung im Sinne des sogenannten Mafia-Paragraphen handelt. Im § 278 des StGB steht: „Wer eine kriminelle Vereinigung gründet oder sich an einer solchen als Mitglied beteiligt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.“ In Ziffer 2 wird es konkreter: „Eine kriminelle Vereinigung ist ein auf längere Zeit angelegter Zusammenschluss von mehr als zwei Personen, der darauf ausgerichtet ist, dass von einem oder mehreren Mitgliedern der Vereinigung ein oder mehrere Verbrechen, andere erhebliche Gewalttaten gegen Leib und Leben, nicht nur geringfügige Sachbeschädigungen, Diebstähle oder Betrügereien, Vergehen nach den §§ 177b, 233 bis 239, 241a bis 241c, 241e, 241f, 283, 304 oder 307, in § 278d Abs. 1 genannte andere Vergehen oder Vergehen nach den §§ 114 Abs. 1 oder 116 des Fremdenpolizeigesetzes ausgeführt werden.“ Und da treffen bereits mehrere Punkte auf die ÖVP zu. So ist die ÖVP wohl „ein auf längere Zeit angelegter Zusammenschluss von mehr als zwei Personen“. Die Vereinigung muss darauf ausgerichtet sein, Verbrechen zu begehen, also Straftaten, die mit mehr als drei Jahren Freiheitsstrafe bedroht sind. Darunter fallen Untreue, Amtsmissbrauch, der Verrat von Amtsgeheimnissen und die Anstiftung dazu. Das passt auf einige Vorwürfe gegen ÖVP-Mitglieder. Weiters relevant scheinen auch noch die Paragrafen 304 und 307 – Bestechlichkeit und Bestechung. Das sind neben dem Amtsmissbrauch und dem Verrat von Amtsgeheimnissen jene Vorwürfe, die sich von Sebastian Kurz bis Thomas Schmid am häufigsten am Aktendeckel der Ermittler finden. Eine spannende Theorie, die der Berufsvernaderer und selbst ernannte Aufdecker Peter Pilz hier ins Spiel bringt. Möglich, aber sehr unwahrscheinlich, dass er diesmal einmal recht hat. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp IMPRESSUM: Kohlmarkt 8-10, 2. Stock 1010 Wien Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn; Konsulent: Friedrich Knapp Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Kohlmarkt 8-10, 2. Stock 1010 Wien, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Gastkommentare: Dompfarrer Mag. Toni Faber, Joachim Brandl, Albert Fortell, Joesi Prokopetz, Angelika Niedetzky, Mag. Peter Weitzel Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 09.06.2022, 10:00 Uhr www.das-wien.at www.wkf-wien.at

DAS WIEN AKTUELL 3 MurauerBier_Sujet_DieBewusste.pdf 3 20.05.2022 09:43:54 ANZEIGE

DAS WIEN AKTUELL 4 Photovoltaikanlage im Hafen Albern errichtet Dritte und leistungsstärkste Anlage des HafenWien mit 450 KilowattPeak. Insgesamt mehr als 1.200 Photovoltaik-Paneele montiert. Der Hafen Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, setzt einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und hat gemeinsam mit Wien Energie nun auch eine Photovoltaikanlage im Hafen Albern errichtet – die mittlerweile dritte Anlage dieser Art im Betriebsgebiet HafenWien. Im Zuge des Projekts wurden auf zwei Hallendächern im Hafen Albern insgesamt mehr als 1.200 Photovoltaik-Paneele montiert. Die Anlage umfasst eine Größe von 6.700 Quadratmeter und soll rund 80 Prozent des allgemeinen Stromverbrauchs im Hafen Albern abdecken. Die neueste Photovoltaikanlage kann im Vollbetrieb eine Nennleistung von rund 450 Kilowatt-Peak (kWp) erreichen. Damit ist diese Photovoltaikanlage die Leistungsstärkste im Hafen Wien. Erwartet wird eine jährliche Produktion von insgesamt 440.000 Kilowattstunden (kWh) an grünem Sonnenstrom. Das neue Solarkraftwerk wurde – so wie die beiden bereits Bestehenden im Hafen Freudenau und im Gewerbegebiet HQ7 – in enger Kooperation zwischen Hafen Wien und Wien Energie umgesetzt. Der Hafen Wien stellt den geeigneten Standort, eine riesige Dachfläche im Hafen Albern, zur Verfügung. Wien Energie hat die Photovoltaikanlage geplant, finanziert und errichtet. Der Hafen Wien ist Pächter der Anlage. Grüner Sonnenstrom vom Dach „Der Hafen Wien ist eines der größten und wichtigsten Logistikzentren an der Donau. Er spielt nicht nur für den Schiffsverkehr eine Schlüsselrolle, die zentrale Lage des Hafengeländes eröffnet auch exzellente Perspektiven als Basis für die Citylogistik. Um die Position des Hafen Wien als erstklassige Wirtschaftsdrehscheibe zu stärken, haben wir in den vergangenen Jahren konsequent in den Hafenausbau investiert und werden das auch in Zukunft tun. Durch die nun dritte Photovoltaikanlage setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt für den Umwelt- und Klimaschutz – ganz im Sinne der Smart City Strategie“, so Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke. „Der Ausbau und die Nutzung klimafreundlicher Energien sind entscheidend für das Erreichen der Klimaziele. Daher setzt der Hafen Wien schon jetzt Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion. Denn gerade im Logistikbereich besteht diesbezüglich ein großes Einsparungspotenzial. Durch die Inbetriebnahme der mittlerweile dritten Photovoltaikanlage am Hafenareal setzen wir den Weg des Hafen Wien in Richtung Green Logistics fort und investieren damit auch in die Zukunft unserer Stadt“, so Wien-Holding Chef, Kurt Gollowitzer. Umschlagsknotenpunkt Hafen Albern Der Hafen Wien ist ein multimodaler Logistik-Knotenpunkt und genau das ist seine große Stärke. Güter können über die Straße, die Bahn und das Schiff in beliebiger Kombination umgeschlagen werden. Für High&Heavy-Lasten ist das Schwergutzentrum im Hafen Albern, das 2014 errichtet wurde, ideal ausgestattet. Dort können Lasten bis 450 Tonnen im Regelbetrieb umgeschlagen werden. Die markantesten Bauwerke auf dem Alberner Areal sind die fünf großen Getreidespeicher, die über eine Gesamt-Kapazität von insgesamt 90.000 Tonnen verfügen. Damit zählt der Hafen Albern zu den wichtigsten Standorten für den Getreideumschlag im Osten Österreichs. Durch massive Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen wird im Hafen Albern eine moderne und gleichzeitig ökologische v.l.n.r. Fritz Lehr, Stadtrat Peter Hanke, Doris Pulker-Rohrhofer, Kurt Gollowitzer, Karl Gruber © David Bohmann

