Das Wien - E-Book

DAS WIEN GARTENTIPP 24 A uch wenn vieles im heurigen Jahr anders ist, eines gehört dazu: ein wenig Entspannung – auch für die sonst so emsigen Gärtnerinnen und Gärtner. Daher ist nun die beste Zeit im Garten zu liegen und in Büchern zu blättern. Unser Biogärtner Karl Ploberger hat einige der Interessantesten ausgewählt: „Kann ich das essen – oder bringt mich das um?“ (Kosmos, € 17,50) ist wahrscheinlich eine Frage, die sich viele stellen, wenn sie bei Wanderungen in der freien Natur Beeren, Blüten oder Blätter sehen und zum Naschen oder für ein vitales Menü mitnehmen wollen. Katrin und Frank Hecker bringen es mit dem praktischen Nach- schlagewerk auf den Punkt – ohne viel Botanik, sondern mit großen Fotos und einem übersichtlichen Steckbrief ist klar, was mitkommt und was in der Natur bleibt. Die exakten Beschreibungen lassen keine Zweifel offen, denn es werden auch mögliche Doppel- gänger vorgestellt. 150 Pflanzen werden beschrieben und selbst erfahrene Sammler werden über- rascht sein, was man alles essen kann. Das Wiesenschaumkraut zum Beispiel (blüht im Frühling ;-). Oder das Hirtentäschchen, das lie- bevoll auch Bauernsenf genannt wird. Giersch und Vogelmiere ge- hören schon zum Standard, vieler Naturmenschen, ebenso wie der Löwenzahn. Bei der Wegwarte (aus ihr wurde die Chichorie ge- züchtet) beginnen wahrscheinlich schon manche zu überlegen, bei Nachtkerze und Königskerze wür- den viele verweigern, dabei sind die gelben Blüten von ersterer eine Bereicherung für jeden Salat und die Blüten der Königskerze in Honig eingelegt eine Köstlich- keit. Von den giftigen seien hier nur drei erwähnt: Hundspeter- silie (sehr der echten ähnlich im Aussehen), das Jakobs-Greiskraut (sieht dem Johanniskraut ähnlich) oder die Beifuß-Ambrosia (wie der Name schon sagt zu verwechseln mit dem Beifuß). „Arnika – Königin der Heilpflanzen“ (at-Verlag,€ 25,--) gilt in der Volksheilkunde als eine der beliebtesten Pflanzen. Einer- seits wird die Botanik präsentiert, andrerseits wird an Hand von Beispielen aufgezeigt, dass dieses Kräutlein bei Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Schlaganfall gute Dienste leistet. Bleiben wir beim Sammeln: „Pilz- geflüster“ (Löwenzahn, €22,90) zeigt aber, dass man die köst- lichen Schwammerl auch daheim ziehen kann – auf Holz, Stroh oder Kaffeesatz. Garten, Balkon oder der schummrige Keller werden zum Zuchtparadies. Apropos Gärtnern auf kleinstem Platz – der große Trend in dieser Corona-Zeit: „ Mein Biotop auf dem Balkon“ (Gräfe & Unzer, € 18,50) und „tiny balcony“ (ebenfalls G&U, € 26,80) widmen sich der grünen Oase. Einerseits mit Pflanzideen, andererseits mit kreativen Bauprojekten, bei dem jeder Quadratzentimeter ausge- nutzt wird. In der Hitze des Sommers ist dieses kompakte Werk ideal zum Überdenken von so manchen Ge- wohnheiten: „Klimaanlage Naturgarten“ (av-Buch, €12,95) zeigt, wie man den Garten für den Kli- mawandel tauglich macht, wel- che Pflanzen ideal sind und wie man das Kleinklima verbessert. Den „Gärtnern der Zukunft“ wid- men sich viele spannende Bücher. „Escape Natur“ nennt sich eine Serie (Arena-Verlag, € 8,30) die sich mit Wald und Bienen widmet und das Buch für Kinder ab 8 Jah- ren zu einer spannenden Escape- Mission wird. Selbst für Erwachse- ne sind die Rätsel interessant. Zum gemeinsamen erleben der Natur für die ganze Familie macht der „ Naturführer Öster- reich“ (Kral Verlag, € 9,90) Lust. Immerhin gibt es gerade im heurigen Jahr in unserem Land viel zu entdecken. Es warten 3000 Pflanzen, 7000 Pilze und mehr als 45.000 Tierarten. Die Illustratio- Die grünen Seiten des Sommers: Natur, Kinder, Balkon und Liebe Der Pflanzenflüsterer und "DAS WIEN"-Kolumnist Karl Ploberger © Christoph Böhler Fotos beigestellt

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