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DAS WIEN AKTUELL 15 Wiener Tourismus nimmt Fahrt auf Der Tourismus in Wien darf aufatmen. Bereits im April kletterte das Nächtigungsbarometer sichtbar nach oben. Mit etwas mehr als einer Million Übernächtigungen erreichte die Stadthotellerie circa zwei Drittel der Auslastung vom „Vorkrisenjahr“ 2019. Nach etwas mehr als zwei Jahren Pandemie macht sich in der Branche allgemeine Erleichterung breit, zumal jetzt, von Woche zu Woche, sich vor allem in der Innenstadt die Tourismuszahlen stetig signifikant erhöhen. Das Erfreuliche ist, dass gerade zu den Feiertagen die Touristen wieder die Innenstadt der österreichischen Hauptstadt in beachtlichem Ausmaß für sich erobern. Undman ist optimistisch, dass man in nächster Zeit noch deutlich zulegen wird. Obwohl – wie sich zeigt, die Gäste aus China und Japan noch nicht bereit sind, sich so wie vor der Pandemie, in Scharen aufzumachen, um die Sehenswürdigkeiten und die Kulturvielfalt der weltweit bekannten Stadt kennenzulernen. Rechnungshof-Kritik an den Behörden Russland kritisiert Österreich-Hetze Dass das Pandemie-Management der Türkis-schwarz/ grünen Regierung jenseits von gut und böse war, gehört mittlerweile ebenfalls zu Österreich wie auszugsweise die Lippizaner zur Spanischen Hofreitschule oder die Mozartkugeln bzw. die Nockerln zur Stadt Salzburg. Schlichtweg eine nahezu österreichweite Bestandsaufnahme, mit der diese Regierung – nicht zuletzt auch in allen Meinungsumfragen – sichtbar bei einer etwaigen Neuwahl abgestraft werden würde. Und das obwohl sie uns einen Sommer wieder zum „Luftholen“ mit dem Ende derMaskenpflicht bescherte. Doch eher hat uns das der Pandemieverlauf ermöglicht … Explizit nimmt der Rechnungshof aber in einer vor Kurzem veröffentlichten Stellungnahme die Behördenperformance im Zusammenhang mit der Bewältigung der Pandemie so unter seine Lupe: „Der Bund hatte die im Pandemie-Fall notwendigen organisatorischen Strukturen und personellen Grundvoraussetzungen nicht sichergestellt“. Im Fokus dabei steht ein „unkoordiniertes Handeln zwischen Bund und Ländern sowie unter den Bundesbehörden“. Zu kurz gekommen seien außerdem die in der Pandemie gemachten Erfahrungen, die kaum bis nicht in die Performance vom Krisenmanagement Einzug gehalten haben. Somit fordert der Rechnungshof für eine effiziente RessourcenNutzung eine „deutliche Personalaufstockung“ und ein „modernes Epidemiegesetz“, um diese Misere künftig hintanzuhalten. Und das ist unumgänglich im Hinblick auf eine nicht unwahrscheinlich weitere Pandemie-Fortsetzung Mitte bis Ende Herbst. Ein Anfang dieses Monats vom russischen Außenministerium veröffentlichter Bericht geht mit Österreich hart ins Gericht. Demnach häufen sich die Fälle, wo es zu „Verletzungen der Rechte russischer Staatsbürger und Staatsbürgerinnen“ kommt. Aber auch generell die „Rechte von Auslandsrussen“ werden hierzulande massiv eingeschränkt. Ein allgemeiner Lagebericht zuvor attestierte den Russen ein „ruhiges Dasein“ und nahezu uneingeschränkte Koexistenz. Doch mit Beginn der „militärischen Spezialoperation mit dem Ziel der Denazifizierung und Demilitarisierung der Ukraine“ hat sich in der breiten Bevölkerung das Meinungsbild doch merklich verändert. „Im Rahmen eines stark steigenden ‚Cancel culture‘ ist alles Russische, und alles was mit dem Russischen assoziiert wird, einer massiven Hetze und Diskriminierung ausgesetzt“. Mit ein Grund sind wohl auch EU-Verordnungen, die das Einfrieren von Vermögen russischer Oligarchen, die Autokrat Putin nahestehen, erlauben. Wie vor Kurzem die Tageszeitung Standard berichtete, hat das Bundeskanzleramt auf Anfrage eine Sanktionierung von 254 Mio. Euro russischer Vermögenswerte in Österreich „zugegeben“. Eine spezielle Taskforce widmet sich dem „schwierigen Aufspüren“ und hat bislang beachtliche Erfolge bei der Sichtung von 97 Konten erzielt. Dazu kommt, dass die Ermittler auch fünf Grundbucheinträge, mit „gefinkelter Verschachtelung der Eigentümer“ ausfindig machen konnten. Weiteren Verdachtsmomenten wird nachgegangen und es ist somit mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen, dass das bei Weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Privatkonkurse sind wieder imVormarsch Die Zahl an Privatkonkursen geht in Österreich doch signifikant nach oben. Nahezu gleich viele Anträge werden jetzt gestellt wie vor dem Ausbruch der CoronaKrise. Insgesamt ist die Situation aber noch eine Spur dramatischer, da den Betroffenen aktuell wegen der massiven Teuerungswelle noch weniger Geld zum Leben zur Verfügung steht. Angesichts dieser Umstände verwundert es auch nicht, dass viele Leute kaum mehr in der Lage sind, ihre Schulden zurückzuzahlen. Und es wird immer schwerer bis unmöglich für Betroffene überhaupt die Kriterien für einen Privatkonkurs-Antrag zu erfüllen. Die Rede ist von bis zu 9.000 drohenden Verfahren und nicht wenige davon betreffen junge Menschen. Jeder vierte Verschuldete ist aktuell unter 30 Jahre „jung“. Ihr Hauptproblem sind die Konsumkredite! Einen Teil davon konnte man einem Beitrag im Ö1Morgenjournal entnehmen. Dieser verschärften Lage kann man nur dadurch begegnen, indem man „die Sozialleistungen – und zwar jetzt – dringend erhöht“, so der Chef des Dachverbands der Schuldner-Beratung, Clemens Mitterlehner. Und was derzeit die Entwicklung der Inflation anlangt, ist zumindest bis Juli, Anfang August noch keine Entspannung in Sicht. Doch es gibt auch Hoffnung – und die kommt aus dem Umfeld der Europäischen Zentralbank (EZB): Der Ausstieg aus dem Anleihen-Kaufprogramm ist so gut wie fix, hört man verstärkt aus dem Umfeld der EZB-Ratsmitglieder. Somit wird es wohl zu der überfälligen Zinserhöhung, was im Gegenzug auch die Inflationskurve nach unten pressen wird, kommen.

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