DAS WIEN AKTUELL 5 Umschlagsmöglichkeit geboten. In den letzten Jahren hat der Hafen Wien über acht Millionen Euro in die Infrastruktur in Albern investiert, unter anderem in eine neue LED Straßenbeleuchtung, in Dachsanierungen, in eine Brückenwaage und in Sanitärinstallationen. Und auch in Sachen Hochwasserschutz geht es schnell voran: Mitte des Jahres wird im Hafen Albern das neue Hafentor fertig gestellt sein, dass den Getreide- und Baustoffhafen in Zukunft hochwassersicher macht. Mit der neuen Photovoltaikanlage am Areal ist nun auch eine Versorgung mit grünem Sonnenstrom gesichert. Dezentrale Stromgewinnung für 25 Jahre gesichert „Der Hafen Wien hat bereits in der Vergangenheit konsequente Maßnahmen umgesetzt, um den Anteil an alternativen Energien zu erhöhen und um so einen wichtigen Baustein zur Verbesserung der CO2-Bilanz zu setzen. Durch den Pachtvertrag zwischen Wien Energie und Hafen Wien, der die Sonnenstrom-Versorgung am Standort festschreibt, ist eine dezentrale Stromgewinnung nun auch in Albern für die nächsten 25 Jahre gesichert“, so Doris PulkerRohrhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien. Sauberer Strom für Eigenverbrauch „Wir freuen uns, dass wir nun auch im Hafen Albern sauberen Strom für den Eigenverbrauch produzieren können. Mit unseren nun insgesamt drei Photovoltaikanlagen am Betriebsareal sind wir in der Lage, mehr als 1.000.000 kWh Strom pro Jahr aus Sonnenenergie zu produzieren. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 500 Zwei-Personen-Haushalten“, erklärt Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien. Mehr Infos unter: www.hafenwien.com © David Bohmann Am Graben 22 +43 1 532 0888 1010 1010 Wien, Austria office@vonkoeck.at ANZEIGE

DAS WIEN AKTUELL 6 In der Wiener City kann der „spontane Durst“ abseits von Lokalen ab heute wieder besonders bequem gelöscht werden. Denn DRINK NOW schickt seine neongelben E-Lastenbikes mit kühlen Getränken in die zweite Sommersaison. Durstige Wienerinnen und Wiener können sich nunwieder via der kostenfreien DRINK NOW App rasch und vor allem bequem mit kühlen Getränken beliefern lassen. Geliefert wird in dieser Saison von bis zu 6 E-Lastenbikes, in der Regel Donnerstag bis Sonntag zwischen 14 und 22 Uhr. Das Besondere: DRINK NOW liefert per GPS direkt an den Standort der Kundinnen und Kunden – also auch in den Park, an den Donaukanal oder das sonstige „Platzl des Geschehens“. Das Liefergebiet umfasst die Wiener City – ca. fünf Kilometer rund um den Stephansdom. Gewählt werden kann aus acht erfrischenden Getränken: Vom Ottakringer Hellen, über das Ottakringer BrauWerk Session-IPA, Vöslauer Mineralwasser, Fritz Kola bis hin zum Weißen Spritzer und Gin Tonic aus der convenienten Dose. „DieMission unserer Gruppe lautet ‚Wir machen Freude & Getränke‘. Mit DRINK NOW schaffen wir Freude dort, wo das pulsierende Leben stattfindet“, sagt Christoph Aichinger von der FREUDEWERK GmbH. Die DRINK NOW App ist kostenfrei in den App-Stores (Android & iOs) verfügbar. Wien zählt wieder mehr Überflüge Das leidige Thema Corona scheint für die Flugwirtschaft abgehakt. Aktuelle Statistiken belegen, dass der Flugverkehr in Ostösterreich wieder auf dem Level des Jahres 2019 gelandet ist. Also auf Vorkrisenniveau, so die Austria Control. Und das lässt Rückschlüsse zu, dass damit dieses „Vorkrisenniveau“ in diesem Sommer überschritten wird. Das lässt auch den Flughafen Wien, während der Corona-Krise doch in wirtschaftliche Turbolenzen geraten, wieder etwas durchatmen. Derzeit hat der Wiener Airport freilich bloß eine Flug-Auslastung von 80 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2019. Doch auch hier zeigt man sich optimistisch, dass man diesen Sommer noch zehn Prozent (auf 90 Prozent) zulegen kann. Und somit werden von Wien aus während der Hochsaison (Ferien) wohl an die 650 Flugzeuge täglich abheben. Allgemein ist aber festzuhalten, dass diese Branche eng mit dem Klimawandel verknüpft ist. Vor der Pandemie sind Flüge quasi durch die Decke gegangen und die Emissionen in größerer Höhe sind problembehaftet. Auch die Luftfahrt muss bis 2050 CO2-neutral werden. Das heißt aber Treibstoffreduktion auf allen Ebenen – samt „sanftem“ Notausstieg von fossilem Treibstoff. Für die Austria Control steht auch Kompensation im Raum. Der Fokus liegt wohl auf Streckenverzicht, primär also auf Vermeidung von Kurzstreckenflügen. Damit sind aber längere Umwege für das entfernte Flugziel freilich nicht vom Tisch. Da die gesamte Flugzeug-Branche träge ist – ist mit einem innovativen Treibstoff (Wasserstoff!) anstelle von Kerosin, noch länger nicht zu rechnen. Keine kleinen Fische vor Haus des Meeres! Teuerungswelle ist nicht zu stoppen Am Tag der guten Tat ließen Wienerinnen und Wiener Zugunsten des Vereins nestwärme Österreich ihren Bizeps für den guten Zweck spielen. Vor dem beliebten Aqua Zoo wurden in 90 Minuten unglaubliche 2107 Klimmzüge getätigt und somit 43 Kinderbetreuungsplätze für die Aktion „Sonnenkinder-Camps“ gesammelt. Im Zuge dessen können Kinder Alleinerziehender, sowie Kinder mit schwerkranken oder behinderten Geschwistern an Ferien- und Feiertagen in kostenfreier Obhut bei LABA-Creativ-Camps unterkommen (Anmeldung unter office@nestwaerme-oesterreich.at). Tosende Anfeuerungen gleich Meeresbrandungen spornten Jung und Alt an, ihr Bestes zu geben, auch wenn manchmal