Das Wien - E-Book

Circle of Luxury Die große Eröffnungsfeier imBeautysalon „Rien ne va plus“ Österreichische Post AG - RM GZ 17A0411152K - unabhängig Ausgabe 12 Mai/2022 BEZAHLTE ANZEIGE BEZAHLTE ANZEIGE 23 Bezirke Industriestraße 65 1220 Wien www.sternberg1220.at Droht Gewessler Klage wegen Lobau-Baustopp? FPÖ-Niederösterreich brachte bei Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung gegen die Ministerin ein. S. 6 Rendi-Wagner fordert: „MwSt. auf Lebensmittel aussetzen“ S. 10 Fiaker Karl, spricht aus wie‘s wirklich ist S. 9 Balkonsommer: Tipps & Trends von Karl Ploberger S. 22 www. das -wi en . at www.der-poolbauer.at Tolle Poolaktionen das ganze Jahr! Mit dem Codewort „DAS WIEN“ bekommt jeder Kunde 5 % auf alle Pools SteuergeldAbwanderung? S. 17 Kunst HausWien: Neue Ausstellung „BINSEKT“ S. 8 S.11 S.15 © Philipp Enders

DAS WIEN AKTUELL 2 Entertainment & Auferstehung Über die österreichische Innenpolitik kann man sagen, was man will, aber langweilig wird einemnicht. Wenn wir schon nicht gut regiert werden, werdenwir zumindest gut unterhalten. Wir erleben raschwechselndeDarsteller in verschiedenen Genres. Mal bieten uns Politiker eine amerikanische Sitcom, mal eine Operette, mal ein Mafiadrama oder ein klassisches Kabarettprogramm. Meistens enden die Vorstellungen jedoch in Blamagen, Peinlichkeiten und Hoppalas. Das traurige daran ist nur, dass wir für diese schlechten Vorstellungen auch noch „Eintritt“ zahlen müssen. Und zwar mit unserem Steuergeld. Besonders teuer sind uns die Vorstellungen der drei grünen Gesundheitsminister gekommen. Anschober, Mückstein und Rauch. Die haben sich in der Pandemie leidenschaftlich ausdilettieren dürfen. Immerhin wissen wir jetzt, dass grüne Gesundheitsminister nicht lange halten. Sieht man sich deren Halbwertszeit an, dann müsste der neue Rauch spätestens im kommendenWinter abdanken. Aber noch hält er. Und er zeigt bereits nach kurzer Zeit im Amt Nerven. So schreibt er etwa auf Twitter: „Die einen schimpfen mich ‚fahrlässigen Durchseucher‘, die anderen ‚Zwangsvollstrecker sinnloser Maßnahmen‘“. Er schreibt weiter: „Ich bewege mich auf dem Fundament von Expertise (Wissenschaftlichkeit) und Verhältnismäßigkeit (Verfassungskonformität).“ Das Lustige dabei ist nur, dass Rauch zwar einige Beratergremien um sich versammelt hat, aber trotzdem anders entscheidet. Und er dürfte absolut keine Kritik vertragen. So hat er die ihm unterstellte Geschäftsführung der ELGA GmbH quasi gefeuert, weil diese Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit und Zulässigkeit der Impfpflicht geäußert hat. „Sich über bereits gefallene politische Entscheidungen – in diesem Fall eine, die mit breiter Mehrheit im Nationalrat gefallen ist – zu äußern, gehört sicher nicht zu den Aufgaben der ELGA-Geschäftsführung“, hat Rauch verlauten lassen. Eine erstaunliche Einstellung für einen basisdemokratisch sozialisierten Grünen. Apropos Basisdemokratie. Am 30. April hatten die Grünen ihren Bundeskongress, bei dem Vizekanzler Werner Kogler ohne Gegenkandidat als Bundessprecher wiedergewählt werden sollte. (Anm.: Bei der Drucklegung von „DAS WIEN“ war das Ergebnis noch nicht bekannt). Es ist davon auszugehen, dass die Partei-Basis ihren Chef bestätigen wird, ist es doch ausschließlich ihm zu verdanken, dass die Grünen wieder im Parlament sitzen und es sogar in die Regierung geschafft haben. Die weitgehende politische Unauffälligkeit des Vizekanzlers und die offen zur Schau getragenen Unlust am Amt hat jedoch dazu geführt, dass potentielle Nachfolger schon in den Startlöchern scharren. Allen voran Umweltministerin Leonore Gewessler. Dafür spricht auch, dass die ehemalige Global-2000-Aktivistin seit Monaten ausschließlich grüne Klientelpolitik betreibt. Sehr zum Unmut des Koalitionspartners ÖVP und sehr zum Unmut jener 90 Prozent Österreicher, die nicht im Traum daran denken, die Grünen zu wählen. Politinsider rechnen jedenfalls durch die Bank fix damit, dass die ehrgeizige Gewessler die Grünen in die nächste Nationalratswahl führen wird. Doch nicht nur die Grünen wählen ihren Obmann, sondern auch die ÖVP. Denn Bundeskanzler Karl Nehammer führt die Partei bislang nur interimistisch, seit sich Sebastian Kurz Anfang Dezember vergangenen Jahres als Obmann zurückgezogen hat. Die offizielle Kür von Karl Nehammer zum ÖVPObmann soll daher bei einem außerordentlichen Bundesparteitag am 14. Mai erfolgen. Und da sindwir auch schonwieder beim Polit-Theater. Denn Gerüchten zu Folge soll Ex-Kanzler und Ex-Parteichef Sebastian Kurz bei diesem Parteitag auftreten und eine Rede halten. Unter normalen Umständen kein ungewöhnlicher Vorgang, dass ein Ex-Parteichef seinen Nachfolger beim Parteitag einpeitscht. In diesem speziellen Fall könnte sich der Auftritt aber zu einem Polit-Thriller entwickeln. Denn Kurz ist genau so wenig freiwillig aus dem Amt geschieden, wie Nehammer sich um den Job gerissen hat. Politische Beobachter sehen im Auftritt des Ex-Kanzlers demnach einen „Versuchsballon“ des Team Kurz, um auszutesten, wie sehr der ehemalige Polit-Shootingstar noch zieht. Denn eines ist allen in der ÖVP klar. Mit Nehammer gewinnen sie keinen Frühstückspokal bei den nächsten Wahlen. Und somit droht der Verlust von Mandaten, der Verlust von Jobs, der Verlust von Parteienförderungsmillionen, der Verlust der Regierungsbeteiligung und somit der Verlust von Macht. Das will niemand. So absurd das Szenario heute klingen mag – Sebastian Kurz könnte ein Comeback feiern. Nicht beim Parteitag im Mai und auch nicht im Sommer. Aber wenn die gegen ihn laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Sand verlaufen und er mit weißer Weste aus den ÖVP-Affären aussteigt, dann steht seiner Rückkehr theoretisch nichts im Weg. Er könnte sogar einen seiner größten parteiinternen Gegner, den Vorarlberger Landeshauptmann Wallner, elegant loswerden, der durch die Wirtschaftskammer-Affäre schwer unter Druck geraten ist. Rücktritt wahrscheinlich. Etliche ÖVP-Granden haben jedenfalls erkannt, dass sie ohne Sebastian Kurz künftig bestenfalls den Vizekanzler werden stellen können. Platz eins ist weg. Die Frage ist nur, ob sich Kurz das Ganze noch einmal antun will. Auf der österreichischen Polit-Bühne herrscht jedenfalls weiter Spannung. Vorhang auf. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp www.das-wien.at www.wkf-wien.at IMPRESSUM: Kohlmarkt 8-10, 2. Stock 1010 Wien Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at UID: ATU 63468713, redaktion@das-wien.at Lektorat: Alfred Eichhorn; Konsulent: Friedrich Knapp Grafik: Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at; Druck: Mafra Print, 15000 Praha; Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien; Straßen- und Geschäftsverteilung - Wiener Stadtgebiet Verlagsadresse/Rechnungswesen/Grafik/Produktion: Die Agentur - Unabhängige Wochenzeitung, Heinz Knapp, Kohlmarkt 8-10, 2. Stock 1010 Wien, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Gastkommentare: Dompfarrer Mag. Toni Faber, Joachim Brandl, Albert Fortell, Joesi Prokopetz, Angelika Niedetzky, Mag. Peter Weitzel Bei bezahlten Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 28.04.2022, 10:00 Uhr

