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DAS WIEN AKTUELL 20 Russische Operndiva „liebt bloß ihr Land“ Dass das „Kultureuropa“ wohl nicht so ganz auf die russische Operndiva, Anna Netrebko verzichten will, kann man vielleicht auch als der Kultur nicht so beflissener Zeitgenosse einigermaßen nachvollziehen. Etwas diffiziler wird die Sache freilich, wenn der weltweite Star „persönliche Schwierigkeiten“ hat, den Überfallkrieg der Russen in der Ukraine generell zu „verurteilen“. Dass dabei eine gewisse Nähe zu Russlands Präsident Vladimir Putin ausschlaggebend war, spielte eine wesentlicheRolle. Eswarwohl eine unumgängliche Konsequenz, dass sich Agenturen und Veranstalter ihrer Termine, salopp formuliert, daraufhin entzogen. Mitte März sagte die Diva daraufhin selbst noch alle Termine ab. Doch aktuell zeigt man ihr gegenüber offenbar wieder Verständnis, nimmt man Bezug auf Auftritte der russischen Sopranistin in Monaco und Paris. Es ist ja allseits bekannt, dass sie auch die österreichische Staatsbürgerschaft hat. Und daher ist – auch am 6. September 2023 (!) – ein Auftritt im Wiener Konzerthaus geplant. Doch ein wenig Öl ins Feuer gießt die 50-Jährige auch in einem „Comment“ der Wochenzeitung „Zeit“ gegenüber. „Ich liebe mein Land, meine Kultur, die Menschen“. Sie findet es „auch nicht richtig, was dort gerade jetzt passiert – aber ich bleibe eine Russin“. Und weiter zitiert: „Ich kenne viele Schicksale und bin darüber auch zutiefst bewegt. Und Anhang: „Ich bin natürlich gegen diese schreckliche Gewalt“. Zukunftsängste von Kindern nehmen zu Kroatien ersetzt Kuna durch Euro Die Arbeiterkammer nahm eine von ihr in Auftrag gegebene SORA-Studie zum Anlass, um die Öffentlichkeit zu informieren, dass Österreichs Jugendliche mit großen Sorgen in die Zukunft blicken. Dabei sagt fast dieHälfte der 16 bis 26-Jährigen, dass sich ihre psychische Gesundheit verschlechtert habe. Außerdem sehen sich 40 Prozent finanziell schlechter gestellt. Dabei änderte sich – so wohl zum ersten Mal recht deutlich wahrnehmbar – auch die Priorität im Themengelage: So ist nicht mehr das Klimawandel-Thema die „größte Sorge der Jugendlichen“, sondern das künftig weiter ansteigende „Auseinanderdriften von Arm und Reich“. Eine Erkenntnis, die auch Meinungsforscherin Zandonella teilt gegenüber dem Ö1-Radio mit ihrer Aussage dass „junge Menschen von der Corona-Pandemie stärker betroffen sind als der Rest der Bevölkerung“. Im Übrigen war dies auch dem ORF-Teletext zu entnehmen. Nun ist es wohl an der Zeit, nachdem diese Jugendlichen verstärkt ihre Sorgen und Ängste äußern, auch mit entsprechenden Maßnahmen seitens der Politik ein „umfangreicheres medizinisches Angebot“ zu unterbreiten. Das betrifft die Schule, die Lehrstellen und wohl auch den Arbeitsplatz. Eine finale Auswertung der Europäischen Kommission hat vor wenigen Tagen den Weg für das Urlaubsland Kroatien freigemacht, um ab 1. Jänner nächsten Jahres auf wahrscheinlichem Wunsch Kroatiens vollwertiges Mitglied im Euro-Zahlungsverband zu werden. Ferner informierte die Brüsseler Behörde, dass für die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro die noch ausstehenden EUBeschlüsse für diese Umstellung damit „unter Dach und Fach“ gebracht werden können. Das Land, das seit 2013 EU-Mitglied ist, wird somit mit seinen circa vier Millionen Einwohnern das 20. Mitglied in der Eurozone. Jetzt fehlt bloß noch die Zustimmung sämtlicher Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten. Aber das ist – so man bisher wahrnehmen konnte –, nur mehr als reine Formsache abzuhandeln. Das bringt Erleichterung für alle Touristen und auch die Kroaten selbst … Hackers Kritik betrifft Schul-Test-Pause Dass der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker zumeist mit der österreichischen Regierung in Bezug auf Corona-Regeln nur selten einer Meinung ist, zeigt sich auch diesmal wieder an seiner (berechtigten?) Kritik mit der Regierungsmaßnahme bezüglich dem Ende von PCR-Tests in österreichischen Schulen. Er spricht offen „von einem Fehler jetzt diese Tests auszusetzen“. Sie seien zudem „in der Pandemie ein wichtiges Frühwarnsystem“. So formulierte er es gegenüber ORF-Radio. Und begründet es ferner mit dem Argument, dass „ein Test pro Woche keine große Herausforderung war und zudem ein wunderbares Monitoring-Bild speziell im Hinblick auf eine Veränderung der Corona-Varianten ergeben habe“. Auch gegenüber der Tageszeitung Standard nahm der Gesundheitsstadtrat zum „Wiener Sonderweg“ Stellung. Dabei betont er, dass die Einwurfboxen an den Wiener Schulen weiter zur Verfügung stehen. „Alle Schüler können bei aufrechtem Abholsystem weiter ihre „Alles gurgelt“-Tests in der Schule abgeben. Mit der Einschränkung dass freilich eine Bundesverordnung die Auswertung von „nur mehr fünf Proben pro Monat“ erlaubt. „Es tut nicht weh, ein bisschen unsere Kinder zu schützen“, so Hacker und zudem „seien die Spielregeln aus dem Nichts geändert worden“. Netrebko und Putin (2004) Kremlin.ru (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Netrebko_and_Putin.jpg), https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode

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