nach einem SOS-Ruf zarte Hilfe vonnöten war. Um den Ozean aus Schweißperlen zu besänftigen, wurden GANICs köstlich erfrischende Vitaminwasser für die Hochziehenden ausgeschenkt. Der Verein sammelte froh und munter weiter beim nestwarmen Sommerkonzert im Vindobona mit dem Ensemble des FamilienMusicals CATS. Zudem starten ab Juni unsere Zeichen-Evergreens mit Titel Grätzl-Zeichenkurs 2022 in Margareten, Wieden und Döbling. Was geht da bloß ab? Schien Anfang Mai das Fass bei einer festgestellten Teuerungsrate von 7,2 Prozent bereits nahe dem Überlaufen für ärmere und auch dem unteren Mittelstand zuzurechnende Österreicherinnen und Österreicher. Doch es kommt noch knüppeldicker, denn die Teuerung verschärft sich quasi täglich und nimmt man eine „Schnellschätzung“ der Statistik Austria als vorläufige Annahme für das Monatsende Mai, ist ein weiterer Anstieg auf ein nächstes „Rekordlevel“ auf acht Prozent unvermeidbar. Ein Nackenschlag, wie er zuletzt nur im Jahr 1975 erfolgt war. Präzise da im September, sagt es Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas gegenüber der Öffentlichkeit … … Wenig überraschend werden als echte Preistreiber Energie und Treibstoffe ausgelotet. Der Krieg in der Ukraine, aber auch weiter weltweit große Probleme bei den Lieferketten tun ihr Übriges. Eine nahe idente Schätzung der Statistik Austria betrifft auch den Verbraucherpreisindex für das Monat Mai: Dabei kletterte die Teuerung gegenüber dem Vormonat um 8,1 Prozent. Auch das ist vorläufig noch eine Schätzung, aber Mitte dieses Monats liegen dann die exakten Zahlen vor … DRINK NOW: Diese App löscht den Durst © the guardians/brian apfaffel

DAS WIEN AKTUELL 7 Klima-Ministerin liefert Klimaanlagen-Slapstick Der C02-Fußabdruck imMitarbeiterstab ist sekundär. Hauptsache, wohlfeile Klimaanlage kühlt Köpfe im Ressort der Ministerin. Die grüne Klimaschutzministerin Eleonore Gewessler hat vergangene Woche wieder einmal für mediales Aufsehen gesorgt. Diesmal allerdings nicht wegen realitätsfernen Klimaschutzideen, sondern wegen ganz profaner Klimaanlagen in ihremMinisterium. Ein Bericht der Tageszeitung ÖSTERREICH über den Kauf einer Klimaanlage durch Klimaministerin Leonore Gewessler hat den Wirbel ausgelöst. So berichtete das Fellner-Blatt, dass die Klimaanlage im Klimaministerium um sage und schreibe 143.100,77 Euro erneuert worden sei – wobei das nur der Kostenteil von Gewesslers Ministerium gewesen sei. Weitere 25 Prozent – also 47.700 Euro – seien von einem anderen Ministerium bezahlt worden (Anm.: Im betroffenen Amtsgebäude am Stubenring sind mehrere Ministerien untergebracht). Grüne Abgehobenheit „Während ganz Österreich wegen der Teuerung ins Schwitzen kommt, hat‘s die grüne Klimaministerin auf Kosten der Steuerzahler schön kühl“, tobte daraufhin etwa SPÖ-Manager Christian Deutsch. „Die grüne Abgehobenheit ist unfassbar!“ Ähnlich der FPÖ-Landtagsabgeordnete Udo Guggenbichler: „Doppelmoralischer als die grüne Ministerin Gewessler agiert, geht es nicht mehr. Es macht einen fassungslos zu lesen, dass die selbsternannte oberste Klimaschutzministerin sich um wohlfeile 143.000 Euro eine neue Klimaanlage für ihr Büro genehmigt, während sie sich gleichzeitig weigert, die CO2Steuer, die zu einer neuerlichen Mehrbelastung der Österreicher führen wird, auszusetzen.“ Nach der allgemeinen Aufregung über die ministerielle Klimaanlage, folgte ein Dementi aus dem Kabinett der „Klimaanlagenministerin“. Die Klimaanlage sei nicht für Ministerin Gewessler oder ihr Kabinett selbst, sondern für einen anderen Standort des Ressorts, stellte ein Sprecher des Ministeriums richtig. Dort sei die Klimaanlage für 300 Mitarbeiter angeblich ausgefallen, „deshalb musste ein schnelle Lösung vor dem Sommer her“. Das Büro der Ministerin in der Radetzkystraße ist freilich schon lange klimatisiert. Steuerzahler – schwitz! Das macht die Sache allerdings nicht besser für die stramm ideologisch getriebene Global 2000-Aktivistin im Amt der Klimaschutzministerin. So kann man von Klimageräten wohl nicht behaupten, dass diese ökologisch besonders wertvoll wären. Doch bei den eigenen Mitarbeitern scheint der ökologische Fußabdruck von Klimaanlagen keine Relevanz zu haben. Schwitzen sollen offenbar nur jene, die letztendlich auch für die Infrastruktur im Ministerium aufkommen zu haben. Nämlich die Steuerzahler. Auch sonst zeigt sich die grüne Ministerin großzügig, was die eigenen Mitarbeiter betrifft. Während die Schlangen vor den Sozialmärkten immer länger werden, gönnt Gewessler ihren Mitarbeitern 40 Drehsessel um 6.391,00 Euro, sowie 20 „elektrische Schreibtische“ um 15.137,44 Euro. Während die angeschafften Drehsessel mit rund 160 Euro pro Stück im Rahmen bleiben, fragt man sich schon, wozu es elektrisch höhenverstellbare High-Tech-Schreibtische braucht. Und da haben wir noch nicht über den unnötigen zusätzlichen Stromverbrauch gesprochen, den die Ministerin bei anderen gerne reduzieren will. Grüner Geldproporz SPÖ-Abgeordneter Philip Kucher tobt: „Während ganz Österreich unter der dramatischen Teuerungswelle leidet, spielt Geld im schwarz-grünen Politapparat scheinbar keine Rolle.“ Klimaministerin Leonore Gewessler konnte sich mit der ÖVP zwar noch auf kein Klimagesetz einigen, aber immerhin eine neue Klimaanlage hat sie jetzt, könnte man boshaft anmerken. „Wir warten seit Monaten auf ein Energiegesetz, das den Ausbau der Erneuerbaren Energie vorantreibt, doch es fehlen weiterhin 19 von 20 Verordnungen - die Türkis-Grüne Regierung produziert allerdings bloß heiße Luft und keine konkreten Maßnahmen“, erklärt SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr und hat offenbar nicht bedacht, dass Gewessler dank neuer Klimaanlage jetzt auch kühle Luft produzieren kann. ÖVP kritisiert Gewessler Selbst der eigene Koalitionspartner ÖVP schießt sich mittlerweile auf die grüne Klimaschutzministerin ein. Grund ist der Klimarat, ein Bürgerbeteiligungsgremium, das diese Woche letztmals zusammentritt. Im „Kurier“ spricht VP-Klimasprecher Johannes Schmuckenschlager von einer „fahrlässigen und leichtfertigen, untauglichen“ PR-Aktion der Ressortchefin: „Wer so etwas macht, nimmt den Klimawandel nicht ernst.“ Kritisiert das Tohuwabohu des Umweltministeriums scharf: SPÖManager Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch © Selina de Beauclair