DAS WIEN AKTUELL 3 MurauerBier_Sujet_h&mRadler.pdf 1 27.04.2022 11:08:46 BEZAHLTE ANZEIGE

DAS WIEN AKTUELL 4 Gedenken, Restitution & Tafelenthüllung in der MUK DieMusik & Kunst Privatuniversität der StadtWien hat ihre Geschichte anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens wissenschaftlich aufgearbeitet. Am Dienstag, dem 26. April 2022, enthüllte Bürgermeister Dr. Michael Ludwig am Standort Johannesgasse 4a die mehrsprachige Gedenktafel zur Erinnerung an die NS-Vergangenheit der Institution. Auch ein Musikbuch konnte an die aus London angereiste Familie Deyong – als Nachfahren von Else Bienenfeld – restituiert werden. Bewusste Erinnerungskultur ist ein konstituierendes Element der Kulturstadt Wien. Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens stellte sich auch die einzige Universität im Eigentum der Stadt Wien verantwortungsvoll ihrer Vergangenheit. Rektor Dr. Andreas MailathPokorny: „Es war und ist mir und allen Angehörigen der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien ein dringendes Bedürfnis, die Geschichte des Hauses aufzuarbeiten und offenzulegen. Erst durch die kritische Reflexion der Vorgänge während der NS-Zeit können wir zu den großartigen künstlerischen und wissenschaftlichen Leistungen stehen, die von der Johannesgasse 4a ihren Ausgang genommen haben und künftig von allen drei Standorten der MUK nehmen.“ Bürgermeister Dr. Michael Ludwig: „Als der Holocaust-Überlebende und große Mahner Rudi Gelbard einmal gefragt wurde, was zu tun ist, umneonazistische und rassistische Tendenzen abzuwehren, sagte er: ‚Information! Das Wichtigste ist Information, um sich gegen kommende Gefahren zu wappnen.‘ Die Stadt Wien befolgt diesen Rat mit größter Sorgfalt. Denn wir dürfen die Gräuel des Nationalsozialismus und das unsagbare Leid, das er vielen Menschen in unserer Stadt angetan hat, niemals vergessen. Die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, die MUK, fühlt sich zu Recht verpflichtet, ihren Beitrag dazu zu leisten. Und so wurde im Auftrag von MUK-Rektor Andreas MailathPokorny und unter kompetenter Anleitung des Historikers Oliver Rathkolb die zum Teil auch von Austrofaschismus und Nationalsozialismus geprägte Geschichte des Hauses aufgearbeitet. Ein weiterer wichtiger Beitrag, um niemals zu vergessen.“ Die Vorläuferinstitutionen der MUK Nur wenige Monate nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich erfolgte im August 1938 die öffentliche Bekanntgabe der Gründung der Musikschule der Stadt Wien. Die neu konstituierte Musikschule übernahm dabei Vermögenswerte und teilweise auch Lehrpersonal der von den Nationalsozialisten aufgelösten Vereine Neues Wiener Konservatorium (gegr. 1909), Konservatorium für volkstümliche Musikpflege (gegr. 1919) und Wiener Volkskonservatorium (gegr. 1925). Die gravierenden Folgen der ideologischen Gleichschaltung des Wiener Musikschulwesens im Nationalsozialismus sowohl für die vertriebenen Lehrenden und Studierenden als auch für das musikalische und künstlerische Verständnis ganzer Generationen wurden mit großzügiger Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien MA 7 durch ein engagiertes institutionsübergreifendes Forschungsteam erstmals systematisch untersucht und anhand von Fallstudien beispielhaft aufgezeigt. Enthüllung der Gedenktafel durch den Bürgermeister Das Wissen aus dem wertvollen Aufarbeitungsprozess soll auch durch eine mehrsprachige Gedenktafel an der Fassade der MUK in der Johannesgasse im Bewusstsein der hier und heute Studierenden und Lehrenden sowie der breiten Öffentlichkeit verankert werden. Bürgermeister BGM Michael Ludwig, Leanne Deyong, Nick Deyong, Susie Deyong, Kultur-StR Veronica Kaup-Hasler, Oskar Deutsch, BV Markus Figl, MUK-Rektor Andreas Mailath-Pokorny © Barbara Nidetzky

DAS WIEN AKTUELL 5 Dr. Michael Ludwig enthüllte am 26. April die auch ins Englische, Koreanische, Russische und Japanische (die an der MUK meistgesprochenen Sprachen) übersetzte Erinnerung und Verpflichtung: „An dieser Stelle wurde 1938 nach der Zwangsauflösung von drei privaten Konservatorien die Musikschule der Stadt Wien gegründet, die der inhumanen Ideologie des Nationalsozialismus willfährig folgte und diese unterstützte. Als Nachfolgeinstitution sieht es die Musik und Kunst Privatuniversität der StadtWien als ihre Verpflichtung und Aufgabe, sich für die Rechte und Würde aller Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Sprache, sozialer Stellung, sexueller Orientierung, Staatsbürgerschaft, politischen und sonstigen Anschauungen einzusetzen und menschenverachtenden Ideologien nachhaltig entgegenzuwirken. Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Zur Mahnung an die Lebenden, gegen Antisemitismus, Rassismus, Nationalismus und Verächtlichmachung von anderen aufzutreten. Zur Stärkung des Kunst- und Kulturschaffens im Geiste der Freiheit, der Unabhängigkeit und der Toleranz.“ Restitution eines Buches Die Beforschung der Geschichte des Hauses mit all ihren Kontinuitäten und Brüchen ermöglichte am 26. April auch eine besondere Freude: Die Übergabe der von Felix Weingartner verfassten Schrift „Ratschläge für Aufführungen klassischer Symphonien. Band II: Schubert und Schumann“ an die rechtmäßige Erbin Susie Deyong. Das 1918 im ältesten Musikverlag der Welt, Breitkopf & Härtel, erschienene Buch konnte nach gründlicher Recherche auf Basis einer persönlichen Widmung des Autors an „Frl. Dr. Else Bienenfeld zum Andenken an F. Weingartner, Wien Jänner 1920“ im Zuge der Gedenkveranstaltung an die aus London angereiste Familie Deyong, Nachfahren von Fr. Dr. Else Bienenfeld, restituiert werden. Forschungsprojekt Hausgeschichte-Zeitgeschichte Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb (Universität Wien) und Univ.-Prof. inDr.inSusanaZapke (MUK) haben zusammen mit Dr.in Eveline Theis (ehem. MUK), Dr. Michael Wladika (Wien Museum), Dr.in Primavera Driessen Gruber (Exilforscherin), Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Amort, Univ.-Prof. Wolfgang Dosch, Univ.- Prof.in Sabine Muhar, Dr.in Kathrin Raminger (alle MUK), Mag.a Julia Teresa Friehs und Mag.a Monika Löscher (KHM) jahrelang bahnbrechende Forschungsarbeit geleistet. Ihre gemeinsame Publikation „Die Musikschule der Stadt Wien im Nationalsozialsozialismus – Eine ‚ideologische Lehr- und Lerngemeinschaft‘“ ist 2020 im Wiener Hollitzer Verlag erschienen. Das 300 Seiten starke Werk reflektiert die Gleichschaltung des Wiener Musikschulwesens während der NS-Herrschaft und untersucht die inhaltlichen Auswirkungen der NS-Ideologie auf die Kulturszene Wiens. Auch werden die mit der NS-Machtergreifung verbundenen personellen Konsequenzen sowohl hinsichtlich der Profiteure des NS-Systems als auch dessen Opfer dargestellt. Onlineplattform: gedenkbuch.muk.ac.at „Es ist uns ein großes Anliegen, eine Pflicht, all jene Angehörigen unserer Vorgängerinstitutionen zu benennen, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, Vertreibung und Ermordung wurden“, so Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke. „Zur Erinnerung an all diese Menschen haben wir ein Online-Gedenkbuch entwickelt.“ Die Plattform gedenkbuch.muk.ac.at ist als interaktive Seite konzipiert und wird durch die laufenden Forschungsergebnisse stets ergänzt. Die MUK ist ein Unternehmen der Wien Holding. Mehr Infos unter: www.muk.ac.at Little Italian – Dolce Vita im Herzen vonWien Das Little Italian ist ein kleines Deli mit italienischen Speisen und einem kleinen Verkaufsraum und hat sich seit der Eröffnung vor ein paar Wochen zu einem absoluten Geheimtipp entwickelt. Josefine „Pepi“ Lehrer heißt die junge Dame, die sich mit diesem Lokal einen großen Traum erfüllt hat. Als großer Italien Fan, nach hunderten von Reisen in sämtliche Ecken der Halbinsel, bringt sie Italien pur auf den Teller. Die Zutaten ihrer Speisen aber auch im kleinen Shop, wählt sie handverlesen aus, sie stammen von Produzenten aus dem Süden, vorwiegend aus Neapel und den Abruzzen. Wir baten die Gastronomin zum Gespräch. Frau Lehrer, wie kam es zu der Idee und der Umsetzung von Little Italian? Der Vorbesitzer hat mich eingeladen, da er einen Nachfolger suchte. Ich hab das Lokal gesehen und hab mir gedacht, das ist mein Meines, das möchte ich haben. Ich habe mich sofort in das Ambiente verliebt. Was ist Ihr Konzept? Es soll ein verlängertes Wohnzimmer sein, wo man einkaufen kann, gemütlich sitzen und entspannen kann, ein tolles italienisches Essen bekommt. Zu Mittag gibt es täglich wechselnde Pasta wie von einer italienischen Mama gekocht, am Abend Antipasti, großartige Pizza und die besten Weine dazu. Wie ist der Betrieb aufgestellt, wie haben Sie die Belegschaft zusammengestellt? Ich hatte amAnfang nur das Lokal, noch keinen einzigen Angestellten und dann hat sich alles wie durch Zauberhand gefügt. Eine Freundin, die mir sehr ähnlich ist, war sofort Feuer und Flamme und arbeitet jetzt hier im Service. Ein Freund und Koch aus Neapel, hat sich uns auch sofort angeschlossen und das ist jetzt unser Team. Little Italian Deli Severingasse 5, 1090Wien +43 (0)1 / 8901480 dolcepepi@little-italian.com © (2) michael-mairhofer.at

