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DAS WIEN AKTUELL 22 D urch die Umgestaltung und Neustrukturierung wurde der 2.700 m² große Johann-Ne- pomuk-Vogl-Platz in Währing zu einem attraktiven Aufenthaltsort aufgewertet. Mehr Grünfläche, schattenspendende Bäume und kühlende Wasserspiele laden nunmehr zum Plaudern, Relaxen und Spielen ein. Über die neue Haltestelle der 42er Straßenbahn gelangen die Besucherinnen und Besucher direkt und bequem zum neuen Wochenmarkt, der künftig auf den verbreiteten Gehsteigflä- chen stattfinden wird. Vizebürgermeisterin Birgit Hebein zeigt sich angesichts der gelungen Umgestaltung begeistert: „Bei der Neugestaltung des Johann-Nepo- muk-Vogl-Platzes ging es uns dar- um, einen Ort zu schaffen, der das soziale Miteinander und den Kli- maschutz indenMittelpunkt stellt. Beim neuen Johann-Nepomuk- Vogl-Platz ist uns diese Verbin- dung besonders gut gelungen." „Wir reagieren auf die spürbaren Folgen des Klimawandels und pas- sen unsere Stadt entsprechend an. Der Johann-Nepomuk-Vogl-Platz ist nun eine kühlende Oase im Herzen von Währing. Zusätzliche Bäume, begrünte Rankelemente an den Marktständen und ein Wasserspiel werden auch in Hit- zesommern für ein angenehmes Mikroklima sorgen. Das von den Wiener Stadtgärten entwickelte, innovative Bewässerungssystem ‚Schwammstadt-Prinzip‘ kommt hier im Park erstmals zum Einsatz. Es hilft Bäumen, sich über längere Zeit selbst mit Wasser zu versor- gen“, so Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke. Bezirksvorsteherin Silvia Nossek freut sich besonders über die Auf- wertung für Währing: „Durch das Zusammenwirken aller Beteiligen über Bezirks- und Parteigrenzen hinweg sowie durch die Zusage der EU-Förderung ist es gelun- gen, für die Menschen hier im Grätzl einen wirklich wertvollen Freiraum zu gestalten. Durch die Umgestaltung ist der Johann- Nepomuk-Vogl-Platz sowie sein Markt attraktiver und lebendiger und damit wird auch die Existenz der vielenMarktstandler gesichert bleiben, was mir ein großes Anlie- gen ist.“ Premiere für Schwammstadt-Prinzip“ Zur besseren Bewässerung der Pflanzen präsentiert sich am Jo- hann-Nepomuk-Vogel-Platz eine besondere Innovation: Erstmals wurde in einer Parkanlage der Wurzelraum unter den neun neu- en Bäumen mit dem "Schwamm- stadt"-Prinzip ausgestattet. Johann-Nepomuk-Vogl- Platz umgestaltet Schattenspendende Bäume, kühlendeWasser- fontänen, top Öffi-Anbindung undWochenmarkt. Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, Bezirksvorsteherin Silvia Nossek und Stadträtin Ulli Sima bei der Eröffnung des neuen Johann-Nepomuk-Vogl-Platzes © PID/Fürthner A n der Kante des Lebens ist los- lassen manchmal einfacher, als sich festzukrallen“, schreibt der Schweizer Schriftsteller Markus Weidmann und spielt dabei auf den Freitod an. Diese Art des Sterbens gilt in unserer aufgeklärten Ge- sellschaft noch immer als finsteres Tabuthema, als eine Todesart, über die man nicht spricht. Dabei neh- men sich allein in Österreich jähr- lich etwa 1.200 Menschen in ihrer Verzweiflung das Leben. Sie sind, wie es so schön heißt, ihres Daseins müde geworden und flüchten aus unserer Welt. Da wir Statistiken füh- ren, gibt es für Selbstmorde genaue Zahlen – so wählen 14,4 Personen pro 100.000 Einwohner den frei- willigen Abschied. Jetzt, wo wir dem goldenen Herbst mit seinen gespenstischen Nebeltagen zusteu- ern, nehmen Selbsttötungen zu. Die Suizidhäufigkeit steigt mit dem Alter. Zwischen 15 und 29 gilt Suizid allerdings als zweithäufigste Todes- ursache. Mit anderen Worten – es sterben in zwölf Monaten drei Mal so viel Menschen durch die eigene Hand, als bei Verkehrsunfällen. Die meisten jener Verzweifelten, die zum allerletzten Mittel greifen, sind Angehörige des „starken Ge- schlechtes“, also Männer. Man geht auch von rund 30.000 Suizidver- suchen pro Jahr aus. Die häufigste Todesart ist das Erhängen, gefolgt von Sturz in die Tiefe und Gift. Ne- gativer Spitzenreiter in Österreich bleibt das Bundesland Kärnten. Seit Mitte der 80er-Jahre geht die Zahl insgesamt leicht zurück, während Corona ebenfalls. Tatsächlich sind Angehörige nach so einemTodesfall stets massiv betroffen, machen sich Vorwürfe oder wollen die Tat ver- drängen. Die Motive sind vielfältig. Von Schulden, unglücklicher Liebe, Einsamkeit im Großstadtdschungel, Jobverlust bis zur Krankheit. Man sollte aber sein Leben nie leichtfer- tig wegwerfen. Und wir alle müss- ten Menschen in schweren Krisen klarmachen, dass es sich doch zu Leben lohnt und es für jede Notlage eine menschliche Lösung gibt. Freitod Im Zeitraffer von Harald Raffer

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