DAS WIEN KULTUR 8 „Endlich Espresso! Das Café Arabia am Kohlmarkt“ Museum Judenplatz zeigt die in Vergessenheit geratene Geschichte des Café Arabia & seines Gründers AlfredWeiss (1890-1973). Am 10. März 1951 eröffneten der Unternehmer Alfred Weiss und der Gastronom Alfred Peysar amKohlmarkt 5, mitten in der Wiener Innenstadt, damals Internationale Zone, das Espresso Arabia mit einer beachtlichen Modenschau. Das Lokal war ein von Oswald Haerdtl geplantes Gesamtkunstwerk, das italienisches Flair ins devastierte und triste Nachkriegswien brachte. Es war nicht der erste Ort, an demman in Wien einen Espresso trinken konnte, aber es war der erste, der auch in Funktionalität und Stil einer italienischen Bar nachempfunden wurde. Diese aufsehenerregende Neuerung wurde nicht von allen begrüßt. Die traditionellen Kaffeesieder sorgten sich über diesen neuen Trend und so mancher sah darin schon den Tod des Wiener Kaffeehauses. Die Kaffeemarke Arabia und die FamilieWeiss „Arabia“ hieß bereits die Kaffee- und Teeimportfirma, die Weiss nach dem Ersten Weltkrieg übernahm und in der Zwischenkriegszeit zu einer erfolgreichen und beliebten Marke machte. Der bekannte Grafiker und Freund von Alfred Weiss, Joseph Binder (Meinl-Logo u. a.), entwarf für ihn eine der ersten Corporate Identities, mit markantem „A“. 1938 wurde der Betrieb „arisiert“, die Familie Weiss musste fliehen, die Töchter überlebten in England, Alfred und seine Frau Lucie nach Irrfahrten durch Europa in Rom. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten sie nach Wien zurück. Aus Italien brachten sie mit, was sie dort aufblühen sahen: die neue Technik der Espressokaffeezubereitung. Es gelang Weiss, seine Importfirma zurückzubekommen. Der Name Arabia wurde in den Nachkriegsjahrzehnten wieder zu einer der großen Kaffeemarken. Mit der Gestaltung des Espresso-Cafés beauftragte Weiss den Architekten Oswald Haerdtl, der dieses als Gesamtkunstwerk realisierte. Er erwarb zudem das Palais Auersperg 1953 und machte es – ebenfalls nach Entwürfen Haerdtls – zur Firmenzentrale „Haus Arabia“ und zu einem lebendigen Veranstaltungszentrum. Dank seiner Tatkraft und Unerschrockenheit scheute er nicht, sich den Unzumutbarkeiten und Widersprüchen im Nachkriegsösterreich zu stellen. So verkehrte er mit den Spitzen der Innenpolitik der Zweiten Republik und arbeitete sowohl mit Haerdtl, der während des Krieges für die Nationalsozialisten tätig war, als auch mit dem Grafiker Heinrich Sussmann, der Auschwitz überlebt hatte. Sichtbares Zentrum seines Schaffens waren und blieben für viele Jahre das Café und die Marke Arabia. 1999 wurde das Café Arabia geschlossen. Von der bahnbrechenden Architektur der 1950er-Jahre blieb nichts mehr übrig. Die Marke Arabia, die so viel mehr als nur Kaffee war, und das bewegte Leben des Alfred Weiss werden nun wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Andrew Demmer, ein Enkel von Alfred Weiss, führt mit seiner TeehausKette die unternehmerische Tradition weiter. „Endlich Espresso! Das Café Arabia am Kohlmarkt“ ist bis 23. Oktober 2022 im Museum Judenplatz (Judenplatz 8, 1010 Wien) , einem Museum der Wien Holding, zu sehen. Mehr Infos unter: www.jmw.at © David Bohmann © David Bohmann

DAS WIEN KULINARIK 9 „Zum Lercherl von Hernals“ zwitschert in alter Tradition Thomas Lindtner hat die legendäreWiener Wirtshaus-Institution auf der Hernalser Hauptstraße 70 bereits 2018 übernommen. Nach der Renovierung setzt der Gastroprofi auf Wiener Wirtshausklassiker sowie Innereien. Sie betreiben das Lercherl von Hernals. Was können Sie uns über das traditionelle Gasthaus erzählen? Das Lokal wurde 1914 erstmals eröffnet. Seit 1927 heißt es „Lercherl von Hernals“. Benannt wurde es nach Luise Montag, eine Wiener Volksliedsängerin, die fürs Dudeln, das Wiener Jodeln, berühmt war. Sie wohnte an der Hernalser Hauptstraße 203, und ob ihrer Sangeskünste nannte man sie das „Lercherl von Hernals“. Im Jahr 1927 verstarb die Sängerin. In Simmering wurden eine Straße und ein Park nach ihr benannt, sie bekam ein Ehrengrab am Zentralfriedhof und im selben Jahr wurde auchmein Lokal nach ihr benannt. Darum heißt es heute noch „Lercherl von Hernals“ und ist in Wien so bekannt wie damals die beliebte Luise Montag. Seit wann betreiben Sie diese Institution und was macht das Lercherl aus? Ich betreibe das Lercherl seit September 2018, also seit vier Jahren. Es ist der Charme der guten alten Zeit, gepaart mit moderner Gastlichkeit. Bei uns fühlt sich die ältere Generation genauso wohl wie junge hippe Leute. So wie Künstler und Zuschauer, die gerne vor den Vorstellungen im gegenüberliegenden Wiener Metropol zu uns essen kommen. Ein Highlight ist zweifelsohne der lauschige Gastgarten. Nicht zu vergessen, die beliebten und kostengünstigen Mittagsmenüs, die es klassisch und vegetarisch, inklusive Suppe zum Preis von seinerzeit, nämlich um 7,90 Euro, gibt. Wie würden Sie das kulinarische Konzept beschreiben? Traditionelle österreichische Küche – ganz klassisch sowie neu interpretiert. Qualität steht