DAS WIEN AKTUELL 6 Hochmut kommt vor dem Fall – Gewessler droht Klage FPÖ-NÖ hat den von der grünen Verkehrsministerin Gewessler verhängtenBaustoppüber denLobautunnel rechtlichprüfen lassen. www.das-wien.at So wie der renommierte Verfassungsjurist Heinz Mayer sind auch die von den Blauen engagierten Juristen zum Schluss gekommen, dass Gewessler mit ihrer Weisung an die Asfinag klar rechtswidrig gehandelt hat. Im Zentrum der bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebrachten Sachverhaltsdarstellung steht der Verdacht auf Untreue nach § 153 StGB. So habe laut Gutachten der Juristen, die Weisung der Ministerin das Straßenbauvorhaben nicht zu finalisieren, zu einem Millionenschaden für den Steuerzahler geführt. Ebenso zu prüfen gelte es laut dem freiheitlichen Landesparteiobmann und Anzeiger, Udo Landbauer, das Delikt des Missbrauchs der Amtsgewalt. „Frau Gewessler wird sich für ihren offensichtlich ideologisch motivierten Kampf gegen Straßen und Autofahrer verantworten müssen“, so der Chef der niederösterreichischen Blauen. Glatter Rechtsbruch Rein rechtlich spricht die Sachlage klar gegen die grüne Verkehrsministerin. So ist der Bau des Lobautunnels durch eine demokratische Abstimmung mit Mehrheit im Nationalrat beschlossen und daraufhin im Bundesstraßengesetz rechtlich festgeschrieben worden. Der von Gewessler verhängte Baustopp stellt daher nach Ansicht der prüfenden Juristen einen glatten Rechtsbruch dar. Denn ein Gesetz kann nur durch den Nationalrat geändert werden, aber nicht durch eine Ministerweisung ausgehebelt werden. Eine derartige Weisung des Ministeriums an die Asfinag ist auch nach Ansicht des renommierten Verfassungsjuristen Univ.-Prof. Dr. Heinz Mayer „nicht möglich und rechtswidrig“. Mayer sehe in diesem Fall auch eine Ministeranklage und in weiterer Folge auch zivil- und strafrechtliche Folgen als wahrscheinlich an. Verkehrspolitischer Amoklauf Weniger höflich formuliert Landbauer seine Kritik. „Die grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler hat einen verkehrspolitischen Amoklauf der Sonderklasse hingelegt“, sagt er. Mit dem Stopp wesentlicher Straßenbauprojekte – wie dem S1-Lückenschluss samt Lobautunnel – hat sich die grüne Ministerin klar über das Bundesstraßengesetz hinweggesetzt und glaubt, die von den Bürgern gewählte Gesetzgebung aushebeln zu können. „Der Lobautunnel ist ein rechtskräftig genehmigtes Straßenbauvorhaben, an dem nicht zu rütteln ist“, betonte Landbauer in einer Aussendung. Der von der Verfassung vorgezeichnete Weg für den Fall, dass ein Minister das Gesetz verletzt, ist grundsätzlich die Ministeranklage im Nationalrat, die sodann durch den Verfassungsgerichthof zu prüfen ist. Regierungs-Blockade Das Problem dabei ist jedoch, dass es dafür eine Mehrheit im Nationalrat braucht. Und diese wird derzeit von der Regierungskoalition aus ÖVP und Grünen blockiert. Das ist insofern erstaunlich, als der von Gewessler verhängte Stopp wichtiger Straßenbauprojekte in erster Linie das schwarze KernlandNiederösterreich betrifft. Denn der Alleingang der grünen Verkehrsministerin, die offenbar glaubt, das Weltklima in der Lobau retten zu können, bedeutet einen schweren Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Österreich, eine Verlängerung der Stauhölle auf der Südosttangente und einen Millionenschaden für den Steuerzahler. Ministeranklage durchboxen Kein Wunder also, dass sich Stimmen mehren, die die ÖVP auffordern den offensichtlichen Rechtsbruch ihres Regierungspartners nicht länger zu decken und den Weg für eine Ministeranklage gegen Leonore Gewessler frei zu machen. Das allerdings könnte den Bruch der Regierungskoalition zur Folge haben, was durchaus eine attraktive Option wäre. © Selina de Beauclair

DAS WIEN AKTUELL 7 neug er wecken. mehr hausdermusik.com kunsthauswien.com mozarthausvienna.at jmw.at © HdM/Rudi Froese, Paul Bauer, David Peters, Klaus Pichler MUSEEN erforschen – Kultur hautnah erleben. Die vier Museen der Wien Holding – das Mozarthaus Vienna, das Kunst Haus Wien, das Jüdische Museum Wien und das Haus der Musik – machen Kunst und Kultur auf eine ganz besondere Weise erlebbar. Tickets erhältlich bei www.wien-ticket.at oder direkt bei den Museen. www.wienholding.at 200x272_museum_neu_daswien_0122_rz.indd 1 24.01.22 18:39 BEZAHLTE ANZEIGE

