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DAS WIEN KULINARIK 9 „Zum Lercherl von Hernals“ zwitschert in alter Tradition Thomas Lindtner hat die legendäreWiener Wirtshaus-Institution auf der Hernalser Hauptstraße 70 bereits 2018 übernommen. Nach der Renovierung setzt der Gastroprofi auf Wiener Wirtshausklassiker sowie Innereien. Sie betreiben das Lercherl von Hernals. Was können Sie uns über das traditionelle Gasthaus erzählen? Das Lokal wurde 1914 erstmals eröffnet. Seit 1927 heißt es „Lercherl von Hernals“. Benannt wurde es nach Luise Montag, eine Wiener Volksliedsängerin, die fürs Dudeln, das Wiener Jodeln, berühmt war. Sie wohnte an der Hernalser Hauptstraße 203, und ob ihrer Sangeskünste nannte man sie das „Lercherl von Hernals“. Im Jahr 1927 verstarb die Sängerin. In Simmering wurden eine Straße und ein Park nach ihr benannt, sie bekam ein Ehrengrab am Zentralfriedhof und im selben Jahr wurde auchmein Lokal nach ihr benannt. Darum heißt es heute noch „Lercherl von Hernals“ und ist in Wien so bekannt wie damals die beliebte Luise Montag. Seit wann betreiben Sie diese Institution und was macht das Lercherl aus? Ich betreibe das Lercherl seit September 2018, also seit vier Jahren. Es ist der Charme der guten alten Zeit, gepaart mit moderner Gastlichkeit. Bei uns fühlt sich die ältere Generation genauso wohl wie junge hippe Leute. So wie Künstler und Zuschauer, die gerne vor den Vorstellungen im gegenüberliegenden Wiener Metropol zu uns essen kommen. Ein Highlight ist zweifelsohne der lauschige Gastgarten. Nicht zu vergessen, die beliebten und kostengünstigen Mittagsmenüs, die es klassisch und vegetarisch, inklusive Suppe zum Preis von seinerzeit, nämlich um 7,90 Euro, gibt. Wie würden Sie das kulinarische Konzept beschreiben? Traditionelle österreichische Küche – ganz klassisch sowie neu interpretiert. Qualität steht bei uns an erster Stelle. Unser großartiges Preis-Leistungsverhältnis ist weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt. Wir servieren auch Schmankerl, die man anderswo selten bis gar nicht mehr findet. Dazu zählen Innereien, Gebackenes Hirn, oder der Gebackene Kalbskopf. Wie wichtig sind Ihnen Qualität, Saisonalität und Regionalität? Wie bereits erwähnt, steht die Qualität bei uns an erster Stelle. Wir kochen gänzlich ohne Geschmacksverstärker oder Zusatzstoffe. Das Fleisch stammt ausschließlich aus Österreich, die Zutaten werden primär regional gekauft. Salate und saisonales Gemüse kaufe ich im Bauernladen in der Nachbarschaft, der mit Waren aus dem Burgenland bestückt wird, Erdäpfel und Zwiebel kommen aus dem Weinviertel, Weine und Schnäpse beziehen wir ebenfalls nur aus Österreich. Bieten Sie auch Lieferservice, Catering, Firmenfeiern und Ähnliches an? Wir bieten unsere Speisen zum Mitnehmen an, und richten Firmenfeiern und ähnliche kleine Veranstaltungen aus. In den Sommermonaten haben wir immer wieder Events unter dem Motto „Musik im Garten“. Wie zum Beispiel am 23. Juni. Da tritt bei uns die Jazz-Band „Wild Cats“ auf. Die Wiener Wirtshäuser sterben langsam aus, woran liegt das? Wenige wollen sich die viele Arbeit antun. Der Aufwand ist schon so groß, dass es wirklich ein gutes Geschäft braucht, um ohne Verlust arbeiten zu können. Eine Überlebenschance hat man überhaupt nur, wenn man selbst von der Küche über den Service bis zum Putzen alles kann und auch bereit ist, es zu tun. Hinzu kommen die massiven Preissteigerungen, die man nur bedingt an den Kunden weitergeben kann. Auf was dürfen sich unsere Leser und zukünftige Gäste freuen, wenn sie das Lerchel besuchen? Auf ein gemütliches Ambiente, ein äußerst freundliches Service, eine ausgezeichnete Küche und die sprichwörtliche Wiener Gastlichkeit, für die unsere Stadt einst so berühmt war. Zum Lercherl von Hernals Hernalser Hauptstraße 70, 1170Wien I Austria Tel: +43 1 405 83 15 E-Mail: info@lercherl.at © (2) Philipp Enders

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