bei uns an erster Stelle. Unser großartiges Preis-Leistungsverhältnis ist weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt. Wir servieren auch Schmankerl, die man anderswo selten bis gar nicht mehr findet. Dazu zählen Innereien, Gebackenes Hirn, oder der Gebackene Kalbskopf. Wie wichtig sind Ihnen Qualität, Saisonalität und Regionalität? Wie bereits erwähnt, steht die Qualität bei uns an erster Stelle. Wir kochen gänzlich ohne Geschmacksverstärker oder Zusatzstoffe. Das Fleisch stammt ausschließlich aus Österreich, die Zutaten werden primär regional gekauft. Salate und saisonales Gemüse kaufe ich im Bauernladen in der Nachbarschaft, der mit Waren aus dem Burgenland bestückt wird, Erdäpfel und Zwiebel kommen aus dem Weinviertel, Weine und Schnäpse beziehen wir ebenfalls nur aus Österreich. Bieten Sie auch Lieferservice, Catering, Firmenfeiern und Ähnliches an? Wir bieten unsere Speisen zum Mitnehmen an, und richten Firmenfeiern und ähnliche kleine Veranstaltungen aus. In den Sommermonaten haben wir immer wieder Events unter dem Motto „Musik im Garten“. Wie zum Beispiel am 23. Juni. Da tritt bei uns die Jazz-Band „Wild Cats“ auf. Die Wiener Wirtshäuser sterben langsam aus, woran liegt das? Wenige wollen sich die viele Arbeit antun. Der Aufwand ist schon so groß, dass es wirklich ein gutes Geschäft braucht, um ohne Verlust arbeiten zu können. Eine Überlebenschance hat man überhaupt nur, wenn man selbst von der Küche über den Service bis zum Putzen alles kann und auch bereit ist, es zu tun. Hinzu kommen die massiven Preissteigerungen, die man nur bedingt an den Kunden weitergeben kann. Auf was dürfen sich unsere Leser und zukünftige Gäste freuen, wenn sie das Lerchel besuchen? Auf ein gemütliches Ambiente, ein äußerst freundliches Service, eine ausgezeichnete Küche und die sprichwörtliche Wiener Gastlichkeit, für die unsere Stadt einst so berühmt war. Zum Lercherl von Hernals Hernalser Hauptstraße 70, 1170Wien I Austria Tel: +43 1 405 83 15 E-Mail: info@lercherl.at © (2) Philipp Enders

DAS WIEN AKTUELL 10 Neben den hohen Preisen für Energie und Treibstoff treiben vor allem die stark steigenden Wohnkosten die Teuerung immer weiter nach oben. ImApril sind die Richtwertmieten um rund sechs Prozent gestiegen, die Kategoriemieten steigen heuer sogar zwei Mal – für den Altbau sogar um elf Prozent. Insgesamt sind in Österreich rund eine Million Haushalte von diesen Mieterhöhungen betroffen. Um für leistbares Wohnen zu sorgen, fordert die SPÖ jetzt, dass Kategorie- und Richtwertmieten bis 2025 eingefroren werden. „Wohnen muss leistbar sein und darf nicht zum Luxus werden“, sagt SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried. Mieter nicht zusätzlich belasten „Viele Menschen wissen nicht, wie sie ihre Miete zahlen sollen, Wohnen verschlingt einen immer größeren Teil des Einkommens“, sagt Leichtfried, der betont, dass ärmere Haushalte bis zu 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Angesichts der aktuellen Rekordteuerung will die SPÖ mittels Sondergesetz eine Mieterhöhung in den nächsten drei Jahren verhindern. „In so einer Zeit dürfen die Mieter nicht noch zusätzlich belastet werden“, fordert Leichtfried. Neues Mietrecht Die Mieterhöhungen treiben die Inflation immer weiter nach oben. Davon betroffen sind nicht nur die Mieter, sondern auch die gesamte Wirtschaft. Die SPÖ fordert daher ein neues Mietrecht, um leistbares Wohnen zu ermöglichen. Dieses Universalmietrecht soll für alle Mieten klare Obergrenzen definieren. Außerdem spricht sich die SPÖ für einen neuen Index für die Mietpreisentwicklung aus. Die Teuerung bei Nahrungsmitteln, Energie oder Sprit soll nicht mehr über die Mietpreise entscheiden. Ein großer Kostenfaktor bei den Mieten ist die Maklerprovision: Derzeit müssen Mieter in den meisten Fällen zwei Monatsmieten an Provision für den Makler bezahlen, auch wenn sie diesen selbst gar nicht beauftragen. Die SPÖ fordert darumdie Umstellung auf das sogenannte Bestellerprinzip: Den Makler soll bezahlen, wer diesen beauftragt. Die Bundesregierung hat sich zwar ebenfalls zu dieser Änderung bekannt, umgesetzt wurde sie allerdings noch nicht. SPÖ fordert rasche Teuerungsbremse „Die Preise für das tägliche Leben gehen durch die Decke: Strom, der Einkauf im Supermarkt und die Mieten – alles wird teurer“, sagt Leichtfried, der von der türkis-grünen Koalition eine rasche Teuerungsbremse einfordert. Die SPÖ drängt seit Längerem auf die befristete Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, Energie und Sprit. Darüber hinaus spricht sich Leichtfried für Senkung der Steuern auf Arbeit und die Erhöhung der Pensionen aus. SPÖ will Mieterhöhungen bis zum Jahr 2025 aussetzen Angesichts der Rekordteuerung von acht Prozent fordert die SPÖ einen Mieterhöhungs-Stopp & eine Richtwertmieten-Einfrierung. " " Wohnenmuss leistbar sein und darf nicht zumLuxus werden. Jörg Leichtfried: © SPÖ Parlamentsklub/Kurt Prinz