DAS WIEN AKTUELL 8 Kunst HausWien: Neue Ausstellung„BINSEKT“ Das Kunst HausWien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert bis 5. Juni die Ausstellung„BINSEKT“ in der Garage des Kunst HausWien. Die künstlerische Arbeit von Christina Zurfluh und Bernhard Frue wurde durch das vielbesprochene Insektensterben der letzten Jahrzehnte angeregt. Im Fokus der Ausstellung „BINSEKT“ steht das Leben und Sterben der Insekten im und um den städtischen Raum. „Angesichts der globalen Brisanz des Klimawandels und der Affinität der Geisteshaltung von Friedensreich Hundertwasser zu dieser Thematik liegt es nahe, dass sich das Kunst Haus Wien noch stärker mit dem Themenbereich Umwelt und Klima befasst. Die neue Ausstellung ‚BINSEKT‘ zeigt auf besondere Art und Weise, wofür das Kunst Haus Wien steht“, so Kurt Gollowitzer, Geschäftsführer der Wien Holding. Ungewohnter Lebensraum Aufgrund der zunehmenden landwirtschaftlichen Nutzung hat sich das ursprüngliche Verhältnis von Stadt, Natur und Insekten verkehrt. Artenreicher Wildwuchs wird immer stärker eingeschränkt, Monokulturen und Pestizide verdrängen die Insekten aus dem ländlichen Raum. Diese finden in brachliegenden Abbruchstätten der Stadt neue Zufluchtsorte, wo sie auf frisch entstehenden, unkultivierten Flächen „ungewohnten“ Lebensraum erobern – für einen begrenzten Zeitraum. Zurfluh und Frue produzierten auf ihren Streifzügen durch die Stadt Wien und in deren Randgebieten eine Reihe von Videos. Diese Videos montierten sie zu mehreren konzentrierten Filmen. Die Videoinstallationen werden, begleitet von einer parallel laufenden Sound-Installation, auf einen Teppich aus Erde projiziert. In der Installation sind verschiedene Themenkreise miteinander verwoben. Beobachtungen spiegeln das menschliche Empfinden in der Begegnung mit den unterschiedlichen Insekten: dieses schwankt zwischen emphatischer Glückserfahrung und Ekel bzw. Phobie, oft in grotesker Vehemenz. Zwischen Anregung, Irritation und Betroffenheit Manche Insekten sind stark sinnbildlich aufgeladen, Marienkäfer gelten etwa als Glücksbringer, während Spinnen Ängste auslösen können. Entgegen des oft symbiotischen Nutzens in der Beziehung Mensch-Insekt, wie der Bestäubung der Pflanzen oder der Aufräumarbeiten der Ameisen, werden Insekten oft strikt abgelehnt und gezielt vernichtet. Diese Problematik wird in der Ausstellung mit bewusster ästhetischer Überhöhung durchbrochen, wenn in einzelnen Sequenzen Insekten in ihrer Schönheit und anatomischer Perfektion wie bewegte Stillleben und in VanitasDarstellungen gezeigt werden. Die filmischen Arbeiten wurden mit collagenhaften Überlagerungen und Überlappungen geschnitten und sind von subversiver Akustik infiltriert. Die aufgeschüttete Erde in der Garage ist als Projektionsfläche doppeldeutig interpretierbar, die filmischen Arbeiten sind vieldeutig: zwischen Anregung, Irritation und Betroffenheit. Komisch-ironische Momente spitzen die die Ambivalenz des Themas weiter zu. Mehr Infos unter: www.kunsthauswien.com © Christina Zurfluh und Bernhard Frue

DAS WIEN AKTUELL 9 Der Verein für Konsumenteninformation hat unlängst erhoben, dass es in Österreich für – Elektrogeräte, die älter als zehn Jahre sind – noch 85 Prozent Ersatzteile gibt. So manche Unkenrufe werden verhallen, wenn man erfährt, dass Tester sogar für ein 35-Jahre altes Kochfeld, entsprechende Ersatzteile ausfindig machen konnten. Damit könnte der Tendenz, dass auch Geräte mit einem kleinen Defekt, entsorgt werden, der „Kampf“ angesagt werden. In diesem Zusammenhang betonen und informieren die Konsumentenschützer zudem, dass die Hersteller speziell häufiger auf ihren Webseiten die Möglichkeiten anbieten, solche Ersatzteile suchen zu können und in Folge auch zu bestellen. Das hilft auch die CO2-Bilanz zu verbessern und unser Verhalten, im Hinblick auf weltweite Lieferengpässe, umzustellen. HoherKundenabgang bei Streamingdienst Rund ein Jahrzehnt war vieles Eitel und Wonne beim weltweiten US-Streaming-Anbieter Netflix. Dauerhafte Abonnenten-Zugänge verschafften dem Konzern beachtliche Gewinne und dementsprechende Marktposition. Mittlerweile ist die Konkurrenz vielfältiger, der Wettbewerb untereinander hat entsprechend Fahrt aufgenommen. Und auch der Krieg in der Ukraine macht dem „Riesen“ zu schaffen. Auch der rasante Anstieg der Inflation schlägt sich zu einem Gutteil zu Buche auf diese Bilanz. Summa summarum ging man vor Kurzem noch mit einer weltweiten Zunahme von 2,5 Millionen neuen Abonnenten aus, aktuell muss man zähneknirschend einen Quartalsverlust von ca. 200.000 Kunden schlucken. Es gibt Ersatzteile für Altgeräte Fiaker Karl spricht aus, wie‘s wirklich ist Gewessler, eine Ministerin gegen die Einbahn Wissen´s, i bin ja für den Umweltschutz. I bin als Fiaker a fürn Tierschutz, lehne Spaltböden bei den Schweindln und Massentiertransporte ab. In meiner Freizeit foahr i auch gern mit dem Radl. Also eigentlich wäre i a potenzieller Wähler für die Grünen. Aber die san scho sehr, sagen wir – speziell. Und am Speziellsten is die Frau Minister Gewessler. I sag Ihnen auch warum: Bei der Wahl 2017 san die Grünen zur Freude Vieler aus dem Nationalrat gflogen. Lediglich 3,8 Prozent der Wähler schenkten ihnen damals das Vertrauen. Werner Kogler, der die marode Partei übernahm, schaffte mit viel persönlichem Einsatz das schier Unmögliche und brachte sie 2019 mit fast 14 Prozent wieder ins Parlament. Jetzt wirkt der Vizekanzler, naja, amtsmüde. Die Politik hat auch optische Spuren bei ihm hinterlassen. Wie Rocky nach seinem schwersten Kampf lehnt er mit zugeschwollenen Augen in der Ringecke des Parlaments. Viele Partei„(freunde)“ fordern hinter vorgehaltener Hand einen Austausch des grünen Kapitäns. Ausgerechnet da kommt Leonore Gewessler ins Spiel. Bundesministerin für Umwelt, Klimaschutz, Koaltionskrach und fassungsloses Kopfschütteln. Sie versucht krampfhaft grüne Zielgruppen zu bedienen und stellt da schon gerne die Partei vor Staatsinteresse. Das hat net nur die Verhinderung des Lobau-Tunnels gezeigt. Völlig ahnungslos taumelte sie beim Thema Gasversorgung von einem Fettnäpfchen ins nächste. Außerhalb ihres Klientels hat sie kaum noch Freunde. Jetzt hat die gute Frau mit ihrer anstehenden Novelle der Straßenverkehrsordnung den Vogel abgeschossen, oder besser den Radfahrer: Zukünftig sollen die Radler gegen die Einbahn fahren dürfen. Natürlichmüssten Tausende Verkehrszeichen erneuert werden. Ein Millionen-Vorhaben. Der schleißige Umgang mit Steuergeld is anscheinend wurscht. Zur großen Freude der Bobos aus den Innenstadtbezirken würden natürlich auch weitere Tausende Parkplätze dem Rad-Irrsinn weichen. Das Ziel einer autofreien Stadt würde damit näher rücken. Tausende betroffene Unternehmer san anscheinend auch egal. Die dabei entstehenden Konflikte san vorprogrammiert, da das Verhältnis Radfahrer und Autofahrer net gerade das Beste in Wien ist. Da die rot-grüne Stadtregierung jahrelang den Radfahrern vermittelt hat, dass sie sich an schlicht nix halten müssen, wird es krachen. Blechtechnisch und emotional. Es wird no besser: Radler sollen zukünftig nebeneinander fahren dürfen und bei Rot in eine Kreuzung radeln dürfen. Das is bitte kein Scherz, sondern ernst gemeint. Diese Maßnahmen könnten aber fast feindselig gegenüber den Pedalrittern aufgefasst werden, denn lebensverlängernd werden sie nicht wirken. Was kommt da als Nächstes, fragt sich der geneigte Leser? I würd vorschlagen, dass Radfahrer zukünftig keine Bremsen mehr brauchen, denn wer bremst, verliert bekanntlich. Auch Fahrradhelme san unnötiges Klimbim. Des könnt ma auch streichen. Licht am Rad sollt auch abgeschafft werden. Obwohl das haben eh die meisten Radler in Wien nicht. Und den Radfahrern sollte erlaubt werden die Autobahn zu benützen – aber nur die dritte Spur. Toll, die Frau Gewessler. Anscheinend die hellste Leuchte am grünen Luster. In diese Hände soll dann das Wohl der grünen Partei gelegt werden. Die san anscheinend wieder auf Kamikaze-Kurs. Wenn‘s so schützendmit ihre Parteikollegen umgeht, wie mit die Radler, wird´s die Grünen wieder mal aus dem Parlament schmeißen. Ohne Helm und ohne Gurt – wie es schön heißt. Ihr Fiaker Karl

