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DAS WIEN AKTUELL 7 Klima-Ministerin liefert Klimaanlagen-Slapstick Der C02-Fußabdruck imMitarbeiterstab ist sekundär. Hauptsache, wohlfeile Klimaanlage kühlt Köpfe im Ressort der Ministerin. Die grüne Klimaschutzministerin Eleonore Gewessler hat vergangene Woche wieder einmal für mediales Aufsehen gesorgt. Diesmal allerdings nicht wegen realitätsfernen Klimaschutzideen, sondern wegen ganz profaner Klimaanlagen in ihremMinisterium. Ein Bericht der Tageszeitung ÖSTERREICH über den Kauf einer Klimaanlage durch Klimaministerin Leonore Gewessler hat den Wirbel ausgelöst. So berichtete das Fellner-Blatt, dass die Klimaanlage im Klimaministerium um sage und schreibe 143.100,77 Euro erneuert worden sei – wobei das nur der Kostenteil von Gewesslers Ministerium gewesen sei. Weitere 25 Prozent – also 47.700 Euro – seien von einem anderen Ministerium bezahlt worden (Anm.: Im betroffenen Amtsgebäude am Stubenring sind mehrere Ministerien untergebracht). Grüne Abgehobenheit „Während ganz Österreich wegen der Teuerung ins Schwitzen kommt, hat‘s die grüne Klimaministerin auf Kosten der Steuerzahler schön kühl“, tobte daraufhin etwa SPÖ-Manager Christian Deutsch. „Die grüne Abgehobenheit ist unfassbar!“ Ähnlich der FPÖ-Landtagsabgeordnete Udo Guggenbichler: „Doppelmoralischer als die grüne Ministerin Gewessler agiert, geht es nicht mehr. Es macht einen fassungslos zu lesen, dass die selbsternannte oberste Klimaschutzministerin sich um wohlfeile 143.000 Euro eine neue Klimaanlage für ihr Büro genehmigt, während sie sich gleichzeitig weigert, die CO2Steuer, die zu einer neuerlichen Mehrbelastung der Österreicher führen wird, auszusetzen.“ Nach der allgemeinen Aufregung über die ministerielle Klimaanlage, folgte ein Dementi aus dem Kabinett der „Klimaanlagenministerin“. Die Klimaanlage sei nicht für Ministerin Gewessler oder ihr Kabinett selbst, sondern für einen anderen Standort des Ressorts, stellte ein Sprecher des Ministeriums richtig. Dort sei die Klimaanlage für 300 Mitarbeiter angeblich ausgefallen, „deshalb musste ein schnelle Lösung vor dem Sommer her“. Das Büro der Ministerin in der Radetzkystraße ist freilich schon lange klimatisiert. Steuerzahler – schwitz! Das macht die Sache allerdings nicht besser für die stramm ideologisch getriebene Global 2000-Aktivistin im Amt der Klimaschutzministerin. So kann man von Klimageräten wohl nicht behaupten, dass diese ökologisch besonders wertvoll wären. Doch bei den eigenen Mitarbeitern scheint der ökologische Fußabdruck von Klimaanlagen keine Relevanz zu haben. Schwitzen sollen offenbar nur jene, die letztendlich auch für die Infrastruktur im Ministerium aufkommen zu haben. Nämlich die Steuerzahler. Auch sonst zeigt sich die grüne Ministerin großzügig, was die eigenen Mitarbeiter betrifft. Während die Schlangen vor den Sozialmärkten immer länger werden, gönnt Gewessler ihren Mitarbeitern 40 Drehsessel um 6.391,00 Euro, sowie 20 „elektrische Schreibtische“ um 15.137,44 Euro. Während die angeschafften Drehsessel mit rund 160 Euro pro Stück im Rahmen bleiben, fragt man sich schon, wozu es elektrisch höhenverstellbare High-Tech-Schreibtische braucht. Und da haben wir noch nicht über den unnötigen zusätzlichen Stromverbrauch gesprochen, den die Ministerin bei anderen gerne reduzieren will. Grüner Geldproporz SPÖ-Abgeordneter Philip Kucher tobt: „Während ganz Österreich unter der dramatischen Teuerungswelle leidet, spielt Geld im schwarz-grünen Politapparat scheinbar keine Rolle.“ Klimaministerin Leonore Gewessler konnte sich mit der ÖVP zwar noch auf kein Klimagesetz einigen, aber immerhin eine neue Klimaanlage hat sie jetzt, könnte man boshaft anmerken. „Wir warten seit Monaten auf ein Energiegesetz, das den Ausbau der Erneuerbaren Energie vorantreibt, doch es fehlen weiterhin 19 von 20 Verordnungen - die Türkis-Grüne Regierung produziert allerdings bloß heiße Luft und keine konkreten Maßnahmen“, erklärt SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr und hat offenbar nicht bedacht, dass Gewessler dank neuer Klimaanlage jetzt auch kühle Luft produzieren kann. ÖVP kritisiert Gewessler Selbst der eigene Koalitionspartner ÖVP schießt sich mittlerweile auf die grüne Klimaschutzministerin ein. Grund ist der Klimarat, ein Bürgerbeteiligungsgremium, das diese Woche letztmals zusammentritt. Im „Kurier“ spricht VP-Klimasprecher Johannes Schmuckenschlager von einer „fahrlässigen und leichtfertigen, untauglichen“ PR-Aktion der Ressortchefin: „Wer so etwas macht, nimmt den Klimawandel nicht ernst.“ Kritisiert das Tohuwabohu des Umweltministeriums scharf: SPÖManager Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch © Selina de Beauclair

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