DAS WIEN KULTUR 11 Der Sommer 2022 bringt wieder heiteres Sommertheater auf die Franzensburg im Schlosspark Laxenburg, an dem auch die Wien Holding beteiligt ist. Bis 14. August gastiert der Kultursommer Laxenburg mit „DER GURU oder Der Weg ins Shangri La La La!“ auf der Freiluftbühne im Innenhof. Tickets sind bei Wien Ticket erhältlich! Der Schlosspark in Laxenburg bietet mit seiner 280 Hektar große Parklandschaft nicht nur Ruhe und Erholung unweit der Stadt, auch das vielfältige Veranstaltungsprogramm lockt Gäste regelmäßig in den größten historischen Landschaftsgarten Österreichs. Die Komödienspiele des Kultursommer Laxenburg sind dabei jedes Jahr das Highlight im Veranstaltungskalender. In diesem Jahr steht ein humorvolles Esoterical am Programm. DER GURU oder Der Weg ins Shangri La La La! In „DER GURU oder Der Weg ins Shangri La La La!“ präsentiert Kultursommer-Intendant Adi Hirschal gemeinsam mit seinem talentierten Team ein humorvolles Esoterical von Christian Deix und Olivier Lendl. Im Zentrum für ganzheitliches Wohlbefinden im Wienerwald herrscht große Aufregung! Ein neuer geheimnisvoller Guru soll mit außergewöhnlichen Praktiken den ins Trudeln geratenen „Es-geht-Uns-gut-Hof“ wieder in Schwung bringen. Die Erwartungen des Personals wie auch der Gäste in den vielversprechenden Heilsbringer sind enorm! Bedürfnisse! Wünsche! Sehnsüchte! Alles wird nachhaltig und einwandfrei biologisch dynamisch befriedigt! In dieser turbulenten, musikalisch-oooohminösen Komödie forscht DER GURU mit Befreiungstrommeln, Klangschalen-Chaos und Mama-Vati-Yoga tief in den Wurzelchakren aller Beteiligten. Termine Bis 14. August 2022, jeweils Samstag und Sonntag, um 16.30 Uhr im Schloss Laxenburg (Schlossplatz 1, 2361 Laxenburg), im Innenhof der Franzensburg. Tickets Tickets sind im Wien Ticket-Callcenter (01/588 85, täglich von 8.00-20.00 Uhr), im Wien TicketPavillon bei der Staatsoper (Herbert von Karajan Platz, 1010 Wien, täglich von 10.00-19.00 Uhr), auf www.wien-ticket.at sowie in allen weiteren Wien Ticket-Vorverkaufsstellen erhältlich. Kultursommer Laxenburg präsentiert: „DER GURU“ Im Innenhof der Franzensburg im Schlosspark Laxenburg sind auch 2022 wieder die Komödienspiele zu Gast. Christian Deix, Pia Baresch, Adi Hirschal, Barbara Niedetzky, Olivier Lendl, Michelle Härle © Sabine Hauswirth Der Guru © Sabine Hauswirth

DAS WIEN AKTUELL 12 auf Ihren Einkauf sparen! mit den XXXL Gutscheinen bis zu 1) Gültig am 17.06. und 18.06.2022. Pro Person und Einkauf ist nur ein Gutschein gültig. Nicht mit anderen Aktionen (z.B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Nicht gültig auf sitze, Bücher und Produkten der Marken Joop!, Stressless, Team 7, hülsta, Bretz, Erpo, Brühl, Walden, Forcher, Spectral, Biohort, Kettler, Glatz, Zebra, Stern, Sit Mobilia, Jan Kurtz, Anrei, Stocco, Tempur, ti‘me, Sedda, Voglauer, Schösswender Katalogbestellungen, Aeris, Parkett- und Laminatböden, Kinderautositze, Stokke, Bugaboo, Cybex, Scoot&Ride, ABC Design, 2E Shop einlösbar mit Code: X25 (25/100), X50 (50/200), X250 (250/1.000) oder X500 (500/2.000) 25% AUCH IM ONLINE SHOP EINLÖSBAR. Nur am Fr., 17. und Sa., 18. Juni 2022! Zwic der Marken Dieter Knoll2), Novel2), Celina2) und Dan3) VOM KATALOGPREIS 2) Gültig vom Katalogpreis. 2+3) Gültig bis 18.06.2022. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Alle Preise sind Abholpreise. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge. 3) Gegenüber den Einzelpreisen lt. DAN Preisliste. Aktion gültig beim Kauf einer kompletten DAN-Küche. 4) 10 ONTOP XXXL Gutschein 4) Zusätzlich -10% on Top auf laufende Prozentaktionen und Marke batte beimKauf von Küchen. In Form von Gutscheinen für Ihren nä ten Einkauf. Ausgenommen sind nur bereits getätigte Einkäufe, scheinaktionen, Gutscheinkäufe, Online Only Angebote und ber reduzierte Produktangebote in unseren Prospekten. Bitte Gutsc vor jedem Einkauf vorweisen. Gültig bis 18.06.2022. auf viele Küchen In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einka Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte -55% bis Ein mehr Küchenaktion auf viele Einbauküchen ANZEIGE

DAS WIEN AKTUELL 13 bereits getätigte Aufträge, sowie bei Kauf von Gutscheinen, Serviceleistungen, Kinderauto- , Miele, Liebherr, Gaggenau, Bora, SystemUnit, Kleinelektro, Bücher, Birkenstock, Sudbrock, E Vertriebs-GmbH, Joolz, Nuna, Philips HUE. Keine Barauszahlung möglich. Auch im Online 500 Ab einem Einkaufswert von € 2.000,- 1) € 500,- Ein mehr Gutschein im Wert von zum Sofortabzug Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte 50 1) € 50,- Ab einem Einkaufswert von € 200,- Ein mehr Gutschein im Wert von zum Sofortabzug Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte 250 Ab einem Einkaufswert von € 1.000,-1) € 250,- Ein mehr Gutschein im Wert von zum Sofortabzug Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte 25 1) € 25,- Ab einem Einkaufswert von € 100,- Ein mehr Gutschein im Wert von zum Sofortabzug Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte ni ckeltage! Französisches Frühstück 450 6,50** Gültig von 15.06. bis 18.06. 2022 Gültig von 15.06. bis 18.06. 2022 Hühnermedaillon mit Spargel 850 10,90** Symbolfotos. Restaurant-Gutscheine gültig von 15.06. bis 18.06.2022. für jeweils 2 Personen. Einzulösen in einer der XXXLutz-Filialen mit Restaurant und im XXXLutz Restaurant Mariahilfer Straße 121b/Christian Broda Platz. Gutschein bei der Bestellung abgeben! Allergeninformationen erhalten Sie bei unseren Servicemitarbeitern. Frühstück bis 11:00 Uhr. **Stattpreis bezieht sich auf unseren bisherigen Verkaufspreis. Alle Preise sind Abholpreise in Euro. XXXL Gutschein XXXL Gutschein Gültig von 15.06. bis 18.06. 2022 Backhendlsalat 590 8,90** XXXL Gutschein Symbolbild Symbolbild Symbolbild XXXL Restaurantgutscheine P enraächsGutreits hein n uf. 5) Gültigbis 18.06.2022. AktiongültigbeimKauf einerEinbauküche ab € 3.500,-. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Ohne Strom- und Wasseranschluss. beim Kauf einer Einbauküche ab € 3.500,- LIEFERUNG & MONTAGE Gratis5) So einfach geht‘s: 1 Bauplan fotografieren oder Skizze anfertigen 1 Küchenberater kontaktieren 2 Termin sichern 4 1 Erste Planung erhalten 3 EXPRESS TERMIN-GARANTIE AKTIONSGARANTIE bis -55%2+3) auf viele Einbauküchen + 10% on Top4) + gratis Lieferung und Montage5) Ganz in Ruhe und bequem von Zuhause aus Ihre Küchenplanung und Aktionen sichern! Mo. - Fr.: 09.00 - 17.00 Uhr per E-Mail: kueche@xxxlutz.at oder per Telefon: +43 50 111 380 900