DAS WIEN AKTUELL 10 Mit rund sieben Prozent ist die Teuerung so hoch wie seit 1981 nicht mehr. Nach den Preisen für Wohnen, Energie und Treibstoffen explodieren jetzt auch die Kosten für Lebensmittel: Mehl, Milch, Fleisch und Salat sind um bis zu 25 Prozent teurer geworden. Immer mehr Menschen macht diese enorme Teuerung zu schaffen: 80 Prozent geben in einer aktuellen Umfrage an, dass die Rekordinflation ihr Kaufverhalten verändert, etwa über die Hälfte der Menschen können ihre täglichen Ausgaben nur noch schwer stemmen. „Das Antiteuerungspaket der Regierung spürt niemand. Es müssen jetzt rasch gezielte Maßnahmen gesetzt werden, die den Menschen schnell helfen“, sagt SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Sie fordert die Regierung auf, „die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf null Prozent zu setzen, damit das tägliche Leben leistbar bleibt“. Diese Maßnahme würde sofort helfen, sie ist EU-konform und zielgerichtet, betont RendiWagner. Ein durchschnittlicher Haushalt würde sich durch die Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel im Jahr rund 500 Euro sparen. „Preissenkung muss kommen“ Das Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel würde besonders Bezieher kleiner Einkommen sofort entlasten, wie SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried erklärt: „Die Menschen, die wenig verdienen, profitieren von Senkungen der Massensteuern am meisten.“ Leichtfried fordert strenge Preiskontrollen mit empfindlichen Strafen, um sicherzustellen, dass diese Steuersenkung auch bei den Konsumenten ankommt. „Es ist klar, dass diese Preissenkung kommen muss – und zwar per Gesetz“, sagt Leichtfried. Die Kosten für die Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel beziffert Leichtfried mit 1,5 Mrd. Euro. „Diese 1,5 Mrd. bekommt man ganz einfach, indem man die Körperschaftssteuer nicht senkt und die Spekulationssteuer nicht abschafft“, sagt Leichtfried. Mieterhöhung soll rückgängig gemacht werden Geht es nach der SPÖ, soll auch die Erhöhung der Richtwertmieten vom 1. April 2022 rückgängig gemacht werden. „Es wäre einfach möglich gewesen, die Mieterhöhung auszusetzen. Das hat die Regierung nicht getan“, sagt Leichtfried. „Es kann nicht sein, dass die Regierung allen Preiserhöhungen tatenlos zusieht, selbst an der Preisschraube dreht und dann – wie der Finanzminister – den Arbeitnehmern ausrichtet, dass sie nicht zu hohe Löhne verlangen sollen.“ Rendi-Wagner fordert die Regierung auf, den Kampf gegen die Rekordteuerung aufzunehmen und durch „gezielte Maßnahmen“ die Menschen zu entlasten. Zu den Forderungen der SPÖ für ein leistbares Leben zählt neben der Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auch die Senkung der Steuern auf Arbeit um jährlich 1.000 Euro, das befristete Aussetzen der Mehrwertsteuer auf Gas, Strom und Treibstoff, eine vorgezogene Pensionsanpassung und ein höheres Arbeitslosengeld. Rendi-Wagner: „MwSt. auf Lebensmittel aussetzen“ NachWohn- & Energiekosten steigen auch Lebensmittelpreise stark an – Aussetzung bringt imSchnitt ca. 500 Euro im Jahr pro Haushalt. " " Das Anti-Teuerungspaket der Regierung spürt niemand. Esmüssen jetzt rasch gezielteMaßnahmen gesetzt werden, die denMenschen schnell helfen. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner © SPÖ/Prinz

DAS WIEN AKTUELL 11 Das neue Design und viel Liebe zum Detail spiegeln sich imkomplett überarbeiteten Interieur wider. Den Gästen wird unmissverständlich klar gemacht: Du bist in Wien und hier gibt es Wiener Küche. Das Sternberg interpretiert diese zwar teilweise etwas neu, dennoch bleibt es einer klaren Linie treu. Möglich gemacht hat das Topgastronom Karim El Said, der schon so mancher kultigen Gaststätte in Wien neues Leben eingehaucht hat. Mit Spareribs aus dem Smoker, Burgern in vielen Variationen und einer Speisekarte quer durch die österreichischen Spezialitäten, wartet die Küche nur darauf die Gäste verwöhnen zu dürfen. Zurücklehnen, genießen und verwöhnen lassen Der große, schattige Gastgarten lädt zum Verweilen ein. Ob unter unseren großen Kastanienbäumen bei den besten Wiener Schmankerln, am Stehtischbereich bei einem Seidl von Österreichs bestem Bier oder in unserer Lounge bei einem Aperitif. Hier ist für alle was dabei, hier freut man sich auf geselliges Beisammensein. Fotos beigestellt: Sternberg Das Sternberg – Eine Institution inWien Industriestraße 65 | 1220 Wien www.sternberg1220.at +43(0) 1 20 22 878 Öffnungszeiten: Mo.-Sa. 11.30-23.00 Uhr So. 11.30-22.00 Uhr BEZAHLTE ANZEIGE

