Das Wien - E-Book

DAS WIEN GARTENTIPP 26 P elargonien, Petunien, Tagetes und Zinien – die Liste könnte man noch endlos fortsetzen. All diese Balkon- und Beetpflanzen findet man in unseren Gärten, auf den Balkonen und in den Parks. Und doch gibt es seit einiger Zeit die Faszination für das ursprüng- liche, das heimische. Wildstauden sind gefragt – als robuste Alterna- tive, als Nahrungsquelle für viele Tiere und letztlich oft als völlig unbekannte Köstlichkeit in der Küche. „Hirsch Haarstrang“, „Quirl Salbei“, „Milder Mauerpfeffer“, „Teufels- abbiss“ oder „Nickendes Perlgras“ – alleine die deutschen Namen machen schon neugierig. Was lan- ge Jahre nur im Biologieunterricht oder Pflanzenlexika zu finden war, ist aber nun salonfähig ge- worden. Verkehrsinseln ergrünen mit heimischen Pflanzen, Blumen- beete im Garten erfreuen mit den robusten heimischen Blüten. Und selbst in der Stadt findet man sie in alternativen Balkonkisterln. Oft aber scheitern die Blumen- freunde, weil sie die Vorlieben der heimischen Wildpflanzen nicht kennen. Wer beispielsweise eine Packung Blumenwiesensamen einfach in eine Wiese streut und nun auf die üppige Sommerwiese wartet, wird enttäuscht sein, denn da kommt nichts. Die heimischen Stauden und einjährigen Kräuter – vor allem die in der Blumenwiese – benötigen einen absolut offe- nen, durchlässigen Boden, ohne von anderen Pflanzen bedrängt zu werden. Da heißt es zuerst ein- mal in die Hände spucken und die oberste Humusschicht mit dem Rasen abzutragen, dann die Erde tiefgründig lockern und möglichst viel groben Sand einarbeiten. Und: NIEMALS düngen! Freilich sind diese Pflanzen auch fürs Blumenbeet, Kiesgärten oder das Blumenkisterl geeignet. Genau da zeigen sie dann auch ihre Vorzüge, denn sie benötigen, wenn man sie einmal in die richti- ge Erde (auch hier wieder viel mi- neralisches, also kiesiges Substrat) gepflanzt hat, nur ein wenig Was- ser – das war es. Und viele diese Kisterl kommen jedes Jahr wieder, ohne dass man immer wieder neu pflanzt. Das besondere an diesen Wildpflanzen: sie sind die wahren Nahrungsquellen für Insekten und viele sind auch als Gemüse in der Küche verwendbar. Dass es einen Trend in diese Rich- tung gibt, kann Elke Holzinger von den Wildeblumen.at nur bestäti- gen: „In der Corona-Zeit haben wir hunderte Pakete verschickt – die Leute lieben das naturnahe Gar- teln!“ Warum die heimischen wil- den Blumen so gefragt sind, ist für Holzinger, die gemeinsammit drei Kolleginnen die Pflanzen anbietet, klar: „Sie sind robust, brauchen ganz wenig Pflege und sind ideal an unser Klima angepasst!“ Für die Biologin gibt es einige ganz be- sonders geniale Wildblumen. Fünf wilde Sonnenkinder: Heide Nelke (Dianthus deltoides) sonige, trockene Standort in kalk- armen Boden Natternkopf (Echium vulgare) liebt ebenfalls Kies und ist ein Bienenmagnet Echter Dost (Origanum vulgare) – ideal für Pflanztröge, Insekten lieben ihn – Würzkraut DieWilden sind gefragt Der Pflanzenflüsterer und "DAS WIEN"-Kolumnist Karl Ploberger. © Christoph Böhler Der Traum - die Blumenwiese im Garten. Die wilden Blumen. Ein Blumenkisterl, das seit Jah- ren so wächst. Heide Nelke. Fotos beigestellt

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