DAS WIEN AKTUELL 14 Sozial Schwache für Kogler „hysterisch“ Grüne Beschleunigungs-Doktrin stellt die Lebenssituation von Österreichern auf den Kopf. Vizekanzler Werner Kogler bei der Landesversammlung der oberösterreichischen Grünen Ende April in Vorchdorf, in seiner Rede SPÖ und FPÖ vorgeworfen, hinsichtlich der Teuerung „eine Hysterie anzuzünden“. Mit anderen Worten: Wer sich in Zeiten der Rekordinflation, sein Leben nicht mehr leisten kann ist nicht etwa arm, sondern nur hysterisch. Dazu passt auch der Sager von Sigrid Maurer, der Grünen-Klubobfrau im Parlament. Im Profil-Interview sagt sie emotionslos: „Unser Leben wird sich laufend verändern. Es muss auch nicht jeden Tag ein Schnitzel sein.“ Da fühlt man sich spontan an das berühmte Zitat Marie Antoinettes erinnert, der Frau des französischen Königs Ludwig XVI. „Wenn sich die Menschen kein Brot leisten können, dann sollen sie doch Kuchen essen“. Das Zitat ist zwar frei erfunden, geköpft wurde sie aber gemeinsam mit ihrem Mann trotzdem. Sozialpolitische Ignoranz Dieses Schicksal wird Sigrid Maurer vermutlich erspart bleiben, auch wenn sie mit dem SchnitzelSager ihre sozialpolitische Ignoranz offenbart hat. Derweil hat ihr Chef, Vizekanzler Werner Kogler, den Begriff „Hysterie“ im Zusammenhang mit der Teuerungswelle zurückgenommen. Dies sei „ein unsinniger Begriff, weil er das Falsche ausdrückt, nämlich das Gegenteil dessen, was ich meine“, sagte er im Bundesrat. „In der Hitze des Gefechts“ habe er diesen „völlig verfehlten und falschen Begriff“ gewählt, sagte Kogler. Was er meine sei, dass „alles gleichzeitig nicht gehen wird“. Damit hat er vermutlich Recht. Die Frage ist nur, wo die Grünen die Prioritäten setzen wollen. So war Kogler bis zuletzt zurückhaltend, was die Verschiebung der ab 1. Juli geplanten CO2-Bepreisung betraf. Mittlerweile ist diese auf den Herbst vertagt. Seine zögerliche Haltung in dieser wesentlichen Frage ist nur so erklärbar, dass er die parteiinterne Macht schon längst an Leonore Gewessler abgetreten hat und daher ihr die Entscheidung überlassen wollte. Damit hat Kogler politisch abgedankt und kann nur mehr als „Lame Duck“ bezeichnet werden. Kogler-Gedankenwelt „In Zeiten der Rekordinflation ist Entlastung angesagt und nicht der Start eines Experiments“, sagte dazu etwa Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Das sieht der grüne Vizekanzler anders und offenbart damit ungewollt seine politische Behinderung. Man müsse „ehrlich sein“ und sagen, dass bei „derartigen Einschlägen die Botschaft nicht sein kann, dass für alle alles gleich bleiben kann“, erläuterte Kogler seine Intention. Es werde einen vorübergehenden Wohlstandsverlust geben, die Frage sei, wie man den verteilt – und da ist Kogler dafür, „dass die, die mehr tragen können, auch mehr tragen sollen“ und die Regierung vorwiegend Einkommensschwachen hilft. Das bedeutet freilich nichts anderes, als dass die Grünen nicht die geringste Idee haben, wie sie der Teuerungswelle und Rekordinflation begegnen wollen. Denn der Satz „dass die, die mehr tragen können, auch mehr tragen sollen“, bedeutet nichts anderes als Steuererhöhungen. Und das ist so ziemlich die dümmste Idee in einer Wirtschaftskrise. Es gibt zwar weniger, aber doch noch weitere Fragezeichen rund um die aktuelle Ausbreitung der Omikron-Untervarianten BA.4 undBA.5. Eine nicht aus denAugen zu lassende Tendenz macht sich auch in Österreich breit. Entsprechende Abwasseranalysen lassen fundierte Rückschlüsse auf einen 9- bis zehnprozentigen Anteil zu. So erklärte es Immunologe Andreas Bergthaler, von der Med-Uni Wien, via „Ö3“-Äther. Steigt diese prozentuelle Anhäufung weiter, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass BA.4 und BA.5 zum „dominanten Virustyp“ über den Sommer wohl werden. Das Unangenehme in diesen Untervarianten ist, dass mittlerweile ein infizierter Mensch ca. weitere 15 Menschen (Reproduktionszahl) ansteckt. Somit ist die Gefahr einer „BA.4/ BA.5“-Infektionswelle – wie sie derzeit in Portugal herrscht – leider auch bei uns nicht ganz außen vor zu lassen. Derzeit kommt es da aber verstärkt zu Spitalsaufenthalten. Die neue Corona-Verordnung in Österreich bringt eine Änderung für die Grundimmunisierung: Ab 28. August muss man drei Mal (!) für den Grünen Pass geimpft sein. Die Verknüpfung Impfung plus Genesung („1plus1“-Regel) zählt nicht mehr … Bis auf Wien fällt die Maskenpflicht (Ausnahme: Gesundheitsbereich – Krankenhäuser; Arztpraxen; Alten- und Pflegeheime). Italien schafft Einreise-Normalität Mit Anfang dieses Monats gehören auch die CoronaEinreiseregeln nach Italien der Vergangenheit an. Mit diesem Ablaufdatum erübrigen sich für die Touristen und alle weiteren Einreisenden eine Corona-Impfung, eine nachgewiesene Genesung bzw. der Nachweis eines negativen Tests. Das gab das Außenministerium in Rom vor Kurzem bekannt. Damit hat auch Italien die Bremsen von seiner strikten Corona-Auflagen-Politik fast vollständig gelöst. Usus dort war auch eine 3-G-Regelung für den Arbeitsplatz. Im Gegensatz zu Österreich hat Italien eine erfolgreichere Impfkampagne geschlagen. Wie man freilich festhalten muss, dass die „Impfskepsis“ bei den Italienern nicht so ausgeprägt ist wie bei uns. Alle Einschränkungen sind aber trotzdem nicht gefallen. So müssen Schüler und Schülerinnen weiter in ihren Schulen eine Maske tragen. Und wer ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt, muss weiter eine Maske aufsetzen. Omikron findet sich auch im Abwasser …