DAS WIEN AKTUELL 12 Sie erhalten zusätzlich zu Ihrem Kücheneinkauf einen XXXL Gutschein für Ihren nächsten Einkauf: ab einem Einkaufswert im Wert von € 3.000,- 5) €200,- im Wert von 5) In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einkauf. Gültig bis 14.05.2022. Pro Person und Einkauf ist nur ein Gutschein gültig. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Nicht einzulösen auf Online Only Produkte im Online Shop. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge, sowie bei Kauf von Gutscheinen und Serviceleistungen. Keine Barauszahlung möglich. Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte 33% der Marken Dieter Knoll3), Novel3), Celina3) und Dan4) VOM HERSTELLERLISTENPREIS 3) Gültig vom Herstellerlistenpreis. 3+4) Gültig bis 14.05.2022. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Alle Preise sind Abholpreise. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge. 4) Gegenüber den Einzelpreisen lt. DAN Preisliste. Aktion gültig beim Kauf einer kompletten DAN-Küche. -55% bis Ein mehr Küchenaktion 1) Gültig vom Herstellerlistenpreis. Gültig bis 10.05.2022. Nicht mit anderen Aktionen (z. B. Gutscheinen und Rabattaktionen) kumulierbar. Nicht einzulösen auf Online Only Produkte Kauf von Gutscheinen, Serviceleistungen und Produkte der Marken Joop!, Stressless, Erpo, Brühl, Bretz, Team 7, Spectral, Stokke, 2E Vertriebs-GmbH, Birkenstock, Anrei, Biohort, Ke Miele, Liebherr, Sit Mobilia, Voglauer und Aeris. 2) Gültig bis 10.05.2022. In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einkauf. Pro Person und Einkauf ist nur ein Gutschein gültig. Nic getätigte Aufträge, sowie bei Kauf von Gutscheinen, Serviceleistungen und Produkten der Marken Joop!, Stressless, Team 7, hülsta, Bretz, Erpo, Brühl, Carryhome, HOM‘IN, Anrei, Sp Biohort, Kettler, Glatz, Zebra, Stern, Stocco, Tempur, ti‘me, Sedda, Sit Mobilia und Aeris. Keine Barauszahlung möglich. Auch im Online Shop einlösbar mit Code: X100 (100/700), X200 auf viele Einbauküchen auf viele Möbel, Teppiche und Leuchten VOM HERSTELLERLISTENPREIS. AUCH IM ONLINE SHOP EINLÖSBAR. Ein m Weil jeder ein schö 1) Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte Ein mehr Gutsc im Wert von Ab einem Möbel, Tep Leuchteneinkauf im € 100 In Form von Gutscheinen fü Ein mehr Gutsc im Wert von € 750 In Form von Gutscheinen fü Ab einem Möbel, Tep Leuchteneinkauf im BEZAHLTE ANZEIGE

DAS WIEN AKTUELL 13 €400,- ab einem Einkaufswert im Wert von € 6.000,-5) im Wert von €700,- ab einem Einkaufswert im Wert von € 10.500,-5) im Wert von €2.000,- ab einem Einkaufswert im Wert von € 30.000,-5) im Wert von Großes Guten Morgen Frühstück 490 5,90** Gültig von 04.05. bis 14.05.2022 Gültig von 04.05. bis 14.05.2022 Zanderfilet mit Gemüse 790 10,90** Symbolfotos. Restaurant-Gutscheine gültig von 04.05. bis 14.05.2022. für jeweils 2 Personen. Einzulösen in einer der XXXLutz-Filialen mit Restaurant und im XXXLutz Restaurant Mariahilfer Straße 121b/ Christian Broda Platz. Gutschein bei der Bestellung abgeben! Allergeninformationen erhalten Sie bei unseren Servicemitarbeitern. Frühstück bis 11:00 Uhr.**Stattpreis bezieht sich auf unseren bisherigen Verkaufspreis. Alle Preise sind Abholpreise in Euro. XXXL Gutschein XXXL Gutschein Gültig von 04.05. bis 14.05.2022 Hühner Cordon Bleu „Spargel-Frischkäse“ 590 890** XXXL Gutschein Symbolbild Symbolbild Symbolbild XXXL Restaurantangebote: e im Online Shop. Alle Preise sind Abholpreise. Nicht gültig auf bereits getätigte Aufträge, sowie beim ettler, Glatz, Zebra, Stern, Jan Kurtz, Forcher, Sudbrock, System Unit, Stocco, Tempur, Sieger, Sedda, cht mit anderen Aktionen (z.B. Gutscheinen oder Rabattaktionen) kumulierbar. Nicht gültig auf bereits pectral, Forcher, Miele, Liebherr, Gaggenau, Bora, Stokke, 2E Vertriebs-GmbH, Birkenstock, Sudbrock, 0 (200/1.400), X300 (300/2.000), X500 (500/3.500), X750 (750/4.500) oder X1000 (1.000/6.500) mehr Aktionen: önes Leben verdient. Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte 6) Repräsentatives Berechnungsbeispiel für eine Ware mit einem Kaufpreis von € 1.000,–: Gesamtkreditbetrag € 1.000,– ; Laufzeit 36 Monate; 0 % p. a. Soll- und Effektivzinssatz; Rate € 27,78/Monat; zu zahlender Gesamtbetrag € 1.000,– ; Bankübliche Bonitätskriterien vorausgesetzt. Die Finanzierungsentscheidung obliegt unserer Partnerbank, der Santander Consumer Bank GmbH, gültig bis 14.05.2022. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter/Innen in den Filialen. XXXL FINANZIERUNG 36MONATE ZINSFREI6) 0% Zinsen, 0% Anzahlung und 0% Bearbeitungsgebühr Nur bei Einbauküchen ab einem Einkaufswert von € 1.000,- chein ppich- oder m Wert von € 700,- 0,- 2) ür Ihren nächsten Einkauf. Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte Ein mehr Gutschein im Wert von € 500,- Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einkauf. Ab einem Möbel, Teppich- oder Leuchteneinkauf im Wert von € 3.500,-2) chein 0,- Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte ür Ihren nächsten Einkauf. ppich- oder m Wert von € 4.500,-2) Ein mehr Gutschein im Wert von € 1.000,- Ausgenommen alle Werbe- und Aktionsartikel aus den aktuellen Prospekten auf www.xxxlutz.at/ brochures und Online Only Produkte In Form von Gutscheinen für Ihren nächsten Einkauf. Ab einem Möbel, Teppich- oder Leuchteneinkauf im Wert von € 6.500,-2)