DAS WIEN AKTUELL 15 Wiener Tourismus nimmt Fahrt auf Der Tourismus in Wien darf aufatmen. Bereits im April kletterte das Nächtigungsbarometer sichtbar nach oben. Mit etwas mehr als einer Million Übernächtigungen erreichte die Stadthotellerie circa zwei Drittel der Auslastung vom „Vorkrisenjahr“ 2019. Nach etwas mehr als zwei Jahren Pandemie macht sich in der Branche allgemeine Erleichterung breit, zumal jetzt, von Woche zu Woche, sich vor allem in der Innenstadt die Tourismuszahlen stetig signifikant erhöhen. Das Erfreuliche ist, dass gerade zu den Feiertagen die Touristen wieder die Innenstadt der österreichischen Hauptstadt in beachtlichem Ausmaß für sich erobern. Undman ist optimistisch, dass man in nächster Zeit noch deutlich zulegen wird. Obwohl – wie sich zeigt, die Gäste aus China und Japan noch nicht bereit sind, sich so wie vor der Pandemie, in Scharen aufzumachen, um die Sehenswürdigkeiten und die Kulturvielfalt der weltweit bekannten Stadt kennenzulernen. Rechnungshof-Kritik an den Behörden Russland kritisiert Österreich-Hetze Dass das Pandemie-Management der Türkis-schwarz/ grünen Regierung jenseits von gut und böse war, gehört mittlerweile ebenfalls zu Österreich wie auszugsweise die Lippizaner zur Spanischen Hofreitschule oder die Mozartkugeln bzw. die Nockerln zur Stadt Salzburg. Schlichtweg eine nahezu österreichweite Bestandsaufnahme, mit der diese Regierung – nicht zuletzt auch in allen Meinungsumfragen – sichtbar bei einer etwaigen Neuwahl abgestraft werden würde. Und das obwohl sie uns einen Sommer wieder zum „Luftholen“ mit dem Ende derMaskenpflicht bescherte. Doch eher hat uns das der Pandemieverlauf ermöglicht … Explizit nimmt der Rechnungshof aber in einer vor Kurzem veröffentlichten Stellungnahme die Behördenperformance im Zusammenhang mit der Bewältigung der Pandemie so unter seine Lupe: „Der Bund hatte die im Pandemie-Fall notwendigen organisatorischen Strukturen und personellen Grundvoraussetzungen nicht sichergestellt“. Im Fokus dabei steht ein „unkoordiniertes Handeln zwischen Bund und Ländern sowie unter den Bundesbehörden“. Zu kurz gekommen seien außerdem die in der Pandemie gemachten Erfahrungen, die kaum bis nicht in die Performance vom Krisenmanagement Einzug gehalten haben. Somit fordert der Rechnungshof für eine effiziente RessourcenNutzung eine „deutliche Personalaufstockung“ und ein „modernes Epidemiegesetz“, um diese Misere künftig hintanzuhalten. Und das ist unumgänglich im Hinblick auf eine nicht unwahrscheinlich weitere Pandemie-Fortsetzung Mitte bis Ende Herbst. Ein Anfang dieses Monats vom russischen Außenministerium veröffentlichter Bericht geht mit Österreich hart ins Gericht. Demnach häufen sich die Fälle, wo es zu „Verletzungen der Rechte russischer Staatsbürger und Staatsbürgerinnen“ kommt. Aber auch generell die „Rechte von Auslandsrussen“ werden hierzulande massiv eingeschränkt. Ein allgemeiner Lagebericht zuvor attestierte den Russen ein „ruhiges Dasein“ und nahezu uneingeschränkte Koexistenz. Doch mit Beginn der „militärischen Spezialoperation mit dem Ziel der Denazifizierung und Demilitarisierung der Ukraine“ hat sich in der breiten Bevölkerung das Meinungsbild doch merklich verändert. „Im Rahmen eines stark steigenden ‚Cancel culture‘ ist alles Russische, und alles was mit dem Russischen assoziiert wird, einer massiven Hetze und Diskriminierung ausgesetzt“. Mit ein Grund sind wohl auch EU-Verordnungen, die das Einfrieren von Vermögen russischer Oligarchen, die Autokrat Putin nahestehen, erlauben. Wie vor Kurzem die Tageszeitung Standard berichtete, hat das Bundeskanzleramt auf Anfrage eine Sanktionierung von 254 Mio. Euro russischer Vermögenswerte in Österreich „zugegeben“. Eine spezielle Taskforce widmet sich dem „schwierigen Aufspüren“ und hat bislang beachtliche Erfolge bei der Sichtung von 97 Konten erzielt. Dazu kommt, dass die Ermittler auch fünf Grundbucheinträge, mit „gefinkelter Verschachtelung der Eigentümer“ ausfindig machen konnten. Weiteren Verdachtsmomenten wird nachgegangen und es ist somit mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen, dass das bei Weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Privatkonkurse sind wieder imVormarsch Die Zahl an Privatkonkursen geht in Österreich doch signifikant nach oben. Nahezu gleich viele Anträge werden jetzt gestellt wie vor dem Ausbruch der CoronaKrise. Insgesamt ist die Situation aber noch eine Spur dramatischer, da den Betroffenen aktuell wegen der massiven Teuerungswelle noch weniger Geld zum Leben zur Verfügung steht. Angesichts dieser Umstände verwundert es auch nicht, dass viele Leute kaum mehr in der Lage sind, ihre Schulden zurückzuzahlen. Und es wird immer schwerer bis unmöglich für Betroffene überhaupt die Kriterien für einen Privatkonkurs-Antrag zu erfüllen. Die Rede ist von bis zu 9.000 drohenden Verfahren und nicht wenige davon betreffen junge Menschen. Jeder vierte Verschuldete ist aktuell unter 30 Jahre „jung“. Ihr Hauptproblem sind die Konsumkredite! Einen Teil davon konnte man einem Beitrag im Ö1Morgenjournal entnehmen. Dieser verschärften Lage kann man nur dadurch begegnen, indem man „die Sozialleistungen – und zwar jetzt – dringend erhöht“, so der Chef des Dachverbands der Schuldner-Beratung, Clemens Mitterlehner. Und was derzeit die Entwicklung der Inflation anlangt, ist zumindest bis Juli, Anfang August noch keine Entspannung in Sicht. Doch es gibt auch Hoffnung – und die kommt aus dem Umfeld der Europäischen Zentralbank (EZB): Der Ausstieg aus dem Anleihen-Kaufprogramm ist so gut wie fix, hört man verstärkt aus dem Umfeld der EZB-Ratsmitglieder. Somit wird es wohl zu der überfälligen Zinserhöhung, was im Gegenzug auch die Inflationskurve nach unten pressen wird, kommen.

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