DAS WIEN AKTUELL 14 Eine diesbezügliche Bilanz hat Interessantes zu bieten. Bislang wurden bei uns ca. 18 Millionen Dosen gegen das mehrfachmutierende Corona-Virus verimpft. Und um das Ablaufrisiko zu minimieren, wurden auch 5,5 Mio. Dosen gespendet. Abnehmerländer waren u. a. die Ukraine, der Iran, Bangladesh oder Ghana. Vor Kurzem berichtete das Sozialministerium, dass mit Juni diesen Jahres ca. weitere 1,1 Mio. Dosen verfallen werden. Radio Wien hat darüber einen Beitrag gestaltet und dabei in den „Fokus“ gestellt, dass gleichzeitig Impfstoff in „großen“ Mengen angeliefert wird. Es verwundert aber, da die Impfbereitschaft der Bevölkerung mittlerweile doch „deutlich“ abnimmt. Mit Herbst des Vorjahres freilich mussten die Kühlkapazitäten mehr als verdoppelt werden. So äußerte sich der Präsident des Verbandes der pharmazeutischen Großhändler, Andreas Windischbauer, Medien gegenüber. Weiteren Aussagen zufolge sind bislang inWien „bloß“ geringe Mengen verfallen und danach entsprechend versorgt worden. Corona schadet Kindergesundheit Unsere Kinder sind besonders die Verlierer der Corona-Pandemie. Und Hand in Hand gehen damit auch gesundheitliche Probleme, die die Kinder physisch als auch psychisch überdurchschnittlich belasten. Kinderärzte erklären, dass vor allem „Übergewicht, aber auch verstärkt Kopf- und Bauchschmerzen“ als wesentliche Indikatoren zu nennen sind. Via Ö3 nahm dazu Daniela Kasparek, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien, für ihre Fachgruppe dazu Stellung. Bewegungsmangel, eine deutlich ansteigende Nutzung von Handys sowie wenig Kontakte mit Freunden bringt die Jugend in diese Zwickmühle. Wirtschaftsbund & Inseraten-Affäre Amtliche Inflation: Bereits6,8Prozent (!) Der ÖVP-Wirtschaftsbund in Vorarlberg hatte es wirklich „faustdick“ hinter seinen Ohren. Das Anzeigengeschäft – auf die Jahreszeit bezogen – florierte und bugsierte fette Einnahmen in das „eigene“ Vorarlberger Magazin dank eines Top-Top-Verkäufers. Medienkonkurrenz hin oder her! Alemannische R(h)einheitspraktika auf höchstem Level mit einer latenten TrennungsVortäuschung von Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer. Alle Achtung – und obendrein alles vorbei am Fiskus – stets mit dem „kavaliersbehafteten Delikt“ einer allfälligen Steuernachzahlung in der Hinterhand. Akten, die das Finanzministerium dem Untersuchungsausschuss zukommen ließ, lassen Rückschlüsse auf eine Nachzahlung von 1,3 Mio. Euro für den Wirtschaftsbund zu. Nebenbei, offenbar von der Buchhaltung zweckkonstruierte Gute-Laune-machende-Bonuszahlungen für die permanent überforderte Geschäftsführung unter „Diverses“ (8.000 €) bzw. für eine Lebensversicherung in der Höhe von 24.000 Euro haltet diese Spezies unter dem ÖVPMotto „Blut ist dicker als Wasser“ wohl ewig in der eigenen Familie … Tja, obendrein eine „VerwöhnImmobilie“ via 250.000-€-Darlehen für den Mann-an-der- Spitze namens Kessler, der sich damit nun über „kurz oder lang“ mal aus der Familie verabschieden musste. … Doch ist der Rauch einmal verzogen und haben sich die Wogen geglättet, kehren nicht wenige in den schwarzen Schoß der Familie auf kreative Art und Weise zurück … Treffsicherheit – leider in diesem Fall. Wesentliche Indikatoren ließen Rückschlüsse Anfang März auf eine Inflationshöhe von 6,8 Prozent für Österreich zu. Am Ende dieses Monats hat sich diese Einschätzung als richtig erwiesen und als aktueller Rekordwert in unserem Land zu Buche geschlagen. Ähnliches gab es zuletzt im Jahr 1981, woman sogar mit 7 Prozent Inflation (weltweite Ölkrise) als österreichischer Konsument konfrontiert war. Dabei fällt kaum mehr ins Gewicht, dass im selben Zeitraum (2022) der Euroraum mit 7,4 Prozent belastet war. Beim Blick zurück auf das Vorjahr verweist die Statistik Austria, dass sich die Treibstoffe inzwischen um die Hälfte verteuert haben. Aber auch die Haushalte mussten bei ihrem Energieverbrauch um ein Drittel mehr an Geldleistung aufbringen. Der Anstieg bei Wohnen und Wasser wird mit 10 Prozent beziffert. Ablaufdatum bei den Impf-Dosen ist nahe

DAS WIEN AKTUELL 15 Zwei Frauen haben sich ihren Traum erfüllt und mitten in der Corona-Krise einen Beautysalon im ersten Bezirk eröffnet. Unter dem Motto „Gib niemals auf“ feierten Ina Lechner und Anca Danacu gemeinsammit fast 200 Prominenten und Freunden ein großes Opening. Von Familie Alaba, über die Kabarettistinnen Andrea Händler und Eva Billisich, bis hin zu Sportlern aus unzähligen Disziplinen – der Andrang in der Weihburggasse 21, im ersten Bezirk war enorm. Den Besuchern wurde auch ordentlich etwas geboten: Eine große Modeshow mit bekannten Laufstegmodels von den Designern Katrin Tutic, Manuel Rauner und dem Atelier Goran Bugacic, einer Uhrenpräsentation, internationalen Musikeinlagen und kulinarischen Gaumenfreuden, machte die Eröffnung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Besonderes Zuckerl war die Sängerin und Saxophonistin Daniela Kramer, die richtig Schwung in die Veranstaltung brachte. Möglich gemacht haben den Salon „Rien ne va plus“ nicht nur die zwei jungen Damen Lechner und Danacu, sondern auch vier Sponsoren, die an das Projekt geglaubt haben: Boris Chalupa, Peter Kraus, Conny Wilczynski und Harald Urban. Details am Rande, seit 15 Jahren ist die Wienerin Ina Lechner bei der Polizei im Streifendienst. Ihre Arbeitstage sind lang, derzeit sind es etwa 70 Stunden pro Woche. „Nach dem Streifendienst gehe ich duschen und komme dann in den Salon oder umgekehrt.“ Trotz Pandemie hat sich die 36-Jährige mit dem City-Studio gemeinsam mit ihrer Freundin Anca Danacu einen Herzenswunsch erfüllt. Die Kosmetik-Geschäftsführerin ist auch Lebensgefährtin von Lechners Partner auf Streife. Außerdem besteht das Team aus fünf Frauen aus fünf Nationen mit fünf verschiedenen Muttersprachen, mehr gelebte Integration geht nicht. Das Angebot im Salon ist laut Ina Lechner fast unbegrenzt: „Unser Angebot ist breit gefächert, wir wollen unseren Kunden einen schönen Nachmittag in Wohnzimmer-Atmosphäre bescheren. Wir bieten alles von der Gesichtsbehandlung, über Maniküre, Laser-Haarentfernung bis zum Zahn-Bleaching mit Blaulicht.“ Rien ne va plus Ästhetik GmbH Weihburggasse 21/1 • 1010Wien Terminvereinbarungen Telefon: 0664/39 87 909 office.riennevaplus@gmail.com BEZAHLTE ANZEIGE Circle of Luxury Die große Eröffnungsfeier im Beautysalon„Rien ne va plus“ Die beiden Besitzerinnen Ina Lechner und Anca Danacu, mit den Sponsoren: Boris Chalupa, Peter Kraus, Conny Wilczynski und Harald Urban Fotos: © Philipp Enders

DAS WIEN AKTUELL 16 Österreich marschiert in Richtung Polit-Stillstand Zustimmungswerte für Regierung sind im Keller. Aktuelle UmfragenTendenz macht nach nächster Wahl Türe auf für eine Dreierkoalition. Die Regierungskoalition aus ÖVP und Grünen hält laut aktuellsten Umfragen bei gerade einmal 35 Prozent – gemeinsam! Zum Vergleich: Im Mai 2020 lag die ÖVP noch bei rekordverdächtigen 45,3 Prozent – alleine! Zwischen diesen beiden Umfragen liegen zwei Jahre, jede Menge Skandale, Gerichtsermittlungen, Rücktritte und Regierungsumbildungen. Die schwarz-grüne Koalition hat schon längst die Zustimmung der Bevölkerung verloren. Trotzdem, oder gerade deshalb, sind die beiden Parteien fest aneinander gekettet. Neuwahlen äußerst unwahrscheinlich – denn sowohl die ÖVP als auch die Grünen würden dabei massiv verlieren. Bei den vergangenen Nationalratswahlen 2019 hat die ÖVP rund 37,5 Prozent geschafft. Die Grünen rund 14 Prozent. Ein Traumergebnis für den damaligen Parteichef Sebastian Kurz. Denn er wurde nicht nur klar Erster, sondern hat auch die zweitplatzierte SPÖ so weit abgehängt wie nie zuvor. 16,28 Prozentpunkte lag die ÖVP vor der SPÖ. Rekord. Denn der bisher größte Abstand waren 5,79 Prozentpunkte im Jahr 2002, als die ÖVP erstmals seit 1966 wieder Erste geworden war. Umfragezahlen Mittlerweile hat die SPÖ die ÖVP deutlich überholt und liegt auf Platz eins. Zumindest in den Umfragen. Da kommen die Roten mit ihrer Parteichefin Pamela RendiWagner auf 27,3 Prozent, während die mittlerweile wieder schwarze ÖVP, mit ihrem noch ungewähltem Obmann Karl Nehammer, auf schwache 24 Prozent kommt. Parallel dazu verlieren die Grünen leicht und erreichen nur noch 10,8 Prozent. Die FPÖ mit ihrem verhaltensoriginellen StracheNachfolger Herbert Kickl hat sich bei ebenfalls enttäuschenden 19 Prozent stabilisiert. Leicht zulegen konnten die Neos, die sich von 8,1 bei der Wahl auf nunmehr 9,9 Prozent bei den aktuellen Umfragen verbessert haben. Neu im Spiel ist die Corona-Schwurbler-Partei MFG, die bei erstaunlichen 6,6 Prozent liegt und damit mühelos den Einzug ins Parlament schaffen würde. Stillstand Die aktuellen Umfragen mögen den einen oder anderen freuen, weil sich die Mehrheitsverhältnisse nach dem Abgang von Sebastian Kurz massiv geändert haben, sind aber auch dafür verantwortlich, dass in Österreich nichts weitergeht. Denn glaubt man den Zahlen, dann geht sich genau eine einzige Zweierkoalition für eine neue Regierung aus. Und das wäre eine Koalition zwischen SPÖ und ÖVP – diesmal allerdings wieder mit einer roten Kanzlerin. Der, vor allem parteiintern, vielkritisierten Pamela Rendi-Wagner. Debüt Dreierkoalition? Die Alternativen zu Rot-Schwarz wären durch die Bank Dreierkoalitionen. Die hat es in Österreich allerdings noch nie gegeben, was aber nicht bedeutet, dass eine derartige Regierung nicht funktionieren könnte. In anderen europäischen Ländern ist es durchaus üblich, dassmehr als zwei Parteien eine Regierung bilden. Rechnet man in die aktuellen Umfragen eine gewisse Schwankungsbreite ein, dann könnte sich knapp eine SPÖ/Grüne/Neos-Koalition ausgehen. Auch eine ÖVP/FPÖ/MFGKoalition hätte eine hauchdünne Mehrheit. ÖVP/FPÖ/Neos würde sich ebenfalls ausgehen, ist aber wohl realpolitisch eher illusorisch. Wahlkampf-Dynamik Bei all diesen Rechen- und Gedankenspielen darf man den Faktor Wahlkampf jedoch auf keinen Fall außer Acht lassen. Da kann immer etwas passieren, das denWahlausgang entscheidend beeinflusst. Bestes Beispiel dafür ist die Wahl 2006, bei der die Gusenbauer-SPÖ völlig überraschend die regierende ÖVP mit dem halbherzig wahlkämpfendem Wolfgang Schüssel überholt hat. Miese Umfragewerte Umfragen sind Umfragen und Wahlen sind Wahlen. Umfragen können lediglich Trends aufzeigen und die Stimmungslage der Bevölkerung widerspiegeln. Einen tatsächlichen Urnengang können sie jedoch nicht simulieren. Dass die aktuelle Regierung von ÖVP und Grünen bei der aktuellen Stimmungslage und der aktuellen Besetzung in Neuwahlen geht, kann aber aufgrund der verheerenden Umfragewerte für beide Parteien wohl ausgeschlossen werden. Es sei denn, der Leidensdruck bei der Kanzlerpartei wird zu hoch. Denn der grüne Koalitionspartner überspannt den Bogen derzeit gewaltig – Stichwort Justiz und Stichwort Verkehr. Stillstand-Fortsetzung Dabei vergessen die Grünen allerdings, dass Neuwahlen mit ziemlicher Sicherheit ihren Abschied aus der Regierung bedeuten, während die ÖVP möglicherweise das Kanzleramt, aber nicht die Regierungsbeteiligung verlieren würde. Bis der ÖVP der Kragen wegen der Grünen Alleingänge platzt, geht der politische Stillstand in Österreich jedenfalls weiter. Aber vielleicht erleben wir heuer noch eine Überraschung. STI L L - STAND

DAS WIEN AKTUELL 17 Es rumort wieder ordentlich im niederösterreichischen Kulturgeschehen. Nachdem sich die Betreiber der Reichenauer Festspiele nach heftiger Kritik des Rechnungshofes zurückziehen mussten, scheint es den nächsten Spielort an den Wiener Hausbergen zu treffen. Schauplatz der Posse um Steuergeld: Der Semmering. Hauptdarsteller: Präsident des Kulturvereins. Nebendarsteller: der Steuerzahler. Orte der Handlung: der Semmering, Lichtenstein. Wie so oft in letzter Zeit: Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung. Wohin sindmindestens 335.000 Euro geflossen? Gleich zwei online-Rechercheplattformen berichteten kürzlich über offensichtlich „fragwürdige Vorgänge“ rund den „Kulturverein Semmering“ und seinen schillernden Präsidenten. Florian Krumpöck ist nicht nur Pianist, Dirigent, Intendant, sondern auch Unternehmer und Präsident von gleich drei Kulturbetrieben am Semmering. Laut „Fass ohne Boden“ flossen bereits an die 335.000 Euro Subventionen, also Steuergeld, in den Kulturverein am Semmering. Die Jahre 2021, 22 nicht mitgerechnet. Diese Tatsache wäre an sich noch nichts Besonderes. Allerdings besitzt Krumpöck, laut dem Bericht, mit seiner Firma, die den Sitz in Liechtenstein hat, das Vorkaufsrecht auf das Unternehmen „Kultur. Sommer.Semmering“. An welchen dieser Vereine und ob das Steuergeld nach Liechtenstein floss und was damit wirklich passierte, ließ sich bis jetzt, wie die Rechercheplattform „Unzensuriert“ berichtete, nicht herausfinden. ÖVP-Bürgermeister möchte jetzt „Fragen stellen“ Der Semmeringer ÖVP-Bürgermeister Hermann Doppelreiter ist Vorstandsmitglied imKulturverein Semmering und in Erklärungsnot. Ihm werden beste Beziehungen zu Landeshauptfrau Mikl-Leitner nachgesagt. Und eines kann die niederösterreichische Volkspartei vor Wahlen nicht brauchen – noch einen Skandal. Deshalb gibt sich der schwarze Frontmann am Hausberg ungewohnt kritisch. Er sei nicht erfreut, was er da gelesen habe und „werde Fragen stellen“. Es hätte, so Doppelreiter weiter zu dem Online-Medium, aufgrund von Corona schon lange keine Vorstandsitzung mehr gegeben. Im Frühsommer werde man das allerdings nachholen und mehr über die Connection Krumpöck-Liechtenstein in Erfahrung bringen. Wie eng verwoben die Gemeinde mit den KrumpöckVereinen ist, zeigt nicht nur, dass der Bürgermeister im Vorstand sitzt, sondern dass auch gleich die offizielle Mailadresse der Gemeinde für etwaige Kartenkäufe zur Verfügung gestellt wurde: tourismus@semmering.gv.at Von Reichenau lernen Reichenau an der Rax, zeigt mit der Neuauflage der Festspiele, nun ohne fragwürdige Familienkonstruktionen im Hintergrund, wie Kulturveranstaltungen transparent abgehalten werden können. Es wurde von Gemeinde und NÖKU (NÖ Kulturwirtschaft GesmbH) die Theater Reichenau Betriebs GesmbH gegründet und mit der bekannten Regiesseurin und Schauspielerin Maria Happel ein unumstrittener Profi in die Sommerfrischegemeinde geholt. Wie sich der Semmering, oder in Niederösterreich viel wichtiger, Landeshauptfrau Mikl-Leitner, entscheiden werden, ist derzeit noch offen. Wir werden jedenfalls berichten. Steuergeld-Abwanderung Fürstentum Liechtenstein? Showdown am Semmering: Bürgermeister hinterfragt Kulturverein und kündigtVorstandssitzung an, umdiese Connection aufzurollen.

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